Wintersemester 2011/12

Übersichtsplan

Vorlesung - Proseminar - Hauptseminar - Oberseminar - Übung

 

 

Zeit Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag
8.00

 

Form und Analyse Musikerbiographien im 18. und 19. Jahrhundert Historische Satzlehre I    
9.00

 

10.00

 

Musikgeschichte IV Repertoirekunde Repetitorium: Musiktheorie und Harmonielehre III Geschichte des musikalischen Theaters Vom Chant du Départ zu Šostakovič: Musik und Revolution Einführung in die Musikwissenschaft B
11.00

 

12.00

 

Proseminar zur Vorlesung Musikgeschichte IV Institutionen der Musikpflege vom 16. bis zum 19.Jahrhundert Reading Shakespeare: Ausgewählte Adaptionen auf dem Musiktheater Einführung in die Musikwissenschaft A Musik, Kultureller Austausch und Kulturtransfer 1600–1900
13.00

 

14.00

 

Historische Satzlehre III Ars musica. Zur Musik des 13. und 14. Jahrhunderts in Frankreich und Italien Examenskolloqium Grundlagen der digitalen Klang–verarbeitung „Die Hesse komme!“ – Deutsche Popmusik zwischen Szene, Provinz und ,Billboard Charts‘ Anwendungsübung: Praxisfelder der Musikwissenschaft
15.00
16.00

 

Musikalische Notationsformen des 16. Jahrhunderts Methoden und Fragestellungen der Musikwissenschaft Form und musikalischer Satz
mit Tutorin Fr. Sonnabend
Audio Programmierung
17.00  
18.00 Quellenlektüre zur Operngeschichte des 18. Jahrhunderts   Praxisfelder: Einführung in den Musikjournalismus  
19.00

Vorlesungen

Musikgeschichte IV, A. Beer
2-std., Mo 10:15-11:45, Modul 7

Die Vorlesung schließt sich chronologisch an diejenige des Sommersemesters an, umfasst also den Zeitraum ab dem ausgehenden 18. Jahrhundert bis in die Gegenwart hinein. Es geht hierbei um die wesentlichen Stationen der mitteleuropäischen Musikgeschichte, um Zusammenhänge, Namen, Gattungen, Institutionen und auch um übergreifende kultur- und geistesgeschichtliche Bezüge, von denen man wenigstens einmal etwas gehört haben muss. Daneben soll die Vorlesung (das ist ganz wichtig!) zu selbständiger Vertiefung anregen, zumal in den etwa 14 Sitzungen wirklich nur ein Überblick gegeben werden kann. Der Besuch des sich anschließenden Proseminars zum gleichen Thema wird empfohlen und vor allem denjenigen Studierenden nahegelegt, die sich über die Vorlesung prüfen lassen wollen. Offiziell angemeldete Gasthörerinnen und Gasthörer sind willkommen.

Geschichte des musikalischen Theaters, U. Kramer
2-std., Mi 10:15-11:45, Modul 9

Lange vor der Entstehung der Oper um 1600 hat Musik auf dem Theater eine wichtige Rolle gespielt. Schon das Drama der Antike kannte die Mitwirkung des Chores, und im Mittelalter gehörte Musik zur theatralischen Darbietung religiöser Ereignisse ebenfalls zum konstitutiven Bestandteil. Auch die Commedia dell'arte, bezog die Musik mit ein; die Wirkung dieses aus Italien stammenden volkstümlichen Theaters war so groß, dass man sich ihrer sogar bei der fürstlichen Hochzeit von Albrecht von Bayern in München 1563 bediente.
Doch auch neben und nach der Florentiner „Erfindung“ des vollstöndig gesungenen Dramas auf der Bühne gab es andere theatrale Gattungen, für die Musik ein selbstverständlicher, bisweilen grundlegender Bestandteil war – das neuzeitliche Sprechtheater blickt auf eine Geschichte mit Musik zurück, die ebenso lang ist wie die der Oper selbst. Im Lauf der Zeiten kamen weitere Gattungen wie Pantomime, Ballett, Melodram, Vaudeville, Singspiel, Operette oder Musical hinzu – auch sie sind ohne Musik nicht denkbar.
Die Vorlesung gibt einen Überblick über diese sonst eher vernachlässigten Bereiche einer Geschichte des musikalischen Theaters vor und neben der Oper in ihrem jeweiligen Kontext, fragt dabei insbesondere für die Zeit seit dem 18. Jahrhundert auch nach den Schnittstellen der Gattungen, zeigt wechselseitige Beeinflussungen auf, um musikalisches Theater in seiner ganzen Vielfalt und seinem Beziehungsgeflecht deutlich werden zu lassen.

