Lehrveranstaltungen im WS 03/04

Vorlesungen

Johannes Brahms, A. Beer
2-std., Di 10-12, Beginn: 28.10.2003

Ob man Brahms liebt oder nicht – man muß sich zumindest einmal mit seiner Person und seinem Schaffen auseinandergesetzt haben; überdies sollte man einen Einblick in die Zeitumstände haben, die jene Person und ihr Schaffen nicht unbeeinflußt ließen, einen Einblick auch in die vielfältigen musikalischen und ästhetischen Diskussionen, Kontroversen und Lagerbildungen. Die Vorlesung wird sich jenem Fragenkomplex zuwenden, wobei über mögliche Schwerpunkte noch nichts gesagt werden kann. Willkommen sind Studierende ab dem ersten Semester.

Musikgeschichte im Überblick IV: von 1830 bis zur Gegenwart, R. Wiesend
2-std., Mi 10-12, Beginn: 29.10.2003

Alle Studierende sollen den auf vier Teile berechneten Zyklus der Überblicksvorlesung einmal ganz gehört haben, ganz gleich in welcher Abfolge. Im letzten Teil geht es um die musikgeschichtlich wichtigsten Namen, Gattungen und ästhetischen Ansätze seit Beethovens Tod, aber auch um gesellschaftliche und institutionelle Voraussetzungen des Musiklebens.


Proseminare

Einführung ins wissenschaftliche Arbeiten, A. Beer
2-std., Mo 8-10, Beginn: 03.11.2003

Das Proseminar dient gleichsam als (freiwillige) Fortsetzung der Übung "Einführung in die Musikwissenschaft"; es geht um die praktische Anwendung des bereits Erlernten anhand konkreter Beispiele. Hierbei dürfen sich die Studierenden Referatthemen aus dem gesamten Spektrum der Musikwissenschaft selbst auswählen. Die gemeinsame Arbeit zielt dann darauf hin, methodische Probleme zu diskutieren und vor allem die Sicherheit und Selbständigkeit beim Referieren und Verfassen von Haus- oder auch Abschlußarbeiten zu optimieren. Voraussetzung: Erfolgreicher Besuch der "Einführung in die Musikwissenschaft".

Johannes Ockeghem und die Musik der Frankoflamen, R. Wiesend
2-std., Mo 12-14, Beginn: 03.11.2003

Der 1497 verstorbene Johannes Ockeghem ist eine der wichtigsten Komponistenpersönlichkeiten der Gruppe der Frankoflamen (die man früher gern Niederländer nannte). Viele seiner Kompositionen sind geprägt von den Extremen eines bisher unbekannten Ausdrucksbedürfnisses und höchster Konstruktivität. Thema des Seminars wird auch die Überlieferung der Stücke in Mensuralnotation sein.

Analyse nach Schenker am Beispiel von Klaviermusik des 19. Jahrhunderts, Chr. Hust
2-std., Di 14-16, Beginn: 28.10.2003

Wer jemals angloamerikanische Literatur zu Theorie und Analyse aufgeschlagen hat, kennt das Problem: Wenngleich Heinrich Schenkers Analysesystem, entwickelt zu Beginn des vorigen Jahrhunderts in Österreich, bei uns meist nur ein Schattendasein fristet (was sich in jüngster Zeit allmählich ändert), dominiert es international weithin die Theorie der Musik. Nicht nur, um eine gewisse Sprach- und Verständnislosigkeit gegenüber den derart gewonnen Ergebnissen zu verlieren, empfiehlt sich die Beschäftigung mit Schenker: Sein Ansatz einer schrittweise reduzierenden Schichtenanalyse und das resultierende Begriffs- und Kategoriensystem erfassen gegenüber den uns vertrauten Methoden ganz andere strukturelle Aspekte, die sonst verborgen blieben und den analytischen Nachvollzug von Musik wesentlich vertiefen. Mehr als eine Einführung in die Grundlagen dieser Denkweise lässt sich in einem Semester nicht geben, und auch das kann nur gelingen, wenn alle Teilnehmenden zu gemeinsamer analytischer Tätigkeit bereit sind. Die kontinuierliche Mitarbeit ersetzt in diesem Proseminar also ausnahmsweise das übliche Referat (aber nicht die Hausarbeit). Zur Information vorab ist die Schenker-Literatur mittlerweile unüberschaubar.
Empfehlenswert ist nach wie vor die Einführung in Allen Fortes Introduction to Schenkerian Analysis (New York und London 1982) - weitere Literaturhinweise wie gewohnt in der ersten Sitzung.

