Lehrveranstaltungen im WS 04/05

Übersichtsplan

Vorlesung - Proseminar - Hauptseminar - Oberseminar - Übung

 

 

Zeit Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag
8.00

 

    Zwischen Analyse und Hermeneutik: Schrifttum zu Beethovens Sinfonia eroica  
9.00

 

10.00

 

Geschichte der Oper in der 2. Hälfte des 18. Jh.   Die Wiener Hofoper um 1800 10.15-11 Formenlehre: Elementare und Lied-Formen Musikgeschichte im Überblick II
11.00

 

11.15-12 Formenlehre: Sonaten-Formen
12.00

 

Die Sinfonien von Joseph Haydn Das Klavierkonzert von Bach bis Prokofjew Musikrepräsen-
tationen und Computer-gestützte Notation
Algorithmische Komposition Einführung in die Musikwissenschaft Einführung in die Musikwissenschaft
13.00

 

14.00

 

14 s.t.-14.45 Gehörbildung I Notationssysteme und Tonartenlehre der mittelalterlichen Einstimmigkeit (Notationskunde I) Oberseminar MIDI-Pro-
grammierung
Video killed the radio star? Popmusik-
videos in den 1980er und 1990er Jahren
Mainzer Spielplan
15.00 14.45-15.30 Harmonielehre I
16.00

 

15.30-16.15 Kontrapunkt I   16 s.t.-16.45
Generalbass I
   
16.45-17.30
Partiturspiel I
17.00

 

16.45-17.30 Kontrapunkt III 17.30-18.15
Generalbass I
18.00 17.30-18.15 Harmonielehre III   18.15-19.00
Partiturspiel I
19.00

 

Blockveranstaltungen: Hauptseminar: Einführung in die Historische Musikethnologie
  Übung: Die Violinsonate im 17. Jahrhundert – Aufführungspraktisches und Historisches
  Übung: Arbeitsmethoden musikwissenschaftlicher Edition

 

Vorlesungen

Geschichte der Oper in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, U. Kramer
2-std., Mo 10-12, Beginn: 8. November 2004

Noch immer hält sich hartnäckig das Bild, dass die Oper in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts vor allem das Werk von zwei Komponisten war: Gluck und Mozart. Die Vorlesung will diese Einschätzung relativieren, indem sie ein umfassendes zeitgenössisches Panorama der wichtigsten Opernzentren (deutschsprachige Länder, Italien, Frankreich) mit ihren individuellen ästhetischen Konzeptionen zu entwerfen sucht. Dabei sollen einerseits nationale Besonderheiten herausgestellt werden, zugleich aber auch nach den Wechselwirkungen und Einflusssphären gefragt werden.

Musikgeschichte im Überblick II: Von der Mensuralmusik bis zu Triosonate und Konzert (1400-1700), R. Wiesend
2-std., Fr 10-12, Beginn: 29. Oktober 2004

Der zu behandelnde Zeitraum betrifft nicht nur die erste große Epoche der Vokalmusik, also die kunstvollen Motetten, Messen und weltlichen Lieder der Gruppe der Frankoflamen (Niederländer), sondern wird ebenso den Wandel darstellen, den die Generalbassmusik mit den instrumentalen Gattungen Triosonate und Konzert herbeiführt, auch mit der Erfindung der Oper. Unter anderem werden Aspekte der Gattung, des musikalischen Satzes, der Notation sowie der gesellschaftlichen Einbindung zur Sprache kommen.


Proseminare

Die Sinfonien von Joseph Haydn, U. Kramer
2-std., Mo 12-14, Beginn: 8. November 2004

Für einen Romantiker wie E.T.A. Hoffmann waren sie nur notwendige Durchgangsstation: die Sinfonien von Joseph Haydn. Doch ihre vermeintliche Leichtigkeit stellt auch die Chance dar, sich diesen Werken einmal nicht nur mit Hilfe der Sekundärliteratur zu nähern, sondern sich vielmehr unter Anwendung der relevanten zeitgenössischen Kompositionslehre (Heinrich Christoph Koch) ganz direkt mit dem Notentext zu befassen und so die (vielleicht vorhandene) Scheu vor der eigenständigen Analyse ein bisschen abzubauen.
Der Ablauf des Seminars wird also vor allem aus gemeinsamer Arbeit an den Partituren und weniger aus Referaten einzelner Teilnehmer bestehen. Voraussetzung für den Scheinerwerb: erfolgreich bestandene Klausur am Ende des Semesters.

