Wintersemester 2005/2006

Übersichtsplan

Vorlesung - Proseminar - Hauptseminar - Oberseminar - Übung

 

 

Zeit Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag
8.00

 

Einführung in die Musikwissenschaft Kurs A Einführung in das wissen-
schaftliche Arbeiten
Revoluzzer, Barden, Rockpoeten. Politisches und Literarisches in der deutschsprachigen Popmusik Einführung in die Musikwissenschaft Kurs B: Tutorium  
9.00

 

10.00

 

Aus Urgroßmutters Notenschrank – Musik und musikalischer Markt im wilhelminischen Deutschland Zur Rezeption (moderner) afrikanischer Musik Musik-
geschichte im Überblick IV: 19. und 20. Jahrhundert
Quellenstudien zur Musik des 13. und 14. Jahrhunderts Einführung in die moderne afrikanische Musik 10.15-11.00
Formenlehre: Elementare und Lied-Formen
Einführung in die Musikwissen-
schaft Kurs B
11.00

 

11.15-12.00
Formenlehre: Sonaten-Formen
12.00

 

Einführung in die Musikwissenschaft Kurs A: Tutorium Akustik für Musikwissen-
schaftler
Mathematische Musiktheorie Automatische Transkription Einführung in die Opernanalyse: Don Giovanni 
13.00  

14.00

 

14 s.t.-14.45 Harmonielehre I Analyse und Aufführung Oberseminar MIDI-Program-
mierung
Revoluzzer, Barden, Rockpoeten. Politisches und Literarisches in der deutsch-
sprachigen Popmusik
 
15.00 14.45-15.30 Kontrapunkt II
16.00

 

Symphonische Konzepte im 20. Jahrhundert 16 s.t.-16.45
Generalbass I
Telemann und die europäischen
Musikkulturen des 18. Jahrhunderts
 
15.30-16.15 Kontrapunkt III 16.45-17.30
Partiturspiel I
17.00

 

16.45-17.30 Gehörbildung III 17.30-18.15
Generalbass I
18.00 17.30-18.15 Instrumentation   18.15-19.00
Partiturspiel I
19.00

 

Vorlesungen

Musikgeschichte im Überblick IV: 19. und 20. Jahrhundert, A. Beer
2-std., Di 10-12, Beginn: 08. November 2005

Die Vorlesung wird die wesentlichen musikalischen Formen und Strukturen sowie Ereignisse, Namen und Zusammenhänge von der Zeit Beethovens bis in die jüngste Vergangenheit zur Sprache bringen. Hierbei soll die Einbettung des musikalischen Denkens und seiner Entwicklung in den jeweiligen kulturgeschichtlichen Rahmen ebenso thematisiert werden wie auch die Problematik der Repertoire- und Kanonbildung sowie der Musikgeschichtsschreibung. [ECTS: 3]

Symphonische Konzepte im 20. Jahrhundert, D. Philippi
2-std., Di 16-18, Beginn: 08. November 2005

Im Rückblick auf die Musikgeschichte des 20. Jahrhunderts zeigt sich, dass die Auseinandersetzung mit der Gattung Symphonie ganz unterschiedliche Ausprägungen gewonnen hat. Die im Kontext symphonischer Musik vorgelegten Werke divergieren jedoch nicht nur aufgrund personalstilistischer Merkmale, entscheidend ist ebenso, welche Position der jeweilige Komponist im Spannungsfeld zwischen Tradition und Fortschritt einnimmt und mit seiner Konzeption einer Symphonie oder freieren Form dokumentiert. Dies ist deswegen besonders interessant, weil die europäische Kunstmusik des 20. Jahrhunderts durch mehrere Traditionsbrüche geprägt ist. Zudem kommt der Gattung Symphonie aufgrund ihrer Werksgeschichte und Rezeption im 19. Jahrhundert bis heute eine herausragende musikästhetische Stellung zu. Auch hierauf reagierten die Komponierenden.
Ziel der Vorlesung ist es, anhand ausgewählter Werke einen Überblick über das Spektrum symphonischer Konzepte im 20. Jahrhundert zu ermöglichen und gleichzeitig den jeweiligen musikhistorischen Bezug einzelner Kompositionen zu beleuchten. Behandelt werden unter anderem Werke von Gustav Mahler, Olivier Messiaen, Krzysztof Penderecki, Sergej Prokofjew, Arnold Schönberg, Dimitrij Schostakowitsch und Isang Yun. [ECTS: 3]


Proseminare

Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten, A. Beer
2-std., Di 8-10, Beginn: 08. November 2005

Das Proseminar dient gleichsam als (freiwillige) Fortsetzung der Pflicht-Übung "Einführung in die Musikwissenschaft". Es geht um die praktische Anwendung des bereits Erlernten anhand konkreter Beispiele. Hierbei dürfen sich die Studierenden Referatsthemen aus dem gesamten Spektrum der Musikwissenschaft selbst auswählen. Die gemeinsame Arbeit zielt dann darauf hin, methodische Probleme (möglichst schon im Vorfeld) zu diskutieren und vor allem die Sicherheit und Selbstständigkeit beim Referieren und Verfassen von Haus- oder auch Abschlussarbeiten zu optimieren.
Voraussetzung für den Besuch des Proseminars ist der erfolgreiche Besuch der Übung "Einführung in die Musikwissenschaft". [ECTS: 5]

Akustik für Musikwissenschaftler, T. Untucht
2-std., Di 12-14, Beginn: 08. November 2005

