Sommersemester 2007

Übersichtsplan

Vorlesung - Proseminar - Hauptseminar - Oberseminar - Übung

 

 

Zeit Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag
8.00

 

Einführung in die Musiklexikographie Musikgeschichte im Überblick III (1700 bis 1830)      
9.00

 

10.00

 

Quellen- und Handschriftenkunde für Musikwissenschaftler "Art Music" in Afrika 2: Musical, Theater-, Film- und Opernmusik Proseminar zur Vorlesung (ausgewählte Aspekte der Musikgeschichte des 17. und 18. Jahrhunderts) Die Wiener Operette (1860-1900) Einführung in die Musikwissenschaft Neue Wege der Musikwissenschaft - Konzepte, Theorien, Perspektiven
11.00

 

12.00

 

Theorie und Praxis der Schauspielmusik im klassisch-romantischen Zeitalter Formenlehre: Kontrapunktische Formen Einführung in die Musikinformatik Praxisfelder der Musik-
wissenschaft: Konzert-
dramaturgie
Musikinformatik  
13.00

 

Gehörbildung I
14.00

 

14.00.-14.45
Gehörbildung III
Boethius' "Musica" und ihre Rezeption Oberseminar Konzepte und Techniken der Computermusik Die Notation der mehrstimmigen Musik von 1250 bis 1400  
15.00 14.45-15.30
Harmonielehre II
16.00

 

15.30-16.15
Formenlehre: Vokale Großformen
Max Reger im Spannungsfeld zwischen Musikalischer Moderne und Tradition 16.00-19.00
Generalbass II und Partiturspiel II
   
17.00

 

16.45-17.30
Kontrapunkt III
18.00 17.30-18.15
Instrumentation
Praxisfelder der Musikwissenschaft: Musikkritik
19.00        

 

Vorlesungen

Musikgeschichte im Überblick III (1700 bis 1830), A. Beer
2-std., Di 8-10, Beginn: 17. April 2007

Die Vorlesung schließt sich chronologisch an diejenige des Wintersemesters an, umfasst also den Zeitraum vom Beginn der Barockzeit bis hin zur Wiener Klassik. Es geht um die wesentlichen Stationen der mitteleuropäischen Musikgeschichte, um Zusammenhänge, Namen, Gattungen, Institutionen und auch um übergreifende kulturgeschichtliche Bezüge, von denen man wenigstens einmal etwas gehört haben muss. Daneben soll die Vorlesung zu selbständiger Vertiefung anregen, zumal in den etwa zwölf Sitzungen wirklich nur ein Überblick gegeben werden kann. Der Besuch des sich anschließenden Proseminars zum gleichen Thema wird empfohlen und vor allem denjenigen Studierenden nahe gelegt, die sich über die Vorlesung prüfen lassen wollen. Offiziell angemeldete GasthörerInnen sind willkommen. [ECTS: 3]

Max Reger im Spannungsfeld zwischen Musikalischer Moderne und Tradition, D. Philippi
2-std., Di 16-18, Beginn: 17. April 2007

Das Œuvre von Max Reger (1873–1916) hat innerhalb der Musikentwicklungen der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts eine zentrale Stellung. In seinem progressiven, auf intensivsten Ausdruck zielenden Kompositionsstil verband er technische Mittel der älteren Musikgeschichte mit permanent modulierender Harmonik und kleingliedriger Motivik. Mit der betonten Rückwendung auf Gestaltungsmuster der Musik des 17. und 18. Jahrhunderts sowie der Entgrenzung der am Ende des 19. Jahrhunderts noch gültigen musiktheoretischen Regeln eröffnete er sich selbst den Weg zu einem Individualstil und bot seinen Schülern eine neuartige Basis. Im Rahmen der Vorlesung sollen Werk und Musikerpersönlichkeit Regers skizziert werden. Hierzu gehört auch der Blick auf das Schaffen zeitgleich wirkender Musiker und Komponisten (Karl Straube, Richard Strauss, Arnold Schönberg u.a.) sowie Regers Stellung als Pianist, Dirigent und Kompositionslehrer.
Voraussichtlich im Juni 2007 findet in Verbindung mit der Vorlesung eine eintägige Exkursion ins "Max-Reger-Institut" nach Karlsruhe statt. [ECTS: 3]


Proseminare

Quellen- und Handschriftenkunde für Musikwissenschaftler, A. Beer
2-std., Mo 10-12, Beginn: 23. April 2007

Der Umgang mit handschriftlichen Quellen gehört ebenso wie Harmonielehre und Kontrapunkt zum musikwissenschaftlichen Handwerkszeug. Allerdings ist die Fähigkeit, alte Handschriften nicht nur lesen, sondern auch verstehen und interpretieren zu können, nicht weit verbreitet. Anhand ausgewählter Schriftstücke vorwiegend aus dem 18. und 19. Jahrhundert werden wir uns in die Materie einarbeiten und (erfahrungsgemäß) sehr rasch Fortschritte erzielen. Die Referate beziehungsweise Hausarbeiten sollen eine diplomatisch genaue Übertragung der Texte und eine ausführliche Interpretation bieten.
Am Ende des Semesters findet eine eintägige Exkursion zum André-Archiv in Offenbach statt. [ECTS: 5]