Das Klavierkonzert von Bach bis Prokofjew, T. Untucht
2-std., Di 12-14, Beginn: 26. Oktober 2004

Das Seminar macht es sich zur Aufgabe, einen grundlegenden Überblick über die geschichtliche Entwicklung des Klavierkonzerts zu vermitteln. Dabei soll der Weg von der "Erfindung" des Genres im ausgehenden Barockzeitalter zu den Werken der Wiener Klassiker ebenso nachgezeichnet werden wie die sich anschließende Auseinandersetzung der Komponisten des 19. Jahrhunderts mit einer vorgefundenen Gattungstradition, die als Sinnbild bürgerlicher Musikkultur ihren festen Platz im öffentlichen Musikleben einzunehmen begonnen hatte. Hier zeigt sich der soziale Kontext, in dem das Klavierkonzert steht, als ein wichtiger zu berücksichtigender Aspekt, vor allem im Hinblick auf das Konzertwesen und das aufkommende Virtuosentum. Darüber hinaus ist im Wesentlichen aber auch herauszuarbeiten, welche kompositionsgeschichtliche Entwicklung das Klavierkonzert erfahren hat, in welcher Beziehung inhaltliche und formale Aspekte innerhalb eines Werkes zueinander stehen und wie sie sich im Gesamtkontext der Gattung darstellen.
Um das Seminar effektiv gestalten zu können, ist die Zahl der 'scheinerwerbswilligen' Studierenden auf 26 Teilnehmer begrenzt, Gasthörer sind willkommen. Die persönliche Anmeldung ist bis zum 31. August 2004 erforderlich und verbindlich (Anmeldeliste am Schwarzen Brett). Die Themenvergabe erfolgt in meiner Sprechstunde ab dem 1. September 2004. Voraussetzungen für Scheinerwerb: Regelmäßige Teilnahme, Referat, Hausarbeit.

Literatur:

Konrad Küster, Das Konzert. Form und Forum der Virtuosität [=Bärenreiter- Studienbücher Musik 6], Kassel u.a.: Bärenreiter 1993.

 

Michael Thomas Roeder, Das Konzert [= Handbuch der musikalischen Gattungen 4], Laaber: Laaber 2000.

Die Wiener Hofoper um 1800, P. Niedermüller
2-std., Mi 10-12, Beginn: 27. Okrober 2004

Die Überzeugung vom Vorrang der absoluten Musik kann leicht den Blick auf den Sachverhalt verstellen, dass Wien auch im 19. Jahrhundert eine Stadt der Oper war. Unter den zahlreichen Theatern stechen hier zwei besonders hervor: das Nationaltheater nächst der kaiserlich-königlichen Burg und das Kaiserlich-Königliche Hoftheater nächst dem Kärntnertore. Im Seminar soll ein Ausschnitt aus der Geschichte dieser beiden Theater dazu dienen, das Wiener Musikleben mentalitätsgeschichtlich und soziologisch aufzuarbeiten, insbesondere soll das an den beiden Theatern gegebene Repertoire näher untersucht werden. Den zeitlichen Rahmen bilden hierbei politisch gesprochen ungefähr die französische Revolution und der Wiener Kongress, musikhistorisch gesprochen Wolfgang Amadé Mozarts Le nozze di Figaro und Gioacchino Rossinis Tancredi.

Literatur:

Carl Dahlhaus, War Wien im frühen 19. Jahrhundert das musikalische Zentrum Europas?, in: Wiener Europagespräch 1977. Wien und Europa zwischen den Revolutionen (1789–1848), Redaktion Reinhard Urbach (= Wiener Schriften 39), Wien, München: Jugend und Volk 1978, S. 349–361.

