Lehrveranstaltungen im WS 99/00

Vorlesungen

Musikgeschichte 19. und 20. Jahrhundert, A. Beer
2-std., Di 11-13

Fortsetzung der Musikgeschichtsvorlesung vom WS 98/99, in der es um das 17. Und 18. Jahrhundert ging. Thema sind die musikhistorischen Grundlagen der Zeit, die wichtigsten Namen, Gattungen und Fakten, von denen man wenigstens schon einmal gehört haben sollte.

Robert Schumann, Chr.-H. Mahling
2-std., Z. u. O. nicht bekannt

Leider keine genauen Inhalte bekannt.


Proseminare

Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten, A. Beer
2-std., Di 9-11

Das Proseminar ist als praktische Umsetzung dessen gedacht, was in der Übung Einführung in die Musikwissenschaft behandelt wird. Mit anderen Worten: Literatur und Quellen, die man vielfach nur vom Namen her kennt, sollen einmal wirklich und ernsthaft benutzt werden. Hierzu dient eine gemeinsame Aufgabe: Wir werden für die zweite Auflage der Enzyklopädie Die Musik in Geschichte und Gegenwart (MGG) einen Artikel einer Neubearbeitung unterziehen; dieser wird dann auch in der neuen Fassung des Personenteils erscheinen (wie das mit dem Artikel Suite für Band 8 des Sachteils bereits geschah). Darüber hinaus sollen natürlich auch grundsätzliche Fragen und Probleme – sie werden sich mit Sicherheit ergeben – besprochen werden. Voraussetzung für die Teilnahme ist die Absolvierung der Übung Einführung in die Musikwissenschaft.

Johann Sebastian Bach: Das Vokalwerk, Chr.-H. Mahling
2-std., Z. u. O. nicht bekannt 

Leider keine genauen Inhalte bekannt.

Michael Praetorius. Leben und Werk, D. Schnell
2-std., Mi 9-11

Michael Praetorius Creutzburgensis zählt zu den außergewöhnlichen deutschen Musikerpersönlichkeiten des frühen 17. Jahrhunderts. Sein Wirken als Organist, Komponist, Kapellmeister, Musikorganisator und im weiteren Sinne auch als Lehrer schlägt sich in seinen Kompositionen (die Gesamtausgabe ist im Institut vorhanden) und Schriften nieder, von denen vorrangig die Bde. 2 und 3 des Syntagma Musicum (im Institut vorhanden) behandelt werden.
Ziel des Seminars ist es, sich nicht nur dem Wirken des Komponisten Michael Praetorius anzunähern, sondern auch seiner Zeit und seinen musikalischen Zeitgenossen.

Amerikanische Musik im 20. Jahrhundert, A. Mungen
2-std., Mi 13-15

Ausgehend von der Frage, was eine speziell amerikanische Kultur im Gegensatz zu einer mitteleuropäisch geprägten ausmachen könnte, wären im einzelnen sehr unterschiedliche Phänomene zu behandeln (wie z. B. Charles Ives, Paul Hindemith und Arnold Schönberg in den USA, Edgar Varese, Cole Porter, Henry Cowell, Erich Wolfgang Korngold, Elliot Carter, Billie Holliday, George Gershwin, John Cage, Leonard Bernstein, Steve Reich, Philipp Glass, Jimi Hendrix und einige aktuelle Repräsentanten wie David Land, Augusta Read Thomas und Madonna).
Neben einigen zentralen, großbesetzten Werken – wie etwa der "Westsidestory", "Porgy and Bess", "Ameriques" – wäre das Gewicht in der Einzelbetrachtung auf relevante biographische Details zu legen und in den Analysen, die im Mittelpunkt des Seminars stehen, auf überschaubare kurze Formen wie Song oder einem Satz aus einem zyklischen Werk in kleiner Besetzung (Klaviersonate, Streichquartett) zu legen. Die Anordnung der Themen soll systematisch erfolgen. Es könnten sich so Kontraste ergeben, die besondere Einblicke in die Eigenart der amerikanischen Musikkultur zulassen.

Goethe und die Musik, U. Kramer
2-std, Di 14-16

Leider keine genauen Inhalte bekannt.

Einführung in die Musikethnologie, G. Schwörer-Kohl
2-std, Fr 11-13

Leider keine genauen Inhalte bekannt.

