Sommersemester 2012

Übersichtsplan

Vorlesung - Proseminar - Hauptseminar - Oberseminar - Übung

 

 

Zeit Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag
8.00

 

Form und musikalischer Satz Historische Satzlehre II Repertoirekunde Notationsformen neuzeitlicher Vokalmusik  
9.00

 

10.00

 

Musikgeschichte I Das Musikverlagswesen zur Zeit der Wiener Klassik Methoden der Musikwissenschaft Die Oktatonik Psychoakustik Einführung in die Musikinformatik
11.00

 

12.00

 

Proseminar zur Vorlesung Musikgeschichte I Das Musikverlagswesen zur Zeit der Wiener Klassik Geschichte der Schauspielmusik Einführung in die Musikwissenschaft Musik und Lyrik Multimedia
13.00

 

14.00

 

Historische Satzlehre IV Musikästhetik des 20. Jahrhunderts Oberseminar Musikwissenschaft Popmusik als Praxis Einführung in die musikalische Analyse nach Heinrich Schenker Wagner am Mittelrhein – Vorbereitungen auf das Wagnerjahr 2013
15.00
16.00

 

Johann Sebastian Bachs Lautenmusik Musikwissenschaft im Forschungsdiskurs Form und Analyse Methoden der Musikwissenschaft: Hector Berlioz in seiner Zeit
17.00
18.00       Das Schreiben von Programmhefttexten  
19.00

In Zusammenhang mit der Vorlesung bzw. dem Proseminar zur Geschichte des Musikverlagswesens wird von Herrn Beer zudem eine Exkursion angeboten.

Vorlesungen

Das Musikverlagswesen zur Zeit der Wiener Klassik, A. Beer
2-std., Di 10:15-11:45

Die Geschichte des Musikverlagswesens nimmt in der musikgeschichtlichen Literatur nur eine allenfalls marginale Stellung ein; auch existieren bislang nur wenige Spezialstudien, die sich dem Gewerbezweig zuwenden oder einzelne Verlagsfirmen in den Fokus stellen. Dabei ist die Wechselwirkung von musikalischem Schaffen und der Veröffentlichung und Distribution musikalischer Werke gerade in der Zeit der Wiener Klassik ein Phänomen, dessen Auswirkungen in vieler Hinsicht beträchtlich sind. Die Vorlesung wird die Entwicklungslinien des Verlagswesens aufzeigen und sich weiterhin speziellen Fragestellungen (Umgangsformen, Honorar- und Rechtsfragen, Distributionsmechanismen, Titelblattgestaltung, Verlagsprogramme etc.) zuwenden.

Vorlesung Musikgeschichte I, K. Pietschmann
2-std., Mo 10:15-11:45

Die Vorlesung bietet einen Überblick über die zentralen Stationen und Verläufe der Musikgeschichte von der Antike bis ins späte Mittelalter. Dabei werden die Grundlagen der Musiktheorie, Musikanschauung und Komposition ebenso zu verfolgen sein wie quellenkundliche Fragen, Aspekte der Aufführungspraxis und die Historiographie.
Im begleitenden Proseminar sollen die einzelnen Stationen der Vorlesung anhand von exemplarischen Werk- und Quellenbetrachtungen vertieft werden.