Musik, Kultureller Austausch und Kulturtransfer 1600–1900, G. zur Nieden
2-std., Fr. 12:15-13:45, Modul 14

Seit den 90er Jahren prägen die in der deutsch-französischen Forschung entwickelten Konzepte des Kulturtransfers und des kulturellen Austausches die kulturgeschichtliche Forschung. In diesem Rahmen ist auch immer wieder die Musik ein Thema, die seit jeher Teil von mannigfachen Transfer- und Austauschprozessen war und ist. Zentrale Fragen in Bezug auf die Musikgeschichte sind: Auf welche Weise wirkte die große Mobilität von Musikern im Europa der Neuzeit auf die Entstehung von regionalen und Personalstilen ein? Wie lassen sich musikalische Stile jenseits der Nationalstile erforschen? Wo liegen deren Verbindungen und Anknüpfungsmomente? Die Vorlesung führt in die oben genannten Konzepte und den musikwissenschaftlichen Forschungsstand zu Musik und Kulturtransfer anhand von Beispielen aus dem 17., 18. und 19. Jahrhundert ein.


Proseminare

Ars musica. Zur Musik des 13. und 14. Jahrhunderts in Frankreich und Italien, F. Kolb
2-std., Di 14:15-15:45, Modul 4

Anders als es das noch immer vorherrschende Bild vom ›dunklen Mittelalter‹ suggerieren mag, ist das 13. und 14. Jahrhundert musikgeschichtlich eine überaus turbulente und entwicklungsreiche Phase, der sich dieses Seminar ausgehend vom sogenannten ›Ereignis Notre Dame‹ und der Entfaltung der Mehrstimmigkeit überblicksartig nähern will. Im Zentrum steht dabei allerdings nicht allein die geistliche Musik mit den Gattungen der Messe und Motette; sondern das Spektrum soll sich ebenso auch auf andere Funktionsbereiche wie dem des höfischen und städtischen Musiklebens erstrecken, wo Genre wie das Lied und instrumentalmusikalische Praktiken eine Rolle spielen. Nicht zuletzt gilt es, den theoretischen Diskurs der Zeit zu verfolgen und schließlich auch Fragen der Notation und schriftlichen Repräsentation von Musik sowie des sich etablierenden Komponistenbildes zu thematisieren.

Proseminar zur Vorlesung Musikgeschichte IV, A. Beer
2-std., Mo 12:15-13:45, Modul 7

Ziel des Proseminars ist die Vertiefung ausgewählter, in der Überblicksvorlesung (siehe dort!) nur zu streifender Aspekte mit Hilfe des Referats (und sich anschließender Hausarbeit) und der Diskussion. Hierbei werden auch Aspekte des wissenschaftlichen Arbeitens und weitere grundsätzliche Fragen und Problemkreise berücksichtigt. Der Besuch der Vorlesung ist nicht zwingend erforderlich, aber erwünscht.

Institutionen der Musikpflege vom 16. bis zum 19.Jahrhundert, B. Over
2-std., Di 12:15-13:45, Modul 7

Dass Musik als „l'art pour l'art"ldquo; nur sich selbst genügen solle, ist eine relativ neue Form des Musikverständnisses. Bevor sie als Kunstform von den Fesseln jeglicher Zwänge befreit war, hatte Musik in teilweise heute noch existierenden Institutionen wie Adelshof, Konzertgesellschaft, Opernunternehmung oder kirchliche Institutionen vielfältige Funktionen zu erfüllen.
Ziel des Proseminars ist es, anhand der Betrachtung unterschiedlichster Institutionen, die institutionelle Anbindung der Musik, Organisationsstrukturen und Finanzierung der Musikpflege, Repertoirebildungen sowie Funktionalisierungen von Musik zu untersuchen. Es ist geplant, im Rahmen des Proseminars eine Exkursion nach Leipzig durchzuführen, um den Thomanerchor, der im kommenden Jahr sein 800jähriges Bestehen feiert, institutionell und musikalisch in Augenschein zu nehmen. Selbstverständlich ist auch ein Besuch des Bach-Archivs vorgesehen.