Proseminar zur Vorlesung (ausgewählte Aspekte der Musikgeschichte des 17. und 18. Jahrhunderts), A. Beer
2-std., Di 10-12, Beginn: 17. April 2007

Ziel des Proseminars ist die Vertiefung ausgewählter, in der Überblicksvorlesung (siehe dort!) nur zu streifender Aspekte mit Hilfe des Referats. Voraussetzung zur Teilnahme ist der Besuch der Vorlesung. [ECTS: 5]

Boethius' "Musica" und ihre Rezeption, Ch. Hust
2-std., Di 14-16, Beginn: 17. April 2007

"Musica mundana", "musica humana" und "musica instrumentalis" kennen Sie aus dem Einführungskurs - aber was steht sonst in Boethius' "De institutione musica" und wie begründet sich ihre Rezeption? Es geht in diesem Seminar nicht darum, die "Musica" ganz zu lesen. Vielmehr sollen einige Passagen exemplarisch diskutiert werden, nicht mit Blick auf Boethius' Quellen in der Antike sondern auf ihre Wirkung im Mittelalter. Boethius steht zwar im Mittelpunkt des Seminars, es werden aber auch andere Autoren behandelt. Das Ziel ist, Einblicke in ein fremdes Denken über Musik zu erlangen und dadurch Voraussetzungen der Musikanschauung im Mittelalter kennen zu lernen. Die Konfrontation mit ihnen kann helfen, Selbstverständlichkeiten des eigenen Musikbegriffs zu bemerken und zu reflektieren.
Wer einen Schein in Quellenlektüre erwerben möchte, muss Latein können; wer die Veranstaltung als Proseminar in historischer Musikwissenschaft besucht, kann sich mit Übersetzungen helfen. Bitte lesen Sie bis zur ersten Sitzung den "Boethius"-Artikel in MGG2P, Bd. 3, Sp. 220-228. [ECTS: 5]

Die Wiener Operette (1860-1900), P. Niedermüller
2-std., Mi 10-12, Beginn: 18. April 2007

Als ‚leichte’ Gattung wurde die Operette von der Musikwissenschaft lange Zeit stiefmütterlich behandelt. Dabei ist sie wissenschaftlich keineswegs ein triviales Phänomen. Die Operette vereinfacht ja nicht die Oper, ihr Gegenstand sind Satire und Parodie. Deren Motive und Hintergründe sind dabei aber heute nicht mehr selbstverständlich, sie bedürfen der mentalitäts- und kulturgeschichtlichen Erhellung. Im Seminar soll dies anhand beispielhafter Werke gezeigt werden. Ebenso kommen eventuelle Vorläufer (etwa deutsches Singspiel, Wiener Volkstheater) und Modelle (die Pariser Operette Offenbachscher Prägung) zur Sprache.
Das Seminar wendet sich an Studierende in Grund- und Hauptstudium. Voraussetzungen für den Erwerb eines qualifizierenden Scheines sind die üblichen: regelmäßige Teilnahme und Mitarbeit, mündliches Referat und schriftliche Hausarbeit. [ECTS: 5]

Literatur:

Moritz Csáky, Ideologie der Operette und Wiener Moderne. Ein kulturhistorischer Essay zur österreichischen Mentalität, Wien u. a. 1996.

 

Volker Klotz, Operette. Porträt und Handbuch einer unerhörten Kunst, München und Zürich 1991.

Einführung in die Musikinformatik, A. Gräf
2-std., Mi 12-14, Beginn: 18. April 2007

Die Musikinformatik beschäftigt sich mit Anwendungen des Computers in Musik und Musikwissenschaft. Das Themenspektrum reicht von der digitalen Signalverarbeitung über die Klangverarbeitung und -synthese mit dem Computer bis hin zur algorithmischen Komposition und musikalischen Analyse. Ziel des Proseminars ist eine Einführung in die wichtigsten Gebiete der Musikinformatik anhand einschlägiger Literatur und Materialien aus dem Internet. [ECTS: 5]

Neue Wege der Musikwissenschaft - Konzepte, Theorien, Perspektiven, Th. Hindrichs
2-std., Fr 10-12, Beginn: 20. April 2007

Hinter dem Schlagwort der sogenannten New Musicology verbergen sich eine ganze Reihe unterschiedlicher wissenschaftstheoretischer Konzepte, die im Zuge des ‚linguistic turn’ innerhalb der Kulturwissenschaften in jüngerer Zeit auch in der Musikwissenschaft diskutiert werden. Seien es Semiotik, Strukturalismus, Dekonstruktion, Psychoanalyse, Gender Studies oder Postmoderne: Inwiefern sich so neue Wege der Musikwissenschaft eröffnen, ob und wie verschiedene Perspektiven der ‚neuen Musikwissenschaft’ einander ergänzen oder widersprechen und weshalb das Nachdenken über ‚die wissenschaftliche Methode’ generell sinnvoll ist ("Die Methode ist der Weg, nachdem man ihn durchlaufen hat", wie der französische Soziologe Marcel Granet bemerkte), soll in diesem Seminar erarbeitet werden. [ECTS: 5]

Unbedingte Voraussetzung für alle Seminarteilnehmer ist die eingehende Lektüre des unten angegebenen Buchs Constructing Musicology von Alastair Williams. In Vorbereitung auf die erste Sitzung lesen Sie bitte außerdem: Peter Schöttler, Wer hat Angst vor dem ‚linguistic turn'?, in: Geschichte und Gesellschaft, 23 (1997), S. 134-151 (UB-Lesesaal, Signatur LM 1:533).
Um eine optimale Vorbereitung zu gewährleisten, melden Sie sich bitte unbedingt bis zum 13. April 2007 persönlich zu einem Referat an! Eine Themenliste wird zum Ende des WS 06/07 ausgehängt.