Musikästhetik des 20. Jahrhunderts, G. zur Nieden
2-std., Di. 14:15-15:45

Die Musikästhetik, die sich traditionell mit der Frage des Schönen in der Musik aber auch mit Spezifiken ästhetischen Urteilens hinsichtlich musikalischer Formen, Gehalte und Ausdrucksdimensionen beschäftigt, nimmt ausgehend vom Paradigma der absoluten Musik im 20. Jahrhundert eine neue Wendung. Zum einen sind es nicht mehr nur Philosophen wie Ludwig Wittgenstein, Roman Ingarden, Theodor W. Adorno, Ernst Bloch und Musikwissenschaftler wie Carl Dahlhaus und Hans Heinrich Eggebrecht, die sich mit ästhetischen Fragen der Musik auseinandersetzen, sondern auch die Schriften und Äußerungen zeitgenössischer Komponisten wie Igor Stravinskij, Arnold Schönberg, John Cage und Pierre Boulez gewinnen an Gewicht in der ästhetischen Auseinandersetzung mit Musik. Zum anderen wird die Musikästhetik zunehmend mit psychologischen und soziologischen Fragestellungen zur Erfahrung und Erkenntnis von Musik verbunden. In der Breite ihres Vorkommens wirken musikästhetische Überlegungen an Definition und Ausrichtung verschiedener Tendenzen der Neuen Musik wie dem Expressionismus, der seriellen Musik oder der Minimal music mit. In der Vorlesung werden die einflussreichsten Ansätze der Musikästhetik des 20. Jahrhunderts vorgestellt sowie ihre Grundfragen herausgearbeitet.


Proseminare

Geschichte der Schauspielmusik, U. Kramer
2-std., Mi 12:15-13:45

Die prominentesten Beispiele sind zweifellos Beethovens Egmont- und Mendelssohns Sommernachtstraum-Musik, und dies auch nur deshalb, weil die beiden Ouverturen bis heute zum Standard des Konzertrepertoires gehören. Doch wer weiß schon, dass diese Kompositionen darüber hinaus aus einer ganzen Reihe weiterer musikalischer Nummern bestehen? Was im späten 18. Jahrhundert im Rahmen von Theateraufführungen Shakespearescher Dramen verstärkt aufgekommen war, die individuelle musikalische Ausgestaltung von Schauspielen mit jeweils passender, eigener Musik, führte gerade im früheren 19. Jahrhundert zu einer ganzen Reihe von heute völlig vergessenen Kompositionen. Doch die Wurzeln der Geschichte der Schauspielmusik reichen viel weiter zurück – mindestens bis zur legendären Aufführung von Sophokles' Oedipus-Dramas in Vicenza mit der Musik von Andrea Gabrieli.
Die Geschichte der Schauspielmusik ist von der Musikwissenschaft über lange Zeit weitgehend vernachlässigt worden. Erst in jüngerer Zeit haben Forschungsimpulse wichtige Stationen auf dem Weg zu einer noch zu schreibenden Geschichte dieses spannenden Genres aufgezeigt.

Wir wollen uns in dieser Veranstaltung mit diesem eigenen Bereich von Theatermusik näher befassen und dabei unterschiedliche Methoden und daran Fragestellungen musikwissenschaftlichen Arbeitens erproben. Theoretische Texte zum Phänomen der Schauspielmusik werden ebenso thematisiert werden wie herausragende Kompositionen in Relation zu ihrer literarischen Vorlage; es wird aber auch um die Frage der Abgrenzungen zu anderen Gattungen – der Oper, der Konzertouverture, aber auch der Filmmusik – gehen.

Das Musikverlagswesen zur Zeit der Wiener Klassik, A. Beer
2-std., Di 12:15-13:45

Das Proseminar zielt auf die Vertiefung der in der Vorlesung angesprochenen thematischen Schwerpunkte mittels Referaten. Im Mittelpunkt wird hierbei der Umgang mit Quellen (also überwiegend Korrespondenzen zwischen Komponisten und Verlagen sowie gedruckte Verlagsprogramme) unter speziellen Fragestellungen stehen. Der Besuch der Vorlesung wird dringend empfohlen. Gegen Ende des Semesters wird eine Exkursion nach Leipzig (v. a. Sächsisches Staatsarchiv) stattfinden.