Methoden und Fragestellungen der Musikwissenschaft, K. Pietschmann
2-std., Di 16:15-17:45, Modul 1

Das Proseminar führt exemplarisch in zentrale Fragestellungen und Methoden des Faches Musikwissenschaft ein. In enger inhaltlicher Kopplung an die Übung Repertoirekunde werden folgende Themenbereiche in den Blick zu nehmen sein: Quellenkunde und Editionstechnik, Biographik, Rezeptionsforschung, kulturanthropologische Ansätze, Interpretationsforschung sowie sozioökonomische Aspekte des Musiklebens.

Vom Chant du Départ zu Šostakovič: Musik und Revolution, G. zur Nieden
2-std., Do 10:15-11:45, Modul 7

Während es häufig umstritten ist, welche politischen Umschwünge als Revolutionen gelten, ist es doch keine Frage, dass sie stets von Musik begleitet waren. Von der französischen Revolution über Richard Wagners Engagement in der Deutschen Revolution von 1848 bis hin zu Šostakovics Schaffen während der russischen Revolution um 1917 – Komponisten, Musiker und Musikproduzenten nahmen mit ihren Werken, Aufführungen und theoretischen Reflexionen stets Bezug auf die politischen Ereignisse oder ihre Musik wurde in diesem Sinne politisch und gesellschaftlich interpretiert. Dies ist nicht zuletzt auch bei der 1968-Revolution und der deutschen Wiedervereinigung der Fall. Das Seminar geht der Frage nach, welche politischen und gesellschaftlichen Funktionen Musik während großer politischer Umschwünge zukamen und wie sich Musikschaffende in Revolutionszeiten politisch und künstlerisch positionierten.

„Die Hesse komme!“ – Deutsche Popmusik zwischen Szene, Provinz und ,Billboard Charts‘, T. Hindrichs
2-std., Do 14:15-15:45, Modul 9

Dass insbesondere Popmusik nicht nur (und vielleicht auch ,gerade nicht') in urbanen Metropolen, sondern durchaus auch in der sogenannten „Provinz“ (wo auch immer das sein mag) wurzelt, darf im Grunde niemanden überraschen. Aus einer vor allem kulturgeographischen Perspektive soll in diesem Seminar untersucht werden, welche Einflüsse bestimmte lokale und/oder regionale Bedingungen auf die Formation von Musik haben. Dazu werden zunächst Überlegungen dazu anzustellen sein, inwiefern Aspekte wie „space“ und „place“ die Ausbildung von „Szenen“ bedingen, ehe in einem zweiten Teil anhand verschiedener Fallbeispiele Möglichkeiten einer „musical geography“ erörtert werden.


Hauptseminare

Musikerbiographien im 18. und 19. Jahrhundert, A. Beer
2-std., Di 08:15-09:45

Das relativ späte Eindringen der Biographik in das musikalische Schrifttum zu Beginn des 18. Jahrhunderts führte alsbald zu unterschiedlichsten methodischen Herangehensweisen und Erkenntniswünschen, als deren Eck- und Extrempunkte einmal Walthers Lexikon, Matthesons Ehrenpforte, Forkels Bach-Biographie und Brachvogels Friedemann-Bach-Roman exemplarisch genannt seien. Auch unter Einbeziehungen späterer Deutungen (Abert, Adler) sollen ausgewählte Schriften hinsichtlich ihrer Intention, der Wandlungen des Geschichtsbilds vor dem Hintergrund der allgemeinen geistesgeschichtlichen Strömungen und auch im Blick auf ihren Quellenwert untersucht werden. Die Themen werden rechtzeitig bekanntgegeben; als vorbereitende Lektüre werden der einschlägige MGG-Artikel Biographik und die dort genannten Aufsätze von Abert, Adler, Vetter und Dahlhaus empfohlen.

