Sommersemester 2008

Übersichtsplan

Vorlesung - Proseminar - Hauptseminar - Oberseminar - Übung

 

Zeit Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag
8.00

 

Das deutsche Musikverlagswesen im 18. und 19. Jahrhundert Musikgeschichte im Überblick I Formenlehre: Kontrapunktische Formen Einführung in die Musikwissenschaft (Kurs A)  
9.00

 

Harmonielehre II (Kurs B) Johann Sebastian Bach, Messe in h-Moll: Entstehung, Werk, Rezeption
10.00

 

Quellen- und Handschriften-
kunde für Musik-
wissenschaftler
Afrikanische Nationalballette. Geschichte und Probleme. Proseminar zur Vorlesung (ausgewählte Aspekte der Musikgeschichte; Antike bis Mittelalter) Claudio Monteverdi, Komponist zwischen Renaissance und Neuzeit? Die Notation polyphoner Musik 1250-1400 Claude Debussy
11.00

 

12.00

 

Von Monteverdi bis Nono: Geschichte der italienischen Oper Teil II Musikgeschichtsschreibung bei Johann Nikolaus Forkel Einführung in die Musikinformatik Musik und Tod Musikinformatik
13.00  

 
14.00

 

14.00-14.45
Kontrapunkt II
Johannes Brahms und Anton Bruckner im Spiegel der Musiktheorie Oberseminar Psychoakustik Einführung in die Musik-
wissenschaft (Kurs B)
 
15.00 14.45-15.30
Gehörbildung III
16.00

 

15.30-16.15
Formenlehre: Vokale Großformen
Einführung in die Musikphilologie Generalbass II und Partiturspiel II Nicola Vicentino, "L'antica mvsica"  
17.00

 

16.45-17.30
Harmonielehre II (Kurs A)
18.00 17.30-18.15
Gehörbildung I
Praxisfelder der Musikwissenschaft:
Programmhefttexte
 

 

Vorlesungen

Von Monteverdi bis Nono. Geschichte der Italienischen Oper Teil II, U. Kramer
2-std., Mo 12-14

Die Vorlesung ist der zweite Teil einer Überblicksveranstaltung, die einen Bogen vom frühen 17. bis zum 20. Jahrhundert spannen will. Dabei geht es zunächst darum, die wichtigsten Entwicklungsstränge anhand exemplarischer Werke in ihrer literarischen und musikalischen Dimension kennen zu lernen. Darüber hinaus soll aber auch nach der Verortung der Gattung - höfischer Kontext, städtisches Theater - sowie ihren jeweiligen Produktionsbedingungen und den daraus resultierenden Konsequenzen für die Gattung selbst gefragt werden. Nach Teil 1 im WS, der sich mit dem 17. und 18. Jahrhundert befasst hat, beginnt Teil 2 im späten 18. Jahrhundert, jener Zeit, als die herkömmliche Form der Opera seria ihre Bedeutung verliert und sich - nicht zuletzt unter literarischen Einflüssen - eine neue Form im italienischen Musiktheater etabliert. [ECTS: 3]

Musikgeschichte im Überblick I (Antike bis Mittelalter), A. Beer
2-std., Di 8-10

Die Vorlesung umfasst den Zeitraum von den allerersten dokumentierten musikalischen Aktivitäten in den frühen Hochkulturen bis hin zum europäischen Mittelalter (Ende des 14. Jahrhunderts), wobei die letzten Jahrhunderte aufgrund der zunehmend dichteren Quellenüberlieferung und ihrer Relevanz für die Entstehung einer Basis für spätere Entwicklungen naturgemäß den breitesten Raum einnehmen werden. Es geht hierbei um die wesentlichen Stationen der mitteleuropäischen Musikgeschichte, um Zusammenhänge, Namen, Gattungen, Institutionen und auch um übergreifende kulturgeschichtliche Bezüge, von denen man wenigstens einmal etwas gehört haben muss. Daneben soll die Vorlesung zu selbständiger Vertiefung anregen, zumal in den etwa 12 Sitzungen wirklich nur ein Überblick gegeben werden kann. Der Besuch des sich anschließenden Proseminars zum gleichen Thema wird empfohlen und vor allem denjenigen Studierenden nahegelegt, die sich über die Vorlesung prüfen lassen wollen. Offiziell angemeldete GasthörerInnen sind willkommen. [ECTS: 3]


Proseminare

Quellen- und Handschriftenkunde für Musikwissenschaftler, A. Beer
2-std., Mo 10-12

Der Umgang mit handschriftlichen Quellen gehört ebenso wie Harmonielehre und Kontrapunkt zum musikwissenschaftlichen Handwerkszeug. Allerdings ist die Fähigkeit, alte Handschriften nicht nur lesen, sondern auch verstehen und interpretieren zu können, nicht weit verbreitet. Anhand ausgewählter Schriftstücke vorwiegend aus dem 18. und 19. Jahrhundert werden wir uns in die Materie einarbeiten und (erfahrungsgemäß) sehr rasch Fortschritte erzielen. Die Referate bzw. Hausarbeiten sollen eine diplomatisch genaue Übertragung der Texte und eine ausführliche Interpretation bieten.
Am Ende des Semesters findet eine eintägige Exkursion zum André-Archiv in Offenbach statt. [ECTS: 5]

Proseminar zur Vorlesung (ausgewählte Aspekte der Musikgeschichte; Antike bis Mittelalter), A. Beer
2-std., Di 10-12