Popmusik als Praxis, Michael Liegl und G. zur Nieden
2-std., Do 14:15-15:45

In der Musiksoziologie als musikwissenschaftlicher und soziologischer Disziplin stehen die Akteure des Musiklebens von Musikern und Komponisten über ihr Publikum bis hin zu Produzenten, Managern, Technikern und weiteren Mittlern im Vordergrund. Aus ihrem Zusammenwirken heraus lässt sich die Musik als soziale Praxis verstehen. Das Verhältnis zwischen Musik (als Klang) und Sozialität ist in seinen mannigfachen Facetten dabei vor allem im Bereich der Popmusik ein zentrales Thema. Im Seminar sollen verschiedene Situationen der Produktion und Rezeption von Popmusik musiksoziologisch untersucht werden, um Einwirkungen sozialen Verhaltens auf die Musik, aber auch der Musik als Klang auf die Akteure in bestimmten sozialen und kulturellen Feldern nachzugehen bzw. die Musik als soziale Praxis zu verstehen. In einem interdisziplinären Dialog zwischen Musikwissenschaftlern und Soziologen sollen methodische Ansätze erarbeitet und anhand von empirischen Fallstudien erprobt werden.

Methoden der Musikwissenschaft, K. Pietschmann
2-std., Mi 10:15-11:45

Das Proseminar führt exemplarisch in zentrale Fragestellungen und Methoden des Faches Musikwissenschaft ein. Zugleich soll der Umgang mit wissenschaftlicher Literatur im Rahmen von Referaten und Hausarbeiten erprobt werden. In enger inhaltlicher Kopplung an die Übung Repertoirekunde werden ausgehend von den dort behandelten Komponisten, Gattungen und Werken übergeordnete Themenkomplexe wie Quellenkunde und Editionstechnik, Biographik, Rezeptionsforschung, kulturanthropologische Ansätze, Interpretationsforschung sowie sozioökonomische Aspekte des Musiklebens zu behandeln sein.

Proseminar zur Vorlesung Musikgeschichte I, K. Pietschmann
2-std., Mo 12:15-13:45

Die Vorlesung bietet einen Überblick über die zentralen Stationen und Verläufe der Musikgeschichte von der Antike bis ins späte Mittelalter. Dabei werden die Grundlagen der Musiktheorie, Musikanschauung und Komposition ebenso zu verfolgen sein wie quellenkundliche Fragen, Aspekte der Aufführungspraxis und die Historiographie.
Im begleitenden Proseminar sollen die einzelnen Stationen der Vorlesung anhand von exemplarischen Werk- und Quellenbetrachtungen vertieft werden.

Johann Sebastian Bachs Lautenmusik, T. Hindrichs
2-std., Mo 16:15-17:45

Weitere Informationen werden ergänzt.

Die Oktatonik, J. Gammert
2-std., Do 10:15-11:45

Der Tonvorrat der Oktatonik ist unter verschiedenen Namen bekannt, er wird unter anderem als 'Pijper-Skala', als 'Rimsky-Korsakov-Skala' und als '2. Messiaen'scher Modus' bezeichnet. Als Skala angeordnet ergibt sich ein, acht verschiedene Töne umfassender steter Wechsel von Ganz– und Halbtonschritten, z.B. C–Cis–Dis–E–Fis–G–A–B. Die Untersuchungsgeschichte dieses Tonvorrates reicht weit zurück, bereits in den 1880er Jahren wurde er von Prince Edmond de Polignac beschrieben, 1908 von Boleslav Leopoldovich Yavorsky, später von Olivier Messiaen, Ernö Lendvai, Arthur Berger, Elliott Antokoletz, Richard Taruskin, George Perle, Richard Cohn und vielen mehr. Eine besondere Deutung erfährt er bei Ernö Lendvai und bei Albert Simon/Bernhard Haas, die ihn in Verbindung mit einem erweiterten und veränderten Funktionsbegriff brachten.
In diesem Proseminar werden verschiedene Betrachtungsweisen und Deutungsansätze nachvollzogen, kontextualisiert und diskutiert werden. Dabei spielen systematisch-mathematische Ansätze, beispielsweise in der Neo-Riemannian Theory ebenso eine Rolle, wie die Frage, warum dieser Tonvorrat an der Schnittstelle von distantiell-symmetrischem und traditionell-diatonischem Bereich sowohl in der Musik selbst, wie vor allem auch in der Musiktheorie eine so prominente Position einnimmt.