Musik ist täglicher Bestandteil unseres Lebens. Welche akustischen Phänomene das Schallereignis Musik hervorrufen, hinterfragen wir als Musik Interessierte allerdings nur selten. Das Proseminar macht es sich daher zur Aufgabe, die in diesem Zusammenhang relevanten physikalischen Erscheinungen zu beleuchten und zu erklären. Vermittelt werden Grundlagen der Lehre vom Schall. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.
Nach Klärung von Begriffen wie Frequenz, Wellenlänge und Schalldruck wird es um Fragen der Schallerzeugung, -übertragung und -wahrnehmung gehen. Im Anschluss daran sollen Anwendungsbereiche der Akustik vorgestellt werden. Mögliche Themen sind Raumakustik, Bau und Funktionsweisen von Mikrofonen, Schallaufzeichnung, Synthetische Klangerzeugung sowie Akustik von Instrumenten.
Voraussetzungen für einen qualifizierenden Schein sind eine regelmäßige Seminarteilnahme, ein Referat sowie eine Hausarbeit oder eine Klausur. Die Vergabe von Referaten erfolgt in der ersten Sitzung. [ECTS: 5]

Literatur:

Auhagen, Wolfgang und Eberlein, Roland, Akustik, in: MGG2 (1994), Sachteil Bd. 1, Sp. 366 – 421.

 

Dickreiter, Michael, Handbuch der Tonstudiotechnik, hrsg. von der Schule für Rundfunktechnik, 6. verbesserte Auflage, 2 Bde., München u.a.: Saur 1997.

 

Stauder, Wilhelm, Einführung in die Akustik (= Taschenbücher zur Musikwissenschaft 22), Wilhelmshaven: Heinrichshofen 1976.

Analyse und Aufführung, C. Hust
2-std., Di 14-16, Beginn: 08. November 2005

Dass Analyse und Aufführung die "Interpretation" von Musik als gemeinsames Ziel haben, ist nicht nur eine zufällige Begriffsgleichheit. Analyse ist mehr als ein Nacherzählen der Noten oder Chiffrieren von Harmoniefolgen: Sie versucht zu erklären, wie musikalischer Sinn konstruiert wird. Ebenso sollte eine Aufführung mehr bieten als viele richtige Töne – auch sie basiert (hoffentlich) auf einem durchdachten Konzept. Es liegt nahe, nach Übertragungen vom einen möglichen Umgang mit Musik zum anderen zu fragen. Nach den methodischen Vorüberlegungen soll das in beiden Richtungen geschehen. Wir werden uns erstens damit beschäftigen, ob Analysen klingend gemacht werden können und welche Ansätze dazu vorliegen; vielleicht gelingt das zum Teil auch praktisch am Instrument. Zweitens werden wir fragen, wie aus Aufführungen als Quellen analytische und musikhistorische Schlüsse gezogen werden können. Da ein Großteil der Literatur auf Englisch vorliegt, werden Sie ohne entsprechende Sprachkenntnisse keine Freude haben. Ferner werden einige Themen auf der Analysemethodik nach Schenker basieren; Sie sollten also bereit sein, ergänzend zur funktionalen Theorie Grundlagen dieses Systems zu erlernen. – Anmelden können Sie sich ab sofort auf einer Liste am Informationsbrett des Instituts. [ECTS: 5]
 
Zur Einstimmung lesen Sie alle unbedingt bis zur ersten Sitzung:

Literatur:

Nicholas Cook, Analysing Performance and Performing Analysis, in: Rethinking Music, hrsg. von Nicholas Cook und Mark Everist, Oxford u.a.: Oxford University Press (1999), 22001, S. 239–261.

Wer freiwillig mehr vorbereiten möchte: Schenkers Aufführungslehre ist zusammengefasst in

Eine Einführung in seine Theorie finden Sie im "Part One" von

 

The Art of Performance, übersetzt von Irene Schreier Scott, hrsg. von Heribert Esser, ebd. 2000 (die deutschsprachige Fassung ist nicht gedruckt)

 

Allen Cadwallader und David Gagné, Analysis of Tonal Music. A Schenkerian Approach, ebd. 1998.

Quellenstudien zur Musik des 13. und 14. Jahrhunderts, P. Niedermüller
2-std., Mi 10-12, Beginn: 02. November 2005

Die artifizielle Mehrstimmigkeit erfuhr im 13. und 14. Jahrhundert eine ganze Reihe grundsätzlicher Entwicklungen: Die Entstehung rhythmisch fixierter Polyphonie mittels der rhythmischen Modi und in ihrer Nachfolge die Entstehung und Entwicklung der mensurierten Notation sind ebenso zu erwähnen, wie die Entstehung zweier klar unterscheidbarer Formen weltlicher mehrstimmiger Musik in Frankreich und Italien. Das Seminar soll eine Vorstellung davon geben, auf Basis welcher Zeugnisse sich solche Entwicklungen überhaupt erkennen lassen. Als Quellentypen werden die Überlieferung musikalischer Werke und Theoretikeraussagen im Mittelpunkt stehen. Lateinkenntnisse sind daher ebenso erwünscht, wie gegebenenfalls Grundkenntnisse in italienischer und französischer Sprache.
Die üblichen Leistungen – regelmäßige Anwesenheit, Referat und schriftliche Hausarbeit – bilden die Basis für den Erwerb eines qualifizierenden Scheines in historischer Musikwissenschaft, in Ausnahmefällen nach vorheriger Absprache stattdessen als Ersatz für die Übungen "Theoretikerlektüre" oder "Notationskunde I". [ECTS: 5]

Literatur:

Willi Apel, Die Notation der polyphonen Musik 900–1600, Leipzig: Breitkopf & Härtel 1962, S. 215-489.