"Monsters of Rock": Heavy Metal als musikkulturelles Phänomen, Th.Hindrichs & P. Niedermüller
2-std., Di 16-18, Beginn: 28.10.2003

Zwischen "Number of the beast" und "God gave rock’n roll to you" hat sich in den 80er Jahren eine erkleckliche Zahl rockender "Monster" mit einer ganz eigenen Symbolsprache (seien es Nietengürtel und Pentagramme, seien es Highspeed-Gitarrensoli und Schlagzeuggewitter) im Musikbusiness etabliert. Da Heavy Metal sich freilich nicht durch einen simplen Merkmalskatalog triftig erfassen lässt, sollen in diesem Seminar dessen unterschiedlichste Facetten untersucht und kritisch interpretiert werden, um so zu einem angemessenen Verständnis dieser Musikkultur gelangen zu können. Der Gegenstand erfordert unbedingt gute Englischkenntnisse, insbesondere auch in der Umgangssprache (we’re referring to explicit lyrics!). Lehramtstudierende können einen Leistungsnachweis "Popmusik" erwerben.
Einführende Literatur:
Griffiths, Dai: "The high analysis of low music", in: Music Analysis 18(1999), S. 389-435.
McClary, Susan und Robert Walser: "Start making sense! Musicology wrestles with rock", in: "On record – Rock, pop and the written word", hrsg. v. Simon Frith und Andrew Goodwin, London, New York: Routledge 1990, S. 277-292.
Walser, Robert: "Running with the devil – Power, gender, and madness in heavy metal music", Hanover/NH, London: Wesleyan UP 1993.

Digitale Klangsynthese, A. Gräf
2-std., Do 12-14, in den Räumen der Musikinformatik, Beginn: 30.10.2003

Im Proseminar lernen wir Grundlagen der digitalen Klangsynthese mit dem Computer kennen. Es handelt sich dabei im Prinzip um dieselben Techniken, die auch in analogen und digitalen Synthesizern zum Einsatz kommen. Darüber hinaus beschäftigen wir uns mit Software zur einfachen Realisierung von Klangsynthese-Verfahren (z.B. SynthEdit).


Hauptseminare

Hector Berlioz, U. Kramer
2-std., Mo 10-12, Beginn: 03.11.2003

Zeit seines Lebens war er ein Außenseiter: der Feuerkopf Hector Berlioz, für den das Komponieren ein "expression passionné" darstellte, der er bisweilen die herkömmlichen Wertigkeiten der musikalischen Satzstruktur opferte. Grund genug, den vor genau 200 Jahren geborenen Komponisten ins Zentrum eines Seminars zu stellen. Dabei wird es natürlich ganz konkret um seine wichtigsten Werke gehen; doch soll dies vor dem relevanten zeitgeschichtlichen Hintergrund geschehen. Dieser beinhaltet vor allem die literarischen Strömungen jener Jahre mit ihrer aufkommenden Begeisterung für Shakespeare und Goethe. Aber auch Berlioz' eigene Position in Paris soll zur Sprache kommen, ebenso die Frage, warum er in Deutschland weit mehr Widerhall fand als im eigenen Land.