Literatur:

Alastair Williams, Constructing Musicology, Aldershot usw.: Ashgate 2001


Hauptseminare

Einführung in die Musiklexikographie, A. Beer, Ch. Hust
2-std., Mo 8-10, Beginn: 23. April 2007

In der ersten Hälfte des Seminars werden wir in Kurzreferaten einen Überblick über die Geschichte der Musiklexikographie erarbeiten. Dafür werden wichtige Lexika und andere Nachschlagewerke zur Musik von Isidor von Sevilla bis heute vorgestellt und ihre Prämissen untersucht. Die zweite Hälfte ist der praktischen Arbeit vorbehalten. Für das Lexikon "Musik und Musiker am Mittelrhein" werden Sie Artikel diskutieren, redigieren und selbst schreiben.
Für den Scheinerwerb müssen Sie sowohl im theoretischen als auch im praktischen Teil des Seminars tätig sein, also ein Kurzreferat übernehmen und einige Lexikonartikel schreiben. Bis zur ersten Sitzung lesen Sie bitte aus dem Artikel "Musiklexika" in MGG2S die Spalten 1390 bis 1395. [ECTS: 5]

"Art Music" in Afrika 2: Musical, Theater-, Film- und Opernmusik, W. Bender
2-std., Mo 10-12, Beginn: 23. April 2007, Raum 00 618 (Kleiner Übungsraum) im Bereich der Ethnologie, Forum 6, EG

Die Komponisten aus afrikanische Ländern sind bei uns so gut wie unbekannt. Sie werden so gut wie überhaupt nicht wahrgenommen. Diesem Defizit wollen wir durch diese Veranstaltung begegnen. Eine Reihe von Komponisten sollen vorgestellt werden - die Biographien und das jeweilige Werk gemeinsam kennen gelernt werden. Möglicherweise können auch Stücke eingeübt und vorgeführt werden. Das Ziel könnte sein, ein kleines Abschlusskonzert zu geben. Die ethnologische Seite bestünde dabei im Kommentar, der Biographie und der Rezeption der theoretischen Texte zur afrikanischen Kunstmusik. Fragen nach kolonialem Bewusstsein, Authentizität, Originalität, Plagiarismus bis hin zur Moderne, Globalisierung und Identitätsfindung werden uns das ganze Seminar hindurch beschäftigen.
In diesem 2. Teil werden wir uns vorwiegend mit dem Musical in Südafrika, Theatermusiken in Nigeria, musikalischen Kompositionen zu Filmen im frankophonen, wie anglophonen Westafrika und Opernkompositionen in Nigeria und Südafrika befassen. [ECTS: 5]

Literatur:

Musical Arts in Africa: theory, practice and education, hrsg. v. Anri Herbst, Meki Nzewi and Kofi Agawu, Pretoria: UNISA Press 2003.

 

Akin Euba, Essays on Music in Africa 1, Bayreuth: Iwalewa-Haus 1988.

 

Akin Euba, Essays on Music in Africa 2: Intercultural Perspectives, Bayreuth: Bayreuth African Studies 1989.

Theorie und Praxis der Schauspielmusik im klassisch-romantischen Zeitalter, U. Kramer
2-std., Mo 12-14, Beginn: 23. April 2007

Die prominentesten Beispiele sind zweifellos Beethovens "Egmont"- und Mendelssohns "Sommernachtstraum"-Musik, und dies auch nur deshalb, weil die beiden Ouvertüren bis heute zum Standard des Konzertrepertoires gehören. Doch wer weiß schon, dass diese Kompositionen darüber hinaus aus einer ganzen Reihe weiterer musikalischer Nummern bestehen? Was im späten 18. Jahrhundert im Rahmen von Theateraufführungen Shakespearescher Dramen aufgekommen war, die individuelle musikalische Ausgestaltung von Schauspielen mit jeweils passender, eigener Musik, führte gerade im früheren 19. Jahrhundert zu einer ganzen Reihe von heute völlig vergessenen Kompositionen. Wir wollen uns in diesem Seminar mit diesem Phänomen zunächst anhand der theoretischen Debatte der Zeitgenossen auseinandersetzen, uns dann aber vor allem mit einigen wichtigen und herausragenden Kompositionen näher befassen.

