Lehrveranstaltungen im WS 02/03

Vorlesungen

Wien im 18. Jahrhundert - das Musikleben und seine Rahmenbedingungen, A. Beer
2-std., Di 10-12

Die Vorlesung wird im Gegensatz zur geläufigen Herangehensweise nicht etwa bekannte Werke und bedeutende Persönlichkeiten in den Mittelpunkt des Interesses stellen, sondern sich auf die Grundlagen und Voraussetzungen des Musikschaffens (insbesondere Institutionen, Musikverlagswesen, Konzertleben, Publikumsstruktur) konzentrieren.

Musikgeschichte im Überblick II: ca. 1400 - 1700, R. Wiesend
2-std., Mi 10-12

Im 2. Teil der auf vier Semester disponierten Vorlesung werden u.a. ein erster Höhepunkt der Mehrstimmigkeit in der klassischen Vokal-polyphonie der Francoflamen und die ganz anders gearteten Formen und Techniken der Generalbassmusik (Concerto, Sonate, Oper) zur Sprache kommen. Hierzu wird u.a. auf die wichtigsten Komponisten, Gattungen, Satztechniken ebenso einzugehen sein wie auf gesellschaftliche Voraussetzungen

Werk, Aufführung, Rezeption, Überlieferung - Werkebenen am Beispiel des Oeuvres von Christoph Willibald Gluck, D. Philippi
2-std., Mi 8-10

Das Oeuvre eines/r Musikschaffenden in seiner Gesamtheit zu überblicken ist meist problematisch. Dies hat seine Ursache weniger in der Quantität nachweisbarer Musikstücke als in der schon für jede Komposition bestehenden Schwierigkeit, die authentische Werkgestalt abzugrenzen. Denn neben der fixierten Absicht eines/r Autors/in ist für ein Musikstück ebenso die Aufführung elementarer Bestandteil, wodurch schon zwei ebenen ineinander wirken. Von beiden ausgehend entstehen mit der Rezeption zudem verschiedene Versionen aktiver und passiver Interpretation, die in der Rezeptionsgeschichte konserviert sind. Und schließlich sind – insbesondere bei älterer Musik – die überlieferten Musikquellen selbst Abbild der geschilderten Prozesse. Die Konzentration auf das Œuvre nur eines Komponisten erlaubt eine genaue Betrachtung der angesprochenen Ebenen sowie ihre Wechselwirkungen.


Proseminare

Aspekte der Mainzer Musikgeschichte (Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten), A. Beer, Chr. Hust
2-std., Mo 8-10

Das Proseminar soll – aufbauend auf der „Einführung in die Musikwissenschaft“ – die Techniken, Methoden und Zielsetzungen des wissenschaftlichen Arbeitens vorstellen und so die in der Einführungsübung erworbenen Fertigkeiten vertiefen, insbesondere bezüglich einer Anleitung zur Erarbeitung von Referaten und Hausarbeiten. Wir werden uns zu diesem Zweck mit einem breiten Spektrum von Fragen aus der Musikgeschichte der Stadt Mainz beschäftigen; gemeinsame Archiv-Besuche hierzu sind vorgesehen. Als Vorbereitung zur ersten Sitzung wird die genaue Lektüre des Artikels Mainz aus MGG2S unbedingt erwartet.
Literatur: Adam Gottron, Mainzer Musikgeschichte von 1500 bis 1800 (= Beiträge zur Geschichte der Stadt Mainz 18), Mainz 1959.