Ziel des Proseminars ist die Vertiefung ausgewählter, in der Überblicksvorlesung (siehe dort!) nur zu streifender Aspekte mit Hilfe des Referats. Voraussetzung zur Teilnahme ist der Besuch der Vorlesung. [ECTS: 5]

Musikgeschichtsschreibung bei Johann Nikolaus Forkel, T. Hindrichs
2-std., Di 12-14

Mit seiner auf zwei Bände angelegten "Allgemeinen Geschichte der Musik" (1788/1801) hat der Göttinger Universitätsmusikdirektor Johann Nikolaus Forkel ein ‚Standardwerk’ vorgelegt, das das Selbstverständnis der historischen Musikwissenschaft maßgeblich und zuweilen vielleicht sogar bis in die jüngste Zeit hinein geprägt hat.
In diesem Seminar soll zum einen Forkels Verständnis von Musikgeschichte durch eingehende Lektüre ausgewählter Schriften (neben der "Allgemeinen Geschichte" vor allem die "Musikalisch-kritische Bibliothek" sowie "Über Johann Sebastian Bachs Leben, Kunst und Kunstwerke") herausgearbeitet werden; zum anderen gilt es jedoch auch, dieses Verständnis zugleich einer kritischen Bewertung, freilich aus unterschiedlichen (etwa musiktheoretischen oder musikästhetischen) Perspektiven, zu unterziehen, um so mögliche Konsequenzen für unseren heutigen Umgang mit Musikgeschichte zu erkennen.
Sollten Sie ein Referat übernehmen wollen, melden Sie sich bitte bis zum 9. April 2008 bei mir persönlich zu einem solchen an; eine entsprechende Themenliste werde ich rechtzeitig aushängen. [ECTS: 5]

Literatur:

Johann Nikolaus Forkel, Musikalisch-kritische Bibliothek, 3 Bände, Gotha: Ettinger 1778/79, Nachdruck in einem Band, Hildesheim: Olms 1964.

 

Johann Nikolaus Forkel, Allgemeine Geschichte der Musik, Band 1, Leipzig: Schwickert 1788, Nachdruck hrsg. v. Othmar Wessely, Graz: ADVA 1967.

 

Johann Nikolaus Forkel, Allgemeine Geschichte der Musik, Band 2, Leipzig: Schwickert 1801, Nachdruck hrsg. v. Othmar Wessely, Graz: ADVA 1967.

 

Johann Nikolaus Forkel, Über Johann Sebastian Bachs Leben, Kunst und Kunstwerke, Leipzig: Hofmeister & Kühnel 1802, Nachdruck hrsg. v. Axel Schröter, Kassel usw.: Bärenreiter 1999.

 

Frank Hentschel, Bürgerliche Ideologie und Musik - Politik der Musikgeschichtsschreibung in Deutschland 1776-1871, Frankfurt am Main: Campus-Verlag 2006.

Johannes Brahms und Anton Bruckner im Spiegel der Musiktheorie, C. Hust
2-std., Di 14-16

Traditionell gelten Brahms und Bruckner als ästhetische Antipoden. In dieser Veranstaltung soll nach Auswirkungen dieser These auf Musiktheorie und Analyse gefragt werden. Hierzu gibt es drei Themenkomplexe: Es wird erstens auf Brahms' und Bruckners eigene Gedanken zum Verhältnis von Komposition und Theorie eingegangen (etwa Brahms' Oktaven und Quinten-Sammlung und Bruckners Satzlehrekurse), zweitens die musiktheoretische Wirkungsgeschichte um 1900 untersucht (u. a. Riemann, Schenker, Kurth, Schönberg) und drittens nach aktuellen Ansätzen zur Analyse gefragt. Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Seminar brauchen sichere Kenntnisse der Allgemeinen Musiklehre, sollten Englisch können und Interesse an Musiktheorie haben. [ECTS: 5]

Literatur:

Volker Kalisch, "Zum Verhältnis von Analyse und Musiktheorie zu Beginn des 20. Jahrhunderts", in: Zur Geschichte der musikalischen Analyse, hrsg. von Gernot Gruber, Laaber: Laaber-Verlag 1996 (Schriften zur musikalischen Hermeneutik 5), S. 119–130.

 

Ian Bent und William Drabkin, Analysis, Houndmills u. a.: MacMillan Press 1987.

 

Peter Gülke, Brahms, Bruckner. Zwei Studien, Kassel und Basel: Bärenreiter-Verlag 1989.

Claudio Monteverdi, Komponist zwischen Renaissance und Neuzeit?, P. Niedermüller
2-std., Mi 10-12

Claudio Monteverdis Leben (1567-1643) umrahmt den "Stilwandel in der Musik um 1600" (Werner Braun). Dem entsprechend wurde Monteverdis Position in der Musikgeschichte auch sehr unterschiedlich beschrieben. Leo Schrade erklärte ihn mit dem Titel seines Buches von 1950 Monteverdi creator of modern music zum Neuerer, fast vierzig Jahre später stellte Gray Tomlinson mit Monteverdi an the end of the renaissance (1987) gerade das Epochenende in den Mittelpunkt einer Monteverdimonographie. Ziel des Seminars ist es dieser vordergründigen Ambivalenz nachzuspüren und sie kritisch zu hinterfragen. Gegenstand der Referate sind somit sowohl die exemplarische Betrachtung einzelner Werke, wie Überlegungen zum geistesgeschichtlichen, insbesondere musiktheoretischen Kontext. Ein qualifizierter Schein kann durch die üblichen Leistungen (aktive Mitarbeit, mündliches Referat und schriftliche Hausarbeit) erworben werden. Italienischkenntnisse sind Teilnahmevoraussetzung. [ECTS: 5]

Literatur:

Werner Braun, Der Stilwandel in der Musik um 1600 (=Erträge der Forschung 180), Darmstadt 1982.