 

Heinrich Besseler und Peter Gülke, Schriftbild der mehrstimmigen Musik (= Musikgeschichte in Bildern III/5), Leipzig: Deutscher Verlag für Musik 1973, S. 5-79.

 

Richard Taruskin, The earliest notations to the sixteenth cenutury (= The Oxford history of music 1), Oxford, New York: Oxford University 2005, S. 169-385.

 

Andreas Traub et al., in: Die Musik des Mittelalters, hrsg. von Hartmut Möller und Rudolph Stephan (= Neues Handbuch der Musikgeschichte 2), Laaber: Laaber 1991, S. 239-415.

 

Johannes Wolf, Geschichte der Mensuralnotation von 1250–1460 nach den theoretischen und praktischen Quellen bearbeitet, Bd. 1-3, Leipzig: Breitkopf & Härtel 1904 (Reprint Hildesheim, Wiesbaden: Olms, Breikopf & Härtel 1965).

Einführung in die moderne afrikanische Musik, A. Bender
2-std., Mi 10-12

Das Proseminar wird in der Ethnologie angeboten und findet in dem Raum "00 618 Kl. ÜR" statt. Die Teilnehmerzahl für Musikwissenschaftler ist auf fünf beschränkt. [ECTS: 5]

Mathematische Musiktheorie, A. Gräf
2-std., Mi 12-14, Beginn: 02. November 2005

Im Proseminar untersuchen wir die Frage, wie viel Mathematik in der Musik steckt. Nicht umsonst galt die Musik in der Antike als mathematische Disziplin. Mathematische Konzepte und Verfahren finden sich in der Definition musikalischer Skalen und Rhythmen, in den aleatorischen Kompositionsverfahren des Barock bis hin zur zeitgenössischen Musik und natürlich auch in modernen musiktheoretischen Ansätzen, die sich die formale Beschreibung musikalischer Elemente und Strukturen zum Ziel gesetzt haben. [ECTS: 5]

Revoluzzer, Barden, Rockpoeten. Politisches und Literarisches in der deutschsprachigen Popmusik, P. Niedermüller
2-std., Mi 8-10 (Kurs A) oder Do 14-16 (Kurs B), Beginn: 03. November 2005

Rock- und Popmusik ist – auch wenn dies häufig behauptet wird – kein ausschließlich globales Phänomen. Nahezu jede kulturelle Region verfügt über eigene Spielarten dieser Musik. So standen in der deutschsprachigen Popmusik vor allem der 70er und 80er Jahre linkes und ökologisches Engagement sowie Zeitkritik weitgehend im Mittelpunkt. Die Liedermacher und Politrocker, gerne Gegenstand öffentlicher Kritik, sahen sich dabei oft nicht nur als Musiker, sondern auch als Schriftsteller und politische Denker.
Das Seminar soll sich dem Gegenstand vor allem durch die Analyse ausgewählter Songs und Alben nähern. Dabei sollen neben der ‚typischen' Liedermacherkultur auch ‚Grenzgänger' zu anderen Genres (etwa Punk, aber auch Schlager) zur Sprache kommen. Ein anderer, kleiner Teil von Referaten könnte sich mit der für das Genre typischen Festivalkultur (Burg Waldeck, WAAhnsinn, Rock gegen Rechts, Rocktage der Grünen) und ausländischen Einflüssen etwa durch amerikanische Singer-Songwriter beschäftigen.
Die üblichen Leistungen – regelmäßige Anwesenheit, Referat und schriftliche Hausarbeit – bilden die Basis für den Erwerb eines qualifizierenden Scheines in historischer Musikwissenschaft für Magisterkandidaten, beziehungsweise Jazz/Pop für Lehramtsstudierende. [ECTS: 5]

Einführung in die Opernanalyse: Don Giovanni, Univ.–Prof. Dr. Reinhard Wiesend
2-std., Beginn: 26. November 2005

Die Oper ist ein hochkomplexes Gebilde, und die Beschäftigung mit ihr erfordert andere Fragestellungen und ein anderes Instrumentarium als z.B. die Analyse von Streichquartetten. In der ersten Sitzung werden die Fragestellungen gemeinsam erarbeitet, im Januar berichten die Teilnehmer von ihren Nachforschungen.[ECTS: 5]

Termine:

Sa, 26. November 2005

09:30-11:45

Fr, 06. Januar 2006

12:15-16:45

Sa, 07. Januar 2006

09:30-13:45

Fr, 13. Januar 2006

12:15-16:45

Sa, 14. Januar 2006

09:30-13:45

Hinzu kommt ein gemeinsamer Besuch der Neuinszenierung am Staatstheater Mainz sowie ein Gespräch mit dem Regieteam.

Voraussetzung:

genaue Kenntnis des Artikels "Don Giovanni" aus Pipers Enzyklopädie des Musiktheaters (als Kopie bei der Bibliotheksaufsicht erhältlich);

 

Besitz eines zweisprachigen Textbuchs (z.B. Reclam), nach Möglichkeit auch einer Taschenpartitur.

Literatur:

Stefan Kunze, Mozarts Opern, Stuttgart 1984, darin Kapitel "Don Giovanni", S. 319-431.


