Lehrveranstaltungen im WS 00/01

Vorlesungen

W.A. Mozart und die Oper, R. Wiesend
2-std., Do 11-13

Die Vorlesung sucht vor allem zwei Zugangsweisen zu akzentuieren: Für viele gelten Mozarts Opern, insbesondere die letzten sieben ab dem „Idomeneo“, als Inbegriff der Oper, zumindest des 18. Jahrhunderts. Der unbestrittene Rang soll durch Betrachtungen ausgewählter Szenen verdeutlicht werden. Eine andere Perspektive eröffnet z. B. die Opernforschung, die Mozarts lebenslange Beschäftigung mit der Gattung in einen weiteren Kontext stellt und die die operngeschichtliche Rolle seiner Werke möglicherweise etwas differenzierter sieht als mit dem verklärenden Blick auf Meisterwerke. 

Musikgeschichte im Überblick II: 15. bis 17. Jahrhundert, A. Beer
2-std., Di 11-13

Fortsetzung der Musikgeschichtsvorlesung vom SS 2000, in der es um die Zeit von der Antike bis zum Mittelalter ging. Thema sind die musikhistorischen Grundlagen der Zeit, die wichtigsten Namen, Gattungen und Fakten, von denen man wenigstens schon einmal gehört haben sollte. 

Systematische Vorgehensweise bei der Entwicklung einer Multimedia-Präsentation an Hand des Themas Vogelmusik, H. Kupper
2 std., Do 13-15

Multimedia-Anwendungen – Präsentationen und Wissensvermittlung mit der Möglichkeit, alle medialen Formen (Text, Sprache, Ton, Bild, Film) auf einem einzigen Gerät, nämlich dem PC, einzusetzen und sie interaktiv zu steuern – bedürfen einer sorgfältigen und systematischen Entwicklung. Diese wird beispielhaft an dem musikwissenschaftlichen und interdisziplinären Thema "Gesang der Vögel" vorgestellt. Rufe und Gesang von Vögeln (z.B. Kuckuckruf, Nachtigall- und Amselgesang) haben immer wieder den (aufmerksamen) Hörer fasziniert und darüber hinaus Komponisten angeregt. So ergeben sich für die Vorlesung mehrere Lernziele: Kennen lernen


Proseminare

Heinrich Schütz: Die Historien, R. Wiesend
2-std., Di 16-18

Innerhalb seinen langen Wirkens hat Heinrich Schütz immer wieder Werke komponiert, die sich unter dem Sammelbegriff der Historia fassen lassen, wie die Auferstehungshistorie (1623), die „Sieben Worte“, die Weihnachtshistorie (1664) und die Passionshistorien der 1660-er Jahre. An den heute wieder viel aufgeführten Werken werden vor allem Fragen der musikalischen Gestaltungsmöglichkeiten, der historischen Grundlagen sowie der Überlieferung der Werke behandelt. 

Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten, A. Beer
2-std., Di 9-11

Das Proseminar ist als praktische Umsetzung dessen gedacht, was in der Übung Einführung in die Musikwissenschaft behandelt wird. Mit anderen Worten: Literatur und Quellen, die man vielfach nur vom Namen her kennt, sollen einmal wirklich und ernsthaft benutzt werden. Darüber hinaus sollen natürlich auch grundsätzliche Fragen und Probleme – sie werden sich mit Sicherheit ergeben – besprochen werden. Voraussetzung für die Teilnahme ist die Absolvierung der Übung Einführung in die Musikwissenschaft. 

Die Alamire-Codices, P. Niedermüller, 2-std.
Mi 13-15

Almire-Codex

Diese Abbildung (eine Seite aus B-Br IV 922) zeigt die verschiedenen Gestaltungsweisen, wie sie die rund 50 erhaltenen Prachthandschriften aufweisen, die zu Beginn des 16. Jahrhunderts in der Werkstatt Pierre Alamires (alias Peter Imhoff) für den Hof Kaiser Karls V. und sein Umfeld entstanden: Der dem Tenor eingeschriebene Text kommentiert die Musik, nennt den cantus prius factus Ecce panem. Die Illumination verdeutlicht diesen überdies bildlich. Das ganze erscheint in einer beinahe grotesk anmutenden spätgotischen Bilderwelt …

Den Handschriften Alamires wird sich Seminar schrittweise nähern. Am Anfang steht eine Einführung in die Kodikologie. In einem nächsten Schritt wird das musikalische Repertoire (u. a. Kompositionen von Josquin, vor allem aber von Pierre de la Rue) betrachtet, das diese Manuskripte überliefern. Am Ende steht schließlich die Frage, welches Wechselverhältnis zwischen dem überlieferten Repertoire und der Gestalt der Handschrift, besteht, was diese als Symbol der höfischen Kultur verrät.