Es wäre hilfreich, wenn sich vor allem auch Studierende der Literatur mit Neigung zum Theater angesprochen fühlten, da natürlich immer wieder auch zu fragen sein wird, inwieweit die Musik die Intention des Dramas wirklich aufgreift.
Da es sich hierbei um einen Themenkomplex handelt, der erst in jüngster Zeit von der Forschung aufgegriffen wird, haben wir es in einigen Fällen nur mit handschriftlichem Notenmaterial zu tun – was nicht abschreckend gemeint sein soll, sondern vielleicht einen Anreiz im Hinblick auf "Unentdecktes" für ein eigenes, späteres Magisterarbeitsthema bietet. Zudem gilt es, neue, bislang nicht durch Literatur abgedeckte Bereiche aufzuarbeiten.
Aus diesen Gründen wäre es sinnvoll, sich bereits in den Semesterferien in die Thematik einzuarbeiten (grundlegender Artikel: MGG: Schauspielmusik) und sich mit mir über ein potentielles Thema bereits abzusprechen (Kontaktaufnahme jederzeit per E-Mail an kramer@uni-mainz.de). [ECTS: 5]

Konzepte und Techniken der Computermusik, A. Gräf
2-std., Do 14-16, Beginn: 16. April 2007, in den Räumen der Musikinformatik (Pfeifferweg 12)

"50 Jahre Computermusik". Das Jahr 1957 markiert z.B. durch die erste mit einem digitalen Computer erstellte algorithmische Komposition "Illiac-Suite" und die grundlegenden Arbeiten von Max Mathews zur digitalen Klangsynthese den Beginn des Gebiets der Computermusik. In den letzten Jahren hat dieses Gebiet durch immer leistungsfähigere Hardware und Software und die modernen digitalen Medien eine große Bedeutung erlangt. Techniken und Verfahren der Computermusik durchdringen heute alle Bereiche der Musik-Produktion, vom computergesteuerten Notensatz über computergestützte Kompositionsverfahren und die Bearbeitung digitaler Klänge bis hin zu Musikdatenbanken und neuen Distributions-Wegen über das Internet. Gegenstand des Seminars sind die theoretischen Konzepte aus Musik, Mathematik und Informatik, die die Grundlage dieses Gebiets bilden, sowie die Software-Werkzeuge, die bei der Erstellung und Bearbeitung von Musik mit dem Computer zum Einsatz kommen. Es besteht auch die Möglichkeit zur praktischen Beschäftigung mit Computermusik-Programmen am PC. [ECTS: 5]

Werke für Musiktheater in den 1910er Jahren, R. Wiesend
Blockseminar

In einem bisher nicht gekannten Maße driften in den 1910er Jahren die Möglichkeiten des Musiktheaters auseinander: Scheinbar beziehungslos nebeneinander stehen Werke wie z.B "Der Rosenkavalier" von R. Strauss, "Il trittico" von Puccini, Palestrina von Pfitzner, "Le Sacre du printemps" und "L’Histoire du soldat" von Strawinsky sowie "Die Csárdásfürstin" von Kálmán. Diese Gleichzeitigkeit des Ungleichzeitigen soll unter kulturhistorischen wie dramaturgischen und kompositionsgeschichtlichen Aspekten reflektiert werden. [ECTS: 5]

Termine:
Do. 19.04, 16:15-18:30
Do. 10.05, 16:15-18:30
Fr. 11.05, 12:15-17:00
Do. 21.06, 16:15-18.30
Fr. 22.06, 12:15-17:00

Literatur:

Musiktheater im 20. Jahrhundert, hrsg. v. Siegfried Mauser, Laaber 2002 (=Handbuch der musikalischen Gattungen 14).

Guillaume Dufay, A. Traub
Blockseminar

Guillaume Dufay ist eine (Einige meinen: d i e) zentrale Gestalt in der Musik des 15. Jahrhunderts. Kennzeichnend ist vor allem die Reichhaltigkeit seines Werkes, nach Jacob Burckhardt ein Kennzeichen geschichtlicher Größe. Aufgabe des Seminars soll sein, dieses Werk exemplarisch kennenzulernen. Dabei sind folgende Kapitel vorgesehen, deren Reihenfolge zu Semesterbeginn festgelegt werden soll: a)Zyklische Messe, mit dem Zentrum Missa Se la face ay pale. b)Der Komplex Ave Regins coelorum. c)Motetten, vor allem Nuper rosarum flores und Ecclesie militantis. d)"liturgische Gebrauchsmusik" (dabei ist auch über diese Bezeichnung nachzudenken). e)Weltliche Musik, dabei zentral Vergine bella (mit der Frage: Ist das "weltlich"?). Ergänzende oder abweichende Wünsche aus dem Kreis der Interessenten sind willkommen! Arbeitsgrundlage ist die Dufay-Gesamtausgabe; Interessenten sollten sie schon einmal eingesehen haben. Wo es sich anbietet, sollen die Quellen (Faksimilia, Abbildungen) beigezogen werden. [ECTS: 5]

Termine:
Do. 26.04, 16:15-19:30
Do. 03.05, 19:15-18:30
Do. 24.05, 16:15-19:30
Do. 14.06, 16:15-19.30
Do. 28.06, 16:15-19:30
Do. 12.07, 16:15-19:30
evtl. Do. 05.07, 16:15-19:30

An Literatur seien hier nur das ambitionierte Buch von Peter Gülke und der einschlägige Artikel in der "neuen MGG" genannt. Weiteres wird später zu nennen sein.