Hauptseminare

Aus Urgroßmutters Notenschrank – Musik und musikalischer Markt im wilhelminischen Deutschland, A. Beer
2-std., Mo 10-12, Beginn: 07. November 2005

Wer kennt sie nicht, die unzähligen Liederheftchen mit den schönen (oder auch schön kitschigen) Titelblättern, die "Musikalischen Edelsteine", "Musik für Alle" und ähnliche Reihen aus der Zeit um 1900? Wer auch immer mit Musik und folglich auch mit Noten irgendeine Berührung hat, hatte derlei in den Händen und wusste in den meisten Fällen nichts damit anzufangen.
Das Seminar steht vor der Aufgabe, einen Weg durch die immense Fülle an Quellen und vor allem Methoden einer möglichst neutralen und musikhistorisch seriösen Bewertung zu finden. Probleme der musikalischen Repertoire- und Geschmacksbildung, des Institutionen- und Verlagswesens, des musikalischen Marktes und des allgemeinen kulturellen Rahmens sollen angesprochen und einer Lösung näher gebracht werden.
Das Mitbringen alter Noten aus dem fraglichen Zeitraum ist nicht nur erlaubt, sondern ausdrücklich erwünscht, und manches Referat wird sich vielleicht am jeweils eigenen Fundus orientieren. [ECTS: 5]

Zur Rezeption (moderner) afrikanischer Musik, W. Bender
2-std., Mo 10-12, Beginn: 07. November 2005, Raum nach Vereinbarung

Das Hauptseminar wird in der Ethnologie angeboten. Studierende der Musikwissenschaft können einen qualifizierenden Hauptseminarschein erwerben. Der Veranstaltungsort wird noch bekannt gegeben. [ECTS: 5]

Automatische Transkription, A. Gräf
2-std., Do 12-14, Beginn: 03. November 2005, in den Räumen der Musikinformatik

Bei der automatischen Transkription von Musik (ATM) geht es darum, mit dem Computer musikalische Strukturen (Noten, Intervalle, Rhythmen) in Audio- und MIDI-Daten zu erkennen. Das ehrgeizige (momentan noch unerreichbare) Ziel ist es, letztendlich Audio-Aufnahmen vollkommen automatisch in Partituren umsetzen zu können. Das Spektrum der angewendeten Methoden reicht dabei von der digitalen Signalverarbeitung bis zur mathematischen Musiktheorie.
Wichtige Anwendungen der ATM finden sich zum Beispiel bei der automatisierten Erfassung musikalischer Archive, bei der Eingabeschnittstelle von Notationsprogrammen und elektronischen Instrumenten, und in der algorithmischen Komposition. Im Seminar untersuchen wir musiktheoretische Ansätze und mathematische Verfahren der einschlägigen Fachliteratur. [ECTS: 5]

Telemann und die europäischen Musikkulturen des 18. Jahrhunderts, W. Hirschmann
2-std., Beginn: 03. November 2005, Termine:
Donnerstag, 3. November, 16.15-19.15 Donnerstag, 17. November, 16.15-19.15 Donnerstag, 1. Dezember, 16.15-19.15
Freitag, 2. Dezember, 13.30-16.30 Donnerstag, 15. Dezember, 16.15-18.30 Freitag, 16. Dezember, 14.00-17.00
Donnerstag, 12. Januar, 16.15-19.15 Donnerstag, 9. Februar, 16.15-19.15

Das Bild der Musikgeschichte des 18. Jahrhunderts hat sich in jüngerer Zeit stark gewandelt: Nicht nur tradierte Ordnungsraster wie "Spätbarock / Frühklassik / Klassik" oder "galanter / empfindsamer Stil", sondern auch ein historiographisches Konzept, das sich auf musikgeschichtliche Heroen konzentriert (Bach, Haydn, Mozart, Beethoven), sind als unzulänglich für den Versuch erkannt worden, eine adäquate Beschreibung der musikgeschichtlichen Vorgänge dieses Zeitraums zu ermöglichen.
Legt man als Maßstab für die musikgeschichtliche Bedeutung eines Komponisten in einem bestimmten Zeitraum das Kriterium zugrunde, inwieweit seine Werke die Musizierrepertoires bestimmten und als mustergültig angesehen wurden, so rücken andere Komponisten in den Vordergrund als die heute berühmten und oben genannten Großmeister: Johann Adolph Hasse und Carl Heinrich Graun etwa, aber auch Georg Philipp Telemann.
Ein Auseinandersetzung mit Telemanns Oeuvre erlaubt es zum einen, jene Werke kennenzulernen, welche in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts die Repertoires in den musikalischen Institutionen Nord- und Mitteldeutschlands geprägt haben, aber auch von diesem Gebiet aus nach ganz Europa ausgestrahlt haben. Zum anderen sahen die Zeitgenossen Telemanns Schaffen in vielen Gattungen als mustergültig an: Johann Mattheson empfiehlt am Ende der Gattungslehre des Vollkommen Kapellmeisters (Hamburg 1739) " die ernstliche Betrachtung schöner Notenwecke, absonderlich der Telemannischen" (S. 234).
Zum dritten aber – und hier sollte die eigentliche Arbeit im Seminar ansetzen – ist Telemanns Musik über das eklektische Konzept des "vermischten deutschen Geschmacks" auf das engste mit den musikalischen Leitkulturen (sit venia verbo) des 18. Jahrhunderts verwoben: der italienischen und der französischen Musik. Wie Telemann durch Adaption und Transformation der musikalischen Vorgaben aus den Nachbarkulturen einen eigenen "Telemannischen" und in gewisser Hinsicht "deutschen" Geschmack fügte, soll als Leitfrage über den einzelnen Analysen stehen.
Die Veranstaltung ist als Kompaktseminar konzipiert, das zwei Exkursionen zu den bedeutenden Sammlungen von Quellen zur Musik Telemanns in der Hessischen Universitäts- und Landesbibliothek Darmstadt sowie der Universitätsbibliothek Frankfurt einschließt. Wegen terminlicher Verpflichtungen in Erlangen würde ich das Seminar gerne am Donnerstag in vierzehntägigen Doppelsitzungen abhalten, die beiden Exkursionen mit Seminar an zwei darauffolgenden Freitagen (beide Exkursionsorte sind mit Verbundfahrkarte zu erreichen).
Als Einführung in die Thematik empfehle ich (Kopien liegen im Apparat):

Literatur:

a. den Personenartikel von Martin Ruhnke in der alten MGG

 

b. zwei Aufsätze des Seminarleiters:

 

Die gewisse Schreibart. Gedanken zum Problem des Personalstils bei Georg Philipp Telemann, in: Concerto 9 (1992), Nr. 76, S. 17-24 und 33-37.

