Sommersemester 2011

Übersichtsplan

Vorlesung - Proseminar - Hauptseminar - Oberseminar - Übung

 

 

Zeit Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag
8.00

 

Harmonik, Satztechniken und Tonsysteme zwischen den letzten beiden Jahrhundertwenden Repertoirekunde: Das Solokonzert im 19. Jahrhundert Schulen, Satz und Stilwenden im 18. Jahrhundert „Les passions de l'âme“. Affekt und Musik im 17. und 18. Jahrhundert  
9.00

 

10.00

 

Musikgeschichte im Überblick III Theorie und Praxis des Komponierens im 16. Jahrhundert Gehörbildung III Novamente posto in luce - Musikdruck im 16. Jahrhundert „Germany: 12 points?“ - Deutschland und der Eurovision Song Contest  
11.00

 

Kontrapunkt III
12.00

 

Proseminar zur Vorlesung Musikgeschichte im Überblick III Theorie und Praxis des Komponierens im 16. Jahrhundert Form und Analyse Klangsynthese MIDI-
Programmierung
Einführung in die Musikwissenschaft A „gleichsam nur eine Liebesszene“. Richard Wagners „Tristan und Isolde“
13.00

 

14.00

 

Form und musikalischer Satz Populare Musiktheaterformen des „langen“ 19. Jahrhunderts Oberseminar Grundlagen der Computer-Musik Einführung in die Musikinformatik Vom Phonographen und Welte-Mignon zu HD lossless. Einführung in die Tonträgerforschung
15.00
16.00

 

Protagonist der Sattelzeit: Gaspare Spontini Musik in Berlin zur Zeit Friedrichs des Großen Historische Satzlehre II Einführung in die Musiksoziologie. Geschichte, Theorien, Arbeitsfelder Filmmusik und Sounddesign - im Spannungsfeld zwischen Geräusch und Klang
17.00

 

18.00 Musikwissenschaft als historische Disziplin und Kulturwissenschaft Politikum Oper Historische Satzlehre I Praxisfelder der Musikwissenschaft: Konzertdramaturgie
19.00

 

Vorlesungen

Musikgeschichte im Überblick III, A. Beer
2-std., Mo 10:15-11:45, Kursnummer: 07.114.150

Die Vorlesung schließt sich chronologisch an diejenige des Wintersemesters an, umfasst also den Zeitraum vom Beginn der Barockzeit bis hin zur Wiener Klassik. Es geht um die wesentlichen Stationen der mitteleuropäischen Musikgeschichte, um Zusammenhänge, Namen, Gattungen, Institutionen und auch um übergreifende kulturgeschichtliche Bezüge, von denen man wenigstens einmal etwas gehört haben muss. Daneben soll die Vorlesung zu selbständiger Vertiefung anregen, zumal in den etwa 14 Sitzungen wirklich nur ein Überblick gegeben werden kann. Der Besuch des sich anschließenden Proseminars zum gleichen Thema wird empfohlen und vor allem denjenigen Studierenden nahegelegt, die sich über die Vorlesung prüfen lassen wollen. Offiziell angemeldete GasthörerInnen sind willkommen.

Theorie und Praxis des Komponierens im 16. Jahrhundert, K. Pietschmann
2-std., Di 10:15-11:45, Kursnummer: 07.114.120

Die musikalische Traktatliteratur des (verlängerten) 16. Jahrhunderts prägt erstmals in der Musikgeschichte eine systematische Kompositionslehre aus, die Fragen der Satztechnik, Tonartenverwendung oder auch des rhetorischen Potentials der Musik behandelt und sich dabei zunehmend auch auf exemplarische Einzelkompositionen bezieht. Zugleich nimmt die Überlieferung von autographen Quellen zu, die den Kompositionsprozess von Protagonisten wie Cipriano de Rore oder Giovanni Pierluigi da Palestrina zu untersuchen erlauben. Im Rahmen der Vorlesung werden auf der Grundlage sowohl theoretischer Schriften von Autoren wie Heinrich Glarean, Nicola Vicentino, Gioseffo Zarlino oder Joachim Burmeister als auch praktischer Quellen Grundzüge der Kompositionspraxis exemplarisch vorgestellt und davon ausgehend verschiedene Analysemethoden zur Musik des fraglichen Zeitraums diskutiert.

Literatur:

Ernst Apfel, Geschichte der Kompositionslehre von den Anfängen bis gegen 1700, Wilhelmshaven 1981.

 

Jessie Ann Owens, Composers at Word. The Craft of Musical Composition 1450-1600, Oxford 1997.

Politikum Oper, F. Kreuder, K. Pietschmann
2-std., Di 18:15-19:45, Kursnummer: 07.114.210