 

Franz Hadamowsky, Die Wiener Hoftheater (Staatstheater) 1776–1966. Verzeichnis der aufgeführten Stücke mit Bestandsnachweis und täglichem Spielplan (= Museion N. F. 1/4), Teil 1: 1776–1810, Wien: Prachner 1966.

 

Franz Hadamowsky, Wien. Theatergeschichte. Von den Anfängen bis zum Ende des ersten Weltkrieges (= Geschichte der Stadt Wien 3), Wien, München: Jugend und Volk 1988.

Musikrepräsentationen und Computergestützte Notation, A. Gräf
2-std., Mi 12-14, Beginn: 27. Oktober 2004

Im Seminar beschäftigen wir uns mit formalen Repräsentationen für Musik und deren Anwendung in der Computer-gestützten Notation. Wir untersuchen dabei auch die Möglichkeiten und Grenzen moderner Notations-Software und lernen aktuelle Probleme in der einschlägigen Forschung kennen.

Video killed the radio star? Popmusikvideos in den 1980er und 1990er Jahren, P. Niedermüller
2-std., Do 14-16, Beginn: 28. Oktober 2004

Ab dem 1. August 1981 sendete MTV erstmals ganztägig Musikvideos in New York, schon 1983 fand die Ausstrahlung a merikaweit statt, 1984 folgte als Tochterkanal VH-1. In Deutschland waren solche Clips zu diesem Zeitpunkt kurzen wöchentlichen Formaten vorbehalten (Formel 1 in den dritten Programmen oder Ronnies / Tommys / Peters Popshow im ZDF), mit der Gründung von MTV Europe 1987 und der Aufhebung des öffentlich-rechtlichen Fernsehmonopols wurden Musikvideos aber hier mit Beginn der neunziger Jahre zum Inhalt von Dauersendungen. Die historische Verschiebung vom rein akustischen Medium (Tonträger, Rundfunksendung) zum optisch-akustischen Medium ist offensichtlich. Ihre Relevanz sowohl für die Gestaltung der Musik (Produktion, Performanz) als auch für die Wahrnehmung durch das Publikum (Rezeption) ist wissenschaftlich aber noch keineswegs ausreichend geklärt. Gegenstand des Seminars ist die Analyse ausgewählter Videos, um deren Funktion zumindest in Form von Fallstudien zu erhellen.

Literatur:

Monika Bloss, Musik(fern)sehen und Geschlecht hören? Zu möglichen (und unmöglichen) Verhältnissen von Musik und Geschlecht. Oder: Geschlechterkonstruktionen im Videoclip, in: Rock- und Popmusik, hrsg. von Peter Wicke (= Handbuch der Musik im 20 Jahrhundert 8), Laaber: Laaber 2001, S. 187–225.

 

E[lizabeth]. Ann Kaplan, Rocking around the clock. Music television, postmodernism, and consumer culture, London, New York: Methuen 1987.

 

Günther Rötter, Videoclips und Visualisierung von E-Musik, in: Musik multimedial. Filmmusik, Videoclip, Fernsehen, hrsg. von Josef Kloppenburg (= Handbuch der Musik im 20 Jahrhundert 11), Laaber 2000, S. 259–294.

 

Viva MTV! Popmusik im Fernsehen, hrsg. von Klaus Neumann-Braun (= Edition Suhrkamp 2090), Frankfurt am Main: Suhrkamp 1999.

Mainzer Spielplan, R. Wiesend
2-std., Fr 14-16, Beginn: 29. Oktober 2004

Die Teilnehmer erarbeiten Einführungen zu ausgewählten Werken, die in Mainz und Umgebung aktuell auf dem Opern- und Konzertspielplan stehen. Nach Möglichkeit werden Aufführungen gemeinsam besucht und nachbesprochen; auch ist an Kontakte mit den Institutionen gedacht, zum Beispiel in Form von Gesprächen mit Ausführenden und Dramaturgen.


Hauptseminare

Zwischen Analyse und Hermeneutik: Schrifttum zu Beethovens Sinfonia eroica, R. Wiesend
2-std., Do 8-10, Beginn: 28. Oktober 2004

Am konkreten Fall von Beethovens spektakulärer Dritter Symphonie wird im Nachvollzug ausgewählter Analysen das Interesse einerseits Spezifika der Kompositionstechnik gelten, andererseits sollen vor allem auch beispielsweise Fragen des Inhaltsbezugs seiner Musik und Topoi der Beethoven-Rezeption diskutiert werden.