Popmusik 1960 - 1980, T. Untucht
2-std., Di 12-14

Die Popmusik, die mittlerweile ihren festen Platz in unserem täglichen Leben besitzt, war lange Zeit ein vernachlässigtes Teilgebiet innerhalb der Musikwissenschaft. Nicht selten setzten sich andere Disziplinen mit dem Phänomen Popmusik auseinander, während Vertreter der Musikwissenschaft mit ihrer musikanalytischen Vorgehensweise oft zu dem Schluss kamen, dass Form und Inhalt des Betrachtungsgegenstandes mit der so genannten "Ernsten Musik" nicht mithalten könnten. Aus solchen Schlussfolgerungen geht hervor, dass die Musikwissenschaft traditionell gewachsene und für richtig befundene Maßstäbe an die Popmusik angelegt hat. Allerdings ist zu fragen, ob sie sich an eben diesen Maßstäben überhaupt messen lassen kann und will, oder ob diese Maßstäbe nicht zumindest modifiziert werden müssen, um dem Gegenstand gerecht werden zu können. Dazu ließen sich folgende Fragen stellen und untersuchen: Wie ist die Musik selbst gemacht? Warum ist sie so, wie sie ist? Was und wen will sie erreichen? In welchem musikalischen, sozialen, politischen oder marktwirtschaftlichen Kontext steht sie? Was ist ihre Philosophie oder ist sie selbst Philosophie? Ist Popmusik Kunst oder Kommerz? Welche Rolle spielen die technischen Möglichkeiten zu ihrer Realisierung? Lassen sich einheitliche Maßstäbe überhaupt ansetzen?
Inhaltlich wird es um die Entwicklung der Popmusik seit dem Ende des zweiten Weltkrieges gehen. Ausgehend vom amerikanischen Rock 'n' Roll der 1950-er Jahre und der Politisierung der amerikanischen Popmusik in den 1960-er Jahren soll dann der Schwerpunkt auf die Entwicklung in Großbritannien gelegt werden. Hier wäre z.B. auch zu untersuchen, ob und inwieweit sich Parallelen zur traditionell klassischen Musik belegen lassen und welche Schlussfolgerungen daraus gezogen werden können. Da es im Regelfall kein Notenmaterial gibt, wird bei den Studierenden selbständige und intensive Höranalyse vorausgesetzt.
Literatur: Flender, Reinhard / Rauhe, Hermann: Popmusik. Aspekte ihrer Geschichte, Funktion, Wirkung und Ästhetik, Darmstadt 1989.

Filmmusik: eine Einführung an Beispielen, Chr. Hust
2-std., Di 14-16

Anhand zahlreicher Beispiele wollen wir uns mit dem Phänomen "Musik und Film" im historischen Überblick beschäftigen. Intensivere Auseinandersetzungen mit Friedrich Wilhelm Murnaus Nosferatu: Eine Symphonie des Grauens (1921) und Stanley Kubricks 2001: A Space Odyssey (1968) werden ergänzt von Themenstellungen wie Leitmotivik in der Filmmusik, Rekonstruktion der Musik zu Stummfilmen, Musik in NS-Propagandafilmen, Musik zu Genrefilmen und ihren Parodien etc.Wer sich vorab einarbeiten möchte, sei auf die einschlägigen Artikel in MGG und NGroveD sowie auf die relevanten Kapitel in der Geschichte des internationalen Films (hrsg. von Geoffrey Nowell-Smith, Stuttgart/Weimar 1998) verwiesen.

Kurt Weill, A. Mungen
2-std., Mi 12-14

Das Seminar behandelt den Lebensweg eines Komponisten, der ins Exil gehen musste und dessen Werk von der Emigration wesentlich beeinflusst wurde. Als in Dessau geborener Jude war Weill 1933 gezwungen Deutschland zu verlassen. Über die erste Exilstation Paris kam er 1935 in die USA, wo er auf ein ihm kulturell fremdes, aber reizvolles Umfeld stieß. Weills Konzeption des Musiktheaters von den Anfängen in Berlin (Der Protagonist) über den Welterfolg der Dreigroschenoper bis hin zu seiner Auseinandersetzung mit den Gattungen der Oper (Street Scene), des Musicals (Lady in the Dark) und des Films in den USA steht im Mittelpunkt des Seminars. Besondere Berücksichtigung bei der Behandlung seines Werkes finden zum einen Weills gattungs- und medienübergreifender Ansatz sowie zum anderen die herausragende musikdramaturgische Stellung, die der Song in allen genannten Gattungen einnimmt.

Musikinstrumente - Klang- und Spektralanalyse, Träger und Vermittler von Stimmungen, H. Kupper
2-std., Do 14-16

Die Teilnehmer erarbeiten die Charakteristika ausgewählter Instrumente und stellen sie in einem Referat vor. Dazu verwenden sie
1. entsprechende Literatur, z.B. zur Geschichte der Instrumente, zum typischen Tonbereich und typischen Einsatz, zur Kombination mit anderen Instrumenten, zur psychologischen Wirkung - und bestimmten
2. mit einem Computerprogramm über eine Klang- und Spektralanalyse die den Instrumenten eigenen Obertonreihen. Hierfür stehen ihnen PC und die Software WaveLab zur Verfügung.