 

The New Monteverdi Companion, hrsg. von Denis Arnold, London u.a. 1985.

Einführung in die Musikinformatik, A. Gräf
2-std., Mi 12-14

Die Musikinformatik beschäftigt sich mit Anwendungen des Computers in Musik und Musikwissenschaft. Das Themenspektrum reicht von der digitalen Signalverarbeitung über die Klangverarbeitung und -synthese mit dem Computer bis hin zur algorithmischen Komposition und musikalischen Analyse. Ziel des Proseminars ist eine Einführung in die wichtigsten Gebiete der Musikinformatik an Hand einschlägiger Literatur und Materialien aus dem Internet. [ECTS: 5]


Hauptseminare

Das deutsche Musikverlagswesen im 18. und 19. Jahrhundert, A. Beer
2-std., Mo 08-10

Die Geschichte des Musikverlagswesens zählt noch immer nicht zu den prominentesten Gebieten musikwissenschaftlicher Forschung, da die vielfältige Beschäftigung mit dem musikalischen Werk naturgemäß im Vordergrund steht. Allerdings stellt sich die Frage, wie, auf welchen Wegen und unter welchen Bedingungen eine Komposition vom Schreibtisch des Komponisten in die Hände der "Endverbraucher" gelangt; hierbei ist die Betrachtung des Gewerbezweigs Musikverlag hinsichtlich seiner Entstehung, Entwicklung und auch seiner Einflussnahme auf das musikalische Geschehen von grundlegender Bedeutung, wie die Referate mit Sicherheit zeigen werden. [ECTS: 5]

Literatur:

Artikel "Musikverlage und Musikalienhandel" in: MGG, 2. Auflage.

 

Music Publishing in Europe 1600-1900, hrsg. von Rudolf Rasch, Berlin 2005, bes. S. 159ff.

Afrikanische Nationalballette. Geschichte und Probleme., W. Bender
2-std., Mo 10-12, Raum 00 618 (Kleiner Übungsraum) im Bereich der Ethnologie, Forum 6, EG

Die meisten afrikanischen Staaten verfügen über ein Nationalballett. In den frankophonen Ländern lassen sie sich zurückführen auf die "Ballets Africaines", die in Paris von Keita Fodeba in der Zeit nach dem 2. Weltkrieg begründet wurden und die ganz in der Tradition der Negritude von Aime Cesaire und Leopold Sedar Senghor standen.
Die "National Dance Troops" oder ähnlich betitelten Gruppen in den anglophonen Ländern entstanden gleichzeitig mit dem Prozess der Vorbereitung der Unabhängigkeiten und hatten zum Ziel, eine einheitliche nationale Kultur zu präsentieren, wie vielfältig die auch immer ausfallen musste.
Es werden die unterschiedlichen Ansätze mit ihren ideologischen Hintergründen untersucht, sowie die Diskussionen geführt werden, was ist Folklore, was "authentisch", was ist neue nationale Kultur?
Dazu Schriften von Keita Fodeba, L.S. Senghor, Wole Soyinka, Demas Nwoko, Meki Nzewi, Akin Euba, Joachim Fiebach, Renato Berger, Kariamu Welsh Asante, Francesca Castaldi, Judith Lynne Hanna, Esther A. Dagan, Peggy Harper.
Als Quellen werden auch Bilddokumente, Tonträger und Filme hinzugezogen. [ECTS: 5]

Literatur:

Renato Berger: African dance. Afrikanischer Tanz in Vergangenheit und Zukunft. Ursprung und Diaspora, Wilhelmshaven 1984.

 

The Spirit's Dance in Africa. Evolution, Transformation and Continuity in Sub-Sahara, hrsg. von Esther A. Dagan, Montreal 1997.

 

African Dance. An artistic, historical and philosophical inquiry, hrsg. von Kariamu Welsh Asante, Trenton 1998.

Musik und Tod, U. Kramer
2-std., Do. 12-14

Auch wenn der Tod heutzutage gern verdrängt wird, gehört er als eines der essentiellsten Ereignisse zur menschlichen Existenz. Die bewusste Auseinandersetzung damit teilen alle Kulturen über die verschiedenen Epochen. Seit dem Mittelalter ist der "Totentanz" im europäischen Raum in Bildender Kunst und Literatur präsent; dabei spielt auch die Musik eine wichtige Rolle. Aus Begräbniszeremonien hat sich in der katholischen Liturgie die Form des Requiems herausgebildet, das aus dem unmittelbaren religiösen Zusammenhang schließlich herausgelöst Teil der Kunstmusik wurde.
Das Seminar möchte sich dem Thema zunächst aus einer weit gefassten kulturwissenschaftlichen Perspektive nähern, neben der europäischen Art der Auseinandersetzung mit diesem Phänomen auch nach der Funktion der Musik im Rahmen fremder religiöser Riten jenseits des eigenen Kulturraums fragen. Im Anschluss daran werden wir anhand exemplarischer Werke der Frage nachgehen, wie sich das Ereignis Tod in den verschiedenen Bereichen der Kunstmusik darstellt. Neben den herausrageden Werken im Kontext des katholischen Requiems befassen wir uns auch mit dem individuelleren Umgang im Umfeld des Protestantismus (Schütz, Bach, Brahms) sowie den musikalischen Reaktionen auf die großen Katastrophen des 20. Jahrhunderts.
Jenseits des religiösen Zusammenhangs wird auch nach der Bedeutung des Todes auf der Opernbühne zu fragen sein, der im Laufe der Entwicklung eine immer wichtigere Rolle spielt. Einbezogen werden schließlich auch instrumentale Formen von Trauermusik, die Tombeaux für Laute ebenso wie die Trauermärsche von Beethoven bis Mahler.