Oberseminar

Besprechung von Examensarbeiten, A. Beer, J. Blume (FB 25), U. Kramer, L. Striegel (FB 25), R. Wiesend
2-std., Mi 14-16

Einzelne Themen und Termine bitte dem Aushang im Institut entnehmen.


Übungen

Gehörbildung III, St. Münch
1-std., Mo 14.00-14.45, Beginn: 16. April 2007

Die Veranstaltung beschäftigt sich mit folgenden Themen: hörendes Erkennen und verbales Beschreiben großformaler Abläufe; Erfassen harmonischer, metrischer und motivischer Formprinzipien und deren Wechselwirkung bei der klassischen Themen-Bildung ("Satz", "Periode" und so weiter); Verfolgen satzübergreifender harmonischer und thematischer Verläufe; Erkennen häufig wiederkehrender Harmoniemodelle und Sequenzen; Zweistimmigkeit; Besonderheiten in Moll; Klangschärfungen (verminderter Dominantseptakkord, Non-Akkorde et cetera); chromatisch-enharmonische Stimmverläufe in fortgeschrittener Tonalität und Modulationen.
Die Teilnahme ist nur Studierenden im Hauptfach möglich, die die beiden Vorgänger-Übungen I und II erfolgreich abgeschlossen haben. Ausnahmen können nur nach persönlicher Absprache mit dem Dozenten gestattet werden. Zum Erwerb des qualifizierenden Scheines führt das Bestehen der Abschlussklausur in der letzten Semesterwoche (23.07.2007). [ECTS: 1]

Literatur:

Wolfram Breuer, Gehörbildung: für Unterricht und Selbststudium; Arbeitsheft – Literaturbeispiele – Cassetten (in der Instituts-Bibliothek verfügbar), Stuttgart: Metzler, 1990.

 

Ulrich Kaiser, Gehörbildung. Satzlehre – Improvisation – Höranalyse (= Bärenreiter Studienbücher Musik, 10/11) 2 Bde. (jeweils mit CD), Kassel u.a.: Bärenreiter, 1998.

 

Clemens Kühn, Gehörbildung im Selbststudium, Kassel, München: dtv, 1983 u.ö.

 

Roland Mackamul, Lehrbuch der Gehörbildung, Bände 1 u. 2: Elementare Gehörbildung, Kassel: Bärenreiter, 1969.

Harmonielehre II, St. Münch
2-std., Mo 14.45-15.30, Beginn: 16. April 2007

Es werden folgende Themen behandelt: Erweiterung der Kadenz: Non-, Undezim-, Tredezim-Akkorde, verminderter Sept­akkord, "Neapolitaner", Gegenklänge und Medianten; Zwischen­dominanten, Ausweichungen; diatonische/funktionale Modulation; harmonische Analysen an ausgewählten Beispielen.
Die Teilnahme setzt zwingend die in der Studienordnung geforderten Grundkenntnisse in Harmonielehre, das sichere Lesen und Schreiben in den gängigen Schlüsseln, das Erkennen der Intervalle sowie das Spielen eines akkordfähigen Instrumentes voraus. Für Studierende mit Vorkenntnissen ist die Teilnahme an Kurs II auch ohne Besuch von Harmonielehre I möglich. Mit Bestehen der Klausur in Harmonielehre II wäre der Kurs Harmonielehre I automatisch abgedeckt.
Zum Erwerb des Leistungsnachweises sind während des Semesters mehrere kleinere Hausarbeiten und eine Abschlussklausur am Semesterende zu bewältigen. [ECTS: 2]

Literatur:

Thomas Krämer, Harmonielehre im Selbststudium, Wiesbaden: Breitkopf und Härtel 1991.

 

Thomas Krämer, Lehrbuch der harmonischen Analyse, Wiesbaden: Breitkopf und Härtel 1997.

 

Dieter de la Motte, Harmonielehre, München u. Kassel: dtv 1976 u.ö.

 

Der musikalische Satz. Ein Handbuch zum Lehren und Lernen, hrsg. v. Walter Salmen und Norbert J. Schneider, Innsbruck: Helbling 1987, S. 87, S. 19-39 u. 143-185.

Formenlehre: Vokale Großformen, St. Münch
1-std., Mo 15.30-16.15, Beginn: 16. April 2007

Inhalt der Veranstaltung: "Motette" als exemplarische Gattung, "motettischer Stil" als zentrales Form bildendes Verfahren der Vokalmusik vor 1600; "Arie" und "Szene" als Formbegriffe der Vokalmusik nach 1600 in Oper und Oratorium (jeweils an ausgewählten Beispielen).
Die vorherige Teilnahme an der Formenlehre-Übung "Elementare und Lied-Formen" (jeweils im Wintersemester) wäre wünschenswert, ist aber nicht zwingend. Die Veranstaltung wird mit einer Klausur in der letzten Semesterwoche abgeschlossenen (selbstständige Form-Analyse an einem neuen Musikbeispiel mit Anwendung der in der Lehrveranstaltung dargestellten Analyse-Parameter). [ECTS: 2]

Literatur:

Clemens Kühn, Form, in: MGG-Sachteil, Bd. 3, Sp. 607-643.