Reading Shakespeare: Ausgewählte Adaptionen auf dem Musiktheater, U. Kramer
2-std., Mi 12:15-13:45

Shakespeares dramatisches Werk kann mittlerweile auf eine Aufführungstradition von 400 Jahren zurückblicken; dabei hat die Musik stets eine entscheidende Rolle gespielt. Bis heute gehören seine Dramen zu den am häufigsten vertonten literarischen Werken auf dem Musiktheater: Shakespeare hat alle begeistert, von Italien bis Norwegen, von Russland bis Amerika. Die Inspiration steht als gemeinsamer Impuls am Anfang; doch die einzelnen Lesarten fielen bei Librettisten und Komponisten in Abhängigkeit zur Entstehungszeit durchaus unterschiedlich aus.
Im Zentrum des Seminars stehen ausgewählte Werke des klassisch-romantischen Zeitalters, die unter verschiedenen Gesichtspunkten – librettologisch, musikalisch, gattungsspezifisch – genauer untersucht und auf ihr je individuelles Verständnis der Shakespeareschen Vorlage befragt werden sollen.

Presenza storica nella musica d'oggi. Luigi Nono und Venedig, P. Niedermüller
Modul 14 (MA), Modul 7 (BA)

Das kombinierte Pro- und Hauptseminar soll als Blockveranstaltung vor Ort im Rahmen einer Exkursion nach Venedig (max. Teilnehmerzahl 10 Studierende) stattfinden. Nähere Informationen folgen. Eine Anmeldung ist erst über die letzte Anmeldephase in JoGu-Stine möglich.


Oberseminar

Examenskolloqium, K. Pietschmann
2-std., Mi 14:15-15:45

 


Übungen

Form und Analyse, St. Münch
2-std., Mo 8:30-10:00, Modul 2

 

Historische Satzlehre I, St. Münch
2-std., Mi 08:30-10:00, Modul 4

 

Historische Satzlehre III, St. Münch
2-std., Mo 14:15-15:45, Modul 5

 

Musikalische Notationsformen des 16. Jahrhunderts, K. Pietschmann
2-std., Mo 16:15-17:45, Modul 14

Im Zentrum steht eine Einführung in die weiße Mensuralnotation sowie verschiedene Formen der Orgel- und Lautentabulatur mit praktischen Übertragungsübungen. Weitere Schwerpunkte bilden allgemeine quellenkundliche Aspekte zur Musikgeschichte des 16. Jahrhunderts, moderne Editionstechniken und die Erstellung eines kritischen Berichts.

Quellenlektüre zur Operngeschichte des 18. Jahrhunderts, K. Pietschmann
2-std., Mo 18:15-19:45, Modul 15

Anhand von ausgewählten Quellentexten werden wesentliche Stationen der Operngeschichte des 18. Jahrhunderts, v.a. die verschiedenen Reformen und Querelles, thematisiert. Neben der inhaltlichen Erschließung sollen dabei insbesondere Methoden der Kritik und Interpretation historischer Textquellen im Vordergrund stehen. Für den Erwerb eines ,Lektürescheins' sind hinreichende Kenntnisse der italienischen und/oder französischen Sprache zwingende Voraussetzung.

Repertoirekunde, A. Beer
2-std., Di 10:15-11:45, Modul 1

Die Übung soll Grundkenntnisse und Orientierungshilfen vermitteln im Blick auf die vokalen und instrumentalen Gattungen bzw. Besetzungsformen, die sich seit dem Mittelalter entwickelten. Hierbei werden speziell auch Wege zur eigenständigen Erschließung aufgezeigt, eine Erweiterung der Hörerfahrung und Sicherheit im Umgang mit Grundlagenliteratur und im terminologischen Bereich angestrebt. Die Erarbeitung der einzelnen thematischen Schwerpunkte erfolgt in Form von (Gruppen-)Referaten über die wissenschaftlichen Referenz- und Nachschlagewerke sowie Kurzprotokollen über das von Sitzung zu Sitzung selbst anzueignende Repertoire. In der ersten Sitzung wird die Aufgabenverteilung erfolgen.

Grundlagen der digitalen Klang-Verarbeitung, A.Gräf
2-std., Mi 14:15-15:45 (Pfeifferweg 12), Modul 8

Die Verarbeitung digitaler Klänge mit dem Computer gehört heute zum Handwerkszeug des Musikers. In der Übung lernen wir wichtige theoretische und technische Grundlagen der digitalen Klangverarbeitung kennen, und vertiefen diese Kenntnisse durch praktische Arbeiten mit entsprechender Computer-Software.