Claudio Monteverdis Opern, P. Niedermüller
2-std., Do 16-18

Die Entstehung und Entwicklung der frühen Oper stellt eines der erstaunlichsten und faszinierendsten Phänomene der Musikgeschichte dar, da hier binnen kürzester Zeit ein ganzes Bündel absolut neuer ästhetischer Ziele relevant wird (insbesondere der Gedanke, der musikalische Interpret verkörpere ganz klar eine bestimmte Rolle). Im Seminar sollen die drei erhaltenen Opern Claudio Monteverdis (L'Orfeo, Il ritorno d'Ulisse in patria sowie L'incoronazione di Poppea) das Arianna-Fragment sowie einige ausgewählte Kompositionen aus den Madrigali guerrieri et amorosi als Dokumente dieses musikhistorischen 'Paradigmenwechsels' interpretiert werden. Eine einheitliche heuristische Methode kann und soll hierbei nicht vorgegeben werden. Vielmehr werden die verschiedensten Ansätze (musikalische Analyse etwa ebenso wie diskursgeschichtliche Erklärungsmodelle) diskutiert werden. Diese Material- wie Methodenfülle setzt voraus, daß sich die Teilnehmer des Seminars vor dem Semester mit dem Gegenstand vertraut machen, neben anderem wird die Lektüre der einschlägigen Kapitel in Gary Tomlinson, Monteverdi and the end of the renaissance, Oxford 1987, dringend empfohlen. Grundkenntnisse der italienischen Sprache sind ausdrücklich erwünscht.


Hauptseminare

Musikpädagogik im 19. Jahrhundert, A. Beer, L. Striegel (FB 25)
2-std., Di 8-10

Das Hauptseminar wird mit Hilfe ausgewählter Quellen (z.B. theoretische Texte, Instrumentalschulen) musikpraktische und musikhistorische Gesichtspunkte vor dem Hintergrund der jeweiligen soziologischen Rahmenbedingungen verbinden.

Mathematische Musiktheorie, A. Gräf
2-std., Mi 12-14, in den Räumen der Musikinformatik

Musik und Mathematik - geht das zusammen? Neuere Entwicklungen in der mathematischen Musiktheorie eröffnen der Musikwissenschaft ein Instrumentarium, mit dessen Hilfe einige Aspekte von Musik einer exakten Beschreibung zugänglich werden. Dabei soll es nicht darum gehen, im Sinne eines reduktionistischen Ansatzes Musik auf ein reines "Zahlenspiel"oder allgemeiner die Anwendung formaler mathematischer Regeln zu reduzieren. Die mathematische Musiktheorie kann jedoch zum Verständnis der Gesetzmäßigkeiten beitragen, denen musikalische Strukturen zu Grunde liegen. Einige wichtige Problemstellungen und Ansätze dieses Forschungsgebietes sollen im Seminar anhand ausgewählter Texte erarbeitet und diskutiert werden.

Così fan tutte, La clemenza di Tito, Die Zauberflöte: Mozarts letzte Opern im Spannungsfeld von Gattungsnorm und Individualität, R. Wiesend
2-std., Do 8-10

Die genannten Werke werden mit Recht zumeist als singuläre Schöpfungen rezipiert. Andererseits sind sie unübersehbar auch von den Gattungsnormen der Zeit geprägt (Opera buffa, Opera seria, Singspiel).Aufgabe des Seminars wird sein, im Bewußtsein dieser Polarität die Werke neu zu sehen, auch unter Heranziehung der Produktion von Zeitgenossen.

Von Marokko bis Oman – eine einheitliche arabische Musikkultur? (mit Audio- und Videodemonstrationen), Issam El Mallah
Blockseminar, 1. Termin: 08.11., 14-18, 2. Termin: 09.11., 10-14

Die 22 Staaten, die derzeit die Arabische Liga bilden, bedecken eine Fläche von knapp 14 Mio. qkm. Sie erstrecken sich von Marokko im Westen bis Oman im Osten und werden von über 272 Mio. Einwohnern bevölkert. Obwohl die Politiker nicht müde werden zu betonen, dass der arabische Raum eine kulturelle Einheit bilde, kann für die Wissenschaft von dieser "Einheit" zumindest bezüglich der Musikkultur keine Rede sein. Anhand verschiedener Audio- und Videobeispiele wird demonstriert, dass es gravierende Unterschiede beim Tonsystem, den Skalen, den Rhythmen, den Musikinstrumenten, den einzelnen Musikgattungen, beim Tanz und sogar in der Sprache gibt, denn im arabischen Raum wird keineswegs nur Arabisch gesprochen. Das Hauptseminar wird die wesentlichen Unterschiede - aber auch die Gemeinsamkeiten - zwischen den einzelnen arabischen Musikkulturen herausarbeiten.