 

"Klügliches Gemenge" – Telemann und die eklektische Tradition, in: Biographie und Kunst als historiographisches Problem. Bericht über die Internationale Wissenschaftliche Konferenz der 16. Magdeburger Telemann-Festtage. Magdeburg, 13. bis 15. März 2002, hg. von Joachim Kremer, Wolf Hobohm und Wolfgang Ruf, Hildesheim etc. 2004, S. 208-214.


Oberseminar

Besprechung von Examensarbeiten, A. Beer, J. Blume (FB 25), U. Kramer, L. Striegel (FB 25), R. Wiesend
2-std., Mi 14-16

Die genauen Themen werden per Aushang bekannt gegeben.

Graduiertenkolleg:
Hymnologie interdisziplinär, A. Beer, H. Kurzke, R. Wiesend, u. a.
2-std., Zeit und Ort nach Vereinbarung


Harmonielehre I, St. Münch
1-std., Mo 14.00-14.45, Beginn: 31. Oktober 2005

Diese Veranstaltung hat folgende Themen zum Inhalt: Übungen zur Praxis des vierstimmigen (Vokal-)Satzes: Harmonisierung einfacher Lied- und Choralmelodien im Kernbereich der Haupt- und wichtigsten Nebenfunktionen; Stimmführungsregeln; Klangschärfungen durch charakteristische Dissonanzen; Nebennoten im harmonischen Satz.
Die Teilnahme setzt zwingend die in der Studienordnung geforderten Grundkenntnisse in Harmonielehre, das sichere Lesen und Schreiben in den gängigen Schlüsseln, das Erkennen der Intervalle sowie das Spielen eines akkordfähigen Instrumentes voraus. Zum Erwerb des qualifizierenden Scheins führen regelmäßig nachgewiesene Hausaufgaben während des Semesters und eine bestandene Klausur in der letzten Semesterwoche (20. Februar 2006). [ECTS: 2]

Literatur:

Thomas Krämer, Harmonielehre im Selbststudium, Wiesbaden: Breitkopf und Härtel, 1991.

 

Der musikalische Satz. Ein Handbuch zum Lehren und Lernen, hrsg. v. Walter Salmen und Norbert J. Schneider, Innsbruck: Helbling, 1987, S. 87, S. 19-39 u. 143-185.

Kontrapunkt II, St. Münch
1-std., Mo 14.45-15.30, Beginn: 31. Oktober 2005

Die in Kontrapunkt I (Zweistimmigkeit) erworbenen Fertigkeiten im strengen Satz ("Palestrinastil") werden auf dreistimmige Sätze ausgeweitet und vertieft. Die Teilnahme (nur für Hauptfachstudenten) setzt zwingend den erfolgreich abgeschlossenen Besuch der Übung "Kontrapunkt I" voraus; Ausnahmen nur nach persönlicher Absprache mit dem Dozenten.
Zum Erwerb des qualifizierenden Scheins führen regelmäßig nachgewiesene Hausaufgaben während des Semesters und eine bestandene Klausur in der letzten Semesterwoche (20. Februar 2006). [ECTS: 2]

Literatur:

Dietrich Manicke, Der polyphone Satz, Bd. 2: Drei- und Mehrstimmigkeit, Köln: Gerig, 1979.

 

Thomas Daniel, Kontrapunkt. Eine Satzlehre zur Vokalpolyphonie des 16. Jahrhunderts, Köln: Dohr 1997.

 

Dieter de la Motte, Kontrapunkt, Kassel, München: dtv, 1981 u.ö.

 

Der musikalische Satz. Ein Handbuch zum Lehren und Lernen, hrsg. v. Walter Salmen und Norbert J. Schneider, Innsbruck: Helbig, 1987, S. 41ff.

 

Knud Jeppesen, Kontrapunkt, Wiesbaden: Breitkopf und Härtel, 1963 u.ö.

Kontrapunkt III, St. Münch
1-std., Mo 15.30-16.15, Beginn: 31. Oktober 2005

Basierend auf den in den Kursen I und II erworbenen Kenntnissen zum strengen kontrapunktischen Vokalsatz sollen eigene drei- und vierstimmige Sätze in den gängigsten vokalen und instrumentalen Formen (Liedsatz; Motette; Kanon; Invention; Fuge et cetera) nach unterschiedlichen stilistischen Vorbildern geübt werden. (Die Lehrveranstaltung richtet sich an Studierende im Hauptfach Musikwissenschaft.)
Eine Teilnahme ist nur nach erfolgreichem Besuch der Kurse Kontrapunkt I + II erlaubt (Ausnahmen nach Rücksprache möglich). Zum Erwerb des qualifizierenden Scheins führen regelmäßige Hausaufgaben während des Semesters und eine bestandene Klausur in der letzten Semesterwoche (20. Februar 2006). [ECTS: 2]

Literatur:

Dietrich Manicke, Der polyphone Satz. Teil II: Drei- und Mehrstimmigkeit, Köln: Gerig, 1979.

 

Diether de la Motte: Kontrapunkt, Kassel/München: dtv, 1981 u.ö.