Voraussetzung für den Erwerb eines qualifizierten Scheins: Referat (historisch, im Einzelfall auch systematisch möglich) und schriftliche Hausarbeit

Wer sich bereits in den Semesterferien einarbeiten möchte, sollte sich bitte direkt mit mir - persönlich oder per Mail - in Verbindung setzen. [ECTS: 5]

Psychoakustik, A. Gräf
2-std., Do 14-16, in den Räumen der Musikinformatik, Pfeifferweg 12

Gegenstand des Seminars ist die Psychoakustik als ein interdisziplinäres Forschungsgebiet, das sich mit der Wahrnehmung von Schall beschäftigt. Ein zentrales Thema ist dabei insbesondere auch die Verarbeitung musikalischer Klänge. Dabei spielen physikalische Prozesse genau so eine Rolle wie physiologische, neurologische, kognitive und psychologische Aspekte der menschlichen Schallwahrnehmung. Mögliche Fragestellungen sind z.B. die Wahrnehmung von Klangfarben, Tonhöhen, Harmonien und Rhythmus. Viele Aspekte der Schallwahrnehmung (insbesondere die höheren Verarbeitungsfunktionen im Gehirn) sind noch keineswegs abschließend geklärt und Gegenstand aktueller Forschung. Die Anwendungen der Psychoakustik reichen von Codierungs-Verfahren wie z.B. MPEG über den Bau natürlicher und elektronischer Instrumente bis hin zu anspruchsvollen Methoden der digitalen Klangverarbeitung wie z.B. der automatischen Transkription von Musik. [ECTS: 5]

Johann Sebastian Bach, Messe in h-Moll: Entstehung, Werk, Rezeption, R. Wiesend
2-std., Blockseminar

Die Veranstaltung findet an fünf Einzelterminen statt:
Freitag, 25. April, 9:15-12:30 Uhr; Freitag, 30. Mai, 9:15-13:30 Uhr; Samstag, 31. Mai, 9:15-12:30 Uhr
Freitag, 06. Juni, 9:15-13:30 Uhr; Samstag, 07. Juni, 9:15-12:30 Uhr

Wenn wir heute im Konzertsaal J. S. Bachs h-Moll-Messe hören, dann machen wir uns meist nicht klar, welch differenzierte Geschichte das Werk aufzuweisen hat. Die Fragestellungen, unter denen wir uns dem Werk nähern wollen, betreffen die nicht einfache Entstehungsgeschichte, die mit der Zweckbestimmung einhergeht. Großer Wert soll auch auf die künstlerische und ästhetische Rezeption des Werks bis in unsere Tage gelegt werden. [ECTS: 5]

Literatur:

Bachs lateinische Kirchenmusik. Das Handbuch, hrsg. von R. Emans und S. Hiemke, Laaber 2007.

Claude Debussy, C. Hust
2-std., Blockseminar

Das Seminar will an ausgewählten Kompositionen von Claude Debussy die Entwicklung seiner Kompositionsweise verfolgen. Ziel ist es, von einer Untersuchung der Notentexte auszugehen, aber deren kulturgeschichtliche Einbettung nicht aus dem Blick zu verlieren und jenseits des Schlagwortes von "clarté" nach der musikalischen Ästhetik zu fragen. Ein Schwerpunkt soll auf der Beschäftigung mit den konstruktiven Grundlagen von Debussys Musik liegen, deren Präzision die Klischees des nebulösen "impressionnisme" und "debussysme" unterschätzen.

Anmeldung und Absprache der Themen für ca. 30- bis 40-minütige Referate bitte bis spätestens Ende April persönlich oder per E-Mail an christoph.hust@gmx.de. Auf Anfrage können im Einzelfall auch Proseminar-Scheine erworben werden.

Termine: Blockveranstaltungen von ca. 10 bis 17 Uhr am 16. Mai, 17. Mai, 13. Juni und 14. Juni. [ECTS: 5]


Oberseminar

Besprechung von Examensarbeiten, A. Beer, J. Blume, U. Kramer, L. Striegel, R. Wiesend
2-std., Mi 14-16

Zwar dient das Oberseminar (geleitet von Lehrenden des Musikwissenschaftlichen Instituts und der Hochschule für Musik) in erster Linie der Vorstellung und Diskussion von in Arbeit befindlichen Staatsexamens-, Magister- und Doktorarbeiten, doch sind auch Gastvorträge geplant, die sich mit Fragen der Berufspraxis befassen sowie aktuelle Forschungsvorhaben und –ergebnisse vorstellen. Der Besuch des Seminars (verpflichtend für Staatsexamenskandidatinnen und –kandidaten) ist allen fortgeschrittenen Studierenden des Faches Musikwissenschaft sehr zu empfehlen, da man hier authentischen Stallgeruch musikwissenschaftlichen Arbeitens hautnah erleben kann.