Oberseminar

Besprechung von Magister- und Promotionsarbeiten, R. Wiesend, A. Beer, J. Blume, U. Kramer, Chr.-H. Mahling, L. Striegel
2-std., Mi 14-16

Vorstellung von im Entstehen befindlicher Staatsexamens-, Magister- und Doktor-arbeiten; Diskussion ausgewählter wissenschaftlicher Fragestellungen; evtl. Gastvorträge.


Übungen

Einführung in die Musikwissenschaft, Th. Hindrichs
2-std., Fr 8-10

Die Teilnahme an dieser Übung ist für Studienanfänger verpflichtend und soll den Studierenden Techniken des wissenschaftlichen Arbeitens - in erster Linie für das Anfertigen von Referaten und Hausarbeiten - vermitteln. Dazu gehören vor allem Fragen des Sammelns von Informationen (Recherche), des Aufbereitens von Informationen (Konzeption, Gliederung, Quellenkritik) und des Vermittelns von Informationen (sprachliche und formale Präsentation von Referat und Hausarbeit). Weiterhin sollen die Studierenden lernen, mit Nachschlagewerken, Bibliographien, Handbüchern, thematischen Katalogen, Gesamt- und Denkmalsausgaben zu arbeiten, deren Kenntnis für ein erfolgreiches Studium unentbehrlich ist. Schließlich soll das gewählte Studienfach Musikwissenschaft hinsichtlich seiner historischen Entwicklung, seiner einzelnen Gegenstandsbereiche und Arbeitsfelder sowie seiner Einordnung in einen übergeordneten Zusammenhang von Geistes- bzw. Kulturwissenschaften betrachtet werden. Anforderungen für einen qualifizierten Schein: Erledigung wöchentlicher Übungsaufgaben, Klausur.
Literatur: Nicole Schwindt-Gross, Musikwissenschaftliches Arbeiten. Hilfsmittel - Techniken - Aufgaben (= Bärenreiter Studienbücher Musik 1), Kassel usw. 1999H. Bruhn, H. Rösing (Hrsg.), Musikwissenschaft. Ein Grundkurs, Hamburg 1998Joseph Kerman, Contemplating Music. Challenges to musicology, Cambridge 1985.

Harmonielehre II, St. Münch
1-std., Mo 14 st.-14.45

Inhalt: Praxis und Theorie des vierstimmigen Satzes (Harmonisierung von Melodien im Kernbereich der Haupt- und wichtigsten Nebenfunktionen)Harmonielehre II: Erweiterung der Kadenz: Non, Undezim-, Tredezim-Akkorde, verminderter Septakkord, "Neapolitaner", Gegenklänge und Medianten; Zwischendominanten, Ausweichungen; diatonische/ funktionale Modulation; harmonische Analysen an ausgewählten Beispielen.
Teilnahmevoraussetzungen: Die Teilnahme ohne qualifizierten Schein aus Harmonielehre I ist nur nach vorheriger Rücksprache möglich. Vorausgesetzt werden zwingend die in der Studienordnung geforderten Grundkenntnisse in Harmonielehre, Lesen und Schreiben in den gängigen Schlüsseln, sicheres Wissen und Erkennen der Intervalle, Spielen eines akkordfähigen Instrumentes. Erwerb des qualifizierten Scheines durch mehrere kleinere Hausarbeiten und Abschlussklausur.
Literatur:Thomas Krämer, Harmonielehre im Selbststudium, Wiesbaden 1997Thomas Krämer, Lehrbuch der harmonischen Analyse, Wiesbaden 1997