 

Clemens Kühn, Formenlehre der Musik, Kassel, München: dtv 1987.

 

Clemens Kühn, Kompositionsgeschichte in kommentierten Beispielen (= Bärenreiter Studienbücher Musik 9), Kassel: Bärenreiter 1998.

 

Herwig Knaus und Gottfried Scholz, Formen in der Musik, 2 Bde., Wien: Österreichischer Bundesverlag 1988/89.

Kontrapunkt III, St. Münch
1-std., Mo 16.45-17.30, Beginn: 16. April 2007

Basierend auf den in den Kursen I und II erworbenen Kenntnissen zum strengen kontrapunktischen Vokalsatz sollen eigene drei- und vierstimmige Sätze in gängisten vokalen und instrumentalen Formen (Liedsatz; Motette; Kanon; Invention; Fuge etc.) nach unterschiedlichsten stilistischen Vorbildern geübt werden. (Die Lehrveranstaltung richtet sich an Hauptfach-Studierende der Musikwissenschaft)
Die Teilnahme setzt zwingend den erfolgreich abgeschlossenen Besuch der Kurse Kontrapunkt I + II voraus (Ausnahmen nur nach persönlicher Absprache mit dem Dozenten). Zum Erwerb des qualifizierten Scheines führen regelmäßige Hausaufgaben während des Semester und der erfolgreiche Abschluss der Klausur in der letzten Semesterwoche.
[ECTS: 1]

Literatur:

Dietrich Manicke, Der polyphone Satz, Bd. 2: Drei- und Mehrstimmigkeit, Köln: Gerig 1979.

 

Thomas Daniel, Kontrapunkt. Eine Satzlehre zur Vokalpolyphonie des 16. Jahrhunderts, Köln: Dohr 1997.

 

Dieter de la Motte, Kontrapunkt, Kassel, München: dtv 1981 u.ö.

Instrumentation, St. Münch
1-std., Mo 17.30-18.15, Beginn: 16. April 2007

Die Lehrveranstaltung strebt an, theoretische Kenntnisse und Fertigkeiten im Umgang mit Instrumentarium und Orchestersatz mit praktischem Üben an eigenen Arrangements zu verbinden. Die Ergebnisse sollen (und müssen) anschließend erklingen: unsere eigenen Bearbeitungen probieren wir im Anschluss an die eigentliche Lehrveranstaltung montags ab 18.15 Uhr im Ensemble aus. Aus den Spiel- und Hörerfahrungen resultieren wiederum Änderungen, Verbesserungen und so weiter. Was am Ende des Semesters fertig gesetzt und realisierbar ist, landet im Programm eines öffentlichen Konzerts, das wir am Ende des Sommersemesters oder zu Beginn des Wintersemesters spielen werden. (Solche aus der Übung "Instrumentation" hervorgegangenen Konzerte mit abendfüllendem Programm und rund 40köpfigem Ensemble hat es in den vergangenen Jahren wiederholt und regelmäßig gegeben!)
Als Vorlagen für das Instrumentieren eigenen sich Klavierkompositionen oder geringstimmig gesetzte kammermusikalisische Stücke; es können auch - sofern gewünscht und vorhanden - komponierte Stücke der Teilnehmer für Ensemble instrumentiert werden. In der Regel zeigt sich während der Arbeit im Semester von selbst, was machbar ist und was nicht.
Anmeldungen zur Teilnahme und Programmvorschläge aus allen Musikbereichen können ab sofort an mich gerichtet werden - sprechen Sie mit mir oder mailen Sie an musiktheorie.muench@freenet.de.
In einer ersten Vorbesprechung mit den Teilnehmern der Instrumentations-Lehrveranstaltung und denen, die als Gast an der musikalischen Arbeit im Ensemble teilnehmen (am Montag, 16.04.2007, 18.00 Uhr, Musiksaal), möchte ich meine eigenen Vorschläge und die bis dahin eingegangenen Vorschläge von Ihnen vorstellen und die Arbeit konkret planen. Alle Studierenden zwischen 1. und 99. Semester, die ein ensemblefähiges Instrument spielen, sind zur Mitwirkung im Ensemble (d.h. selbstverständlich auch ohne Teilnahme an der Lehrveranstaltung "Instrumentation") herzlich eingeladen. [ECTS: 1]

Literatur:

Hermann Erpf, Lehrbuch der Instrumentation und Instrumentenkunde, Mainz: Schott, 1959 u.ö.

 

Winfried Pape, Instrumentenhandbuch Streich-, Zupf-, Blas- und Schlaginstrumente in Tabellenform, Köln: Gerig, 1971 u.ö.

 

Ertugal Sevsay,Handbuch der Instrumentationspraxis, Kassel: Bärenreiter, 2005.

 

Peter Jost, Instrumentation. Geschichte und Wandel des Orchesterklangs (= Bärenreiter-Studienbücher Musik Bd. 13), Kassel: Bärenreiter, 2004.