Einführung in die Musikinformatik, A.Gräf
2-std., Fr 10:15-11:45

Die Musikinformatik beschäftigt sich mit Anwendungen des Computers in Musik und Musikwissenschaft. Das Themenspektrum reicht von der digitalen Signalverarbeitung über die Klangsynthese mit dem Computer bis hin zur algorithmischen Komposition und musikalischen Analyse. Ziel des Proseminars ist eine Einführung in die wichtigsten Gebiete der Musikinformatik an Hand einschlägiger Literatur und Materialien aus dem Internet.


Hauptseminare

Musik und Lyrik, Winfried Eckel und G. zur Nieden
2-std., Fr. 12:15-13:45

Unter den literarischen Gattungen besitzt die Lyrik eine besondere Nähe zur Musik. Über viele Jahrhunderte ist die primäre Präsentations- und Rezeptionsform von Lyrik das Lied oder der Gesang vor Publikum gewesen. Doch auch wer heute ein Gedicht nur noch in stiller Lektüre rezipiert, wird dem gedruckten Text mit seinen Reimen und Rhythmen vielleicht eine spezifische 'Musikalität' zuerkennen wollen. Aus musikgeschichtlicher Sicht stellt die Lyrik seit langem eine bevorzugte Textquelle für Vokal-, aber auch Instrumentalkompositionen insbesondere der Romantik und der Moderne dar. Die Form der Vermittlung von Lyrik durch Musik bei einem Schubert oder Schönberg, bei modernen Liedermachern, Rock-Poeten oder Rappern kann dabei stark variieren. Mit Pierre Boulez' Mallarmé-Adaption "Pli selon pli" etwa liegt eine die lyrische Vorlage bis zur beinah Unkenntlichkeit verfremdende Musikbearbeitung vor.

Das Seminar möchte am Beispiel der Lyrik den vielfältigen Interaktionsmöglichkeiten von Wort und Musik nachgehen und dabei literatur- und musikwissenschaftliche Perspektiven gleichberechtigt miteinander verschränken. Naturgemäß werden Kombinationsformen von Wort und Musik wie z.B. das romantische Kunstlied, der expressionistische Sprechgesang Schönbergs oder freiere Bezugnahmen auf Lyrik in der Neuen Musik ein zentraler Gegenstand sein müssen. Interessant aber sind auch solche Formen intermedialer Bezugnahme, durch die ein Medium das andere gleichsam in sich 'aufhebt' und so realiter entbehrlich macht, wie etwa bei Gedichten, die durch ihre Klanglichkeit und/oder Struktur ihrerseits bereits liedhafte oder instrumentalmusikalische Qualitäten beanspruchen (z.B. Blakes "Songs of Innocence", Schwitters' "Ursonate" oder Celans "Todesfuge"), oder umgekehrt bei rein instrumentalmusikalischen Stücken, die gleichwohl einen Bezug auf Lyrik behaupten (wie Mendelssohns "Lieder ohne Worte" oder Debussys "Prélude à l'Après-midi d'un faune").

Die Veranstaltung richtet sich gleichermaßen an Studierende der Musikwissenschaft und der Allgemeinen und Vergleichenden Literaturwissenschaft. Bereitschaft zur interdisziplinären Zusammenarbeit ist deshalb Voraussetzung für die Teilnahme.

Psychoakustik, A. Gräf
2-std., Do 10:15-11:45, Pfeifferweg 12

Gegenstand des Seminars ist die Psychoakustik als ein interdisziplinäres Forschungsgebiet, das sich mit der Wahrnehmung von Schall beschäftigt. Ein zentrales Thema ist dabei insbesondere auch die Verarbeitung musikalischer Klänge. Dabei spielen physikalische Prozesse genau so eine Rolle wie physiologische, neurologische, kognitive und psychologische Aspekte der menschlichen Schallwahrnehmung. Mögliche Fragestellungen sind z.B. die Wahrnehmung von Klangfarben, Tonhöhen, Harmonien und Rhythmus. Die Anwendungen der Psychoakustik reichen von Codierungs-Verfahren wie z.B. MPEG über den Bau natürlicher und elektronischer Instrumente bis hin zur automatischen Transkription von Musik.