Algorithmische Komposition, A. Gräf
2-std., Do 12-14, Beginn: 28. Oktober 2004, in den Räumen der Musikinformatik

Algorithmische Ansätze spielen in der zeitgenössischen Musik eine große Rolle, zum Beispiel bei der Verwendung zufallsgesteuerter Methoden (Aleatorik). Der Computer erleichtert heute den Einsatz aufwändiger Verfahren bei der Erzeugung musikalischen Materials sowie musikalischer Strukturen und Prozesse. Thema des Seminars sind die dafür relevanten mathematischen Grundlagen und deren musikalische Anwendungen.

Einführung in die Historische Musikethnologie, R. M. Jäger
Blockseminar im Dezember 2004, Vorbesprechung: 29. Oktober 2004, 14 Uhr

Ziel der Veranstaltung ist, die methodischen Ansätze der Historischen Musikethnologie zu systematisieren und deren Anwendung exemplarisch zu erproben. Musikethnologen, die sich mit der Geschichte außereuropäischer Musikkulturen beschäftigen, steht eine Vielzahl von verschiedenartigen Quellen zur Verfügung, die neben historischem wortsprachlichen Material sowie Musikhandschriften beziehungsweise -drucken auch Tondokumente umfassen, die seit etwa 100 Jahren zur Verfügung stehen und, wie etwa die Bestände des Berliner Phonogramm-Archivs, inzwischen in weiten Teilen aufgearbeitet und dokumentiert sind. Anders als aktuelles Feldforschungsmaterial, das primär unter synchronen Gesichtspunkten ausgewertet werden kann, eröffnet die Beschäftigung mit historischen Quellen Verfahrensweisen eines diachronen Vergleichs, der es ermöglicht, etwa musikalisch-kulturelle Wandlungsprozesse nachzuzeichnen.
Im Seminar sollen der Umgang mit verschiedenartigen historischen Quellen geübt und Anwendungsbereiche sowie Bewertungskriterien entwickelt werden. Nach einer quellentheoretischen Einführung ist vorgesehen, in Arbeitsgruppen ein Projekt zu inhaltlich und zeitlich abgegrenzten Fragestellungen durchzuführen.
Grundlegende Literatur ist entweder in Mainz vorhanden oder wird in einem Seminarapparat bereitgestellt.


Oberseminar

Besprechung von Examensarbeiten, A. Beer, J. Blume (FB 25), U. Kramer, L. Striegel (FB 25), R. Wiesend
2-std., Mi 14-16, Beginn: 27. Oktober 2004

Einzelne Themen und Termine bitte dem Aushang im Institut entnehmen.

Graduiertenkolleg:
Hymnologie interdisziplinär, H. Kurzke, u. a.
2-std., Zeit und Ort nach Vereinbarung


Übungen

Gehörbildung I, St. Münch
1-std., Mo 14 s.t.-14.45, Beginn: 25. Oktober 2004

Hör-Training zum Zwecke des Erkennens wichtiger Strukturelemente in der Musik aus folgenden Bereichen:

  • Metrum / Takt / Rhythmus (Regelmäßiges und Unregelmäßiges)
  • Intervalle (simultan und sukzessiv im nicht-tonalen Umfeld)
  • Akkorde (Akkordaufbau; Akkordverbindungen nach dem Verständnis der Funktionstheorie, Kadenz)
  • Tonalität in der Einstimmigkeit (Diatonik; Stufen-Hören)
  • Die Teilnahme setzt zwingend die in der Studienordnung geforderten Grundkenntnisse in Harmonielehre, das sichere Lesen und Schreiben in den gängigen Schlüsseln, das Erkennen der Intervalle sowie das Spielen eines akkordfähigen Instrumentes voraus. Abschluss der Veranstaltung mit Klausur am Semesterende.

    Literatur:

    Clemens Kühn, Gehörbildung im Selbststudium, Kassel, München: dtv 1983 u.ö.