Seit ihren Ursprüngen im ausgehenden 16. Jahrhundert ist die Oper in höchstem Grade ‚politisch’ konnotiert. Im höfischen Kontext ebenso wie in den öffentlichen Theatern Venedigs oder Hamburgs dienen historische oder allegorische Handlungen als Spiegel der aktuellen Verhältnisse. Durch die mediale Auffächerung des theatralen Ereignisses konnten zugleich die beteiligten Künste für entsprechend differenzierte Botschaften in den Dienst genommen werden, weshalb die Erforschung der Gattung unter kulturhistorischer Perspektive ein erhebliches interdisziplinäres Interesse beanspruchen kann. Gleichzeitig dokumentiert die aktuelle Auseinandersetzung des Regiebetriebs mit bekannten und entlegenen Gattungsvertretern die ungebrochene Relevanz dieser Botschaften im gegenwärtigen Theaterbetrieb, die sich auch in der erheblichen, durchaus kontroversen öffentlichen Anteilnahme an der Gattung niederschlägt.
Im Rahmen der Ringvorlesung nehmen international renommierte Referentinnen und Referenten diese historische wie aktuelle Politizität der Oper aus unterschiedlichen disziplinären Perspektiven in den Blick, wie sich auch in dem bewusst doppeldeutig gewählten Titel „Politikum Oper“ niederschlägt. In einem ersten Teil sollen schlaglichtartig die politischen Dimensionen der Gattung in unterschiedlichen zeitlichen und räumlichen Zusammenhängen beleuchtet werden. Die Einbeziehung unterschiedlicher Disziplinen trägt dabei der Vielschichtigkeit des ‚Gesamtkunstwerks’ möglichst breitgefächert Rechnung. Weitergehend soll der Blick auf heutige Formen der Anverwandlung, Übersetzung, Aktualisierung etc. historischen Opernrepertoires und ihre Wahrnehmung durch die Öffentlichkeit gelenkt werden.

Einführung in die Musiksoziologie. Geschichte, Theorien, Arbeitsfelder, G.zur Nieden
2-std., Do 16:15-17:45, Kursnummer: 07.114.180

Ob Joseph Haydns ökonomische Situation, die Begeisterung des Pariser Publikums für Gioacchino Rossinis Opern oder Madonnas Selbstdarstellung als Ikone der Popmusik – Kernbestand der Musiksoziologie sind die höchst unterschiedlichen Beziehungen zwischen Musik und Gesellschaft. Genauso differenziert ist das methodische Spektrum des Fachs: Sein Begründer Max Weber stützte sich auf eine ethnologische Herangehensweise, die er auf das abendländische Musikleben anwandte, Theodor W. Adorno bewegte sich zwischen Musikästhetik und Soziologie, und die neueren Forschungen ziehen vielfältige anthropologische, kommunikationssoziologische, medienwissenschaftliche und geschlechtertheoretische Ansätze heran. In diesem methodischen Spektrum werden in den Teilgebieten Sozialgeschichte und Soziologie der Musik alle Bereiche des vergangenen und gegenwärtigen Musiklebens von der Entstehung der Oper bis zur Popmusik auf ihre gesellschaftlich bedingte Entstehung und ihre sozialen Funktionen hin untersucht, wobei die Momente der Produktion, Distribution und Rezeption im Vordergrund stehen. Die Vorlesung führt in das Fach Musiksoziologie anhand ihrer Geschichte als Teilgebiet der Musikwissenschaft, ihrer maßgeblichen Autoren (Weber, Adorno, Silbermann, Blaukopf) sowie der gegenwärtigen qualitativen und empirischen Arbeitsfelder ein.

Literatur:

Helga de la Motte-Haber/ Hans Neuhoff (Hg.), Musiksoziologie, (= Handbuch der systematischen Musikwissenschaft, Bd. 4), Laaber, 2007.

 

Christian Kaden/ Karsten Mackensen (Hg.), Soziale Horizonte von Musik. in kommentiertes Lesebuch zur Musiksoziologie, Kassel, 2006.

 

Christian Kaden, „Musiksoziologie“, in: Ludwig Finscher (Hg.), Musik in Geschichte und Gegenwart, Sachteil 6, Kassel, 1997, Sp. 1618-1670.


Proseminare

Proseminar zur Vorlesung Musikgeschichte im Überblick III, A. Beer
2-std., Mo 12:15-13:45, Kursnummer: 07.114.160.1

Ziel des Proseminars ist die Vertiefung ausgewählter, in der Überblicksvorlesung (siehe dort!) nur zu streifender Aspekte mit Hilfe des Referats und der Diskussion, die auch Aspekte des wissenschaftlichen Arbeitens berücksichtigen wird. Der Besuch der Vorlesung ist nicht zwingend erforderlich, aber erwünscht.

Musikwissenschaft als historische Disziplin und Kulturwissenschaft, N.N.
2-std., Mo 18:15-19:45, Kursnummer: 07.114.030

Dieses Proseminar soll einen einführenden Überblick über Fragestellungen und Methoden der Musikwissenschaft geben. Gegenstand der Betrachtung ist dabei die Gattung Streichquartett, ihre Geschichte und ihr Verständnis.
Der Fokus der Veranstaltung liegt auf Vorgehensweisen musikwissenschaftlicher Untersuchungen. Ziel ist gleichermaßen ein Kennenlernen der Methoden (z.B.: Quellenkunde, Editionspraxis, Ästhetik, Werkanalyse, Gattungsgeschichte, Rezeptionsforschung, Aufführungspraxis, Genderforschung) wie auch die Reflexion über Gedankengut.
An Literaturbeispielen verschiedenster Komponisten und entsprechender Sekundärliteratur sollen wichtige Stationen der Fachgeschichte sowie ideengeschichtliche Hintergründe beleuchtet werden. In kurzen Referaten zu einzelnen Werken oder Werkausschnitten soll auch eine eigene, durchaus kritische Auseinandersetzung mit Gegenstand und Fachliteratur erprobt und geübt werden.

Bitte beachten: Die Veranstaltung beginnt am 02.05.2011. (Über Nachholsitzungen verständigen wir uns zu Beginn des Seminars.)

Literatur:

Alastair Williams, Constructing Musicology. Aldershot u.a.: Ashgate, 2007. (Ist auch in der Lehrbuchsammlung der UB vorhanden.)

 

Ludwig Finscher: Art. Streichquartett. In: MGG 2.