Norddeutsche Orgelmusik im 17. und 18. Jahrhundert, A. Beer
2-std., Di 8-10, Beginn: 28.10.2003

Als Johann Sebastian Bach im Jahre 1703 zu Fuß nach Lübeck zu Dietrich Buxtehude pilgerte, wußte er um den Reichtum der Orgelmusik seiner Zeit, um die große Zahl seinerzeit berühmter Organisten und auch kostbarer Orgeln. Jenes Wissen ist (wiederum unter dem gewaltigen Schattenwurf des Bachschen Orgelschaffens) weitgehend an den Rand gedrängt worden bzw. nur noch den Experten geläufig. Das Seminar soll all dies wieder ins Bewußtsein rücken, wobei – neben den musikalischen Formen und den Komponisten – auch Fragen zum Orgelbau und der gesellschaftlichen Funktion zur Sprache kommen werden. Referatthemen werden rechtzeitig ausgehängt.

Computermusik-Algorithmen, A. Gräf
2-std., Mi 12-14, in den Räumen der Musikinformatik, Beginn: 29.10.2003

Ziel des Hauptseminars ist die Beschäftigung mit algorithmischen Verfahren der Computermusik. Mögliche Themen sind z.B. die Computer-gestützte Analyse von Partituren und MIDI-Daten, die algorithmische Komposition, die Verbindung von Analyse- und Kompositions-Verfahren in interaktiven Improvisationstechniken, sowie die Realisierung dieser Algorithmen mit einschlägigen Software-Werkzeugen wie z.B. JMax.

Giuseppe Verdi, La traviata, R. Wiesend
Blockseminar, Termine: Fr 31.10.03
Fr 12.12.03
Sa 13.12.03
So 14.12.03
Fr 13.02.04
u. n. V.
(14.15-16.30)
(14.15-18.30)
(09.15-17.30)
(09.15-12.45)
(14.15-16.30)
 

Die Oper aus Verdis mittlerer Schaffenszeit (1853) soll in einer Vielzahl von Ansätzen untersucht werden, u. a. nach Stoffgeschichte und Libretto (gerade zu diesem Aspekt sind auch Romanisten willkommen!), Gattungstradition und Rezeption, Komposition und musikalischer Dramaturgie. Das Seminar steht in Verbindung mit der Neuinszenierung des Werks am Staatstheater Mainz, die voraussichtlich am 7.2.2004 Premiere haben wird. Ein Teil der Seminararbeit wird in einem wissenschaftlich fundierten Begleiten der Einstudierung bestehen. Aus probentechnischen Gründen muss die Zahl der Teilnehmer des Seminars auf 20 beschränkt werden.


Oberseminar

Besprechung von Examensarbeiten, R. Wiesend, A. Beer, J. Blume (FB 25), U. Kramer, Chr.-H. Mahling, L. Striegel
2-std., Mi 14-16, Beginn: siehe Aushang

Vorstellung von im Entstehen befindlicher Staatsexamens-, Magister- und Doktorarbeiten; Diskussion ausgewählter wissenschaftlicher Fragestellungen; evtl. Gastvorträge.

Graduiertenkolleg:
Hymnologie interdisziplinär, R. Wiesend, A. Beer, H. Kurzke
Zeit und Ort nach Vereinbarung, Beginn: siehe Aushang

Graduiertenkolleg:
Raum und Ritual, A. Beer, St. Weyer-Menkhoff, J. Gertz, u.a.
Zeit und Ort nach Vereinbarung, Beginn: siehe Aushang

Die Interdependenz von Raum und Ritual wird von Byzantinistik, Christlicher Archäologie, Geographie, Klassischer Archäologie, Kunstgeschichte, Musikwissenschaft, Theaterwissenschaft zum Zentrum gemeinsamer Studien gemacht.