     

    Wolfram Breuer, Gehörbildung: für Unterricht und Selbststudium; Arbeitsheft – Literaturbeispiele – Cassetten (in der Instituts-Bibliothek verfügbar), Stuttgart: Metzler 1990.

     

    Roland Mackamul, Lehrbuch der Gehörbildung, Band 1: Elementare Gehörbildung, Kassel: Bärenreiter 1969.

     

    Ulrich Kaiser, Gehörbildung. Satzlehre – Improvisation – Höranalyse, (=Bärenreiter Studienbücher Musik, 10/11) 2 Bde. (jeweils mit CD), Kassel u.a.: Bärenreiter 1998.

    Harmonielehre I, St. Münch
    1-std., Mo 14.45-15.30, Beginn: 25. Oktober 2004

    Übungen zur Praxis des vierstimmigen (Vokal-)Satzes: Harmonisierung einfacher Lied- und Choral-Melodien im Kernbereich der Haupt- und wichtigsten Nebenfunktionen unter Einbeziehung von Umkehrungsformen, charakteristischen Dissonanzen und Nebennoten.
    Die Teilnahme setzt zwingend die in der Studienordnung geforderten Grundkenntnisse in Harmonielehre, das sichere Lesen und Schreiben in den gängigen Schlüsseln, das Erkennen der Intervalle sowie das Spielen eines akkordfähigen Instrumentes voraus. Zum Erwerb des qualifizierten Scheines sind während des Semesters mehrere kleinere Hausarbeiten und eine größere schriftliche Aufgabe am Semesterende zu bewältigen.

    Literatur:

    Thomas Krämer, Harmonielehre im Selbststudium, Wiesbaden: Breitkopf und Härtel 1991.

     

    Der musikalische Satz. Ein Handbuch zum Lehren und Lernen, hrsg. v. Walter Salmen und Norbert J. Schneider, Innsbruck: Helbling 1987, S. 87, S. 19-39 u. 143-185.

    Kontrapunkt I, St. Münch
    1-std., Mo 15.30-16.15, Beginn: 25. Oktober 2004

    Die Übung vermittelt und trainiert die klanglichen und rhythmischen Grundgegebenheiten von Melodiebau und zweistimmiger vokaler Konstruktion nach dem Stilvorbild des 16. Jahrhunderts ("Klassische Vokalpolyphonie", "Palestrina-Stil"). – Laut Studienordnung richtet sich die Übung an Studierende mit Hauptfach Musikwissenschaft.
    Die Teilnahme setzt zwingend die in der Studienordnung geforderten Grundkenntnisse in Harmonielehre, Lesen und Schreiben in den gängigen Schlüsseln, sicheres Wissen und Erkennen der Intervalle sowie Spielen eines akkordfähigen Instrumentes voraus. Erwerb des qualifizierten Scheines durch mehrere kleinere Hausarbeiten und Abschlussklausur.

    Literatur:

    Dietrich Manicke, Der polyphone Satz. Teil 1: Grundlagen und Zweistimmigkeit, Köln: Gerig 1965 u.ö.

    Kontrapunkt III, St. Münch
    1-std., Mo 16.45-17.30, Beginn: 25. Oktober 2004

    Basierend auf den in den Kursen I und II erworbenen satztechnischen Kenntnissen zum Vokalsatz sollen eigene drei- und vierstimmige Sätze in den üblichen vokalen und instrumentalen Formen (Liedsatz; Motette; Kanon; Invention; Fuge etc.) nach unterschiedlichen stilistischen Vorbildern geübt werden. – Laut Studienordnung richtet sich die Übung an Studierende mit Hauptfach Musikwissenschaft.
    Teilnahme nur nach erfolgreichem Besuch der Kurse Kontrapunkt I + II (Ausnahmen nach Rücksprache möglich). Zum Erwerb des qualifizierten Scheines sind während des Semesters mehrere kleinere und eine abschließende schriftliche Hausarbeit zu bewältigen.

    Literatur:

    Dietrich Manicke, Der polyphone Satz. Teil II: Drei- und Mehrstimmigkeit, Köln: Gerig 1979.