Theorie und Praxis des Komponierens im 16. Jahrhundert, K. Pietschmann
2-std., Di 12:15-13:45, Kursnummer: 07.114.130 bzw. 07.114.080

Die musikalische Traktatliteratur des (verlängerten) 16. Jahrhunderts prägt erstmals in der Musikgeschichte eine systematische Kompositionslehre aus, die Fragen der Satztechnik, Tonartenverwendung oder auch des rhetorischen Potentials der Musik behandelt und sich dabei zunehmend auch auf exemplarische Einzelkompositionen bezieht. Zugleich nimmt die Überlieferung von autographen Quellen zu, die den Kompositionsprozess von Protagonisten wie Cipriano de Rore oder Giovanni Pierluigi da Palestrina zu untersuchen erlauben. Im Rahmen der Vorlesung werden auf der Grundlage sowohl theoretischer Schriften von Autoren wie Heinrich Glarean, Nicola Vicentino, Gioseffo Zarlino oder Joachim Burmeister als auch praktischer Quellen Grundzüge der Kompositionspraxis exemplarisch vorgestellt und davon ausgehend verschiedene Analysemethoden zur Musik des fraglichen Zeitraums diskutiert.
Im Rahmen des Proseminars werden die Inhalte der Vorlesung an konkreten Fallbeispielen vertieft und unterschiedliche Analysemethoden erprobt.

Literatur:

Ernst Apfel, Geschichte der Kompositionslehre von den Anfängen bis gegen 1700, Wilhelmshaven 1981.

 

Jessie Ann Owens, Composers at Word. The Craft of Musical Composition 1450-1600, Oxford 1997.

„Les passions de l'âme“. Affekt und Musik im 17. und 18. Jahrhundert, B. Over
2-std., Do 08:15-09:45, Kursnummer: 07.114.110 bzw. 07.114.160.3

Die Affektenlehre gehörte von Monteverdi bis Bach neben der Lehre vom Kontrapunkt zu den wichtigsten musiktheoretischen Lehrgebieten. Abgeleitet von der literarischen Rhetorik und basierend auf philosophischen Traktaten wie René Descartes’ Les passions de l’âme (1649) entwickelte sich zwischen 1600 und 1750 eine rationalistische Kompositionstheorie und -ästhetik, die einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf die Kompositionspraxis ausübte. Inhaltlich lässt sich die Affektenlehre kurz folgendermaßen zusammenfassen: Musik soll vordefinierte Gemütszustände („Affekte“ wie Liebe, Hass, Freude, Trauer) darstellen, sich dafür eines Zeichensystems (musikalische „Figuren“) bedienen und so den Zuhörer bewegen.
Im Proseminar werden die theoretischen Grundlagen der Affektenlehre anhand von musiktheoretischen Texten der Zeit erarbeitet, ihr Bezug zur literarischen bzw. musikalischen Rhetorik hergestellt und die praktische Anwendung der musikalischen Figurenlehre an ausgewählten Beispielen von Claudio Monteverdi, Heinrich Schütz, Alessandro Scarlatti und Johann Sebastian Bach erörtert.

Literatur:

Rolf Dammann, Der Musikbegriff im deutschen Barock, Köln 1967.

 

Arno Forchert, „Musik und Rhetorik im Barock“, in: Schütz-Jahrbuch 7/8 (1985/86), S. 5-21.

 

Susanne Schaal-Gotthardt, „Musica pathetica: Kirchers Affektenlehre“, in: Ars magna musices – Athanasius Kircher und die Universalität der Musik, Laaber 2007 (Analecta musicologica 38).

„Germany: 12 points?“ - Deutschland und der Eurovision Song Contest, T. Hindrichs
2-std., Do 10:15-11:45, Kursnummer: 07.114.1020

Seien es Interpreten wie Nicole, Guildo Horn oder Lena Mayer-Landruth, seien es Komponisten und Produzenten wie Ralph Siegel, Dieter Bohlen oder Stefan Raab – die zentrale musikwissenschaftliche Frage dieses Seminars wird sein, ob und vor allem wie die unterschiedlichsten deutschen Beiträge in der Geschichte des ESC (früher: ‚Grand Prix Eurovision de la Chanson’) je aktuelle „deutsche“ Musikkultur in bzw. nach Europa vermitteln.

Literatur:

Feddersen, Jan: „Ein Lied kann eine Brücke sein – Die deutsche und internationale Geschichte des Grand Prix Eurovision&ldquo, Hamburg: Hoffmann und Campe 2002.

 

Feddersen, Jan: „Wunder gibt es immer wieder – Das große Buch zum Eurovision Song Contest“, Berlin: Aufbau Verlag 2010.

 

„A Song for Europe – Popular Music and Politics in the Eurovision Song Contest“, hrsg. v. Ivan Raykoff und Robert Deam Tobin, Aldershot usw.: Ashgate 2007.

 

Wolther, Irving: „Kampf der Kulturen – Der Eurovision Song Contest als Mittler national-kultureller Repräsentationen“, Würzburg: Königshausen und Neumann 2006.