Audio Programmierung, A.Gräf
2-std., Do 16:15-17:45 (Pfeifferweg 12), Modul 8

Die Übung gibt mittels praktischer Arbeiten am PC einen Einblick in moderne Software zur Erstellung eigener Klangerzeugungsmodule und digitaler Effekte. Dabei lernen wir eine Auswahl einschlägiger Programme wie Csound und Pd kennen und behandeln auch die Programmierung von Audio-Plugins mit der Programmiersprache Faust.

Form und musikalischer Satz, J. Bannholzer
4-std., Mi 16:15-18:45 Modul 2

In diesem Kurs sollen Sie einerseits lernen, mit einigen für die tonale Musik elementaren satztechnischen Phänomenen analytisch umzugehen (Stimmführung, Akkordverbindung, einige Satzmodelle, Kadenzierung und Modulation). Andererseits sollen Sie lernen, Unterschiede verschiedener musiktheoretischer Konzepte zu reflektieren, die für diesen analytischen Umgang geeignete Werkzeuge bereitstellen wollen (Kontrapunktlehre, Generalbaßlehre, Fundamentalbaß, Stufentheorie, Funktionstheorie, eventuell Schichtenlehre). Drittens soll Ihnen einsichtig werden, wie Musikstücke zunächst eher kleineren Umfangs mit Hilfe solcherart beschreibbarer Bausteine konstruiert oder zumindest strukturiert werden können. Damit ist von der Satztechnik her ein erster Ansatz möglich zur Betrachtung musikalischer Formbildung, die im Zentrum des Folgekurses stehen soll (Übung „Form und Analyse“, im Sommersemester).
Wir werden uns grundlegenden Phänomenen und Konzepten systematisch und exemplarisch nähern. Solide Vorkenntnisse der allgemeinen Musiklehre sind unverzichtbare Voraussetzung für diese Annäherung – und nicht Gegenstand der Kursarbeit (zum Selbststudium könnte dienlich sein Hempel, Christoph: Neue Allgemeine Musiklehre, Mainz 1997) –, auch wenn vermeintlich allgemeingültiges Grundlagenwissen in unserer Diskussion immer wieder hinterfragt und dessen sinnvolle Anwendung überprüft werden soll.

Einführung in die Musikwissenschaft, F. Kolb
2-std., Kurs A, Do. 12:15-13:45, Modul 1

Was ist, was will, kann und soll Musikwissenschaft? Diesen gar nicht so banalen (und historisch ganz unterschiedlich beantworteten) Fragen auf den Grund zu gehen, ist das Anliegen der Veranstaltung, die in dieser Hinsicht am Beginn des Studiums eine erste Orientierung über Aufgaben, Arbeitsweisen und Interessen des Faches bieten möchte. Einerseits sollen dabei Geschichte und Systematik der Disziplin vorgestellt und diskutiert werden, ehe Aspekte der musikalischen Überlieferung (vom Autograph bis zur Kritischen Gesamtausgabe), der Rezeption und des Schreibens über Musik ins Blickfeld rücken.
Insbesondere geht es in dieser Übung aber auch darum, ganz konkret das wissenschaftliche ›Handwerkszeug‹ zu erlernen und anhand exemplarischer Beispiele aktiv und praktisch zu erproben: Die wichtigsten Recherchemöglichkeiten und -strategien, die Arbeit mit verschiedenen musikbezogenen Quellen und der Umgang mit gedruckten bzw. elektronisch zur Verfügung stehenden wissenschaftlichen Hilfsmitteln wie Lexika, Enzyklopädien und Verzeichnissen stehen ebenso auf dem Programm wie die Techniken des Zitierens, das korrekte Anlegen von Bibliographien, das Entwickeln eines spezifischen Problembewusstseins und musikhistorischer Fragestellungen und das Verfassen wissenschaftlicher Arbeiten.