     

    Dieter de la Motte, Kontrapunkt, Kassel, München: dtv 1981 u.ö.

     

    Thomas Daniel, Kontrapunkt, Köln: Dohr 1997.

    Harmonielehre III, St. Münch
    1-std., Mo 17.30-18.15, Beginn: 25. Oktober 2004

    Diatonische, chromatisch-enharmonische und andere Möglichkeiten der Modulation; alterierte Akkorde; Steigerung der Dur-Moll-Harmonik bis zu deren Auflösung; satzübergreifende harmonische Abläufe (Form bildende Funktion der Harmonik); Analyse ausgewählter Beispiele.
    Erfolgreicher Besuch der Übungen "Harmonielehre I + II" bzw. adäquate Fähigkeiten sind Voraussetzung zur Teilnahme. Abschluss der Veranstaltung mit Klausur am Semesterende.

    Literatur:

    Thomas Krämer, Lehrbuch der harmonischen Analyse, Wiesbaden: Breitkopf und Härtel 1997.

     

    Dieter de la Motte, Harmonielehre, Kassel, München: Bärenreiter 1976 u.ö.

     

    Der musikalische Satz. Ein Handbuch zum Lehren und Lernen, hrsg. v. Walter Salmen und Norbert J. Schneider, Innsbruck: Helbling 1987, S. 143-185.

     

    Clemens Kühn, Kompositionsgeschichte in kommentierten Beispielen (=Bärenreiter Studienbücher Musik, 9), Kassel u.a.: Bärenreiter 1998.

    Notationssysteme und Tonartenlehre der mittelalterlichen Einstimmigkeit (Notationskunde I), Chr. Hust
    2-std., Di 14-16, Beginn: 26. Oktober 2004

    Wir werden uns im Überblick mit einer Reihe von Notationsweisen der mittelalterlichen Musik beschäftigen, sowohl für die Praxis bestimmten als auch musiktheoretisch intendierten. Im Schwerpunkt wird es um die Notation der liturgischen Musik in den Neumenschriften gehen, hierzu sind auch Ausblicke auf die Tonartensysteme geplant. – Möglicherweise finden einige Sitzungen in der Stadtbibliothek statt.

    Literatur:

    Bruno Stäblein, Schriftbild der einstimmigen Musik (=Musikgeschichte in Bildern III, 4), Leipzig: Deutscher Verlag für Musik 1975.

     

    Michel Huglo u.a., Die Lehre vom einstimmigen liturgischen Gesang (=Geschichte der Musiktheorie 4), Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft 2000.

    Generalbass I, J. Banholzer
    1-std.
    Kurs A: Mi 16 s.t.-16.45, Beginn: 27.Oktober 2004
    Kurs B: Mi 17.30-18.15, Beginn: 27. Oktober 2004

    Die grundlegenden Elemente des barocken Tonsatzes und die Prinzipien der Generalbassbezifferung werden anhand fortschreitender Übungen nahe gebracht. Diese Übungen beinhalten das Aussetzen bezifferter Bässe sowie umgekehrt das Beziffern zwei- oder mehrstimmiger Musik. Da das Spiel am Tasteninstrument im Vordergrund steht, sind grundlegende klaviertechnische Fähigkeiten unerlässlich.

    Literatur:

    Jesper Boje Christensen, Die Grundlagen des Generalbaßspiels im 18. Jahrhundert, Kassel: Bärenreiter 1992 [BA 8186].

     

    Hermann Keller, Schule des Generalbaßspiels, Kassel: Bärenreiter 1931/55 [BA 490].

    Partiturspiel I, J. Banholzer
    1-std.
    Kurs A: Mi 16.45-17.30, Beginn: 27. Oktober 2004
    Kurs B: Mi 18.15-19.00, Beginn: 27.Oktober 2004

    Dieser Kurs beschäftigt sich mit zwei elementaren Problemen, deren Beherrschung das Spiel größerer Partituren voraussetzt: "alte" Schlüssel und transponiert notierte Instrumente. Letztgenanntes wird gleichzeitig mit instrumentenkundlichem Wissen verbunden. Die geeigneten Lesetechniken sollen am Klavier und schreibend an ausgewählten Literaturbeispielen geübt werden. Als Ziel ist das Spiel vierstimmiger Musik ins Auge gefasst.