Einführung in die Musikinformatik, A. Gräf
2-std., Do 14:15-15:45 (Pfeifferweg 12), Kursnummer: 07.114.190

„gleichsam nur eine Liebesszene“. Richard Wagners „Tristan und Isolde“, F. Kolb
2-std., Fr 12:15-13:45, Kursnummer: 07.114.160.2

Was Wagner mit den so harmlos anmutenden Worten: »gleichsam nur eine Liebesszene« charakterisierte, wurde seit der Münchner Uraufführung 1865 zu nicht weniger als einem d e r epochemachenden Werke des 19. Jahrhunderts, das sowohl in formaler, dramaturgischer als auch in harmonischer Hinsicht eine ebenso tiefgreifende wie wegweisende Bedeutung für die Entwicklungen der gesamten nachfolgenden Musikgeschichte erhalten sollte. Als erste Komposition nach der theoretischen Formulierung der Reformideen in »Oper und Drama« entstanden, hat Wagners Theaterkonzeption in »Tristan und Isolde« eine in vielfacher Hinsicht besondere Realisierung erfahren. Auf unserem Seminarprogramm stehen entsprechend ebenso Aspekte der Stoffgeschichte (Gottfried von Straßburg) und der mythenumrankten Entstehung, Wagners spezifisches musikdramaturgisches Konzept (Stichworte: »Leitmotivtechnik«, »unendliche Melodie«, »Kunst des Übergangs«, »innere Handlung«) und seine Figurencharakterisierung sowie die folgenreiche kompositorische Reaktion auf die sogenannte ›Krise‹ der ›romantischen Harmonik‹ (Stichwort: »Tristan-Akkord«). Darüber hinaus soll die spannende Rezeptionsgeschichte (etwa bei Schopenhauer, Nietzsche und Thomas Mann) nachgezeichnet und die schon bei Wagner selbst einsetzende Tristan-Zitierpraxis in diversen Gattungen der Musik bis hin zur Gegenwart umrissen werden. Blicke auf verschiedene Möglichkeiten der Inszenierungen des Musikdramas runden unser Panorama schließlich ab.

Eine seminarbegleitende Exkursion zu einer Tristan-Aufführung in München oder Bayreuth ist in Planung; Näheres wird spätestens zu Seminarbeginn bekannt gegeben.
Dringend empfohlen wird die Anschaffung der durch Schott vertriebenen Eulenburg-Taschenpartitur (sowie des – über IMSLP zugänglichen – Klavierauszugs von Karl Klindworth).

Literatur:

Dieter Borchmeyer: Das Theater Richard Wagners. Idee – Dichtung – Wirkung, Stuttgart 1982.

 

Egon Voss, Art. Tristan und Isolde, in: Pipers Enzyklopädie des Musiktheaters, hg. v. Carl Dahlhaus und dem Forschungsinstitut für Musiktheater der Universität Bayreuth unter Leitung von Sieghart Döhring, Bd. 6, München und Zürich 1997, S. 574–582.

Vom Phonographen und Welte-Mignon zu HD lossless. Einführung in die Tonträgerforschung, N.N.
2-std., Fr 14:15-15:45, Kursnummer: 07.114.220


Hauptseminare

Protagonist der Sattelzeit: Gaspare Spontini, K. Pietschmann
2-std., Mo 16:15-17:45

Kaum ein Komponist der Jahrzehnte um 1800 repräsentiert die Entwicklung der europäischen Operngeschichte dieser von Reinhard Kosselleck als Sattelzeit bezeichneten Phase des politischen, aber eben auch künstlerischen Umbruchs so umfänglich wie Gaspare Spontini. Zunächst dem italienischen Idiom der opera buffa verpflichtet, wird er während seiner Beschäftigung in Paris durch Werke wie „La Vestale“ oder „Fernand Cortez“ zum Mitbegründer der Grand Opéra, bevor er in Berlin als erster „Generalmusikdirektor“ der Musikgeschichte in den Sog der entstehenden deutschen Nationaloper gerät und sich in seinen letzten Lebensjahren wieder in Italien um eine Reform der Kirchenmusik bemüht. Im Rahmen des Seminars werden die Stationen dieser Karriere anhand von exemplarischen Betrachtungen seiner Kompositionen beleuchtet und auf das jeweilige musikalische Umfeld bezogen. Dabei wird neben den publizistischen Kontroversen um den Komponisten auch sein umfangreicher Briefwechsel zu berücksichtigen sein, der derzeit im Rahmen eines am Institut angesiedelten Forschungsprojekts vollständig ediert wird.

Literatur:

Dennis Albert Libby, Gaspare Spontini and His French and German Operas, Diss. Princeton Univ. 1969.

 

Anno Mungen, Musiktheater als Historienbild. Gaspare Spontinis Agnes von Hohenstaufen als Beitrag zur deutschen Oper, Tutzing 1997.

Klangsynthese, A. Gräf
2-std., Mi 12:15-13:45 (Pfeifferweg 12)

Populare Musiktheaterformen des „langen“ 19. Jahrhunderts, G. zur Nieden
2-std., Fr 16:15-17:45

Dass die sogenannten „popularen“ Musiktheaterformen des 19. Jahrhunderts wie Operette, Zarzuela, Parodie, Revue, Vaudeville oder Variété ihr Publikum keinesfalls nur in den niedrigeren Schichten fanden, ist durch medien- und sozialgeschichtliche Forschungen umfassend belegt. Stattdessen treten immer mehr Bezüge zu „ernsten“ Gattungen wie der Oper oder dem Tanztheater zutage, wobei das „populare“ Musiktheater diese nicht nur parodierte und imitierte, sondern als unterhaltender Verkaufsschlager oder – zu Beginn des 20. Jahrhunderts – als direkte Inspirationsquelle auch innovative Einflüsse auf sie ausübte. Wie aber gestalteten sich diese Bezüge genau auf musikgeschichtlicher Ebene? Dieser Frage soll im Seminar mittels kultur- und rezeptionsgeschichtlicher Ansätze nachgegangen werden. Erstens sollen die Präsenz der „popularen“ Musiktheaterformen im Pariser, Berliner, Londoner, Madrider oder Wiener Musikleben bestimmt und die Musik analysiert werden, die sie so beliebt und erfolgreich machte. Auf dieser Basis sollen zweitens Rezeptionsmodelle herausgearbeitet werden, um die „unterhaltenden“ Musiktheaterformen musikgeschichtlich in das sie umgebende Panorama der Musiktheaterformen einzuordnen.