 


Hauptseminare

Geschichte des Konzerts und der Konzertkritik, A. Beer
2-std., Mo 11-13

Das Nachdenken über Musik impliziert nicht nur das musikalische Werk selber, sondern auch Art und Umstände seiner Aufführung. Diesbezüglich haben sich in den letzten ca. zweieinhalb Jahrhunderten einschneidende Wandlungen ergeben, und viele Selbstverständlichkeiten sind im Laufe der Zeit verlorengegangen. Das Seminar wird, hauptsächlich mit Hilfe zeitgenössischer Quellen (Zeitschriften, Briefe etc.), Hintergründe des Konzertlebens anhand ausgewählter Beispiele herausarbeiten.
Im Verlauf der Veranstaltung soll eine Tagesexkursion stattfinden (voraussichtlich in das Hessische Staatsarchiv Darmstadt).

Igor Strawinsky, Chr.-H. Mahling
2-std., Z. u. O. nicht bekannt

Leider keine genauen Inhalte bekannt.

Ausgewählte Texte zur Musikästhetik  H. Kupper
2-std., Do 13-15

Musikästhetik ist die Wissenschaft vom musikalisch Schönen; sie befasst sich mit dem Wesen der Musik als Kunst und dem Zugang zu ihr im hörenden Erleben: Als Teil der allgemeinen Ästhetik untersucht sie für die Musik erkenntnistheoretisch oder mit empirischen Methoden einerseits die Bedingungen der Konstruktion von Kunstwerken, die Strukturen des ästhetischen Gegenstandes und deren Verhältnis zur Wirklichkeit, andererseits die Bedingungen und Formen der ästhetischen Rezeption.
Nach musikphilosophischen Ansätzen im alten Griechenland, im Mittelalter, in der Renaissance und im Barock beginnt die eigentliche Musikästhetik im 18. Jh. und hat einen Höhepunkt in der Romantik. Phänomenologie, Energetik, Musikpsychologie und Musiksoziologie sind die Wurzeln musikästhetischer Versuche im 20. Jh. 
Im Seminar soll mit ausgewählten Texten der Primärliteratur ein Überblick über Inhalt und Wandel des musikästhetischen Denkens vermittelt werden. Dazu werden die relevanten Aussagen z.B. folgender Autoren zum Inhalt der Referate gemacht: Aristoteles, T.W. Adorno, A.G. Baumgarten, C. Dahlhaus, E. Hanslick, N. Hartmann, G.W.F. Hegel, M. Heidegger, R. Ingarden, I. Kant, E. Kurth, G. Lukács, F.W. Marpurg, J. Mattheson, Platon, A. Schopenhauer, J.G. Sulzer u.a. Die endgültige Themen- und Terminliste wird ab Mitte Oktober ausgehängt, so dass sich Seminarteilnehmer rechtzeitig vor Beginn des Semesters eintragen und vorbereiten können. 


Oberseminare

Doktorandenkolloquium. Besprechung von Magister- und Promotionsarbeiten, Chr.-H. Mahling, A. Beer, J. Blume, U. Kramer, M. Schuler
2-std., Mi 15-17

Hier werden Arbeiten und Forschungsergebnisse vorgestellt und diskutiert, die zum Abschluss als Magister oder Promotion führen sollen. Außerdem wird über die Forschungsergebnisse abgeschlossener Arbeiten berichtet.

Doktorandenkolloquium, F. W. Riedel, 2-std.
Di 18-20, 14-tgl.

Leider keine genauen Inhalte bekannt.


Übungen

Einführung in die Musikwissenschaft, K. Pfarr
2-std., Fr 9-11

  • Die Übung wendet sich insbesondere an Studienanfänger. Wir werden uns mit folgenden Themen beschäftigen:

  • Überblick zum Fach Musikwissenschaft: Entwicklung, Gegenstandsbereiche, Arbeitsfelder und -methoden

  • Kennenlernen wichtiger Hilfsmittel, u.a. Nachschlagewerke, Bibliographien; Handbücher, Zeitschriften, Thematische Kataloge, Gesamt- und Denkmalausgaben; Internet für Musikwissenschaftler/innen

  • Umgang mit Bibliothekskatalogen

  • Technik des wissenschaftlichen Arbeitens: Recherche, Zitieren, Anlage einer schriftlichen musikwissenschaftlichen Hausarbeit

Anforderungen für einen qualifizierten Schein:

  • Klausur

  • Übungsaufgaben

Literatur: 

  • Herbert Bruhn, Helmut Rösing (Hrsg.), Musikwissenschaft. Ein Grundkurs, Hamburg 1998.

  • Konrad Küster, Studium: Musikwissenschaft, (= UTB für Wissenschaft; Uni-Taschenbücher 1905), München 1996.

  •  Heinz Lanzke, Wo finde ich Informationen über Musik, Noten, Tonträger, Musikliteratur. 2 Bde., Berlin 1990-1996.

  • Kurt Oehl und Kristina Pfarr, Musikliteratur im Überblick. Eine Anleitung zum Nachschlagen. Darmstadt 1988.