 

Thomas Daniel: Kontrapunkt, Köln: Dohr 1997.

Gehörbildung III, St. Münch
1-std., Mo 16.45-17.30, Beginn: 31. Oktober 2005

Die Veranstaltung beschäftigt sich mit folgenden Themen: hörendes Erkennen und verbales Beschreiben großformaler Abläufe; Erfassen harmonischer, metrischer und motivischer Formprinzipien und deren Wechselwirkung bei der klassischen Themen-Bildung ("Satz", "Periode" und so weiter); Verfolgen satzübergreifender harmonischer und thematischer Verläufe; Erkennen häufig wiederkehrender Harmoniemodelle und Sequenzen; Zweistimmigkeit; Besonderheiten in Moll; Klangschärfungen (verminderter Dominantseptakkord, Non-Akkorde et cetera); chromatisch-enharmonische Stimmverläufe in fortgeschrittener Tonalität und Modulationen.
Die Teilnahme ist nur Studierenden im Hauptfach möglich, die die beiden Vorgänger-Übungen I und II erfolgreich abgeschlossen haben. Ausnahmen können nur nach persönlicher Absprache mit dem Dozenten gestattet werden. Zum Erwerb des qualifizierenden Scheines führt das Bestehen der Abschlussklausur in der letzten Semesterwoche (20. Februar 2006). [ECTS: 1]

Literatur:

Wolfram Breuer, Gehörbildung: für Unterricht und Selbststudium; Arbeitsheft – Literaturbeispiele – Cassetten (in der Instituts-Bibliothek verfügbar), Stuttgart: Metzler, 1990.

 

Clemens Kühn, Gehörbildung im Selbststudium, Kassel, München: dtv, 1983 u.ö.

 

Roland Mackamul, Lehrbuch der Gehörbildung, Bände 1 u. 2: Elementare Gehörbildung, Kassel: Bärenreiter, 1969.

 

Ulrich Kaiser, Gehörbildung. Satzlehre – Improvisation – Höranalyse, (= Bärenreiter Studienbücher Musik, 10/11) 2 Bde. (jeweils mit CD), Kassel u.a.: Bärenreiter, 1998.

Instrumentation, St. Münch
1-std., Mo 17.30-18.15, Beginn: 31. Oktober 2005

Die Lehrveranstaltung strebt an, theoretische Kenntnisse und Fertigkeiten im Umgang mit Instrumentarium und Orchestersatz mit praktischem Üben an eigenen Arrangements zu verbinden. Die Ergebnisse sollen (und müssen) anschließend erklingen: Unsere eigenen Bearbeitungen probieren wir im Anschluss an die eigentliche Lehrveranstaltung montags ab 18.15h im Ensemble aus. Aus den Spiel- und Hörerfahrungen resultieren wiederum Änderungen, Verbesserungen und so weiter. Was am Ende des Semesters fertig gesetzt und realisierbar ist, landet im Programm eines öffentlichen Konzerts, das wir zur Eröffnung des Sommersemesters im April 2006 spielen werden. (Solche aus der Übung "Instrumentation" hervorgegangenen Konzerte mit abendfüllendem Programm und rund 40köpfigem Ensemble hat es bereits im Februar 2003 und November 2004 gegeben!)
In einer einmaligen Ausgangssituation liegen also das Auskomponieren der Partitur, der Notensatz, die künstlerische Ausführung und die Konzert-Organisation in einer Hand. Welche Stücke letztendlich in welcher Form und in welcher Besetzung zum Klingen kommen werden, hängt ganz von den teilnehmenden Studierenden ab. Anmeldungen zur Teilnahme und Programmvorschläge aus allen Musikbereichen sind ab sofort ausdrücklich erwünscht – sprechen Sie mit mir oder mailen Sie an musiktheorie.muench@freenet.de.
Den engeren Kreis der Teilnehmer (Studierende, die die Lehrveranstaltung regelmäßig besuchen und zum Erwerb des Scheins einen eigenen Orchestersatz erstellen) sowie die als Gast in den Ensembleproben mitwirkenden Instrumentalisten lade ich zur Vorbesprechung am Montag, den 7. November 2005 um 18.00 Uhr in den Musiksaal ein. [ECTS: 2]

Literatur:

Hermann Erpf, Lehrbuch der Instrumentation und Instrumentenkunde, Mainz: Schott, 1959 u.ö.

 

Winfried Pape, Instrumentenhandbuch Streich-, Zupf-, Blas- und Schlaginstrumente in Tabellenform, Köln: Gerig, 1971 u.ö.

 

Ertugal Sevsay,Handbuch der Instrumentationspraxis, Kassel: Bärenreiter, 2005.

 

Peter Jost, Instrumentation. Geschichte und Wandel des Orchesterklangs (= Bärenreiter-Studienbücher Musik Bd. 13), Kassel: Bärenreiter, 2004.

Generalbass I, J. Banholzer
1-std., Termine und Ablauf: siehe unten

In diesem Kurs soll ein Überblick über den Akkordvorrat sowie die Beherrschung der grundlegenden Akkordverbindungen im deutschen Generalbass der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts erworben werden. Die Ausarbeitung eines korrekten vierstimmigen Satzes wird anhand schriftlicher Aussetzungen und am Klavier geübt. Grundlegende klaviertechnische Fähigkeiten, wie sie die Studienordnung vorsieht, sind dafür zwingende Voraussetzung. [ECTS: 1]

Literatur:

Jesper Boje Christensen und Jörg-Andreas Bötticher, Generalbaß, in: MGG-Sachteil, Bd. 3, Sp. 1194-1256.