Übungen

Kontrapunkt II, St. Münch
1-std., Mo 14.00-14.45

Die Teilnahme (nur für Studierende im Hauptfach) setzt zwingend den erfolgreich abgeschlossenen Besuch der Übung "Kontrapunkt I" voraus; Ausnahmen nur nach persönlicher Absprache mit dem Dozenten.
Zum Erwerb des Leistungsnachweises führen regelmäßig nachgewiesene Hausaufgaben und eine bestandene Klausur in der letzten Semesterwoche.
Die in Kontrapunkt I (Zweistimmigkeit) erworbenen Fertigkeiten im strengen Satz (so genannter "Palestrinastil") werden auf dreistimmige Sätze ausgeweitet und vertieft. [ECTS: 2]

Literatur:

Dietrich Manicke, Der polyphone Satz, Bd. 2: Drei- und Mehrstimmigkeit, Köln: Gerig 1979.

 

Thomas Daniel, Kontrapunkt. Eine Satzlehre zur Vokalpolyphonie des 16. Jahrhunderts, Köln: Dohr 1997.

 

Dieter de la Motte, Kontrapunkt, Kassel, München: dtv 1981 u.ö.

 

Der musikalische Satz. Ein Handbuch zum Lehren und Lernen, hrsg. v. Walter Salmen und Norbert J. Schneider, Innsbruck: Helbig 1987, S. 41ff.

 

Knud Jeppesen, Kontrapunkt, Wiesbaden: Breitkopf und Härtel 1963 u.ö.

Gehörbildung III, St. Münch
1-std., Mo 14.45-15.30

Die Veranstaltung beschäftigt sich mit folgenden Themen: Hörendes Erkennen und verbales Beschreiben großformaler Abläufe; Erfassen harmonischer, metrischer und motivischer Formprinzipien und deren Wechselwirkung bei der klassischen Themen-Bildung ("Satz", "Periode" und so weiter); Verfolgen satzübergreifender harmonischer und thematischer Verläufe; Erkennen häufig wiederkehrender Harmoniemodelle und Sequenzen; Zweistimmigkeit; Besonderheiten in Moll; Klangschärfungen (verminderter Dominantseptakkord, Non-Akkorde et cetera); chromatisch-enharmonische Stimmverläufe in fortgeschrittener Tonalität und Modulationen.
Die Teilnahme ist nur Studierenden im Hauptfach möglich, die die beiden Vorgänger-Übungen I und II erfolgreich abgeschlossen haben. Ausnahmen können nur nach persönlicher Absprache mit dem Dozenten gestattet werden. Zum Erwerb des qualifizierenden Scheines führt das Bestehen der Abschlussklausur in der letzten Semesterwoche (23.07.2007). [ECTS: 1]

Literatur:

Wolfram Breuer, Gehörbildung: für Unterricht und Selbststudium; Arbeitsheft – Literaturbeispiele – Cassetten (in der Instituts-Bibliothek verfügbar), Stuttgart: Metzler, 1990.

 

Ulrich Kaiser, Gehörbildung. Satzlehre – Improvisation – Höranalyse (= Bärenreiter Studienbücher Musik, 10/11) 2 Bde. (jeweils mit CD), Kassel u.a.: Bärenreiter, 1998.

 

Clemens Kühn, Gehörbildung im Selbststudium, Kassel, München: dtv, 1983 u.ö.

 

Roland Mackamul, Lehrbuch der Gehörbildung, Bände 1 u. 2: Elementare Gehörbildung, Kassel: Bärenreiter, 1969.

Formenlehre: Vokale Großformen, St. Münch
1-std., Mo 15.30-16.15

Die vorherige Teilnahme an der Formenlehre-Übung "Elementare und Lied-Formen" (jeweils im Wintersemester) wäre wünschenswert, ist aber nicht zwingend. Die Veranstaltung wird mit einer Klausur in der letzten Semesterwoche abgeschlossenen.
Inhalt der Veranstaltung: "Motette" als exemplarische Gattung, "motettischer Stil" als zentrales Form bildendes Verfahren der Vokalmusik vor 1600; "Arie" und "Szene" als Formbegriffe der Vokalmusik nach 1600 in Oper und Oratorium (jeweils an ausgewählten Beispielen). [ECTS: 2]

Literatur:

Clemens Kühn, Form, in: MGG-Sachteil, Bd. 3, Sp. 607-643.

 

Clemens Kühn, Formenlehre der Musik, Kassel, München: dtv 1987.

 

Clemens Kühn, Kompositionsgeschichte in kommentierten Beispielen (= Bärenreiter Studienbücher Musik 9), Kassel: Bärenreiter 1998.

 

Herwig Knaus und Gottfried Scholz, Formen in der Musik, 2 Bde., Wien: Österreichischer Bundesverlag 1988/89.