Formenlehre: Kontrapunktische Formen, St. Münch
1-std., Di 12-12.45, Beginn: 17. April 2007

Inhalt der Veranstaltung: Kanon, Invention, Fuge, Passacaglia und deren Vorkommen in unterschiedlichen musikalischen Gattungen und Formen. Kontrapunktische Formen und Techniken im 19. Jahrhundert ("romantischer Kontrapunkt" bei Schumann, Wagner und anderen). Formkonstitutive Bedeutung kontrapunktischer Verfahren in der Musik des 20. Jahrhunderts.
Die vorherige Teilnahme an der Formenlehre-Übung "Elementare und Lied-Formen" (jeweils im Wintersemester) wäre wünschenswert, ist aber nicht zwingend. Die Veranstaltung wird mit einer Klausur in der letzten Semesterwoche abgeschlossenen (selbstständige Form-Analyse an einem neuen Musikbeispiel mit Anwendung der in der Lehrveranstaltung dargestellten Analyse-Parameter).[ECTS: 2]

Literatur:

Clemens Kühn, Form, in: MGG-Sachteil, Bd. 3, Sp. 607-643.

 

Clemens Kühn, Formenlehre der Musik, Kassel, München: dtv 1987.

 

Clemens Kühn, Kompositionsgeschichte in kommentierten Beispielen (= Bärenreiter Studienbücher Musik 9), Kassel: Bärenreiter 1998.

 

Herwig Knaus und Gottfried Scholz, Formen in der Musik, 2 Bde., Wien: Österreichischer Bundesverlag 1988/89.

Gehörbildung I, St. Münch
1-std., Di 13.00-13.45, Beginn: 17. April 2007

Hör-Training zum Zwecke des Erkennens wichtiger Strukturelemente in der Musik aus folgenden Bereichen:

  • Metrum / Takt / Rhythmus (Regelmäßiges und Unregelmäßiges)
  • Intervalle (simultan und sukzessiv im nicht-tonalen Umfeld)
  • Akkorde (Akkordaufbau; Akkordverbindungen nach dem Verständnis der Funktionstheorie, Kadenz)
  • Tonalität in der Einstimmigkeit (Diatonik; Stufen-Hören)
  • Die Teilnahme setzt zwingend die in der Studienordnung geforderten Grundkenntnisse in Harmonielehre, das sichere Lesen und Schreiben in den gängigen Schlüsseln, das Erkennen der Intervalle sowie das Spielen eines akkordfähigen Instrumentes voraus. Abschluss der Veranstaltung mit Klausur in der letzten Semesterwoche. [ECTS: 1]

    Literatur:

    Clemens Kühn, Gehörbildung im Selbststudium, Kassel, München: dtv 1983 u.ö.

     

    Wolfram Breuer, Gehörbildung: für Unterricht und Selbststudium; Arbeitsheft – Literaturbeispiele – Cassetten (in der Instituts-Bibliothek verfügbar), Stuttgart: Metzler 1990.

     

    Roland Mackamul, Lehrbuch der Gehörbildung, Band 1: Elementare Gehörbildung, Kassel: Bärenreiter 1969.

     

    Ulrich Kaiser, Gehörbildung. Satzlehre – Improvisation – Höranalyse, (=Bärenreiter Studienbücher Musik, 10/11) 2 Bde. (jeweils mit CD), Kassel u.a.: Bärenreiter 1998.

    Praxisfelder der Musikwissenschaft: Musikkritik, U. Kramer
    2-std., Di 18.00-20.00, Beginn: 17. April 2007

    Die Musikkritik stellt eine der potentiellen Arbeitsmöglichkeiten im Bereich angewandter Musikwissenschaft dar. Nach einem kurzen historischen Abriss über das Phänomen der musikalischen Kritik werden wir uns der aktuellen Dimension zuwenden und zunächst anhand der Lektüre ausgewählter Beispiele nach Antworten auf grundsätzliche Fragen suchen: Was macht gute Musikkritik aus? Was soll und kann Musikkritik leisten? Der Hauptteil der Veranstaltung widmet sich dann dem individuellen Erproben im Verfassen von Kritiken durch die einzelnen Teilnehmer. Wir werden dafür Veranstaltungen der verschiedenen Sparten (Konzert: Sinfonie- und Kammerkonzerte, Recital sowie Musiktheater) auswählen, diese gemeinsam besuchen und im Anschluss die jeweiligen Arbeitsproben diskutieren. [ECTS: 2]

    Generalbass II, J. Banholzer
    1-std.

    Aufbauend auf den in "Generalbass I" erworbenen Fähigkeiten werden in diesem Kurs die Kenntnis des Akkordvorrats sowie die Beherrschung der grundlegenden Akkordverbindungen im deutschen Generalbass der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts erweitert. Neben der satztechnischen Beherrschung eines korrekten vierstimmigen Generalbasssatzes, die unter anderem durch schriftliche Aussetzungen erarbeitet wird, wird immer stärker auch das praktische Vermögen geübt, den Generalbass spontan am Klavier zu realisieren. Eine Vielzahl zu bearbeitender Literaturbeispiele gibt Gelegenheit, verschiedene satztechnische, sowie auch aufführungspraktische Gesichtspunkte zu thematisieren. [ECTS: 1]

    Literatur:

    Jesper Boje Christensen, Die Grundlagen des Generalbaßspiels im 18. Jahrhundert, Kassel: Bärenreiter 1992 [BA 8186].