Schon jetzt sei darauf hingewiesen, dass ein Teil des Seminars voraussichtlich auswärts in der Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek Jena stattfinden wird (Januar 2001). Bei freien Kapazitäten steht diese Tagesexkursion auch externen Teilnehmern offen. Wer dies wünscht, kann in dieser Veranstaltung, bei Wahl einer entsprechenden Hausarbeit, anstelle des Proseminarscheines auch den Schein Notationskunde I erwerben.

Als unverzichtbares Handbuch zu Alamire sei genannt: The Treasury of Petrus Alamire, edited by Herbert Kellman et al., Leuven 1999. 

„Seconda prattica musicale“. Das musikalische Madrigal im späten Cinquecento, P. Niedermüller
2-std., Fr 11-13

Leider keine genauen Inhalte bekannt.

Einführung in die systematische Musikwissenschaft, H. Kupper
2-std., Do 15-17

Folgende Referate sind vorgesehen: 
02.Nov.2000 Gegenstand der Systematischen Musikwissenschaft, Lit: de la Motte, Karbusicky, Dahlhaus.
09.Nov.2000 Was ist Musik? – Auffassung im Laufe der Geschichte, Lit: Musiklexika und Enzyklopädien. 
16.Nov.2000 Philosophisch-Mathematische Grundlagen zu Tonsystemen der Antike, Lit: Diels, Die Fragmente der Vorsokratiker.
23.Nov.2000 Die ethische Kraft der Musik, Lit: Abert, Die Lehre vom Ethos.
30.Nov.2000 Über die physiologischen Ursachen der musikalischen Harmonien, Lit: Helmholtz. 
07.Dez.2000 Würfelmusik als Spiegel der zeitgenössischen Musiktheorie, Lit: C.P.E.Bach, Kirnberger. 
14.Dez.2000 Das musikalische Kunstwerk, Lit: Wiora, Benjamin.
11.Jan. 2001 Arten von Kompositionsbearbeitungen undderen Gründe, Lit: Riedel, Originalmusik und Bearbeitung.
18.Jan. 2001 Musikpsychologie, Lit: de la Motte. 
25.Jan. 2001 Musikästhetik, Lit: Dahlhaus.
01.Feb.2001 Musikalische Begabung, Lit: Dobberstein.
08.Feb.2001 Urteilsbildung, Lit: de la Motte.
14.Feb.2001 Typen musikalischen Verhaltens, Lit: Adorno.
Die interessierten Referent(inn)en tragen sich bitte in der Liste am Schwarzen Brett ein. Die angegebene Literatur ist als ein möglicher Einstieg in den Stoff anzusehen. 

Bohuslav Martinu und die Bedeutung "kosmopolitischer Stilmischung" innerhalb der Musik des 20. Jahrhunderts, D. Philippi
2-std., Do 17-19

Ausgehend von einer Betrachtung des kompositorischen Werdegangs Martinus sollen zunächst die möglichen Einflüsse seiner kulturellen Umgebung umrissen werden. Die biographischen Fakten seines Lebenslaufes richten den Blick hierbei vor allem auf Böhmen, Frankreich und die USA. Konkrete kompositionsstilistische Merkmale der verschiedenen Schaffensphasen sind danach anhand ausgewählter Werke herauszuarbeiten, wobei sämtliche Gattungen seines Oeuvres berücksichtigt werden sollen.

Die auf dem beschriebenen Weg zu beobachtenden künstlerischen Entwicklungen und Ergebnisse kennzeichnen jedoch nicht nur die charakteristische Individualität Martinus, sie kennzeichnen teilweise auch das Schaffen anderer "kosmopolitischer" Komponisten, deren Wirken überwiegend in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts liegt. Die Ermittlung typischer Komponenten dieser Gemeinsamkeiten wird daher gegen Ende des Seminars im Vordergrund des Interesses stehen. 