Oberseminar

Besprechung von Examensarbeiten, A. Beer, G. zur Nieden, K. Pietschmann
2-std., Mi 14:15-15:45


Übungen

Harmonik, Satztechniken und Tonsysteme zwischen den letzten beiden Jahrhundertwenden, St. Münch
2-std., Mo 8:30-10:00, Kursnummer: 07.114.100

Analyse und Stilkopie zur Musik des 19. bis 21. Jahrhunderts: Erweiterung der durmolltonalen Harmonik im 19. Jahrhundert, exemplarische Untersuchung von Methoden der posttonalen Harmonik; dabei vertiefte Einblicke in aktuelle Methoden der musikalischen Analyse (mindestens Funktionen und Schichten)

Literatur:

Diether de la Motte, Harmonielehre, Kassel u. a. 1976.

 

Zsolt Gárdonyi / Hubert Nordoff, Harmonik, Wolfenbüttel 1990.

 

Allen Cadwallader / David Gagné, Analysis of Tonal Music. A Schenkerian Approach, New York u. a. 1998.

 

Ian Bent / Williams Drabkin, Analysis, London u. a. 1987.

 

Christoph Wünsch, Satztechniken im 20. Jahrhundert (= Bärenreiter Studienbücher Musik, Bd. 16), Kassel u.a. 2009.

Form und musikalischer Satz, St. Münch
2-std., Mo 14:15-15:45, Kursnummer: 07.114.040 bzw. 045

Voraussetzungen:
1. Kenntnisse der Allgemeinen Musiklehre nach CHRISTOPH HEMPEL, Neue Allgemeine Musiklehre, Mainz 1997
2. Regelmäßige Teilnahme, Anfertigung von Hausaufgaben.
Eine Abschlussklausur findet erst innerhalb der Fortsetzung dieser Lehrveranstaltung im nächsten Semester, d.h. in „Form und Analyse“ im WS 2010/11 statt.

Inhalt:
Überblick über elementare Satztechniken der europäischen Musik;
Fähigkeit, Musik mit angemessenem Fachvokabular zu beschreiben;
Einblick in Aufgabe und Methoden der musikalischen Analyse.

In verschiedenen Unterrichtseinheiten, die Inhalte aus den musiktheoretischen Disziplinen Harmonielehre, Kontrapunktlehre, Formenlehre und Gehörbildung verwenden (Stichworte u.a. Generalbass, Fundamentalbass, Stufen-, Funktions-Theorie), lernen wir einige Theorien der tonalen Musik kennen, setzen diese Kenntnisse in eigenen Sätzen praktisch um und wenden sie bei der Analyse von Musik an konkreten Beispielen an. Ergänzt werden diese exemplarischen Einblicke durch gehörbildnerische Übungen und einfache Höranalysen.

Literatur:

Der musikalische Satz. Ein Handbuch zum Lernen und Lehren, hrsg. von Walter Salmen / Norbert J. Sschneider, Innsbruck 1987 (= Innsbrucker Beiträge zur Musiktheorie 1).

 

Clemens Kühn, Formenlehre der Musik, Kassel u. a. 5. Auflage 1998 u.ö.

 

Clemens Kühn, Analyse lernen, ebd. 1993 (= Bärenreiter Studienbücher Musik 4).

 

Ulrich Kaiser, Gehörbildung. Satzlehre • Improvisation • Höranalyse. Ein Lehrgang mit historischen Beispielen, Bd. 1, Grundkurs, Kassel u. a. 1998 (= Bärenreiter Studienbücher Musik 10).

 

Thomas Krämer, Harmonielehre im Selbststudium, Wiesbaden 1995.

Repertoirekunde: Das Solokonzert im 19. Jahrhundert, A. Beer
2-std., Di 08:15-09:45, Kursnummer: 07.114.020

Die Übung soll im Sinne der Erweiterung der Repertoirekenntnis einen Überblick über die Literatur für Soloinstrumente und Orchester geben, wobei sich der Bogen von Beethoven bis Brahms spannt. Abgesehen von den Highlights des Konzertlebens soll auch ein Blick auf das seinerzeit bekannte und später aus unterschiedlichen Gründen (über die zu diskutieren sein wird) weitgehend vergessene Repertoire gesprochen werden. Die Präsentation der Themen erfolgt in Form von Referaten.

Literatur:

Konrad Küster, Das Konzert. Form und Forum der Virtuosität, Kassel 1993.

Musik in Berlin zur Zeit Friedrichs des Großen, A. Beer
2-std., Di 16:15-17:45, Kursnummer: 07.114.170

Die Zeit der Herrschaft Friedrichs des Großen als Preußischer König (1740–1786) ist nicht nur allgemein historisch von bemerkenswerter Relevanz, sondern auch musikalisch. Abgesehen davon, dass Friedrich selbst als Komponist und Flötist tätig war, entwickelte sich ein überaus aktives höfisches und auch bürgerliches Musikleben. Die Übung soll dazu beitragen, die wichtigsten Namen geläufig werden zu lassen und das entstandene musikalische Repertoire wenigstens in Ausschnitten kennenzulernen. Besonderer Wert wird hierbei auf die Arbeit mit Quellen gelegt. Die Schwerpunkte der Betrachtung werden mittels Referaten vorgestellt.