Einführung in die Musikwissenschaft, J. Gammert
2-std., Kurs B, Fr. 10:15-11:45, Modul 1

Was ist, was will, kann und soll Musikwissenschaft? Diesen gar nicht so banalen (und historisch ganz unterschiedlich beantworteten) Fragen auf den Grund zu gehen, ist das Anliegen der Veranstaltung, die in dieser Hinsicht am Beginn des Studiums eine erste Orientierung über Aufgaben, Arbeitsweisen und Interessen des Faches bieten möchte. Einerseits sollen dabei Geschichte und Systematik der Disziplin vorgestellt und diskutiert werden, ehe Aspekte der musikalischen Überlieferung (vom Autograph bis zur Kritischen Gesamtausgabe), der Rezeption und des Schreibens über Musik ins Blickfeld rücken.
Insbesondere geht es in dieser Übung aber auch darum, ganz konkret das wissenschaftliche ›Handwerkszeug‹ zu erlernen und anhand exemplarischer Beispiele aktiv und praktisch zu erproben: Die wichtigsten Recherchemöglichkeiten und -strategien, die Arbeit mit verschiedenen musikbezogenen Quellen und der Umgang mit gedruckten bzw. elektronisch zur Verfügung stehenden wissenschaftlichen Hilfsmitteln wie Lexika, Enzyklopädien und Verzeichnissen stehen ebenso auf dem Programm wie die Techniken des Zitierens, das korrekte Anlegen von Bibliographien, das Entwickeln eines spezifischen Problembewusstseins und musikhistorischer Fragestellungen und das Verfassen wissenschaftlicher Arbeiten.

Praxisfelder: Einführung in den Musikjournalismus, U. Kramer
2-std., Do. 18:15-19:45, Modul 10

Als Sammelbegriff für diverse Arten angewandten Schreibens ist Musikjournalismus ein „weites Feld"ldquo;. Es umfasst Werbetexte in Verlagen ebenso wie kurze Rundfunkfeatures, Einführungstexte in Sinfoniekonzertprogramme, Moderationen von Gesprächskonzerten, Zeitungskritiken oder CD-Booklets. Die Palette reicht dabei von strengen Sachtexten, die vor allem einen hohen Informationsgehalt vermitteln wollen, über vorrangig anschaulich aufbereitete Hintergrundinformationen bis hin zu primär werbenden „Appetizern“ für Kompositionen und deren Aufführung. So verschieden solche Texte auch sind, eines haben sie gemeinsam: es sind Gebrauchstexte, zugeschnitten auf ein bestimmtes (Lese)publikum, und das unterscheidet sie grundlegend von wissenschaftlichen Textsorten wie Seminar-Hausarbeiten.
Die Übung im WS steht unter dem Thema „Musikwissenschaftliches Schreiben im Musikverlag“ und will einen Ein- und Überblick über die verschiedenen Arten angewandten Schreibens in diesem Bereich vermitteln. Verschiedene Verlage aus Mainz und Wiesbaden haben bereits ihre Kooperation angeboten, indem sie den Studierenden konkrete Arbeitsaufgaben zur Verfügung stellen. Gelingende Ergebnisse der Seminararbeit können so eine direkte praktische Umsetzung und Nutzung erfahren und erste Kontakte in die spätere Berufspraxis ebnen.

Anwendungsübung: Praxisfelder der Musikwissenschaft.
Editionsprojekt: Kantaten von Alessandro Scarlatti, Antonio Caldara und anderen, B. Over
3-std., Fr. 14:00-17:00, Modul 10

Als eine der zentralen Gattungen weltlicher Vokalmusik des 17. und 18. Jahrhunderts erlebte die Kantate in Italien ihre höchste Blüte. Dabei erfuhr sie keineswegs weite Verbreitung. Ihre Pflege war im Wesentlichen beschränkt auf den Adel. So nimmt es auch nicht wunder, dass der venezianisch-römische Adlige Antonio Ottoboni, Vater des berühmten Kardinals und mutmaßlichen Händel-Mäzens Pietro Ottoboni, über 250 Kantatentexte dichtete und einen Großteil vertonen ließ.
In der Übung sollen ausgewählte Kantaten auf Texte Antonio Ottobonis ediert und Problematiken der modernen Edition älterer Musik erörtert werden. Die Kompositionen sollen im Herbst 2012 im Rahmen eines Symposions zu Antonio Ottoboni und der Wiederaufnahme von Alessandro Scarlattis Oratorium Cain, das vom Staatstheater Mainz produziert wird und dessen Libretto ebenfalls Ottoboni verfasste, von Studenten der Musikhochschule aufgeführt werden.