Die Motette im 18. Jahrhundert

Dozent:innen: Prof. Dr. habil. Birger Petersen
Kurzname: Ü.musikal.Analyse
Kurs-Nr.: 07.114.560
Kurstyp: Übung

Empfohlene Literatur

Meinolf Brüser, Wenn Bach trauert: Die Motetten Johann Sebastian Bachs neu verstanden, Berlin und Kassel 2023.
Bachs oratorische Werke, Motetten, Choräle und Lieder, hg. von Reinmar Emans und Sven Hiemke, Laaber 2007 (Bach-Handbuch Bd. 3).
Klaus Hofmann, Johann Sebastian Bach – Die Motetten, Kassel 2005.
Daniel R. Melamed, J. S. Bach and the German motet, Cambridge 1995.
Friedhelm Krummacher, Die Choralbearbeitung in der protestantischen Figuralmusik zwischen Praetorius und Bach, Kassel 1978.
Martin Petzold, »Liturgie und Musik in den Leipziger Hauptkirchen«, in: Die Welt der Bach-Kantaten Bd. 3: Johann Sebastian Bachs Leipziger Kirchenkantaten, hg. von Christoph Wolff und Ton Koopman, Stuttgart, Weimar und Kassel 1998, S. 69–94.
Martin Petzoldt und Norbert Bolin, Messen, Magnificat, Motetten, Kassel 2020 (Bach-Kommentar Bd. IV).

Inhalt

Die Motette als zentrale Gattung der liturgischen Musik beider großen Konfessionen soll in diesem Seminar kontextualisiert und analysiert werden: Ausgehend einerseits von Sammlungen wie dem Florilegium Portense oder dem Alt-Bachischen Archiv, andererseits den Formen des Gottesdienstes um 1700 nach katholischem und nach lutherischem Ritus stehen im Mittelpunkt der Auseinandersetzung die Gattungsbeiträge Johann Sebastian Bachs. Darüber hinaus soll die Entwicklung der Gattung im Spannungsfeld von Stile antico und moderner konzertanter Schreibweise beleuchtet werden. Dies schließt den Blick auf Zeitgenossen wie Georg Philipp Telemann sowie die mitteldeutsche Motettentradition der Bach-Schüler ein. Ein besonderes Augenmerk gilt der Frage, wie sich die Motette angesichts der aufkommenden Kantate und des Oratoriums als eigenständige Form behaupten oder wandeln konnte. Methodisch verbindet das Seminar quellenkritische Studien mit Satz- und Strukturanalysen, um die kompositorischen Strategien zwischen Kontrapunkt, Generalbass und affektbetonter Textausdeutung nachzuvollziehen.