Zur Musiktheorie im 19. und frühen 20. Jahrhundert: Zwischen Naturwissenschaft, Philosophie und Handwerkslehre, Chr. Hust
2-std., Mi 9-11

In diesem einführenden Proseminar werden markante Fixpunkte einer Theorie der Harmonik und Tonalität zwischen 1800 und circa 1930 betrachtet und Autoren, Texte und Argumentationsschemata thematisiert, deren Kenntnis für musikhistorische Fragestellungen von besonderer Relevanz erscheint. Hierzu zählen Ansätze, die maßgeblich auf naturwissenschaftliche Grundlagen rekurrieren (so bei Ernst Chladni, Hermann von Helmholtz, Arthur von Oettingen oder Victor Goldschmidt), Beispiele der musiktheoretischen Hegel-Rezeption und ihrer Folgen (Adolph Bernhard Marx, Moritz Hauptmann), aber auch die pragmatisch intendierten musikalischen Handwerkslehren des 19. Jahrhunderts. Dabei werden Phänomene und Konzepte wie die Nachwirkungen der Generalbasslehre, die monistische Fundamentbasslehre Simon Sechters, Stationen auf dem Weg zu Hugo Riemanns dualistischer Funktionstheorie (Arthur von Oettingen), deren Simplifizierung zur monistischen Funktionstheorie (Hermann Grabner) und Sonderwege wie der Polarismus Sigfrid Karg-Elerts oder die Überlegungen Ernst Kurths und Heinrich Schenkers untersucht. – Die zu behandelnden Texte werden zu Beginn des Semesters in Kopie ausgelegt. Der Scheinerwerb ist alternativ durch eine Abschlussklausur oder eine Hausarbeit möglich.

Zur einführenden Lektüre eignet sich: Peter Rummenhöller, Musiktheoretisches Denken im 19. Jahrhundert. Versuch einer Interpretation erkenntnistheoretischer Zeugnisse in der Musiktheorie (= Studien zur Musikgeschichte des 19. Jahrhunderts 12), Regensburg: Bosse 1967 [Cb 1650]; als erster Überblick über einzelne Autoren: David Damschroder und David Russell Williams, Music Theory from Zarlino to Schenker. A Bibliography and Guide (= Harmonologia 4), Stuyvesant/NY: Pendragon Press 1990 [Ae 158]. 


Hauptseminare

Ouvertürenkonzeptionen um 1800 am Beispiel Beethovens, R. Wiesend
2-std., Mi 11-13

Um 1800 tritt die Gattung der Ouvertüre in ein entscheidendes Stadium, indem sie einen deutlichen Zuwachs an inhaltlichem Bezug zum folgenden Werk erhält. An den Ouvertüren Beethovens soll diskutiert werden, in welchem Verhältnis zueinander Form und Satztechnik einerseits und Inhaltsbezug andererseits stehen können. 

Die geistlichen Kantaten von Johann Sebastian Bach, A. Beer (gemeinsam mit S. Weyer-Menkhoff)
2-std., Mo 11-13

Leider keine genauen Inhalte bekannt. 

Antikenrezeption im Musiktheater, U. Kramer
2-std.,Di 14-16

Im Augenblick leider noch keine genauen Angabe möglich; Informationen ab 2. Oktober am Schwarzen Brett. 


Oberseminar

Doktorandenkolloquium. Besprechung von Magister- und Promotionsarbeiten, R. Wiesend, A. Beer, J. Blume, U. Kramer, Chr.-H. Mahling, L. Striegel, 2-std., Mi 15-17

Hier werden Arbeiten und Forschungsergebnisse vorgestellt und diskutiert, die zum Abschluss als Magister oder Promotion führen sollen. Außerdem wird über die Forschungsergebnisse abgeschlossener Arbeiten berichtet.


Übungen

Einführung in die Musikwissenschaft, M. Rathey, 2-std.

Die Übung wendet sich insbesondere an Studienanfänger. Wir werden uns mit folgenden Themen beschäftigen:

  • Überblick zum Fach Musikwissenschaft: Entwicklung, Gegenstandsbereiche, Arbeitsfelder und -methoden

  • Kennen lernen wichtiger Hilfsmittel, u.a. Nachschlagewerke, Bibliographien; Handbücher, Zeitschriften, Thematische Kataloge, Gesamt- und Denkmalausgaben

  • Bibliographieren: Suchen und Finden von Quellen und Literatur

  • Technik des wissenschaftlichen Arbeitens: Zitieren, Anlage einer schriftlichen musikwissenschaftlichen Hausarbeit

Anforderungen für einen qualifizierten Schein:

  • Klausur

  • Übungsaufgaben

Literatur:

  • Herbert Bruhn, Helmut Rösing (Hrsg.), Musikwissenschaft. Ein Grundkurs, Hamburg 1998.