  • Nicole Schwindt-Gross, Musikwissenschaftliches Arbeiten. Hilfsmittel – Techniken – Aufgaben (= Bärenreiter Studienbücher Musik 1), Kassel usw. 1992.

Notationskunde I, Chr. Villinger
2-std., Do 17 s.t.–18.30

Die Übung Notationskunde I befasst sich mit den verschiedenen Notationsformen vom 12. – 16. Jahrhundert: Neumen, Dasia-Notation, Modal- und Mensuralnotation. Neben dem Problem der Übertragung dieser Musik in die heutige Standartnotation soll die Übung auch den musikhistorischen und – sozialen Bezug herstellen. Zur Teilnahme an der Übung sind keine Vorkenntnisse nötig, auch die Kenntnisse aus der Übung Notationskunde II des letzten Semesters werden nicht vorausgesetzt.

Literatur: 

  • Hans Heinrich Eggebrecht, Die Musik im Abendland, München (Piper) 1991
  • Willi Apel, Die Notation der polyphonen Musik 900 – 1600, Leipzig 1962

Generalbass I, B. Zosel
1-std., Mo 8 s.t.-8.45 Kurs A
1-std., Mo 9.30-10.15 Kurs B

Leider keine genauen Inhalte bekannt.

Partiturspiel I, B. Zosel
1-std., Mo 8.45-9.30 Kurs A
1-std., Mo 10.15-11.00 Kurs B

Leider keine genauen Inhalte bekannt.

Gehörbildung II, St. Münch
1-std., Mo 13 s.t.-13.45

Training des erkennenden Hörens musikalisch relevanter Ordnungszusammenhänge in folgenden Abteilungen: Rhythmus, Intervalle simultan/sukzessiv im nicht-tonalen Kontext, Akkordhören (Funktionen hören, Akkordaufbau, Akkordverbindungen), tonales (Stufen-)Hören mit chromatischen Zwischenstufen.

Literatur zum eigenen Üben:

  • Wolfgang Breuer, Gehörbildung. Arbeitsheft, Literaturbeispiele, Cassetten
  • Clemens Kühn, Gehörbildung im Selbststudium, Kassel/München 1983
  • Roland Mackamul, Lehrbuch der Gehörbildung, Band 1: Elementare Gehörbildung, Kassel 1969
  • Ulrich Kaiser, Gehörbildung. Satzlehre – Improvisation – Höranalyse, 2 Bde., Kassel 1998

Harmonielehre I, St. Münch
1-std., Mo 13.45-14.30 Kurs A 
1-std., Do 10 s.t.-10.45 Kurs B

Praxis und Terminologie des vierstimmigen Satzes (Harmonisierung von Melodien im Bereich der Hauptfunktionen)
Begleitende Literatur zum Nachlesen, Vertiefen und kritischen Vergleichen:

  • Wilhelm Maler, Einführung in die dur-moll-tonale Harmonielehre (eine systematisch angelegte Harmonielehre)
  • Diether de la Motte, Harmonielehre (eine historisch angelegte Harmonielehre)
  • Thomas Krämer, Harmonielehre im Selbststudium, Wiesbaden 1991 (gutes Arbeitsbuch mit Aufgaben- und Lösungsteil)
  • Walter Salmen und Norbert J. Schneider (Hrsg.), Der musikalische Satz. Ein Handbuch zum Lehren und Lernen, Innsbruck 1987, S. 19-39 u. 143-185.

Kontrapunkt I, St. Münch
1-std., Mo 14.30-15.15

Die Übung folgt methodisch zunächst der üblichen Ordnung im Erlernen der kontrapunktischen Satztechnik, wie sie seit J. J. Fux praktiziert wird (für Kurs I: Melodiebau und 2stimmiger Satz), orientiert sich stilistisch jedoch ausschließlich und streng (im Gegensatz zu Fux) an der Satzweise von G. P. da Palestrina.

Literatur:

  • Dietrich Manicke, Der polyphone Satz. Teil 1: Grundlagen und Zweistimmigkeit, Köln 1965
  • Dieter de la Motte, Kontrapunkt
  • Walter Salmen und Norbert J. Schneider (Hrsg.), Der musikalische Satz. Ein Handbuch zum Lehren und Lernen, Innsbruck 1987, S. 41ff.
  • Daniel, Thomas: Kontrapunkt. Eine Satzlehre zur Vokalpolyphonie des 16. Jahrhunderts, Köln 1997
  • zur Vertiefung von Spezialfragen: Knud Jeppesen, Kontrapunkt u. a.

Kontrapunkt III, St. Münch
1-std., Mo 15.45 - 16.30

Basierend auf den in den Kursen I und II erworbenen satztechnischen Kenntnissen zum Palestrina-Stil sollen drei- und vierstimmige Sätze in den üblichen vokalen und instrumentalen Formen (Liedsatz; Motette; Kanon; Invention; Fuge etc.) geübt werden.

