Lehrveranstaltungen im WS 98/99

Vorlesungen

Liedkompositionen im 19. und frühen 20. Jahrhundert, Chr.-H. Mahling
2-std., Do 11-13

Im 19. Jahrhundert nimmt die Gattung Lied eine wichtige Stellung in der Musikgeschichte ein. Zentral sind hier vor allem die Kompositionen von Schubert, Schumann, Brahms und Wolf, aber auch in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts gehören Liedkompositionen geradezu zum obligatorischen Repertoire der Komponisten. Im frühen 20. Jahrhundert wird die Gattung Lied für die Komponisten der zweiten Wiener Schule zu einem wichtigen Instrumentarium auf dem Weg zur Atonalität. Es wird Gegenstand der Vorlesung sein, die wichtigsten Entwicklungsstadien der Gattung Lied exemplarisch vorzustellen. Literatur:

Musikgeschichte vom 18. bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts, A. Beer
2-std., Di 11-13

Fortsetzung der Musikgeschichtsvorlesung vom WS 97/98, in der es um das 15. und 16. Jahrhundert ging. Thema sind die musikhistorischen Grundlagen der Zeit, die wichtigsten Namen, Gattungen und Fakten, von denen man wenigstens schon einmal gehört haben sollte.

Proseminare

Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten (Fortsetzung der Einführung in die Musikwissenschaft), A. Beer
2-std., Di 9-11

Das Proseminar ist als praktische Umsetzung dessen gedacht, was in der Übung Einführung in die Musikwissenschaft behandelt wird. Mit anderen Worten: Literatur und Quellen, die man vielfach nur vom Namen her kennt, sollen einmal wirklich und ernsthaft benutzt werden. Hierzu dient eine gemeinsame Aufgabe: Wir werden für die zweite Auflage der Enzyklopädie Die Musik in Geschichte und Gegenwart (MGG) einen Artikel einer Neubearbeitung unterziehen; dieser wird dann auch in der neuen Fassung des Personenteils erscheinen (wie das mit dem Artikel Suite für Band 8 des Sachteils bereits geschah). Darüber hinaus sollen natürlich auch grundsätzliche Fragen und Probleme – sie werden sich mit Sicherheit ergeben – besprochen werden. Voraussetzung für die Teilnahme ist die Absolvierung der Übung Einführung in die Musikwissenschaft.

Ballettmusik, D. Schnell
2-std., Mi 11-13

Von den Tänzen des Mittelalters und der Renaissance bis zum Ballett des 20. Jahrhunderts ist es ein weiter Weg, der über verschiedene markante Stationen der Entwicklung des Tanzens und der dazugehörigen Musik führte. Jene Stufen, die einen erneuten Fortschritt oder auch Wendepunkt bedeuten, werden gleichsam als Querschnitt durch die Ballettmusik und ihre verschiedenen Erscheinungsformen im Mittelpunkt des Seminars stehen. Da gerade französische Komponisten und Choreographen viel zu diesem Thema beigetragen haben, sollten die Teilnehmer über ausreichende Kenntnisse verfügen, um einen französischen Text zu verstehen. Ebenso wird die Bereitschaft, sich in die verschiedenen Epochen und die kulturellen Hintergründe selbständig einzuarbeiten, vorausgesetzt.

Musik und Musikanschauung im Buddhismus, G. Schwörer-Kohl
2-std., Do 15-17

Leider keine genauen Inhalte bekannt.

Geschichte der Oper im 17. Jahrhundert, U. Kramer
2-std., Di 14-16

Überblicksartig soll es in diesem Seminar darum gehen, die unterschiedlichen nationalen Ausprägungen der Oper vorzustellen. Ausgangspunkt ist dabei das Italien des späten 16. Jahrhunderts mit seiner "Erfindung" der Oper als einem "produktiven Mißverständnis". Die italienische Oper Monteverdis wird einen ersten und wesentlichen Teil des Seminars einnehmen. Der Blick wendet sich dann weiter nach Frankreich, um die spezifischen Eigenarten der französischen Oper kennenzulernen. Für die zweite Hälfte des 17. Jahrhunderts treten neben den beiden Stammländern auch Deutschland und England auf den Plan.
Über die individuelle Werkbetrachtung hinaus, die selbstverständlich im Zentrum steht, sollen aber auch musikhistorisch relevante Texte in die Erörterung einbezogen werden. Des weiteren sollen uns theater- und aufführungspraktische Fragen beschäftigen, um so eine möglichst "runde" Vorstellung vom gesamtheitlichen Theaterereignis der damaligen Oper zu erhalten.
Leistungsnachweis: schriftliches (und mündliches) Referat. Die Themenliste des Seminars wird am 7. September am Schwarzen Brett ausgehängt. Ineressenten sind herzlich eingeladen, sich dann bereits vorab mit mir in Verbindung zu setzen.