    Literatur:

    Heinrich Creuzburg, Partiturspiel, Band 1 + 2 (= Edition Schott 4640 bzw. 4641), Mainz: Schott 1956.

    Formenlehre: Elementare und Lied-Formen, St. Münch
    1-std., Do 10.15-11.00, Beginn: 28. Oktober 2004

    Formenlehre auf der Ebene der Grundformen musikalischen Gestaltens (Motiv, Thema und so weiter). Vorgestellt und geübt wird das Zusammenspiel von Motivik, Harmonik, Rhythmik, Taktgruppenbildung und musikalischer Interpunktion in vier-, acht- und sechzehntaktigen "Sätzen" (exemplarisch: die Formtheorien des 18. Jahrhunderts, zum Beispiel Heinrich Christoph Koch). Größere, zusammengesetzte Formen (Lied- und Rondoformen). – Im Anschluss an diese musiktheoretischen Übungen werden in einem formgeschichtlichen Teil die Besonderheiten der Formbildung (Harmonik, thematisch-motivische Prozesse) im 18., 19. und 20. Jahrhundert erarbeitet.
    Die Teilnahme an der sich insbesondere an Studienanfänger richtenden Übung setzt zwingend die in der Studienordnung geforderten Grundkenntnisse in Harmonielehre, Lesen und Schreiben in den gängigen Schlüsseln, sicheres Wissen und Erkennen der Intervalle, Spielen eines akkordfähigen Instrumentes voraus. Zum Erwerb des qualifizierten Scheines sind während des Semesters mehrere kleinere Hausarbeiten und eine abschließende Klausur am Semesterende zu schreiben.

    Literatur:

    Clemens Kühn, Formenlehre der Musik, Kassel, München: dtv 1987.

    Formenlehre: Sonaten-Formen, St. Münch
    1-std., Do 11.15-12.00, Beginn: 28. Oktober 2004

    An ausgewählten Beispielen wird die historische Entwicklung der Sonatenform nachgezeichnet und das historisch Neue der Gattung herausgearbeitet. Daneben wird die Entstehung der "Sonate" als Gattung in der Geschichte der Formenlehre unter Einbeziehung bedeutender Formtheoretiker behandelt.
    Die Teilnahme setzt zwingend die in der Studienordnung geforderten Grundkenntnisse in Harmonielehre, Lesen und Schreiben in den gängigen Schlüsseln, sicheres Wissen und Erkennen der Intervalle, Spielen eines akkordfähigen Instrumentes voraus. Zum Erwerb des qualifizierten Scheines sind während des Semesters mehrere kleinere Hausarbeiten und eine abschließende Klausur am Semesterende zu schreiben.

    Literatur:

    Clemens Kühn, Formenlehre der Musik, Kassel, München: dtv 1987.

     

    Charles Rosen, Sonata Forms, New York u.a.: Norton 1988.

    MIDI-Programmierung, A. Gräf
    2-std., Do 14-16, Beginn: 28. Oktober 2004, in den Räumen der Musikinformatik

    MIDI (Musical Instrument Digital Interface) ist eine standardisierte Schnittstelle, über die musikalische Ereignisse in den Computer eingegeben, dort verarbeitet und schließlich beispielsweise auf einem Synthesizer wiedergegeben werden können. Nach einer Einführung in MIDI lernen wir in der Übung die funktionale Programmiersprache Q und deren Multimedia-Schnittstelle kennen und setzen diese ein, um einfache MIDI-Anwendungen zu realisieren.