Partiturspiel I, J. Banholzer
1-std., Termine und Ablauf: siehe unten

Dieser Kurs beschäftigt sich mit elementaren Problemen, deren Beherrschung das Spielen und Lesen größerer Partituren erst ermöglicht: erstens das Lesen der so genannten alten Schlüssel, zweitens die Fähigkeit, drei und mehr Systeme zu überblicken, drittens Kenntnisse der Notation transponierender Instrumente. Die in der Studienordnung verlangten klaviertechnischen Fähigkeiten werden vorausgesetzt. [ECTS: 1]

Partiturspiel und Generalbass: Termine
Der Unterricht in den Fächern Generalbass und Partiturspiel wird bis Weihnachten an sechs unten genannten Terminen stattfinden. Die Teilnahme an allen Unterrichtsterminen, speziell den Werkstattsitzungen, ist verpflichtend im Hinblick auf die Scheinvergabe. An den ersten beiden Mittwoch-Terminen (9. und 23. November 2005) wird ein Vorspiel stattfinden, dessen Zweck eine Bestandsaufnahme der pianistischen Fähigkeiten jedes Kandidaten ist. Dieses Vorspiel ermöglicht eine sinnvolle Einteilung für die Arbeit in Kleingruppen und ist obligatorisch. Gleichzeitig sollen Ziele formuliert und Übungsschwerpunkte vereinbart werden. Halten Sie sich also bitte mit einem kurzen Vorspielstück Ihrer Wahl bereit.
 
Ablaufplan

Mi, 9. November 2005

16-17h

Plenum Generalbass (Einführung und erste Unterrichtseinheit)

 

17-18h

Plenum Partiturspiel (Einführung und erste Unterrichtseinheit)

 

18-20h

Vorspiel und Beratung aller Kandidaten (Partiturspiel + Generalbass; nach Einteilung); Terminplanung

Fr, 11. November 2005

13-20h

Werkstatt Generalbass I

Mi, 23. November 2005

16-20h

Vorspiel und Beratung aller übrigen Kandidaten (Partiturspiel + Generalbass; nach Einteilung)

Fr, 25. November 2005

13-20h

Werkstatt Generalbass I

Mi, 14. Dezember 2005

16-20h

Partiturspiel nach Einteilung in Kleingruppen

Fr, 16. Dezember 2005

13-17.30h

Generalbass nach Einteilung in Kleingruppen

Mi, 21. Dezember 2005

16-19h

Partiturspiel nach Einteilung in Kleingruppen

Nach Weihnachten findet die Arbeit jeden Mittwoch zwischen 16h und 19h (und gegebenenfalls nach Vereinbarung) gemäß Einteilung in Kleingruppen statt.

Formenlehre: Elementare und Lied-Formen, St. Münch
1-std., Do 10.15-11.00, Beginn: 03. November 2005

Diese Übung beschäftigt sich mit Formenlehre auf der Ebene der Grundformen musikalischen Gestaltens (Motiv, Phrase, Satz, Thema und so weiter). Vorgestellt und geübt wird das Zusammenspiel von Motivik, Harmonik, Rhythmik, Taktgruppenbildung und musikalischer Interpunktion in vier-, acht- und sechzehntaktigen "Sätzen" (exemplarisch: die Formtheorien des 18. Jahrhunderts, zum Beispiel Heinrich Christoph Koch). Größere, zusammengesetzte Formen (Lied- und Rondoformen). Parallel zu den musiktheoretisch-analytischen Übungen kommen Aspekte der Form- und Theoriegeschichte im 18., 19. und 20. Jahrhundert zur Sprache.
Die Teilnahme an der sich insbesondere an Studienanfänger richtenden Übung setzt zwingend die in der Studienordnung geforderten Grundkenntnisse in Harmonielehre, Lesen und Schreiben in den gängigen Schlüsseln, sicheres Wissen und Erkennen der Intervalle sowie Spielen eines akkordfähigen Instrumentes voraus. Zum Erwerb des qualifizierenden Scheines führen regelmäßig nachgewiesene Hausaufgaben während des Semesters und eine bestandene Klausur in der letzten Semesterwoche (23. Februar 2006). [ECTS: 2]

Literatur:

Clemens Kühn, Formenlehre der Musik, Kassel, München: dtv, 1987 u.ö.

Formenlehre: Sonaten-Formen, St. Münch
1-std., Do 11.15-12.00, Beginn: 03. November 2005

An ausgewählten Beispielen wird die geschichtliche Entwicklung der Sonatenform nachgezeichnet und das historisch Neue der Gattung herausgearbeitet. Daneben soll die Entstehung der "Sonate" als Gattung in der Geschichte der Formenlehre unter Einbeziehung bedeutender Form-Theoretiker verfolgt werden.
Die Teilnahme setzt zwingend die in der Studienordnung geforderten Grundkenntnisse in Harmonielehre, Lesen und Schreiben in den gängigen Schlüsseln, sicheres Wissen und Erkennen der Intervalle sowie Spielen eines akkordfähigen Instrumentes voraus. Zum Erwerb des qualifizierenden Scheines führen regelmäßig nachgewiesene Hausaufgaben während des Semesters und eine bestandene Klausur in der letzten Semesterwoche (23. Februar 2006). [ECTS: 2]

Literatur:

Clemens Kühn, Formenlehre der Musik, Kassel, München: dtv, 1987.

 

Charles Rosen, Sonata Forms, New York und London: Norton, 1988.

 

Charles Rosen, Der klassische Stil. Haydn — Mozart — Beethoven, München und Kassel: dtv, 1983, insbes. S. 30-44 und S. 109-120.