Gehörbildung II, St. Münch
1-std., Mo 14.45-15.30

Inhalt: Fortsetzung der Übungen aus Gehörbildung I; Training des erkennenden Hörens musikalisch relevanter Ordnungszusammenhänge in folgenden Abteilungen:Rhythmus, Intervalle simultan/sukzessiv im nicht-tonalen Kontext, Akkordhören/Funktionen hören, Akkordaufbau, Akkordverbindungen, tonales (Stufen-)Hören mit chromatischen Zwischenstufen.Teilnahmevoraussetzungen: Teilnahme nur mit bestandenem Schein Gehörbildung I (Ausnahmen nur nach Rücksprache). Klausur am Ende des Semesters.Literatur: R. Mackamul, Lehrbuch d. Gehörbildung, Bd I: Elementare Gehörbildung, Kassel 1969, U. Kaiser, Gehörbildung. Satzlehre – Improvisation – Höranalyse, 2 Bde., Kassel 1998.

Kontrapunkt I, St. Münch
1-std., Mo 15.30-16.15

Inhalt: Die Übung vermittelt und trainiert die klanglichen und rhythmischen Grundgegebenheiten von Melodiebau und zweistimmiger vokaler Konstruktion nach den stilistischen Vorgaben des 16. Jahrhunderts (Klassische Vokalpolyphonie). - Nur für StudentInnen mit Hauptfach Musikwissenschaft.Teilnahmevoraussetzungen: Die Teilnahme setzt zwingend die in der Studienordnung geforderten Grundkenntnisse in Harmonielehre, Lesen und Schreiben in den gängigen Schlüsseln, sicheres Wissen und Erkennen der Intervalle, Spielen eines akkordfähigen Instruments voraus. Erwerb des qualifizierten Scheines durch mehrere kleinere Hausarbeiten und Abschlussklausur.
Literatur: Dietrich Manicke, Der polyphone Satz Teil I: Grundlagen & Zweistimmigkeit, Köln 1965.

Kontrapunkt III, St. Münch
1-std., Mo 16.45-17.30

Inhalt: Basierend auf den in den Kursen I und II erworbenen satztechnischen Kenntnissen zum Vokalsatz sollen drei- und vierstimmige Sätze in den üblichen vokalen und instrumentalen Formen (Liedsatz; Motette; Kanon; Invention; Fuge etc.) verschiedener stilistischer Ausrichtungen geübt werden. - Nur für StudentInnen mit Hauptfach Musikwissenschaft.Teilnahmevoraussetzungen: Teilnahme nur mit bestandenen Scheinen der Kurse Kontrapunkt I + II (Ausnahmen nur nach Rücksprache). Zum Erwerb des qualifizierten Scheines sind während des Semesters mehrere kleinere und eine abschließende schriftliche Hausarbeit zu bewältigen.
Literatur: Dietrich Manicke, Der polyphone Satz, Teil II: Zwei- und Dreistimmigkeit, Köln 1979.

Instrumentation, St. Münch
1-std., Mo 17.30-18.15

Inhalt: Praktische Übungen zum orchestralen und kammermusikalischen Satz. Begleitend hierzu musikgeschichtliche Übungen zu Orchestertypen und deren Besetzungen sowie zur Instrumentationslehre im 18.-20. Jahrhundert. Teilnahmevoraussetzungen: keine.Erwerb des qualifizierten Scheines durch Bewältigung verschiedener kleinerer Instrumentationsaufgaben während des Semesters und einer Abschluss-Arbeit am Semesterende.siehe auch besondere Ankündigung!
Literatur:Erpf, Hermann: Lehrbuch der Instrumentation und Instrumentenkunde, Mainz 1959 u.ö.Pape, Winfried: Instrumentenhandbuch Streich-, Zupf-, Blas- und Schlaginstrumente in Tabellenform, Köln 1971 u.ö.