Literatur:

Christoph Henzel, Quellentexte zur Berliner Musikgeschichte im 18. Jahrhundert, Wilhelmshaven 1999.

Schulen, Satz und Stilwenden im 18. Jahrhundert, St. Münch
2-std., Mi 8:30-10:00, Kursnummer: 07.114.090

Analyse und Stilkopie zur Musik des 17. und 18. Jahrhunderts: Generalbasslehre als Kompositionslehre, Vokalkomposition und Rhetorik, durmolltonale Harmonik, Instrumentalsatz der »Klassik«; dabei Einblicke in das musiktheoretische Schrifttum des 18. Jahrhunderts

Literatur:

Wolfgang Budday: Harmonielehre Wiener Klassik. Theorie - Satztechnik - Werkanalyse, Stuttgart 2002.

 

Weitere Titel werden in der Veranstaltung genannt.

Novamente posto in luce - Musikdruck im 16. Jahrhundert , T. Hindrichs
2-std., Mi 10:15-11:45, Kursnummer: 07.114.140

Mit der Einführung des Musikdrucks haben sich die Rahmenbedingungen der Musikproduktion seit Beginn des 16. Jahrhunderts radikal geändert – „wer wo wann wie welche Musik druckte bzw. drucken ließ“ ist dabei durchaus mehr als eine ‚banale Leitfrage’. Im Mittelpunkt dieser Übung stehen insofern zunächst Überlegungen zur technischen Produktion von Musikdrucken, die jedoch notwendigerweise mit grundlegenden Erwägungen zur Distribution von Musik einerseits und zum wechselwirksamen Verhältnis von Musikproduktion und Musikkultur andererseits verknüpft werden sollen.

Literatur:

Jane A. Bernstein: „Print Culture and Music in Sixteenth-Century Venice“, Oxford: OUP 2001 (durchaus auch zur Anschaffung empfohlen).

Gehörbildung III, St. Münch
1-std., Mi 10:15-11:00 (Pfeifferweg 12)

Die Veranstaltung richtet sich ausschließlich an Magister-Studierende im Haupt- oder Nebenfach und bietet die letztmalige Gelegenheit zum Erwerb von Scheinen aus dem Fach Gehörbildung (nach Absprache also auch für Gehörbildung II).
Abschluss der Lehrveranstaltung mit Klausur am Semesterende.

Bitte beachten Sie, dass die Lehrveranstaltung in den Räumen der Musikinformatik-Abteilung stattfindet!

Hörendes Erkennen und verbales Beschreiben großformaler Abläufe; Erfassen harmonischer, metrischer und motivischer Formprinzipien und deren Wechselwirkung bei der klassischen Themen-Bildung (»Satz«, »Periode« usw.); Verfolgen satzübergreifender harmonischer und thematischer Verläufe; Erkennen häufig wiederkehrender Harmoniemodelle und Sequenzen; Zweistimmigkeit; Besonderheiten in Moll; Klangschärfungen (verminderter Dominantseptakkord, Non-Akkorde etc.); chromatisch-enharmonische Stimmverläufe in fortgeschrittener Tonalität und Modulationen.

Literatur:

Wolfram Breuer, Gehörbildung: für Unterricht und Selbststudium; Arbeitsheft – Literaturbeispiele – Cassetten (in der Instituts-Bibliothek verfügbar), Stuttgart: Metzler, 1990.

 

Ulrich Kaiser, Gehörbildung. Satzlehre – Improvisation – Höranalyse (= Bärenreiter Studienbücher Musik, 10/11) 2 Bde. (jeweils mit CD), Kassel u.a.: Bärenreiter, 1998.

 

Clemens Kühn, Gehörbildung im Selbststudium, Kassel, München: dtv, 1983 u.ö.

 

Roland Mackamul, Lehrbuch der Gehörbildung, Bände 1 u. 2: Elementare Gehörbildung, Kassel: Bärenreiter, 1969.

Kontrapunkt III, St. Münch
1-std., Mi 11:15-12:00

Die Veranstaltung richtet sich ausschließlich an Magister-Studierende im Haupt- oder Nebenfach und bietet die letztmalige Gelegenheit zum Erwerb von Scheinen aus dem Fach Kontrapunkt (nach Absprache also auch für Kontrapunkt II). Abschluss der Lehrveranstaltung mit Klausur am Semesterende.

Bitte beachten Sie, dass die Lehrveranstaltung in den Räumen der Musikinformatik-Abteilung stattfindet!

Basierend auf den in den Kursen I und II erworbenen Fertigkeiten im kontrapunktischen Satz werden in Kurs III eigene drei- und vierstimmige Sätze nach Form- und Satz-Modellen des 16.-18. Jahrhunderts (vokal und instrumental: Liedsatz; Motette; Kanon; Invention; Fuge etc.) angefertigt.

Literatur:

Dietrich Manicke, Der polyphone Satz, Bd. 2: Drei- und Mehrstimmigkeit, Köln: Gerig 1979.

 

Dieter de la Motte, Kontrapunkt, Kassel, München: dtv 1981 u.ö.

 

Thomas Daniel, Kontrapunkt. Eine Satzlehre zur Vokalpolyphonie des 16. Jahrhunderts, Köln: Dohr 1997.