Fragen zur Aufführungspraxis im 17. und 18. Jahrhundert, M. Lutz
2-std., Mi 9-11

Über das von Komponisten intendierte Klangbild kann die Notenschrift nur bedingt Auskunft geben. Wichtig ist die Kenntnis weiterer Traditionen und Anweisungen zur Aufführungspraxis. Das Seminar will anhand von Quellen die Themenkreise Rhythmus, Tempo, Stimmtonhöhe und Temperierung, Klangbild und Besetzungsfragen beleuchten.
Zusammen mit den Referatsthemen wird eine Literaturliste ausgehängt werden.

Hauptseminare

Ausgewählte Traktate zur Musiktheorie, Musikgeschichte und Aufführungspraxis vom 14. bis 18. Jahrhundert, Chr.-H. Mahling
2-std., Di 16-18

Im Rahmen des Seminars soll an ausgewählten Texten nicht nur das Denken der Theoretiker über Musik, sondern auch die allmähliche Annäherung zwischen Theorie und Praxis behandelt werden. Außerdem sind die jeweiligen Beziehungen zur allgemeinen Musikgeschichte herzustellen. In diesem Zusammenhang wird u.a. die Frage nach dem Stellenwert von Selbstbiographien der Musiker, aber auch von Reisebeschreibungen zu stellen sein. Literatur:

Klaviermusik von und um Schumann, A. Beer
2-std., Mo 11-13

Es soll versucht werden, Schumanns Klaviermusik im Kontext der gleichzeitigen "Klaviermusiklandschaft" zu sehen. So werden auch Werke weniger bekannter Autoren im Blickfeld stehen, wobei es hauptsächlich darum geht, Vergleiche zu ziehen und Entwicklungslinien zu erkennen – alles freilich vor dem Hintergrund der allgemeinen kulturgeschichtlichen Situation.

Britische Musik vom Spätviktorianismus bis zur Gegenwart, K. Kügle
2-st., Mi 15-17

Entfällt.

Kontrapunktische Entwicklungen: Bach – Beethoven – Hindemith, J. Dorfman
Blockseminar, Z. u. O. n. V.

Leider keine genauen Inhalte bekannt.

Oberseminare

Doktorandenkolloquium. Besprechung von Magister- und Promotionsarbeiten, Chr.-H. Mahling, A. Beer, J. Blume, U. Kramer, M. Schuler
2-std., Mi 15-17

Hier werden Arbeiten und Forschungsergebnisse vorgestellt und diskutiert, die zum Abschluß als Magister oder Promotion führen sollen. Außerdem wird über die Forschungsergebnisse abgeschlossener Arbeiten berichtet.

Doktorandenkolloquium, F. W. Riedel, 2-std.
Di 18-20, 14-tgl.

Stilkundliche Übungen anhand ausgewählter Vokal- und Instrumentalwerke vom späten 18. bis frühen 20. Jahrhundert. Teilnehmervorraussetzung: Doktoranden, Magistranden, Staatsexamenskandidaten. Der Erwerb eines Kolloquiumsscheines ist möglich.

Übungen

Einführung in die Musikwissenschaft, K. Pfarr
2-std., Fr 9-11

Die Übung wendet sich insbesondere an Studienanfänger. Wir werden uns mit folgenden Themen beschäftigen:

  • Überblick zum Fach Musikwissenschaft: Entwicklung, Gegenstandsbereiche, Arbeitsfelder und -methoden
  • Kennenlernen wichtiger Hilfsmittel, u.a. Nachschlagewerke, Bibliographien; Handbücher, Thematische Kataloge, Gesamt- und Denkmalausgaben
  • Umgang mit Bibliothekskatalogen
  • Technik des wissenschaftlichen Arbeitens: Recherche, Zitieren, Anlage einer schriftlichen musikwissenschaftlichen Hausarbeit

Anforderungen für einen qualifizierten Schein:

  • Klausur
  • Übungsaufgaben

Literatur:

  • Herbert Bruhn, Helmut Rösing (Hrsg.), Musikwissenschaft. Ein Grundkurs, Hamburg 1998.
  • Konrad Küster, Studium: Musikwissenschaft, (= UTB für Wissenschaft; Uni-Taschenbücher 1905), München 1996.
  • Heinz Lanzke, Wo finde ich Informationen über Musik, Noten, Tonträger, Musikliteratur. 2 Bde., Berlin 1990-1996.
  • Kurt Oehl und Kristina Pfarr, Musikliteratur im Überblick. Eine Anleitung zum Nachschlagen. Darmstadt 1988.
  • Nicole Schwindt-Gross, Musikwissenschaftliches Arbeiten. Hilfsmittel – Techniken – Aufgaben (= Bärenreiter Studienbücher Musik 1), Kassel usw. 1992.