Oberseminar

Oberseminar Musikwissenschaft, A. Beer
2-std., Mi 14:15-15:45

 


Übungen

Form und musikalischer Satz, St. Münch
2-std., Mo 8:30-10:00

Überblick und praktische Übungen zu elementaren Satztechniken der europäischen Musik (mehrstimmiger Satz, Generalbass, Fundamentalbass, Stufen-, Funktions-Theorie etc.); Entwicklung der Fähigkeit, Musik in ihrem formalen Ablauf zu erfassen und mit angemessenem Fachvokabular zu beschreiben; Entwicklung der Fähigkeit, grundlegende formale, harmonische und satztechnische Sachverhalte hörend zu erfassen; Einblick in Aufgabe, Methoden und Grenzen der musikalischen Analyse.

Historische Satzlehre II, St. Münch
2-std., Di 08:30-10:00

Gegenstand der Lehrveranstaltung ist die Musik der Renaissance unter dem Aspekt der Satztechnik und des Kontrapunkts. Hierzu machen wir uns mit den historischen musiktheoretischen Voraussetzungen bekannt (Kontrapunktlehren von Tinctoris bis Fux), studieren die textlichen Quellen und untersuchen die kompositorische Umsetzung an prominenten Beispielen der Zeit. Praktisches Erarbeiten dieser Satztechniken in selbstverfassten Tonsätzen sollte das theoretische Studium der Musik grundsätzlich und kontinuierlich begleiten.
Ein spezieller Schwerpunkt soll das Verfolgen des spannenden Verhältnisses zwischen normativer Musiktheorie, kompositorischer Realität und ästhetischen Fragen/Musikanschauung in einer der kulturgeschichtlich wichtigsten Epochen werden.

Historische Satzlehre IV, St. Münch
2-std., Mo 14:15-15:45

Analyse und Stilkopie zur Musik des 19. bis 21. Jahrhunderts: Erweiterung der durmolltonalen Harmonik im 19. Jahrhundert, exemplarische Untersuchung von Methoden der posttonalen Harmonik; dabei vertiefte Einblicke in aktuelle Methoden der musikalischen Analyse (mindestens Funktionen und Schichten).
Exemplarische Analysen von Werken des Impressionismus, Expressionismus (Strawinsky, Bartók etc.), Freie Atonalität und Zweite Wiener Schule, Serielle Musik, minimal music.

Einführung in die musikalische Analyse nach Heinrich Schenker, P. Niedermüller
2-std., Fr 14:15-15:45, Die Übung wird als Blockveranstaltung angeboten.
Termine: am 04.05.; 18.05.; 25.05.; 01.06.; 15.06.; 29.06. und 13.07.2012

Weitere Informationen werden ergänzt.

Musikwissenschaft im Forschungsdiskurs, K. Pietschmann
2-std., Di 16:15-17:45

Die Veranstaltung beschäftigt sich mit Positionen und Fragestellungen der Musikwissenschaft in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Dabei werden zentrale Themen und Projekte wie die Gesamtausgaben oder die "alte" MGG ebenso zu thematisieren sein wie Einzelaspekte der Geschichte des Mainzer Musikwissenschaftlichen Instituts. Im Rahmen dieser Übung sollen die methodischen Herangehensweisen an Fragestellungen zur Fachgeschichte erprobt sowie in diesem Zusammenhang auch Zeitzeugenbefragungen vorbereitet und durchgeführt werden.