Formenlehre: Elementare und Lied-Formen, St. Münch
1-std., Do 10 s.t.-10.45

Inhalt: Formenlehre auf der Ebene der Grundformen musikalischen Gestaltens (Motiv, Thema usw.). Vorgestellt und geübt wird das Zusammenspiel von Motivik, Harmonik, Rhythmik, Taktgruppenbildung und musikalischer Interpunktion in vier-, acht- und sechzehntaktigen "Sätzen" (exemplarisch: die Formtheorien des 18. Jahrhunderte, z.B. H. Chr. Koch). Größere, zusammengesetzte Formen (Lied- und Rondoformen).Im Anschluss an diese musiktheoretischen Übungen werden in einem formgeschichtlichen Teil die Besonderheiten der Formbildung (Harmonik, thematisch-motivische Prozesse) im 18., 19. und 20. Jahrhundert erarbeitet.
Teilnahmevoraussetzungen: Die Teilnahme an der sich insbesondere an Studienanfänger richtenden Übung setzt zwingend die in der Studienordnung geforderten Grundkenntnisse in Harmonielehre, Lesen und Schreiben in den gängigen Schlüsseln, sicheres Wissen und Erkennen der Intervalle, Spielen eines akkordfähigen Instruments voraus. Zum Erwerb des qualifizierten Scheines sind während des Semesters mehrere kleinere Hausarbeiten und eine abschließende Klausur am Semesterende zu schreiben.
Literatur: Clemens Kühn, Formenlehre der Musik, Kassel 1987.

Formenlehre: Sonaten-Formen, St. Münch
1-std., Do 11 s.t.-11.45

An ausgewählten Beispielen wird die historische Entwicklung der Sonatenform nachgezeichnet und das historisch Neue der Gattung herausgearbeitet. Daneben wird die Entstehung der "Sonate"als Gattung in der Geschichte der Formenlehre unter Einbeziehung bedeutender Form-Theoretiker behandelt.
Teilnahmevoraussetzungen: Die Teilnahme setzt zwingend die in der Studienordnung geforderten Grundkenntnisse in Harmonielehre, Lesen und Schreiben in den gängigen Schlüsseln, sicheres Wissen und Erkennen der Intervalle, Spielen eines akkordfähigen Instruments voraus. Zum Erwerb des qualifizierten Scheines sind während des Semesters mehrere kleinere Hausarbeiten und eine abschließende Klausur am Semesterende zu schreiben.
Literatur: Clemens Kühn, Formenlehre der Musik, dtv/Bärenreiter, München/Kassel 1987, Charles Rosen, Sonata Forms, London 1988.

Generalbass I, B. Zosel
1-std.
Kurs A: Mi 16 s.t.-16.45
Kurs B: Mi 17.30-18.15

Die grundlegenden Elemente des barocken Tonsatzes und die Prinzipien der Generalbassbezifferung werden anhand fortschreitender Übungen nahegebracht. Diese Übungen beinhalten das Aussetzen bezifferter Bässe sowie umgekehrt das beziffern zwei- oder mehrstimmiger Musik. Da das Spiel am Tasteninstrument im Vordergrund steht, sind grundlegende klaviertechnische Fähigkeiten unerlässlich.
Empfohlene Literatur: Kolneder, Walter: Schule des Generalbassspiels, 2 Bände, Wilhelmshafen, 1986 Keller, Hermann: Schule des Generalbass-Spiels, Kassel 1931

Partiturspiel I, B. Zosel
1-std.
Kurs A: Mi 16.45-17.30
Kurs B: 18.15-19.00

Dieser Kurs beschäftigt sich mit zwei elementaren Problemen, deren Beherrschung das Spiel größerer Partituren voraussetzt: "alte" Schlüssel und transponiert notierte Instrumente. Letztgenanntes wird gleichzeitig mit instrumentenkundlichem Wissen verbunden. Die geeigneten Lesetechniken sollen am Klavier und schreibend an ausgewählten Literaturbeispielen geübt werden. Als Ziel ist das Spiel vierstimmiger Musik ins Auge gefasst.

Notationskunde I, U. Kramer
2-std., Mo 10-12

Die Übung Notationskunde I befasst sich mit den verschiedenen Notationsformen vom 12. - 16. Jahrhundert: Neumen, Dasia-Notation, Modal- und Mensuralnotation. Neben dem Problem der Übertragung dieser Musik in die heutige Standardnotation soll die Übung auch den musikhistorischen und -sozialen Bezug herstellen. Zur Teilnahme an der Übung sind keine Vorkenntnisse nötig, auch die Kenntnisse aus der Übung Notationskunde II des letzten Semesters werden nicht vorausgesetzt.
Literatur: Hans Heinrich Eggebrecht, Die Musik im Abendland, München 1991, Willi Apel, Die Notation der polyphonen Musik 900 - 1600, Leipzig 1962.