  • Konrad Küster, Studium: Musikwissenschaft, (= UTB für Wissenschaft; Uni-Taschenbücher 1905), München 1996.

  • Heinz Lanzke, Wo finde ich Informationen über Musik, Noten, Tonträger, Musikliteratur (= Orientierungshilfen, 22/1, 2a, 2b), Berlin, Bd. 1 1990, Bd. 2a 1992, Bd. 2b 1996.

  • Kurt Oehl und Kristina Pfarr, Musikliteratur im Überblick. Eine Anleitung zum Nachschlagen. Darmstadt 1988.

  • Nicole Schwindt-Gross, Musikwissenschaftliches Arbeiten. Hilfsmittel – Techniken – Aufgaben (= Bärenreiter Studienbücher Musik 1), 4., völlig neu bearbeitete und erweiterte Auflage Kassel usw. 1999. 

Generalbass I, B. Zosel, 1-std.
Kurs A: Mo 8s.t.-8.45
Kurs B: Mo 9.30-10.15

Leider keine genauen Inhalte bekannt.

Partiturspiel I, B. Zosel, 1-std.
Kurs A: Mo 8.45-9.30
Kurs B: Mo 10.15-11.00

Leider keine genauen Inhalte bekannt.

Harmonielehre I, St. Münch, 2-std.
Blockkurs, Mo 13.00-14.30 vom 30.10.2000 bis 18.12.2000

Inhalt: Praxis und Theorie des vierstimmigen Satzes (Harmonisierung von Melodien im Kernbereich der Haupt- und wichtigsten Nebenfunktionen)

Durchführung: Die Veranstaltung kann wahlweise vollständig (I + II) oder teilweise (I oder II) besucht werden (siehe die jeweiligen Anfangstermine der beiden Phasen I und II).

Abschluss: Die Teilnahme an dieser wie an allen musiktheoretischen Übungen setzt unbedingt die in der Studienordnung genannten Grunderfordernisse voraus (Grundkenntnisse in Harmonielehre, Lesen und Schreiben in den gängigen Schlüsseln, sicheres Wissen und Erkennen der Intervalle, Spielen eines akkordfähigen Instrumentes). Zum Erwerb des qualifizierten Scheines sind während des Semesters mehrere kleinere und eine abschließende schriftliche Hausarbeit o.ä. zu bewältigen.

Literatur:

  • Wilhelm Maler, Einführung in die dur-moll-tonale Harmonielehre (eine systematisch angelegte Harmonielehre)

  • Diether de la Motte, Harmonielehre (eine historisch angelegte Harmonielehre)

  • Thomas Krämer, Harmonielehre im Selbststudium, Wiesbaden 1991 (gutes Arbeitsbuch mit Aufgaben- und Lösungsteil)

  • Thomas Krämer, Lehrbuch der harmonischen Analyse, Wiesbaden 1997

  • Walter Salmen und Norbert J. Schneider (Hrsg.), Der musikalische Satz. Ein Handbuch zum Lehren und Lernen, I

Harmonielehre II, St. Münch, 2-std. 
Blockkurs, Mo 13.00 – 14.30 vom 8.1.2001 bis 12.2.2001

Inhalt: Erweiterung der Kadenz: Non-, Undezim-, Tredezim-Akkorde, verminderter Septakkord, „Neapolitaner“, Gegenklänge und Medianten; Zwischendominanten, Ausweichungen; diatonische/funktionale Modulation; harmonische Analysen an ausgewählten Beispielen.

Durchführung: Die Veranstaltung kann wahlweise vollständig (I + II) oder teilweise (I oder II) besucht werden (siehe die jeweiligen Anfangstermine der beiden Phasen I und II).

Abschluss: Die Teilnahme an dieser wie an allen musiktheoretischen Übungen setzt unbedingt die in der Studienordnung genannten Grunderfordernisse voraus (Grundkenntnisse in Harmonielehre, Lesen und Schreiben in den gängigen Schlüsseln, sicheres Wissen und Erkennen der Intervalle, Spielen eines akkordfähigen Instrumentes). Zum Erwerb des qualifizierten Scheines sind während des Semesters mehrere kleinere und eine abschließende schriftliche Hausarbeit o.ä. zu bewältigen.