Literatur: vgl. zu Kontrapunkt I, sowie

  • Dietrich Manicke, Der polyphone Satz. Teil II: Drei- und Mehrstimmigkeit, Köln 1979
  • Grabner, Hermann: Anleitung zur Fugenkomposition, 3. Aufl. Köln o.J.

Formenlehre: Vokale Großformen St. Münch
1-std., Mo 16.30-17.15 Kurs A
1-std., Do 9s.t.-9.45 Kurs B

Formmodelle und -verläufe in Oper, Motette und Oratorium an ausgewählten Beispielen.

Literatur wird im einzelnen noch bekannt gegeben; zur Vorbereitung:

  • Clemens Kühn, Formenlehre, dtv/Bärenreiter: München und Kassel 1987

Instrumentation, St. Münch
1-std., Di 17.15-18

Praktische Übungen zum orchestralen und kammermusikalischen Satz. Begleitend hierzu musikgeschichtliche Übungen zu Orchestertypen und deren Besetzungen sowie zur Instrumentationslehre im 18.-20. Jahrhundert.

Literatur:

  • Erpf, Hermann: Lehrbuch der Instrumentation und Instrumentenkunde, Mainz 1959 u.ö.
  • Pape, Winfried: Instrumentenhandbuch Streich-, Zupf-, Blas- und Schlaginstrumente in Tabellenform, Köln 1971 u.ö.

Vorgehensweisen bei der Realisierung von Multimediaanwendungen am Beispiel J. S. Bachs, H. Kupper
2-std., Do 15-16 u. n. V.

Unter Multimedia (MM) auf und mit dem PC verstehen wir die Integration mehrerer Komponenten zur Informationsvermittlung, wie Text, Grafik, Standbild, Animation, Film, Sprache, Ton, Musik zusammen mit einer dem Benutzer angebotenen Interaktion zur Steuerung des Ablaufs.
Mit MM-Entwicklungsprogrammen kann jeder, der im Umgang mit dem PC geübt ist, eine entsprechende Anwendung, nämlich eine Präsentation, ein Lern- oder Informationsprogramm zu seinem Fachgebiet erstellen und auf dem Markt anbieten!
Dazu muss er natürlich die Arbeitsweise und Möglichkeiten eines MM-Generators kennen lernen. In der Übung wird die Vorgehensweise bei einer Entwicklung zu einem Thema aus dem Bereich der Musikwissenschaft) erläutert, nach Ideen und Vorschlägen der Teilnehmer realisiert und mit Hilfe des MM-Entwicklungsprogramms Mediator5 skizziert (Dazu ein Thema zu J.S. Bach (250. Todestag in 2000). Bitte Vorschläge einbringen; sie sind der Einstieg in unsere Arbeit!) Durch aktive Mitarbeit (Themen aus dem Handbuch referieren und präsentieren) wird der Teilnehmer in die Lage versetzt, sich selbst weiter in die Details der MM-Welt einzuarbeiten, eigene Themen multimedial zu realisieren und schließlich einem interessierten Publikum auf CD oder über Internet anzubieten.


Tutorien

Tutorium "Zur Musikgeschichte seit 1850", Ch. Hust, Th. Hindrichs
2-std., Mi 15-17, P13

Das Tutorium richtet sich in erster Linie (aber selbstverständlich nicht ausschließlich) an Studierende im Grundstudium; insbesondere im Hinblick auf Zwischenprüfung / Kolloquium soll Musikgeschichte nach 1850 näher vorgestellt und ausgewählte Einzelwerke analytisch untersucht werden. Daneben sollen gleichermaßen die zum Verständnis der Werke relevanten Rahmenbedingungen, also beispielsweise ihr theoretischer, ästhetischer oder gesellschaftlicher Hintergrund aufgearbeitet werden.

Nach der Beschäftigung mit Standardwerken der Musikliteratur, wie Wagners "Tristan und Isolde", Verdis "Messa da Requiem", Puccinis "Tosca" oder Strauss' "Salome" wird die Entwicklung wichtiger Kompositionstechniken des 20. Jahrhunderts (Dodekafonie, Serialismus, Aleatorik) verfolgt.

Weiterhin werden musiktheoretisch bedeutsame Schriften von Hindemith, Kurth und Schenker ebenso untersucht, wie ästhetische Diskurse bei Adorno und Benjamin (Postmoderne, etc.), um schließlich nach Möglichkeiten der musikwissenschaftlichen Aufarbeitung populärer Musik zu fragen.

Literatur:

  • Manfred Angerer: „Zukunft muß ermöglicht werden“, in: ÖMZ 53 (1998), Heft 10, Seite 35 - 43