Methoden der Musikwissenschaft: Hector Berlioz in seiner Zeit, F. Kolb
2-std., Do 16:15-15:45

Ebenso paradigmatisch wie exzeptionell, ist Hector Berlioz (1803–1869) gleichermaßen Ausnahmefigur und Zentralgestalt der französischen wie gesamteuropäischen Musikgeschichte des 19. Jahrhunderts. Dem Leben und Schaffen dieser facettenreichen Musikerpersönlichkeit sowie seinem Umfeld möchte sich die Veranstaltung entsprechend mit einem breiten Spektrum an Aspekten und methodischen Zugängen annähern: ästhetische Konzepte, werkanalytische Betrachtungen und gattungsgeschichtliche Perspektiven sollen ebenso erprobt werden wie kulturpolitische, mentalitätsgeschichtliche und sozialhistorische Fragestellungen; biographische Konstellationen, künstlerischer Selbstentwurf und Eigendarstellung stehen ebenso zur Debatte wie Aspekte des Kulturtransfers; die zeitgenössische und postume Rezeption ist ebenso Thema wie die Interpretationsgeschichte; Einblicke in den musiktheoretischen Diskurs der Zeit, die Publizistik sowie das sozioökonomische und institutionelle Gefüge der musikalischen „Hauptstadt des neunzehnten Jahrhunderts“ Paris (W. Benjamin) stehen ebenso auf dem Programm wie verschiedene Zugänge musikbezogener Quellenkunde.

Repertoirekunde, A. Beer
2-std., Mi 08:15-09:45

Die Übung soll Grundkenntnisse und Orientierungshilfen vermitteln im Blick auf die vokalen und instrumentalen Gattungen bzw. Besetzungsformen, die sich seit dem Mittelalter entwickelten. Hierbei werden speziell auch Wege zur eigenständigen Erschließung aufgezeigt, eine Erweiterung der Hörerfahrung und Sicherheit im Umgang mit Grundlagenliteratur und im terminologischen Bereich angestrebt. Die Erarbeitung der einzelnen thematischen Schwerpunkte erfolgt in Form von (Gruppen-)Referaten über die wissenschaftlichen Referenz- und Nachschlagewerke sowie Kurzprotokollen über das von Sitzung zu Sitzung selbst anzueignende Repertoire. In der ersten Sitzung wird die Aufgabenverteilung erfolgen.

Multimedia, A. Gräf
2-std., Fr 12:15-13:45, Pfeifferweg 12, max. 10 Teilnehmer

In der Übung lernen wir mittels praktischer Arbeiten am PC grundlegende Konzepte und Techniken der Computer-Musik kennen: digitales Audio und MIDI (Musical Instrument Digital Interface), Klangsynthese, Sequencer-Technik und Partitur-Satz. Ein Schwerpunkt ist dabei das interaktive Arbeiten mit musikalischem Material unter Verwendung von Sequencer-Programmen und der Computer-Musik-Software Pd.

Wagner am Mittelrhein – Vorbereitungen auf das Wagnerjahr 2013, M. Boschung
4-std., Fr 14:00-18:00, Die Übung wird als Blockveranstaltung angeboten, geplante Termine sind:
27. April, 11.Mai, 8. Juni, (15. Juni), 6. Juli, 20. Juli

Den 200. Geburtstag Richard Wagners am 22. Mai 2013 nimmt die Übung zum Anlass, den Aufenthaltsorten des Komponisten am Mittelrhein nachzuspüren. Nach einer thematischen Einarbeitungsphase soll das Konzept einer Webseite entwickelt werden, welche die verschiedenen Wirkungsstätten vorstellt und mit den hier entstandenen Werken in Verbindung bringt.