Literatur: s. Harmonielehre I

Gehörbildung II, St. Münch, 1-std. 
Mo 14.30

Inhalt: Fortsetzung der Übungen aus Gehörbildung I: Training des erkennenden Hörens musikalisch relevanter Ordnungszusammenhänge in folgenden Abteilungen:

Rhythmus, Intervalle simultan/sukzessiv im nicht-tonalen Kontext, Akkordhören (Funktionenhören, Akkordaufbau, Akkordverbindungen), tonales (Stufen-)Hören mit chromatischen Zwischenstufen.

Abschluss: Klausur am Ende des Semesters.

Literatur und Materialien zum eigenen Üben:

  • Wolfgang Breuer, Gehörbildung. (Arbeitsheft, Literaturbeispiele, Cassetten)

  • Clemens Kühn, Gehörbildung im Selbststudium, Kassel/München 1983

  • Roland Mackamul, Lehrbuch der Gehörbildung, Band 1: Elementare Gehörbildung, Kassel 1969

  • Ulrich Kaiser, Gehörbildung. Satzlehre – Improvisation – Höranalyse, 2 Bde., Kassel 1998 

Kontrapunkt I, St. Münch, 1-std.
Mo 15.45

Inhalt: Die Übung vermittelt in Schritten allmählicher Heranführung die klanglichen und rhythmischen Grundgegebenheiten von Melodiebau und zweistimmiger vokaler Konstruktion nach den stilistischen Vorgaben des 16. Jahrhunderts.

Abschluss: Zum Erwerb des qualifizierten Scheines sind während des Semesters mehrere kleinere und eine abschließende schriftliche Hausarbeit o.ä. zu bewältigen.

Literatur:

  • Dietrich Manicke, Der polyphone Satz. Teil 1: Grundlagen und Zweistimmigkeit, Köln 1965

  • Dieter de la Motte, Kontrapunkt

  • Walter Salmen und Norbert J. Schneider (Hrsg.), Der musikalische Satz. Ein Handbuch zum Lehren und Lernen, Innsbruck 1987, S. 41ff.

  • Daniel, Thomas: Kontrapunkt. Eine Satzlehre zur Vokalpolyphonie des 16. Jahrhunderts, Köln 1997

  • zur Vertiefung von Spezialfragen: Knud Jeppesen, Kontrapunkt u. a.

Kontrapunkt III, St. Münch, 1-std.
Mo 16.30

Inhalt: Basierend auf den in den Kursen I und II erworbenen satztechnischen Kenntnissen zum Vokalsatz sollen drei- und vierstimmige Sätze in den üblichen vokalen und instrumentalen Formen (Liedsatz; Motette; Kanon; Invention; Fuge etc.) verschiedener stilistischer Ausrichtung geübt werden.

Abschluss: Zum Erwerb des qualifizierten Scheines sind während des Semesters mehrere kleinere und eine abschliessende schriftliche Hausarbeit o.ä. zu bewältigen.

Literatur: vgl. zu Kontrapunkt I, sowie

  • Dietrich Manicke, Der polyphone Satz. Teil II: Drei- und Mehrstimmigkeit, Köln 1979

  • Grabner, Hermann: Anleitung zur Fugenkomposition, 3. Aufl. Köln o.J.

Formenlehre: Elementare Formen / Liedformen, St. Münch, 1-std.
Do 9.00s.t

Inhalt: Formenlehre auf der Ebene der Grundformen musikalischen Gestaltens (Motiv, Thema usw.). Vorgestellt und geübt wird das Zusammenspiel von Motivik, Harmonik, Rhythmik, Taktgruppenbildung und musikalischer Interpunktion in vier-, acht- und sechzehntaktigen "Sätzen" (exemplarisch: die Formtheorien des 18. Jahrhunderts, z.B. H. Chr. Koch). Größere, zusammengesetzte Formen (Lied- und Rondoformen).

Im Anschluss an diese musiktheoretischen Übungen werden in einem formgeschichtlichen Teil die Besonderheiten der Formbildung (Harmonik, thematisch-motivische Prozesse) im 18., 19. und 20. Jahrhundert erarbeitet.