Harmonielehre II, St. Münch
1-std., Mo 16.45-17.30 (Kurs A), Mi 9.15 - 10.00 (Kurs B)

Es werden folgende Themen behandelt: Erweiterung der Kadenz: Non-, Undezim-, Tredezim-Akkorde, verminderter Sept­akkord, "Neapolitaner", Gegenklänge und Medianten; Zwischen­dominanten, Ausweichungen; diatonische/funktionale Modulation; harmonische Analysen an ausgewählten Beispielen.
Die Teilnahme setzt zwingend die in der Studienordnung geforderten Grundkenntnisse in Harmonielehre, das sichere Lesen und Schreiben in den gängigen Schlüsseln, das Erkennen der Intervalle sowie das Spielen eines akkordfähigen Instrumentes voraus. Für Studierende mit Vorkenntnissen ist die Teilnahme an Kurs II auch ohne Besuch von Harmonielehre I möglich. Mit Bestehen der Klausur in Harmonielehre II wäre der Kurs Harmonielehre I automatisch abgedeckt.
Zum Erwerb des Leistungsnachweises sind während des Semesters mehrere kleinere Hausarbeiten und eine Abschlussklausur am Semesterende zu bewältigen. [ECTS: 2]

Literatur:

Thomas Krämer, Harmonielehre im Selbststudium, Wiesbaden: Breitkopf und Härtel 1991.

 

Thomas Krämer, Lehrbuch der harmonischen Analyse, Wiesbaden: Breitkopf und Härtel 1997.

 

Dieter de la Motte, Harmonielehre, München u. Kassel: dtv 1976 u.ö.

 

Der musikalische Satz. Ein Handbuch zum Lehren und Lernen, hrsg. v. Walter Salmen und Norbert J. Schneider, Innsbruck: Helbling 1987, S. 87, S. 19-39 u. 143-185.

Gerhörbildung I, St. Münch
1-std., Mo 17.30-18.15

Hör-Training zum Zwecke des Erkennens wichtiger Strukturelemente in der Musik aus folgenden Bereichen:

  • Metrum / Takt / Rhythmus (Regelmäßiges und Unregelmäßiges)
  • Intervalle (simultan und sukzessiv im nicht-tonalen Umfeld)
  • Akkorde (Akkordaufbau; Akkordverbindungen nach dem Verständnis der Funktionstheorie, Kadenz)
  • Tonalität in der Einstimmigkeit (Diatonik; Stufen-Hören)
  • Die Teilnahme setzt zwingend die in der Studienordnung geforderten Grundkenntnisse in Harmonielehre, das sichere Lesen und Schreiben in den gängigen Schlüsseln, das Erkennen der Intervalle sowie das Spielen eines akkordfähigen Instrumentes voraus. Abschluss der Veranstaltung mit Klausur am Semesterende. [ECTS: 1]

    Literatur:

    Clemens Kühn, Gehörbildung im Selbststudium, Kassel, München: dtv 1983 u.ö.

     

    Wolfram Breuer, Gehörbildung: für Unterricht und Selbststudium; Arbeitsheft – Literaturbeispiele – Cassetten (in der Instituts-Bibliothek verfügbar), Stuttgart: Metzler 1990.

     

    Roland Mackamul, Lehrbuch der Gehörbildung, Band 1: Elementare Gehörbildung, Kassel: Bärenreiter 1969.

     

    Ulrich Kaiser, Gehörbildung. Satzlehre – Improvisation – Höranalyse, (=Bärenreiter Studienbücher Musik, 10/11) 2 Bde. (jeweils mit CD), Kassel u.a.: Bärenreiter 1998.

    Einführung in die Musikphilologie, D. Philippi
    2-std., Di 16.00-18.00

    Die Lehrveranstaltung soll einen Einblick in die Praxis musikwissenschaftlicher Edition vermitteln. Benannt werden zum einen die wichtigsten theoretischen Voraussetzungen, die philologische Fragestellungen ebenso berücksichtigen wie das weite Feld der Heuristik. Zum anderen sollen die Teilnehmer an konkreten Werken üben, verschiedene Quellensituationen zu bewerten und Wege des editorischen Entscheidens zu erarbeiten. Die Unterschiedlichkeit der von Œuvre zu Œuvre anzutreffenden Gegebenheiten und Herausforderungen an den musikwissenschaftlichen Editor werden dabei an Kompositionen von Christoph Willibald Gluck, Antonín Dvorák und Bohuslav Martinu aufzuzeigen sein. [ECTS: 2]

    Praxisfelder der Musikwissenschaft: Programmhefttexte, U. Kramer
    2-std., Di 18.00-20.00

    Termin für Vorbesprechung: Donnerstag, 07. Februar 2008, 13:45 Uhr im Hörsaal der Musikwissenschaft

    Dass es ein erheblicher Unterschied ist, eine wissenschaftliche Hausarbeit im Rahmen eines Seminars oder einen Gebrauchstext für Laien zu verfassen, hat vielleicht mancher von Ihnen bereits selbst erfahren. Wir wollen uns deshalb mit der Gattung "Programmheft-Texte" näher beschäftigen und zunächst anhand der Lektüre von exemplarischen Beispielen herausfinden, was solche Texte lesenswert macht, wie viel exakte analytische Information sinnvoll ist etc.
    Die Teilnehmer sollen im nächsten Schritt selbst Texte schreiben; als Basis dienen Konzertprogramme des Rheingau-Musikfestivals (Sommer 08) und der Wiesbadener Mozart-Gemeinde (Saison 08/09). Gelungene Texte aus dem Kreis dieses Seminars sollen dann im Rahmen der genannten Konzertveranstaltungen als Programmhefttexte veröffentlicht werden.