Form und Analyse, J. Banholzer
2-std., Mi 12:15-13:45, Kurnummer: 07.114.050

Voraussetzung: Erfolgreicher Besuch von „Satz und Analyse“ im WS

Nachdem wir im Wintersemester grundsätzliche Elemente der Kontrapunktlehre, Generalbaßlehre, Fundamentalbaßtheorie, schließlich der Harmonielehre des 19. Jahrhunderts kennengelernt haben, die Bedingungen ihrer Entstehung bedacht sowie Vor- und Nachteile dieser Perspektiven als Werkzeuge der Satzanalyse ins Auge gefaßt haben, werden wir die gewonnenen Erkenntnisse im Sommersemester auf immer größere Werkabschnitte und ganze Sätze anzuwenden versuchen, vorwiegend des späten 18. und des 19. Jahrhunderts. Dabei werden wir uns auch mit Ansätzen der Schichtenlehre vertraut machen. Unsere Analyseversuche werden Anlaß geben, grundsätzliche Probleme der Formgestaltung zu reflektieren und im Licht dieser Fragestellungen einige Formmodelle zu untersuchen, wie sie von der traditionellen Formenlehre katalogisiert wurden.

Grundlagen der Computer-Musik, A. Gräf
2-std., Do 14:15-15:45 (Pfeifferweg 12), Kursnummer: 07.114.200.2 bzw. 07.114.230

Historische Satzlehre II, J. Banholzer
2-std., Mi 16:15-17:45, Kursnummer: 07.114.070

Dieser Kurs hat zwei Schwerpunkte: Analytisch werden wir uns mit einigen ausgewählten Werken der Vokalpolyphonie des 15. und 16. Jahrhunderts beschäftigen. Praktisch werden wir uns – nach einem Überblick über Methoden der Kontrapunktlehre von Tinctoris bis Fux – im Verfertigen kontrapunktischer Sätze üben. Im Verlauf dieser Arbeiten werden wir auch Überformungen und Erklärungspotentiale der kontrapunktischen Satztechnik kennenlernen, wie sie für das 17. und 18. Jahrhundert kennzeichnend sind.

Historische Satzlehre I, J. Banholzer
2-std., Mi 16:15-17:45, Kursnummer: 07.114.060

Dieser Kurs wird sich mit Satztechniken der mittelalterlichen Mehrstimmigkeit beschäftigen. Im analytischen Umgang mit ausgewählten Werken soll danach gefragt werden, wie die mehrstimmige Praxis aus der einstimmigen herauswächst, wie sich auf vielfältige Weise in der improvisierten Mehrstimmigkeit Verfahrensweisen herausbilden, das Zusammenwirken verschiedener Stimmen zu koordinieren, wie diese Verfahrensweisen von Theoretikern beschrieben werden, und wie sich solche Zeugnisse zu überlieferten musikalischen Denkmälern verhalten. Auf diese Weise werden Sie gleichzeitig einige typische Gattungen der Musik bis zur Mitte des 15. Jahrhunderts kennenlernen.

MIDI-Programmierung, A. Gräf
2-std., Do 12:15-13:45 (Pfeifferweg 12), Kursnummer: 07.114.200.1

Einführung in die Musikwissenschaft
2-std., Kurs A: Do 12:15-13:45, Kursnummer: 07.114.010

Was ist, was will, kann und soll Musikwissenschaft? Diesen gar nicht so banalen (und historisch ganz unterschiedlich beantworteten) Fragen auf den Grund zu gehen, ist das Anliegen der Veranstaltung, die in dieser Hinsicht am Beginn des Studiums eine erste Orientierung über Aufgaben, Arbeitsweisen und Interessen des Faches bieten möchte. Einerseits sollen dabei Geschichte und Systematik der Disziplin vorgestellt sowie die Vielfalt an Methoden und Forschungsansätzen diskutiert werden, ehe im zweiten (Haupt-)Teil des Kurses Aspekte der musikalischen Überlieferung (vom Autograph bis zur Kritischen Gesamtausgabe), der Rezeption und des Schreibens über Musik (von historischen Darstellungen bis hin zu aktueller Tagespresse, dem Programmhefttext und CD-Booklet, von populärer Publizistik bis hin zu Forschungsliteratur) ins Blickfeld rücken.
Insbesondere geht es in dieser Übung aber auch darum, ganz konkret das wissenschaftliche ›Handwerkszeug‹ zu erlernen und anhand exemplarischer Beispiele aktiv und praktisch zu erproben: Die wichtigsten Recherchemöglichkeiten und -strategien, die Arbeit mit verschiedenen musikbezogenen Quellen und der Umgang mit gedruckten bzw. elektronisch zur Verfügung stehenden wissenschaftlichen Hilfsmitteln wie Lexika, Enzyklopädien und Verzeichnissen stehen ebenso auf dem Programm wie die Techniken des Zitierens, das korrekte Anlegen von Bibliographien, das Entwickeln eines spezifischen Problembewusstseins und musikhistorischer Fragestellungen und das Verfassen wissenschaftlicher Arbeiten. Zu guter Letzt schließlich sollen schlaglichtartig Perspektiven auf spätere Berufsmöglichkeiten eröffnet werden.

Literatur:

Konrad Küster, Studium Musikwissenschaft, München 1996.

 

Herbert Bruhn und Helmut Rösing, Musikwissenschaft. Ein Grundkurs, Reinbek bei Hamburg 1998.

 

Henning Eisenlohr, Einblick in das Studium der Musikwissenschaft, München 2000.

 

Helmut Rösing und Peter Petersen, Orientierung Musikwissenschaft. Was sie kann, was sie will, Reinbek bei Hamburg 2000.