Übungen

Gehörbildung I, St. Münch
1-std., Mo 14 s.t.-14.45, Beginn: 03.11.2003

Inhalt: Training des erkennenden Hörens wahrnehmungsrelevanter Ordnungszusammenhänge in den Bereichen Metrum / Takt / Rhythmus, Intervalle (simultan und sukzessiv; nicht-tonales Klangumfeld), Akkorde (Akkordaufbau, Akkordverbindungen nach dem Verständnis der Funktionstheorie), Tonalität in der Einstimmigkeit (Stufen-Hören).
Die Teilnahme setzt zwingend die in der Studienordnung geforderten Grundkenntnisse in Harmonielehre, das sichere Lesen und Schreiben in den gängigen Schlüsseln, das Erkennen der Intervalle sowie das Spielen eines akkordfähigen Instrumentes voraus. Abschluss der Veranstaltung mit Klausur am Semesterende.
Literatur und Arbeitsmaterialien:
Clemens Kühn, Gehörbildung im Selbststudium, Kassel/München 1983
Wolfgang Breuer, Gehörbildung (Arbeitsheft mit Übungs-Cassetten; Institutsbibl.)
Roland Mackamul, Lehrbuch der Gehörbildung, Band , Kassel 1969
.

Harmonielehre I, St. Münch
1-std., Mo 14.45-15.30, Beginn: 03.11.2003

Inhalt: Praxis und Theorie des vierstimmigen Satzes (Harmonisierung von Melodien im Kernbereich der Haupt- und wichtigsten Nebenfunktionen)
Abschluss: Die Teilnahme setzt zwingend die in der Studienordnung geforderten Grundkenntnisse in Harmonielehre, Lesen und Schreiben in gängigen Schlüsseln, sicheres Wissen und Erkennen der Intervalle, Spielen eines akkordfähigen Instruments voraus.
Zum Erwerb des qualifizierten Scheines sind über das laufende Semester verteilte Hausaufgaben sowie Teilklausuren zu leisten.
Literatur:
Thomas Krämer, Harmonielehre im Selbststudium, Wiesbaden 1991 (gutes Arbeitsbuch mit Aufgaben- und Lösungsteil)
Dieter de la Motte, Harmonielehre (eine historisch angelegte Harmonielehre).

Kontrapunkt I, St. Münch
1-std., Mo 15.30-16.15, Beginn: 03.11.2003

Inhalt: Die Übung vermittelt und trainiert die klanglichen und rhythmischen Grundgegebenheiten von Melodiebau und zweistimmiger vokaler Konstruktion nach den stilistischen Vorgaben des 16. Jahrhunderts (Klassische Vokalpolyphonie). – Nur für StudentInnen mit Hauptfach Musikwissenschaft.
Teilnahmevoraussetzungen: Die Teilnahme setzt zwingend die in der Studienordnung geforderten Grundkenntnisse in Harmonielehre, Lesen und Schreiben in den gängigen Schlüsseln, sicheres Wissen und Erkennen der Intervalle, Spielen eines akkordfähigen Instruments voraus. Erwerb des qualifizierten Scheines durch mehrere kleinere Hausarbeiten und Abschlussklausur.
Literatur:
Dietrich Manicke, Der polyphone Satz, Teil I: Grundlagen & Zweistimmigkeit,Köln 1965

Kontrapunkt III, St. Münch
1-std., Mo 16.45-17.30, Beginn: 03.11.2003

Inhalt: Basierend auf den in den Kursen I und II erworbenen satztechnischen Kenntnissen zum Vokalsatz sollen drei- und vierstimmige Sätze in den üblichen vokalen und instrumentalen Formen (Liedsatz; Motette; Kanon; Invention; Fuge etc.) verschiedener stilistischer Ausrichtungen geübt werden. – Nur für StudentInnen mit Hauptfach Musikwissenschaft.
Teilnahmevoraussetzungen: Teilnahme nur mit bestandenen Scheinen der Kurse Kontrapunkt I + II (Ausnahmen nur nach Rücksprache). Zum Erwerb des qualifizierten Scheines sind während des Semesters mehrere kleinere und eine abschließende schriftliche Hausarbeit zu bewältigen.
Literatur:
Dietrich Manicke, Der polyphone Satz, Teil II: Zwei- und Dreistimmigkeit, Köln 1979.