    Da die Konzerte des Rheingau-Musikfestivals organisatorisch einen Vorlauf brauchen, für den die normalen Termine des Sommersemesters zeitlich nicht mehr ausreichen, müssen wir zumindest einen Teil der Veranstaltung bereits in der vorlesungsfreien Zeit zwischen Winter- und Sommersemester abhalten. Um die diesbezüglichen Termine zu klären, bitte ich alle Interessierten zu der genannten Vorbesprechung am 7.2. zu kommen. [ECTS: 2]

    Formenlehre: Kontrapunktische Formen, St. Münch
    1-std., Mi 8.30-9.15

    Inhalt der Veranstaltung: Kanon, Invention, Fuge, Passacaglia und deren Vorkommen in unterschiedlichen musikalischen Gattungen und Formen. Kontrapunktische Formen und Techniken im 19. Jahrhundert ("romantischer Kontrapunkt" bei Schumann, Wagner und anderen). Formkonstitutive Bedeutung kontrapunktischer Verfahren in der Musik des 20. Jahrhunderts.
    Die vorherige Teilnahme an der Formenlehre-Übung "Elementare und Lied-Formen" (jeweils im Wintersemester) wäre wünschenswert, ist aber nicht zwingend. Die Veranstaltung wird mit einer Klausur in der letzten Semesterwoche abgeschlossenen (selbstständige Form-Analyse an einem neuen Musikbeispiel mit Anwendung der in der Lehrveranstaltung dargestellten Analyse-Parameter). [ECTS: 2]

    Literatur:

    Clemens Kühn, Form, in: MGG-Sachteil, Bd. 3, Sp. 607-643.

     

    Clemens Kühn, Formenlehre der Musik, Kassel, München: dtv 1987.

     

    Clemens Kühn, Kompositionsgeschichte in kommentierten Beispielen (= Bärenreiter Studienbücher Musik 9), Kassel: Bärenreiter 1998.

     

    Herwig Knaus und Gottfried Scholz, Formen in der Musik, 2 Bde., Wien: Österreichischer Bundesverlag 1988/89.

    Generalbass II, J. Banholzer
    1-std.

    Es findet eine "Einführungsveranstaltung" in der Sitzung am ersten Mittwoch im Semester statt. Danach werden für die weitere Arbeit Kleingruppen eingeteilt. Nähere Informationen können dem kommentierten Vorlesungsverzeichnis und den Aushängen entnommen werden. [ECTS: 1]

    Partiturspiel II, J. Banholzer
    1-std.

    Es findet eine "Einführungsveranstaltung" in der Sitzung am ersten Mittwoch im Semester statt. Danach werden für die weitere Arbeit Kleingruppen eingeteilt. Nähere Informationen können dem kommentierten Vorlesungsverzeichnis und den Aushängen entnommen werden. [ECTS: 1]

    Einführung in die Musikwissenschaft (Kurs A), T. Hindrichs
    2-std., Do 8.30-10

    Die Teilnahme an dieser Übung ist für Studienanfänger verpflichtend. Zunächst soll der Umgang mit Nachschlagewerken, Bibliographien, Handbüchern, Katalogen, Gesamt- und Denkmalausgaben, deren Kenntnis für ein erfolgreiches Studium unentbehrlich ist, geübt werden. Weiterhin sollen Techniken des wissenschaftlichen Arbeitens – in erster Linie für das Anfertigen von Referaten und Hausarbeiten – vermittelt werden; dazu gehören vor allem Fragen des Sammelns von Informationen (Recherche), des Aufbereitens von Informationen (Konzeption, Gliederung, Quellenkritik) und des Vermittelns von Informationen (sprachliche und formale Präsentation von Referat und Hausarbeit). Schließlich soll das gewählte Studienfach Musikwissenschaft hinsichtlich seiner historischen Entwicklung, seiner einzelnen Gegenstandsbereiche und Arbeitsfelder sowie seiner Einordnung in einen übergeordneten Zusammenhang von Geistes- bzw. Kulturwissenschaften betrachtet werden. [ECTS: 5]

    Literatur:

    Nicole Schwindt-Gross, Musikwissenschaftliches Arbeiten. Hilfsmittel – Techniken – Aufgaben (= Bärenreiter Studienbücher Musik 1), Kassel usw.: Bärenreiter 4, 1999.

     

    Alastair Williams, Constructing Musicology, Burlington/VT: Ashgate, 2001.

     

    The Cultural Study of Music. A Critical Introduction, hrsg. v. Martin Clayton, Trevor Herbert und Richard Middleton, New York und London: Routledge, 2003.

    Die Notation polyphoner Musik 1250-1400, P. Niedermüller
    2-std., Do 10-12

    Die Entstehung und Entwicklung einer rhythmisch eindeutigen Fixierung der Musik auf der einen Seite und komplexer Mehrstimmigkeit auf der anderen Seite bedingen einander. Dieser Zusammenhang soll in der Übung anhand der Phänomene der Modalnotation, der franconischen Notation, der Notation der Ars nova und der italienischen Notation im Trecento erläutert werden. Gegenstand sind somit sowohl theoretische Überlegungen zu Notation und Rhythmus wie praktische Zeugnisse. Da dies eine gewisse Erfahrung voraussetzt, wendet sich die Veranstaltung ausdrücklich an Studierende im Hauptstudium. Diese können durch ein mündliches Referat und die Transkription eines Beispiels den Schein "Notationskunde I" erwerben. Darüber hinaus sind gute Lateinkenntnisse Teilnahmevoraussetzung, im einzelnen Fall können auch Kenntnisse der französischen und italienischen Sprache erforderlich werden. [ECTS: 2]

    Literatur:

    Willi Apel, Die Notation der poyphonen Musik 900-1600, Leipzig 1962, S. 235-489.

     

    Heinrich Besseler und Peter Gülke, Das Schriftbild der mehrstimmigen Musik (= Musikgeschichte in Bildern III/5), Leipzig 1973, S. 36-83.