 

Klaus Döge, Die Sonate. Geschichte, Formen, Analysen (= Bärenreiter Studienbücher Musik, Bd. 5), Kassel: Bärenreiter (i.V.).

MIDI-Programmierung, A. Gräf
2-std., Do 14-16, Beginn: 03. November 2005, in den Räumen der Musikinformatik

MIDI (Musical Instrument Digital Interface) ist eine standardisierte Schnittstelle, über die musikalische Ereignisse in den Computer eingegeben, dort verarbeitet und schließlich – beispielsweise auf einem Synthesizer – wiedergegeben werden können. Nach einer Einführung in MIDI lernen wir in der Übung die funktionale Programmiersprache Q und deren Multimedia-Schnittstelle kennen und setzen diese ein, um einfache MIDI-Anwendungen zu realisieren. Darüber hinaus beschäftigen wir uns mit der Klangsynthese und verwenden die Schnittstelle zur funktionalen DSP-Programmiersprache "Faust" zur Programmierung eines einfachen Synthesizers. [ECTS: 3]

Einführung in die Musikwissenschaft, A. Beer (Kurs A) und T. Hindrichs (Kurs)
2-std.
Kurs A: Mo, 8-10, Beginn: 07. November 2005
Kurs B: Fr, 10-12, Beginn: 04. November 2005

Wer teilnehmen möchte, muss sich vor Beginn der ersten Sitzung am 4. November 2005 entweder für Kurs A oder für Kurs B verbindlich anmelden. Zu diesem Zweck finden Sie ab dem 1. August 2005 Anmeldelisten für Kurs A und Kurs B am Informationsbrett des Instituts. Bitte tragen Sie dort Ihren Namen auf der entsprechenden Liste für den Kurs Ihrer Wahl ein.
 
Die Teilnahme an dieser Übung ist für Studienanfänger verpflichtend. Zunächst werden das Anfertigen von Literaturangaben sowie der Umgang mit Nachschlagewerken, Bibliographien, Katalogen, Gesamt- und Denkmalausgaben, deren Kenntnis für ein erfolgreiches Studium unentbehrlich ist, geübt. Ferner werden grundlegende Techniken des wissenschaftlichen Arbeitens, in erster Linie für das Anfertigen von Referaten und Hausarbeiten, vermittelt – dazu gehören vor allem Fragen des Sammelns von Informationen (Recherche), des Aufbereitens von Informationen (Konzeption, Gliederung, Quellen- und Literaturkritik) und des Vermittelns von Informationen (sprachliche und formale Präsentation von Referat und Hausarbeit). Schließlich wird das gewählte Studienfach Musikwissenschaft hinsichtlich seiner historischen Entwicklung, seiner einzelnen Gegenstandsbereiche und Arbeitsfelder sowie seiner Einordnung in einen übergeordneten Zusammenhang von Geistes- beziehungsweise Kulturwissenschaften betrachtet.
Anforderungen für den Erwerb eines Leistungsnachweises: regelmäßige und aktive Teilnahme, Erledigung wöchentlicher Übungsaufgaben, Klausur. Bitte beachten Sie, dass mit den unten angegebenen Texten erst im Laufe der Veranstaltung gearbeitet werden wird und alle Titel in der Institutsbibliothek vorhanden sind, so dass Sie sich diese Bücher also nicht kaufen müssen. [ECTS: 5]

Begleitend zu den beiden Übungen "Einführung in die Musikwissenschaft" werden in diesem Semester zusätzlich zwei Tutorien (jeweils im Hörsaal P01-153) angeboten:

Tutorium zu Kurs A (Beer): Mo 12-14

Leitung: Emanuel Scobel

Tutorium zu Kurs B (Hindrichs): Do 8.30 s.t.-10

Leitung: Anna-Kristina Laue

Die Teilnahme an diesen Tutorien wird allen Studierenden der "Einführung in die Musikwissenschaft", insbesondere im Hinblick auf die Klausur, dringend empfohlen.

Literatur:

Nicole Schwindt-Gross, Musikwissenschaftliches Arbeiten. Hilfsmittel – Techniken – Aufgaben (= Bärenreiter Studienbücher Musik 1), Kassel usw.: Bärenreiter 4, 1999.

 

Alastair Williams, Constructing Musicology, Aldershot u.a.: Ashgate, 2001.

 

The Cultural Study of Music. A Critical Introduction, hrsg. v. Martin Clayton, Trevor Herbert und Richard Middleton, New York und London: Routledge, 2003.

Blockveranstaltungen

Grundlagen der Analyse nach Schenker, C. Hust
ca. 10-12h und 13-16h (voraussichtlich) Sa, 19. November 2005

Die Analysemethode nach Heinrich Schenker ist mit ihren diversen Weiterentwicklungen weltweit heute das gängigste Modell zur Beschreibung tonaler Musik. In einem eintägigen Kurs werden wir die Denkweise und grundlegende Konzepte der "Schenkerian Analysis" erarbeiten. Ziel ist, dadurch wenigstens in groben Umrissen die zahllosen publizierten Schenker-Analysen, ihre grafische Präsentation und ihr theoretisches Fundament verstehen zu lernen, was vor allem die angloamerikanische Literatur zur Musik mittlerweile zwingend voraussetzt. Der Schenker-Lehrgang ist Teil des Proseminars "Analyse und Aufführung". Er kann aber auch unabhängig davon besucht werden (allerdings gibt es dafür keinen Schein).
Bitte melden Sie sich vorher per E-Mail, persönlich oder auf dem Aushang am Informationsbrett des Musikwissenschaftlichen Instituts an. Bei Fragen erreichen Sie mich per Telefon (06131 39 20098) oder E-Mail ( hust@uni-mainz.de).