    Einführung in die Musikwissenschaft, Th. Hindrichs
    2-std.,
    Kurs A: Do 12.00-14.00
    Kurs B: Fr 12.00-14.00

    Die Teilnahme an dieser Übung ist für Studienanfänger verpflichtend. Zunächst soll der Umgang mit Nachschlagewerken, Bibliographien, Handbüchern, Katalogen, Gesamt- und Denkmalausgaben, deren Kenntnis für ein erfolgreiches Studium unentbehrlich ist, geübt werden. Weiterhin sollen Techniken des wissenschaftlichen Arbeitens – in erster Linie für das Anfertigen von Referaten und Hausarbeiten – vermittelt werden; dazu gehören vor allem Fragen des Sammelns von Informationen (Recherche), des Aufbereitens von Informationen (Konzeption, Gliederung, Quellenkritik) und des Vermittelns von Informationen (sprachliche und formale Präsentation von Referat und Hausarbeit). Schließlich soll das gewählte Studienfach Musikwissenschaft hinsichtlich seiner historischen Entwicklung, seiner einzelnen Gegenstandsbereiche und Arbeitsfelder sowie seiner Einordnung in einen übergeordneten Zusammenhang von Geistes- beziehungsweise Kulturwissenschaften betrachtet werden. Anforderungen für einen qualifizierten Schein: regelmäßige, aktive Teilnahme, Erledigung wöchentlicher Übungsaufgaben, Klausur.
    Im Übrigen werden die Übungsaufgaben auch [aber nicht nur!] über das ReaderPlus-System der Universitätsbibliothek unter https://www.zdv.uni-mainz.de/readerplus/ abrufbar sein. Nä,here Informationen hierzu erhalten Sie in der ersten Sitzung.

    Literatur:

    Nicole Schwindt-Gross, Musikwissenschaftliches Arbeiten. Hilfsmittel – Techniken – Aufgaben (= Bärenreiter Studienbücher Musik 1), Kassel usw.: Bärenreiter 41999.

     

    Alastair Williams, Constructing Musicology, Burlington/VT: Ashgate 2001.

     

    The Cultural Study of Music – A Critical Introduction, hrsg. v. Martin Clayton, Trevor Herbert und Richard Middleton, New York, London: Routledge 2003.

    Die Violinsonate im 17. Jahrhundert – Aufführungspraktisches und Historisches, Chr. Hust (FB 16.5), A. Shih (FB 25)
    2-std., Blockveranstaltung ab Januar 2005, Vorbesprechung im Dezember 2004, siehe Aushang im Institut

    Mit einem Schwerpunkt auf italienischer Musik wollen wir uns mit der Entstehung und Differenzierung der Violinsonate beschäftigen. Dabei geht es sowohl um musikhistorische Fragen als auch um Spielpraktisches. Wer sich vorab informieren möchte, sei auf Willi Apels Studien über die frühe Violinmusik verwiesen, die von 1973 bis 1981 in der Zeitschrift Archiv für Musikwissenschaft erschienen sind.
    Die Übung wird in Zusammenarbeit von Musikwissenschaftlichem Institut und Fachbereich Musik als Blockveranstaltung durchgeführt, wahrscheinlich im Januar oder Februar 2005. Ein Abschlusskonzert mit musikhistorischen Erläuterungen ist geplant. Anmeldung zu Beginn des Wintersemesters per Aushang; eine Vorbesprechung für Studierende des Musikwissenschaftlichen Instituts und ein erster "musikhistorischer" Themenblock finden voraussichtlich im November und Dezember 2004 statt.

    Arbeitsmethoden musikwissenschaftlicher Edition, D. Philippi
    2-std., erste Stunde Mi, 27. Oktober 2004, 8-10; hiernach als Blockveranstaltung, Termine nach Vereinbarung (siehe Aushang)
    Anmeldung in der ersten Stunde oder per E-Mail unter Daniela.Philippi@adwmainz.de

    Die Lehrveranstaltung soll einen Einblick in die Praxis musikwissenschaftlicher Edition vermitteln. Benannt werden zum einen die wichtigsten theoretischen Voraussetzungen, die philologische Fragestellungen ebenso berücksichtigen wie das weite Feld der Heuristik. Zum anderen sollen die Teilnehmer an konkreten Werken üben, verschiedene Quellensituationen zu bewerten und Wege des editorischen Entscheidens zu erarbeiten. Die Unterschiedlichkeit der von Œuvre zu Œuvre anzutreffenden Gegebenheiten und Herausforderungen an den musikwissenschaftlichen Editor werden dabei an Beispielen von Christoph Willibald Gluck, Antonín Dvořák und Bohuslav Martinů aufzuzeigen sein.