    Musikinformatik, A. Gräf
    2-std., Do 12-14, in den Räumen der Musikinformatik, Pfeifferweg 12

    In der Übung lernen wir grundlegende Techniken und Software-Werkzeuge für musikalische Anwendungen mittels praktischer Arbeiten am PC kennen. Dabei werden gängige Software-Werkzeuge zur Musik-Produktion und zur Bearbeitung digitaler Klänge und musikalischer Daten mit dem Computer vorgestellt, wie z.B. Hard-Disk-Recording, MIDI-Sequencing, Notensatz mit dem Computer und digitale Klangsynthese. Daneben gibt es eine Einführung in die Installation und den Einsatz des frei verfügbaren Betriebssystems “Linux” für Musik-Anwendungen.

    Einführung in die Musikwissenschaft (Kurs B), P. Niedermüller
    2-std., Do 14-16

    Neben musikalischen Kenntnissen und Fähigkeiten und einem ausgeprägten Interesse für alle musikalischen Repertoires und die Musikgeschichte, setzt das Studium der Musikwissenschaft auch den selbstverständlichen Umgang mit spezifischen wissenschaftlichen Techniken und Arbeitsweisen voraus. Ziel der Übung ist es, hier die Grundlagen für ein erfolgreiches Grundstudium zu schaffen (der erfolgreiche Besuch ist Voraussetzung für die Teilnahme an einem Proseminar). Inhalte sind eine Einführung in die wichtigsten Hilfsmittel und Methoden des Fachs, Anleitung zur Arbeit in der Bibliothek und zur Recherche, sowie die Form einer schriftlichen wissenschaftlichen Arbeit. Daneben wird ein exemplarischer Einblick in einige Bereiche der Musikgeschichte gegeben. Grundlagen eines erfolgreichen Scheinerwerbs sind: regelmäßige Teilnahme und Mitarbeit, Anfertigen einer Bibliographie zu einem gestellten Thema und das Bestehen der Abschlußklausur. [ECTS: 5]

    Literatur:

    Hans-Heinrich Eggebrecht, Musik im Abendland. Prozesse und Stationen vom Mittelalter bis zur Gegenwart, München und Zürich 1991.

     

    Joseph Kerman, Musicology (= Fontana Masterguides), London 1985, auch als: Joseph Kerman, Contemplating music. Challenges to musicology, Cambridge/Mass. 1985.

     

    Nicole Schwindt-Gross, Musikwissenschaftliches Arbeiten. Hilfsmittel. Techniken. Aufgaben (= Bärenreiter Studienbücher Musik 1), 4. völlig neu bearbeitete und erweiterte Auflage, Kassel u. a. 1992.

    Nicola Vicentino, "L'antica mvsica", P. Niedermüller
    2-std., Do 16-18

    Nicola Vicentino erfuhr vor allem durch die Entwicklung seines Archicembalo (ein Tasteninstrument mit 36 Tasten pro Oktave) die historisch fragwürdige Qualität des Kuriosen. Dabei enthält seine umfangreiche Schrift (rund 300 Seiten in Halbfolio) keineswegs bloß den Bauplan des Archicembalo. Sie ist zunächst Ausdruck des zeitgenössischen Musikdenkens, sie gibt zudem Vicentinos (weitgehend spekulative) Ansichten zur Musik der griechischen Antike wieder und unternimmt schließlich den Versuch beide Aspekte in Form mehrstimmiger chromatisch-enharmonischer Musik zusammenzuführen. Allerdings erscheinen diese drei Komponenten weitgehend in Vermischung, was eine nicht geringe Anforderung an den modernen Interpreten darstellt. Im Seminar sollen ausgewählte Passagen aus der L'antica mvsica gemeinsam interpretiert werden; daneben werden auch einige Quellen aus dem Umfeld (Ghiselin Danckerts, Gioseffo Zarlino, Lemme Rossi etc.) gelesen werden.
    In Anbetracht des anspruchsvollen Textes richtet sich die Veranstaltung ausschließlich an Studierende im Hauptstudium. Es kann der Schein "Theoretikerlektüre" erworben werben. Voraussetzungen für dessen Erwerb sind ein mündliches Referat und die schriftliche Übersetzung eines Textausschnitts nebst Kommentar. Da es von Vincentinos Text keine deutsche Übersetzung gibt (, nein wirklich nicht!!!), sind sehr gute Kenntnisse der italienischen Sprache eine unumgängliche Teilnahmevoraussetzung. [ECTS: 2]

    Ausgabe:

    Nicola Vicentino, L'antica mvsica ridotta alla moderna prattica, Rom 1555, Faks. hrsg. von Edward Elias Lowinsky (= Documenta musicologica 1/XVII), Kassel u. a. 1959.

    Literatur:

    Peter Niedermüller, Art. "Vicentino" in Die Musik in Geschichte und Gegenwart, 2. neubearbeitete Ausgabe, hrsg. von Ludwig Finscher, Personenteil, Bd. 16, Kassel Stuttgart u. a. 2006, Sp. 1540-1543 (weitere Literatur dort).

    Exkursionen

    Offenbach, eintägig, A. Beer

    Die Exkursion wird im Rahmen des Proseminars "Quellen- und Handschriftenkunde" durchgeführt. Einzelne Interessierte, die nicht am Seminar teilnehmen, jedoch die Exkursion gerne begleiten möchten, wenden sich bitte an den Dozenten.