Harmonielehre III St. Münch
1-std., Mo 17.30-18.15, Beginn: 03.11.2003

Diatonische, chromatisch-enharmonische u. a. Möglichkeiten der Modulationen, Alterierte Akkorde; Steigerung der Dur-Moll-Harmonik bis zu deren Auflösung; satzübergreifende harmonische Abläufe (formbildende Funktion der Harmonik); Analyse ausgewählter Beispiele.
Erfolgreicher Besuch der Übungen "Harmonielehre I + II" bzw. adäquate Fähigkeiten sind Voraussetzung zur Teilnahme.
Literatur:
Thomas Krämer, Lehrbuch der harmonischen Analyse, Wiesbaden 1997
Dieter de la Motte, Harmonielehre, Kassel/München 1976 u.ö.
Walter Salmen & Norbert J. Schneider (Hrsg.), Der musikalische Satz. Ein Handbuch zum Lehren und Lernen, Innsbruck 1987, S. 143-185
Clemens Kühn, Kompositionsgeschichte in kommentierten Beispielen, Kassel 1998 (=Bärenreiter Studienbücher Musik 9).

Notationskunde II, T. Untucht
2-std., Di 12-14, Beginn: 28.10.2003

Nach einer grundlegenden Einführung in die Notation von Musik in Tabulaturen, befasst sich die Übung inhaltlich mit den modernen Notationsmöglichkeiten von Musik des 20. Jahrhunderts. Aufgabe der Studierenden wird sein, die individuellen Lesarten von Werken unterschiedlicher Komponisten zu erläutern und die sich daraus ergebende Aufführungspraxis zu dokumentieren.
Die Vergabe der Referatsthemen erfolgt in der 1. Sitzung. Bedingungen für Scheinerwerb: Regelmäßige Teilnahme, Referat und kurze
schriftliche Ausarbeitung des Referats.

Generalbass I, B. Zosel
1-std.
Kurs A: Mi 16 s.t.-16.45, Beginn: 29.10.2003
Kurs B: Mi 17.30-18.15, Beginn: 29.10.2003

Die grundlegenden Elemente des barocken Tonsatzes und die Prinzipien der Generalbassbezifferung werden anhand fortschreitender Übungen nahegebracht. Diese Übungen beinhalten das Aussetzen bezifferter Bässe sowie umgekehrt das beziffern zwei- oder mehrstimmiger Musik. Da das Spiel am Tasteninstrument im Vordergrund steht, sind grundlegende klaviertechnische Fähigkeiten unerlässlich.
Empfohlene Literatur:
Kolneder, Walter: Schule des Generalbassspiels, 2 Bände, Wilhelmshaven 1986
Keller, Hermann: Schule des Generalbass-Spiels, Kassel 1931

Partiturspiel I, B. Zosel
1-std.
Kurs A: Mi 16.45-17.30, Beginn: 29.10.2003
Kurs B: Mi 18.15-19.00, Beginn: 29.10.2003

Dieser Kurs beschäftigt sich mit zwei elementaren Problemen, deren Beherrschung das Spiel größerer Partituren voraussetzt: "alte" Schlüssel und transponiert notierte Instrumente. Letztgenanntes wird gleichzeitig mit instrumentenkundlichem Wissen verbunden. Die geeigneten Lesetechniken sollen am Klavier und schreibend an ausgewählten Literaturbeispielen geübt werden. Als Ziel ist das Spiel vierstimmiger Musik ins Auge gefasst.