Die Veranstaltung richtet sich in erster Linie an Studienbeginner bzw. als Startkurs des vierteiligen Formenlehrezyklus.

Abschluss: Zum Erwerb des qualifizierten Scheines sind während des Semesters mehrere kleinere Hausarbeiten zu bewältigen und eine abschließende Klausur am Semesterende zu schreiben.

Literatur:

  • Clemens Kühn, Kompositionsgeschichte in kommentierten Beispielen, Kassel 1998

  • Clemens Kühn, Formenlehre der Musik, Kassel 1987

  • Wolfgang Budday, Grundlagen musikalischer Formen der Wiener Klassik, Kassel 1983

  • Herwig Knaus / Gottfried Scholz, Formen in der Musik, 2 Bde., Wien 1988 bzw. 1989

Formenlehre: Sonaten-Formen St. Münch, Do 10.00 s.t. – 10.45

Inhalt: An ausgewählten Beispielen wird die historische Entwicklung der Sonatenform nachgezeichnet und das historisch Neue der Gattung herausgearbeitet. Die Bewältigung der als "Sonate" bezeichneten Werke als Form-Gattung soll unter Einbeziehung namhafter Form-Theoretiker aus geschichtlichem Blickwinkel versucht werden.

Abschluss: Zum Erwerb des qualifizierten Scheines sind während des Semesters mehrere kleinere Hausarbeiten zu bewältigen und eine abschließende Klausur am Semesterende zu schreiben.

Literatur u.a.:

  • Clemens Kühn, Formenlehre der Musik, dtv/Bärenreiter: München u. Kassel 1987 u.ö.

  • Charles Rosen, Sonata Forms, London 1988

Notationskunde I

Anstelle des Proseminarscheines kann in dem Proseminar Die Alamire-Codices auch der Schein Notationskunde I erworben werden.


Exkursion

Im Rahmen des Proseminars Die Almire-Codices wird voraussichtlich im Januar 2001 eine Exkursion nach Jena stattfinden. Bei freien Kapazitäten steht diese Tagesexkursion auch externen Teilnehmern offen.


Hinweis auf zusätzliche Veranstaltungen

Am germanistischen Institut wird folgender Lektürekurs angeboten, der auch für Musikwissenschaftler von Interesse sein könnte. Allerdings kann in dieser Veranstaltung kein musikwissenschaftlicher Schein erworben werden.

Musik und Sprache um 1700, M. Rathey, 2-std.
Mi 11-13 Gesangbucharchiv, Forum Universitatis 3, Raum 00-329

Das Verhältnis von Musik und Sprache, von Wort und Ton, war eines der zentralen Probleme von Poetik und Musiktheorie des 17. Jahrhunderts. Sensibilisiert durch das Sprachverständnis von Humanismus und Reformation und später angeregt durch die Überlegungen zur "Deutschen Poeterey" von Martin Opitz und die sich allerorten bildenden Sprachgesellschaften entstanden ab 1600 vielfältige Reflexionen zu dieser Fragestellung. Einer der wichtigsten Autoren, der gegen Ende des 17. Jahrhunderts viele dieser Überlegungen bündelte und durch eigene Bewertungen ergänzte, war Johann Georg Ahle (1651-1706).

Ahle, gleichermaßen Dichter wie Komponist, bemüht sich in seinen Schriften um einen Brückenschlag zwischen Poetik und Kompositionslehre. Sein Verständnis des Komponisten als "Melopoet", das er in seinen Abhandlungen entwickelt, macht deutlich, wie eng Sprache und Musik bei ihm miteinander verknüpft sind.

In der Übung sollen Ahles Texte zu Dichtung und Musik in gemeinsamer Lektüre erarbeitet und mit Beispielen der zeitgenössischen Vokalmusikproduktion verglichen werden. Da sich Ahles Texte im Schnittpunkt der Disziplinen Germanistik, Theologie und Musikwissen­schaft bewegen, ist die Teilnahme von Studierenden aus allen drei Fächern wünschenswert.

Die Texte werden zu Beginn des Semesters als Kopiervorlagen zur Verfügung gestellt.

Als vorbereitende Lektüre wird empfohlen: Walter Dürr, Sprache und Musik. Geschichte – Gattungen – Analysemodelle, Kassel u.a. 1994 [=Bärenreiter Studienbücher  Musik, Band 7]