 

Nicole Schwindt-Gross, Musikwissenschaftliches Arbeiten. Hilfsmittel – Techniken – Aufgaben, Kassel [6]2007.

Praxisfelder der Musikwissenschaft: Konzertdramaturgie, U. Kramer
2-std., Do 18:15-19:45, Kursnummer: 07.114.240

Achtung, Termine: Ein wesentlicher Teil der Veranstaltung findet bereits in den Semesterferien statt, diese werden am Donnerstag, 10. Februar 2011, 9:45 (Hörsaal) gemeinsam abgesprochen. Wer an diesem Tag verhindert ist, kann mir gerne vorab eine Mail schicken.
Restliche Veranstaltungen im Semester: Do 18–20 Uhr (bis ca. Mitte Juni).

Die Veranstaltung ist offen sowohl für die Magister- als auch die BA-Studiengänge.

Es ist ein erheblicher Unterschied, eine wissenschaftliche Hausarbeit im Rahmen eines Seminars oder einen Gebrauchstext für Laien zu verfassen. Wir wollen uns deshalb mit dem Feld &bdquo,Programmheft-Texte“ näher beschäftigen und zunächst anhand der Lektüre von exemplarischen Beispielen herausfinden, was solche Texte lesenswert macht, wie viel exakte analytische Information sinnvoll ist etc.
Die Teilnehmer sollen im nächsten Schritt selbst Texte schreiben; als Basis dienen Konzertprogramme des Rheingau-Musikfestivals (Sommer 2011) und der Wiesbadener Mozart-Gemeinde (Saison 2011/12). Gelungene Texte aus dem Kreis dieses Seminars sollen dann im Rahmen der genannten Konzertveranstaltungen als Programmhefttexte veröffentlicht werden.

Da die Konzerte des Rheingau-Musikfestivals organisatorisch einen Vorlauf brauchen, für den die normalen Termine des Sommersemesters zeitlich nicht mehr ausreichen, müssen wir zumindest einen Teil der Veranstaltung bereits in der vorlesungsfreien Zeit zwischen Winter- und Sommersemester abhalten. Das wird in vier bis fünf Blöcken geschehen. Um die diesbezüglichen Termine sinnvoll abstimmen zu können, bitte ich alle Interessierten zu der genannten Vorbesprechung am 10.2. zu kommen.

Filmmusik und Sounddesign - im Spannungsfeld zwischen Geräusch und Klang, T. Knoll
2-std., Fr 16:15-19:45 (14-tägig)

Wo hört die Sound-Spur auf, wo beginnt der Score? Wann nehmen wir die auditive Ebene eines Films als Geräuschkulisse im weitesten Sinn, wann als Musik oder als Klangkunst wahr? Als eigenständig kreativer Beitrag zum filmischen Gesamtkunstwerk erfuhr das Sounddesign erst sehr spät seine angemessene Würdigung, obschon der Umgang mit dem Phänomen Geräusch bereits seit Beginn des Tonfilms einen elementaren Bestandteil cineastischer Konzepte darstellt. Die immer mannigfaltigeren Möglichkeiten, welches das hochtechnisierte und zu großen Teilen digitalisierte Filmemachen unserer Zeit bietet, treibt unterschiedlichste Blüten: Während sowohl bei den großen Blockbustern als auch im Arthaus- Kino die enge und gewissenhaft gearbeitete Verzahnung von Musik und Sound längst zum obligatorischen Arbeitsprinzip geworden ist, splitten die ersten Filmhochschulen den ehemals zusammenfassenden Studiengang „Filmmusik und Sounddesign“ in zwei separate Studienzweige auf, da die weitreichenden Anforderungen, welche jede der beiden Professionalisierungen erfordert, längst nicht mehr selbstverständlich von ein und derselben Person erfüllt werden können. Sowohl anhand von Beispielen der Filmgeschichte und Einblicken in die Gedankenwelt unterschiedlichster Künstlerpersönlichkeiten als auch von praktischen Übungen möchte diese Übung zu Überlegungen über das Verhältnis von Sound und Musik im Film anregen und Anreize zu eigenen kreativen Experimenten in diesem Feld schaffen. Kenntnisse im Umgang mit Musik-, Editing- und Schnittprogrammen sind hilfreich, jedoch nicht zwingend erforderlich.

Wie die Götter fliegen lernten. Einblicke in die Geschichte und Entwicklung der Bühnenmaschinerie und des Theaterbaus, M. Boschung
2-std., Sa (Blockveranstaltung), Kursnummer: 07.114.250

Die Übung wird als Blockveranstaltung angeboten. Die genannten Termine können geändert werden, bitte Aushänge etc. beachten.

Einzelne Termine werden in Form einer Exkursion durchgeführt.

Die Übung gibt einen Einblick in die Geschichte und Entwicklung europäischer Theaterbauten und Bühnenmaschinerien von den Vorbildern der Antike bis ins 20. Jahrhundert. Dabei sollen einerseits Grundbegriffe der Theaterarchitektur und Bühnentechnik vermittelt werden, andererseits aber auch dem Phänomen des Theaters als Abbild von Gesellschaftsstrukturen und Weltbildern nachgegangen werden.

Ergänzt und vertieft wird das Thema durch Exkursionen zu verschiedenen historisch bedeutenden Theatern Deutschlands.

Literatur:

Klaus-Dieter Reus (Hg.): Faszination der Bühne. Barockes Welttheater in Bayreuth - Barocke Bühnentechnik in Europa. Bayreuth, 2001.

 

Virtueller Rundgang durch das Festspielhaus Bayreuth: http://videoguide.bayreuther-festspiele.de