Generalbaß I, B. Zosel
1-std., Kurs A: Mo 8s.t.-8.45, Kurs B: Mo 9.30-10.15

Leider keine genauen Inhalte bekannt.

Partiturspiel I, B. Zosel
1-std., Kurs A: Mo 8.45-9.30, Kurs B: Mo 10.15-11.00

Leider keine genauen Inhalte bekannt.

Gehörbildung II, St. Münch
1-std., Mo 13s.t.-13.45

Training des erkennenden Hörens musikalisch relevanter Ordnungszusammenhänge in folgenden Abteilungen: Rhythmus, Intervalle simultan/sukzessiv im nicht-tonalen Kontext, Akkordhören (Funktionenhören, Akkordaufbau, Akkordverbindungen), tonales (Stufen-)Hören mit chromatischen Zwischenstufen. Literatur zum eigenen Üben:

  • Wolfgang Breuer, Gehörbildung, Arbeitsheft, Literaturbeispiele, Cassetten
  • Clemens Kühn, Gehörbildung im Selbststudium, Kassel/München 1983
  • Roland Mackamul, Lehrbuch der Gehörbildung, Band 1: Elementare Gehörbildung, Kassel 1969

Harmonielehre I, St. Münch
1-std., Mo 13.45-14.30

Praxis und Terminologie des vierstimmigen Vokalsatzes (Harmonisierung von Melodien im Bereich der Hauptfunktionen). Begleitende Literatur zum Nachlesen, Vertiefen und kritischen Vergleichen:

  • Wilhelm Maler, Einführung in die dur-moll-tonale Harmonielehre (eine systematisch angelegte Harmonielehre)
  • Diether de la Motte, Harmonielehre (eine historisch angelegte Harmonielehre)
  • Thomas Krämer, Harmonielehre im Selbststudium, Wiesbaden 1991 (gutes Arbeitsbuch mit Aufgaben- und Lösungsteil)
  • Walter Salmen und Norbert J. Schneider (Hrsg.), Der musikalische Satz. Ein Handbuch zum Lehren und Lernen, Innsbruck 1987, S. 19-39 u. 143-185.

Kontrapunkt I, St. Münch
1-std., Mo 14.30-15.15

Die Übung folgt methodisch zunächst der üblichen Ordnung im Erlernen der kontrapunktischen Satztechnik, wie sie seit J. J. Fux praktiziert wird (für Kurs I: Melodiebau und 2stimmiger Satz), orientiert sich stilistisch jedoch ausschließlich und streng (im Gegensatz zu Fux) an der Satzweise von G. P. da Palestrina.

  • Dietrich Manicke, Der polyphone Satz. Teil 1: Grundlagen und Zweistimmigkeit, Köln 1965
  • Dieter de la Motte, Kontrapunkt
  • Walter Salmen und Norbert J. Schneider (Hrsg.), Der musikalische Satz. Ein Handbuch zum Lehren und Lernen, Innsbruck 1987, S. 41ff.
  • zur Vertiefung von Spezialfragen: Knud Jeppesen, Kontrapunkt u. a.

Kontrapunkt III, St. Münch
1-std., Mo 15.45-16.30

Basierend auf den in den Kursen I und II erworbenen satztechnischen Kenntnissen zum Palestrina-Stil sollen drei- und vierstimmige Sätze in den üblichen vokalen und instrumentalen Formen (Liedsatz; Motette; Kanon; Invention; Fuge etc.) geübt werden. Literatur: vgl. zu Kontrapunkt I, sowie

  • Dietrich Manicke, Der polyphone Satz. Teil II: Drei- und Mehrstimmigkeit, Köln 1979
  • Thomas Daniel, Kontrapunkt. Eine Satzlehre zur Vokalpolyphonie des 16. Jahrhunderts, Köln 1997

Formenlehre: Sonatenformen, St. Münch
1-std.,Mo 16.30-17.15

An ausgewählten Beispielen wird die historische Entwicklung der Sonatenform nachgezeichnet. Daneben soll die Geschichte der Theorie der Sonatenform miteinbezogen werden.