Mainzer Spielplan. Werkeinführungen zu aktuellen Aufführungen, R. Wiesend
2-std., Mo, 12-14

Besprechung von konzertanten und musiktheatralischen Werken in aktuellen Produktionen in Mainz und Umgebung. Es werden gemeinsam fundierte Einführungen zu Werken erarbeitet, die auf den aktuellen Theater- und Konzertspielplänen von Mainz und Umgebung stehen. Ziel ist die Erweiterung von Repertoirekenntnissen und das Einüben von Techniken der Literaturfindung und des Beschreibens von Werken. Ein gemeinsamer Besuch der Aufführungen wird angestrebt.

MIDI-Programmierung, H. Kupper, A. Gräf
2-std., Do 12-14, in den Räumen der Musikinformatik

Seit ca. 1980 ist MIDI ("Musical Instrument Digital Interface") das wichtigste Standard-Format zur Speicherung und Übertragung von Musik in symbolischer Form. Eine MIDI-fähige Soundkarte gehört heute zur Grundausstattung von PCs. Damit wird es nicht nur möglich, MIDI-Dateien abzuspielen, aufzuzeichnen und mit Standard-Software wie z.B. Notations-Werkzeugen und Sequencern zu bearbeiten. Mittels Programmierung des PCs können Musikstücke auch auf mannigfaltige Weise analysiert, transformiert und erzeugt werden. Ziel der Übung ist eine Einführung in die MIDI-Programmierung anhand einiger einfacher Anwendungsbeispiele mit praktischen Übungen am PC.

Grundlegende Texte zur Musiksoziologie, P. Niedermüller
2-std., Fr 10-12

Während die Musikwissenschaft theoretische Vorüberlegungen und Diskussionen insgesamt eher scheut, hat eines ihrer Gebiete, die Musiksoziologie, es stets zu einer veritablen Theoriebildung gebracht. Es handelt sich hier keineswegs um einen marginalen Zufall. Wer sich auf die Diskussion gesellschaftlicher Zusammenhänge einlässt, muss sich seinen gesellschaftlichen Insider-status eingestehen, muss die eigenen Überzeugungen thematisieren. So besehen verwundert es auch nicht, dass etwa Theodor W. Adornos Einleitung in die Musiksoziologie. Zwölf theoretische Vorlesungen (Frankfurt am Main 1962) nichts weniger ist als ein Vademecum empirischer Sozialforschung. Adorno will den Blick schärfen für eine kritische (und das heißt hier dezidiert politische) Analyse gesellschaftlichen Handelns. Christian Kadens über 20 Jahre später erschienene Musiksoziologie (Berlin 1984) steht Adorno zwar in vielen Punkten kritisch gegenüber (was schon die Rehabilitierung der Empirie zeigt); beide Autoren verbindet aber das klare Bedürfnis, grundlegende Strukturen kultureller Zusammenhänge aufzudecken. – Die auszugsweise Lektüre und Exegese von Adornos und Kadens Schriften soll im Mittelpunkt stehen, zusätzlich sind aber auch andere Textvorschläge erwünscht!


Besonderer Hinweis

PROJEKT "Instrumentation im WS 2002/2003"

Was? Geplant ist, im Rahmen der regulären Veranstaltung Instrumentation Melodramen (d.h. Kompositionen für SprecherIn mit Klavierbegleitung) für Kammerensemble zu instrumentieren, einzustudieren und am Ende des Wintersemesters 2002/03 aufzuführen und zu moderieren (z.B. Sports et divertissements von Erik Satie; Enoch Arden von Richard Strauss u.a.).

Für wen? Für Teilnehmer der Lehrveranstaltung Instrumentation (zum regulären Schein-Erwerb; die instrumentale Mitwirkung ist obligatorisch) und gleichermaßen für interessierte StudentInnen des Musikwissenschaftlichen Instituts mit orchesterfähigem Instrument (Instrumental-Beteiligung).

Wann? Wo? Lehrveranstaltung / Proben regulär montags, 16.30–17.15 Uhr (ab: 28.10.2002)
Vorbesprechung für alle Interessierten: Montag,0 4.11.2002, 16.30 Uhr Muwi-Musiksaal
Intensive Proben-Phase: Freitag, den 07.02.2003 / Samstag, 08.02.2003
Aufführungstermin: Konzert am Donnerstag, 13.02.2003, evtl. im Foyer/Seitenflügel der PhilFak (Gang unterhalb des Muwi-Institutes) oder Alte Mensa