Form und Analyse, J. Bannholzer
2-std., Mi 16:15-17:45

Nachdem wir im Wintersemester grundsätzliche Elemente der Kontrapunktlehre, Generalbaßlehre, Fundamentalbaßtheorie, schließlich der Harmonielehre des 19. Jahrhunderts kennengelernt haben, die Bedingungen ihrer Entstehung bedacht sowie Vor- und Nachteile dieser Perspektiven als Werkzeuge der Satzanalyse ins Auge gefaßt haben, werden wir die gewonnenen Erkenntnisse im Sommersemester auf immer größere Werkabschnitte und ganze Sätze anzuwenden versuchen, vorwiegend des späten 18. und des 19. Jahrhunderts. Dabei werden wir uns auch mit Ansätzen der Schichtenlehre vertraut machen. Unsere Analyseversuche werden Anlaß geben, grundsätzliche Probleme der Formgestaltung zu reflektieren und im Licht dieser Fragestellungen einige Formmodelle zu untersuchen, wie sie von der traditionellen Formenlehre katalogisiert wurden.

Einführung in die Musikwissenschaft, F. Kolb
2-std., Do. 12:15-13:45

Was ist, was will, kann und soll Musikwissenschaft? Diesen gar nicht so banalen (und historisch ganz unterschiedlich beantworteten) Fragen auf den Grund zu gehen, ist das Anliegen der Veranstaltung, die in dieser Hinsicht am Beginn des Studiums eine erste Orientierung über Aufgaben, Arbeitsweisen und Interessen des Faches bieten möchte. Einerseits sollen dabei Geschichte und Systematik der Disziplin vorgestellt und diskutiert werden, ehe Aspekte der musikalischen Überlieferung (vom Autograph bis zur Kritischen Gesamtausgabe), der Rezeption und des Schreibens über Musik ins Blickfeld rücken. Insbesondere geht es in dieser Übung aber auch darum, ganz konkret das wissenschaftliche ›Handwerkszeug‹ zu erlernen und anhand exemplarischer Beispiele aktiv und praktisch zu erproben: Die wichtigsten Recherchemöglichkeiten und -strategien, die Arbeit mit verschiedenen musikbezogenen Quellen und der Umgang mit gedruckten bzw. elektronisch zur Verfügung stehenden wissenschaftlichen Hilfsmitteln wie Lexika, Enzyklopädien und Verzeichnissen stehen ebenso auf dem Programm wie die Techniken des Zitierens, das korrekte Anlegen von Bibliographien, das Entwickeln eines spezifischen Problembewusstseins und musikhistorischer Fragestellungen sowie das Verfassen wissenschaftlicher Arbeiten.

Das Schreiben von Programmhefttexten, U. Kramer
2-std., Do. 18:15-19:45

Wer bereits Textformate im Bereich der angewandten Musikwissenschaft bedient hat – sei es Zeitung, Verlag, Konzertagentur oder Theater –, weiß, dass es ein großer Unterschied ist, eine wissenschaftliche Hausarbeit im Rahmen eines Seminars oder eben einen Gebrauchstext für Laien bzw. „Kunden“ zu verfassen. In dieser Übung geht es um das Thema des Programmheftschreibens; anhand der Lektüre von exemplarischen Beispielen wollen wir herausfinden, was solche Texte lesenswert macht, wie viel exakte analytische Information sinnvoll ist, welche Stilistik man wählt etc.
Die Teilnehmer werden im nächsten Schritt selbst Texte schreiben; als Basis dienen Konzertprogramme des Rheingau-Musik-Festivals für den Sommer 2012. Die erarbeiteten Textproben werden von der Dramaturgin des Festivals gegengelesen und im Seminar besprochen. Gelungene Texte aus dem Kreis der Veranstaltung können dann im Rahmen der genannten Konzertveranstaltungen als Programmhefttexte veröffentlicht werden.

Notationsformen neuzeitlicher Vokalmusik, B. Over
3-std., Do. 08:15-09:45

Weitere Informationen werden ergänzt.


Exkursion

Musikwissenschaft in der Praxis: Exkursion, A. Beer

Termine und Organisatorisches zur Exkursion im Zusammenhang mit der Vorlesung bzw. dem Proseminar zur Geschichte des Musikverlagswesens nach Leipzig (u. a. Sächsisches Staatsarchiv) werden rechtzeitig bekanntgegeben.