  • Clemens Kühn, Formenlehre, dtv/Bärenreiter: München und Kassel 1987
  • Charles Rosen, Sonata Forms, London 1988

Instrumentation, St. Münch
1-std., Mo 17.15-18

Praktische Übungen zum orchestralen und kammermusikalischen Satz. Begleitend hierzu musikgeschichtliche Übungen zu Orchestertypen und deren Besetzungen sowie zur Instrumentationslehre im 18.-20. Jahrhundert.
Literatur wird in der Veranstaltung genannt. – Es besteht die Möglichkeit, im Rahmen der Übung (und deren qualifiziertem Abschluß) an einem Projekt mitzuarbeiten, in dem ein bzw. mehrere Orchester-Stücke aus dem 19. Jahrhundert für Kleinbesetzung bearbeitet, im Notensatz erstellt (evtl. auch ediert) und zur Aufführung einstudiert werden.

Musik und Medien IV: Arbeiten am und mit dem Computer R. Seiberts
2-std., Do 13-15 T. Untucht

Da wir in den letzten Wochen für unser Studio einige wichtige Neuanschaffungen an Computer-Hard- und Software tätigen konnten, die wir gerne im Kreis der Studierenden vorstellen würden, haben wir kurzfristig unser Programm geändert und bieten im nächsten Semester eine Übung an, die von verschiedenen Seiten beleuchten wird, in welchem Maß der Computer als Arbeitshilfe und Arbeitsgerät für Musikwissenschaftler (und Musiker) eingesetzt werden kann.
Dabei werden wir zum einen auf den Bereich der Aufnahmetechnik von Musik eingehen und unser neues Hard-Disk-Recording-System (ProTools III) vorstellen, das Aufnahmegerät, Schnittsystem sowie diverse Mischpultfunktionen miteinander kombiniert und somit als virtuelles Tonstudio fungiert.
Zum anderen werden wir zeigen, wie mittels des Computers Noten erstellt werden können und verschiedene Notensatzprogramme (Cappella, Score – beide auf Windows- bzw. DOS-Ebene, Finale für Macintosh) vorstellen. Nach einer Einführung in den computergestützten Notensatz werden wir selbst Gelegenheit zur Anwendung unserer Kenntnisse erhalten: Das Forschungsprojekt von Herrn Dr. Mungen, Theaterbilder und Musik, möchte Notenmaterial von einigen Orchesterwerken erstellen - im Rahmen unserer Übung werden wir dabei behilflich sein. (Siehe hierzu auch die Übung Instrumentation von Herrn Münch.)
Damit jeder der Teilnehmenden von solchen Einführungen profitieren kann und auch selbst lernt, mit den Programmen zu arbeiten, ist es unbedingt erforderlich, die einzelnen Sitzungen auf Kleinstgruppen (2-3 Personen) zu beschränken. Wir werden uns deshalb teilweise von den festgelegten Donnerstagsterminen lösen müssen und mit den Einzelnen individuelle Termine vereinbaren.

Musikerbriefe. Einführung in Edition und Kommentar von Briefen und Schriften Gaspare Spontinis Chr.-H. Mahling
2-std., Do 9-11 B. Cabero

Die Übung ist angelegt als eine Einführung in das Editionswesen sowie in die Arbeitsschritte und Anforderungen, die eine Musiker Brief- und Schriftenausgabe stellt. Während der Übung sollen allgemeine Kenntnisse der Musikphilologie sowie der musikwissenschaftlichen Edition erarbeitet und diese am Beispiel der Brief- und Schriftenausgabe Gaspare Spontinis überprüft und praktisch umgesetzt werden. Literaturempfehlungen zur Vorbereitung auf das Seminar:

  • Appel, Bernhard R. und Joachim Veit. Richtlinien-Empfehlungen zur Edition von Musikerbriefen. Akademie der Wissenschaften und der Literatur, Mainz 1997. [Broschüre der Akademie der Wissenschaften, Mainz; Anfrage bitte an B. Cabero Projekt Spontini richten]
  • Bennwitz, Hanspeter, Gabriele Buschmeier und Albrecht Riethmüller (Hrsg.). Komponistenbriefe des 19. Jahrhunderts. Mainz 1997 (= Akademie der Wissenschaften und der Literatur – Abhandlungen der geistes- und sozialwissenschaftlichen Klasse 1991, Nr. 11)
  • Feder, Georg. Musikphilologie. Eine Einführung in die musikalische Textkritik, Hermeneutik und Editionstechnik. Darmstadt 1987.

Musik und Computer H. Kupper
Blockseminar, Z. u. O. n. V.

Leider keine genauen Inhalte bekannt.