Formenlehre: Elementare und Lied-Formen, St. Münch
1-std., Do 10 s.t.-10.45, Beginn: 06.11.2003

Inhalt: Formenlehre auf der Ebene der Grundformen musikalischen Gestaltens (Motiv, Thema usw.). Vorgestellt und geübt wird das Zusammenspiel von Motivik, Harmonik, Rhythmik, Taktgruppenbildung und musikalischer Interpunktion in vier-, acht- und sechzehntaktigen "Sätzen" (exemplarisch: die Formtheorien des 18. Jahrhunderte, z.B. H. Chr. Koch). Größere, zusammengesetzte Formen (Lied- und Rondoformen).
Im Anschluß an diese musiktheoretischen Übungen werden in einem formgeschichtlichen Teil die Besonderheiten der Formbildung (Harmonik, thematisch-motivische Prozesse) im 18., 19. und 20. Jahrhundert erarbeitet.
Teilnahmevoraussetzungen: Die Teilnahme an der sich insbesondere an Studienanfänger richtenden Übung setzt zwingend die in der Studienordnung geforderten Grundkenntnisse in Harmonielehre, Lesen und Schreiben in den gängigen Schlüsseln, sicheres Wissen und Erkennen der Intervalle, Spielen eines akkordfähigen Instruments voraus. Zum Erwerb des qualifizierten Scheines sind während des Semesters mehrere kleinere Hausarbeiten und eine abschließende Klausur am Semesterende zu schreiben.
Literatur:
Clemens Kühn, Formenlehre der Musik, dtv/Bärenreiter, München/Kassel 1987.

Formenlehre: Sonaten-Formen, St. Münch
1-std., Do 11 s.t.-11.45, Beginn: 06.11.2003

An ausgewählten Beispielen wird die historische Entwicklung der Sonatenform nachgezeichnet und das historisch Neue der Gattung herausgearbeitet. Daneben wird die Entstehung der "Sonate" als Gattung in der Geschichte der Formenlehre unter Einbeziehung bedeutender Form-Theoretiker behandelt.
Teilnahmevoraussetzungen: Die Teilnahme setzt zwingend die in der Studienordnung geforderten Grundkenntnisse in Harmonielehre, Lesen und Schreiben in den gängigen Schlüsseln, sicheres Wissen und Erkennen der Intervalle, Spielen eines akkordfähigen Instruments voraus. Zum Erwerb des qualifizierten Scheines sind während des Semesters mehrere kleinere Hausarbeiten und eine abschließende Klausur am Semesterende zu schreiben.
Literatur:
Charles Rosen, Sonata Forms, London 1988
.

MIDI-Programmierung für Fortgeschrittene, A. Gräf
2-std., Do 14-16, in den Räumen der Musikinformatik, Beginn: 30.10.2003

Im zweiten Teil der Übung zur MIDI-Programmierung gehen wir näher auf die Programmierung von Computermusik-Anwendungen in der funktionalen Programmiersprache Q ein. Wir betrachten dazu einige fortgeschrittene Anwendungen wie z.B. Akkord- und Tonart-Klassifizierung, rhythmische Analyse, algorithmische Kompositions-techniken u. ä.
Voraussetzungen:
Teilnahme an der Übung "MIDI-Programmierung" bzw. gleichwertige Grundkenntnisse (s. Skript, Musikinformatik & Medientechnik Nr. 46).

Die mediale Präsentation von Rockmusik. Ergänzung zum Proseminar "Monsters of Rock", P. Niedermüller
3-std., Do 16-19, Beginn: 30.10.2003

Gerade Rockmusik macht deutlich, dass Musik nicht als reiner Lese- und Studiertext missverstanden werden darf, dass sie sich in der Aufführung und deren Kontext realisiert. In der Übung sollen Gestalt und Funktion verschiedener Medientypen für dieses Genre (Tonträger, Live-Konzert, die Verwendung von Rockmusik im Film) eingehender betrachtet werden. Die Lehrveranstaltung versteht sich so als Ergänzung zum Proseminar Monsters of Rock, in der auch längere Audio und Video-Beispiele thematisiert werden können, soll aber auch ein Podium für weiterführende Diskussionen bilden.
Ein verbindliches Lehrbuch zu diesem Thema existiert wohl kaum, als Ersatz sei zur Einstimmung empfohlen:
Marshall MacLuhan, Das Medium ist die Botschaft (=Fundus-Bücher 154) Dresden 2001.

Einführung in die Musikwissenschaft, Th. Hindrichs
2-std., Fr 10-12, Beginn: 31.10.2003

Die Teilnahme an dieser Übung ist für Studienanfänger verpflichtend. Den Studierenden sollen zunächst Techniken des wissenschaftlichen Arbeitens – in erster Linie für das Anfertigen von Referaten und Hausarbeiten – vermittelt werden. Dazu gehören vor allem Fragen des Sammelns von Informationen (Recherche), des Aufbereitens von Informationen (Konzeption, Gliederung, Quellenkritik) und des Vermittelns von Informationen (sprachliche und formale Präsentation von Referat und Hausarbeit). Weiterhin soll der Umgang mit Nachschlagewerken, Bibliographien, Handbüchern, thematischen Katalogen, Gesamt- und Denkmalausgaben, deren Kenntnis für ein erfolgreiches Studium unentbehrlich ist, geübt werden. Schließlich soll das gewählte Studienfach Musikwissenschaft hinsichtlich seiner historischen Entwicklung, seiner einzelnen Gegenstandsbereiche und Arbeitsfelder sowie seiner Einordnung in einem übergeordneten Zusammenhang von Geistes- bzw. Kulturwissenschaften betrachtet werden.
Anforderungen für einen qualifizierten Schein: Erledigung regelmäßiger Übungsaufgaben, Klausur.
Lektüreempfehlungen:
Nicole Schwindt-Gross, Musikwissenschaftliches Arbeiten. Hilfsmittel – Techniken – Aufgaben (= Bärenreiter Studienbücher Musik 1), Kassel usw., Bärenreiter [4]1999.
Alastair Williams, Constructing Musicology, Burlington/VT: Ashgate 2001.

Exkursionen

Frankfurt, Hindemith-Institut, Ch. Hust
Vorbesprechung Anfang November, Fahrt nach Frankfurt voraussichtlich Anfang Dezember; genaue Termine per Aushang!

Am Beispiel der Autografen im Paul-Hindemith-Institut wollen wir uns mit einigen Stücken dieses Komponisten näher beschäftigen. Unter anderem könnte es anhand der Skizzen und Reinschriften um Zahlenproportionen in den frühen Operneinaktern gehen, um die zwei Fassungen der Cellosonate op. 11/3 und die Frage nach Hindemiths Stellung zu Expressionismus und Neuer Sachlichkeit, um die Genese der Unterweisung im Tonsatz sowie einzelne heute ein wenig im Schatten stehende Kompositionen: das Oratorium Das Unaufhörliche nach Gottfried Benn sowie die späten Opern Die Harmonie der Welt und – passend zur Jahreszeit – The Long Christmas Dinner. Mögliche andere Themen: Hindemiths Briefwechsel, Hindemith als Zeichner, die Kompositionen für Trautonium usw. – Die Exkursion besteht aus zwei Teilen: einer Vorbesprechung im November und der Fahrt nach Frankfurt im Dezember, Teilnahme an beiden Terminen ist obligatorisch. Wer einen Schein erwerben will, sollte sich mit einem überschaubaren Thema nach Wahl so weit beschäftigen, dass sie/er in Frankfurt in einem zehn- bis fünfzehnminütigen Kurzreferat eine Einführung geben kann. Zur Information vorab empfiehlt sich der Personenartikel der neuen MGG (Personenteil, Band 9), älter, aber sehr anschaulich ist die Hindemith-Monografie von Giselher Schubert, Reinbek 1981. Wegen des Raumangebots in Frankfurt können maximal acht Personen mitfahren.