     

    Hermann Keller, Schule des Generalbaßspiels, Kassel: Bärenreiter 1931/55 [BA 490].

    Partiturspiel II, J. Banholzer
    1-std.

    Im Vordergrund der Arbeit steht die kreative Auseinandersetzung mit immer komplexeren Partiturbildern anhand von schriftlichen wie praktischen Übertragungen auf das Klavier. Beginnend mit Kammermusik des späten 18. Jahrhunderts und hinführend zu komplizierteren Partiturbeispielen Richard Wagners wird das Lesen von transponierenden Instrumenten sowie das Erfassen musikalischer Strukturen und ihrer instrumentalen Einkleidung geübt. Je umfangreicher die Kenntnisse in Generalbass und Harmonielehre, die Sie als Voraussetzung für diese Übung mitbringen, um so gewinnbringender wird die Arbeit in diesem Kurs für Sie sein können. [ECTS: 1]

    Einführung in die Musikwissenschaft, T. Untucht
    2-std., Do 10-12, Beginn: 19. April 2007

    Die Übung führt die Studienanfänger systematisch in die Grundlagen des musikwissenschaftlichen Arbeitens ein. Die Studierenden sollen sich die Fähigkeit aneignen, die für musikwissenschaftliche Themen relevanten Quellen recherchieren und aufzufinden, um sie für den mündlichen Vortrag, bzw. den schriftlichen Aufsatz auszuwerten.
    Neben dem Erlernen der Methoden und Techniken wissenschaftlichen Arbeitens setzt es sich die Übung zum Ziel, überblicksartig Stationen der Musikgeschichte zu beleuchten. Die Studierenden sind währenddessen dazu aufgefordert, ihre Repertoirekenntnisse durch das Hören und das Studium von ausgewählten Musikbeispielen aufzubauen, bzw. zu erweitern.
    Die Übung ist für Studienanfänger verpflichtend und das erfolgreiche Absolvieren ist Voraussetzung für die Teilnahme an den Proseminaren in den Folgesemestern. [ECTS: 5]

    Voraussetzungen für den Scheinerwerb: regelmäßige Teilnahme, Übungsaufgaben, Klausur.

    Literatur:

    Europäische Musik in Schlaglichtern, hrsg. v. Peter Schnaus, Mannheim, Wien, Zürich 1990.

     

    Nicole Schwindt-Gross, Musikwissenschaftliches Arbeiten. Hilfsmittel – Techniken – Aufgaben (= Bärenreiter Studienbücher Musik 1), Kassel usw.: Bärenreiter 52003.

    Musikinformatik, A. Gräf
    2-std., Do 12-14, Beginn: 19. April 2007, in den Räumen der Musikinformatik

    In der Übung lernen wir grundlegende Techniken und Software-Werkzeuge für musikalische Anwendungen mittels praktischer Arbeiten am PC kennen. Dabei werden gängige Software-Werkzeuge zur Musik-Produktion und zur Bearbeitung digitaler Klänge und musikalischer Daten mit dem Computer vorgestellt, wie z.B. Hard-Disk-Recording, Midi-Sequencing, Notensatz mit dem Computer und digitale Klangsynthese. Daneben gibt es eine Einführung in die Installation und den Einsatz des frei verfügbaren Betriebssystems "Linux" für Musik-Anwendungen. [ECTS: 3]

    Praxisfelder der Musikwissenschaft: Konzertdramaturgie, U. Kramer
    2-std., Do 12-14 s.t., Beginn: 19. April 2007
    Einführungsphase bereits in den Semesterferien, Termine nach Vereinbarung: Absprache der Termine in einer Vorbesprechung am Donnerstag, 15. Februar 12 Uhr s.t. im Hörsaal

    Dass es ein erheblicher Unterschied ist, eine wissenschaftliche Hausarbeit im Rahmen eines Seminars oder einen Gebrauchstext für Laien zu verfassen, hat vielleicht mancher von Ihnen bereits selbst erfahren. Wir wollen uns deshalb mit der Gattung "Programmheft-Texte" näher beschäftigen und zunächst anhand der Lektüre von exemplarischen Beispielen herausfinden, was solche Texte lesenswert macht, wie viel exakte analytische Information sinnvoll ist etc.
    Die Teilnehmer sollen im nächsten Schritt selbst Texte schreiben; als Basis dienen uns dafür Konzertprogramme des Rheingau-Musikfestivals (Sommer 07) und der Wiesbadener Mozart-Gemeinde (Saison 07/08). Gelungene Texte aus dem Kreis dieses Seminars sollen dann im Rahmen der genannten Konzertveranstaltungen als Programmhefttexte veröffentlicht werden.
    Da die Konzerte des Rheingau-Musikfestivals organisatorisch einen Vorlauf brauchen, für den die normalen Termine des Sommersemesters zeitlich nicht mehr ausreichen, müssen wir zumindest einen Teil der Veranstaltung bereits in der vorlesungsfreien Zeit zwischen Winter- und Sommersemester abhalten. Um die diesbezüglichen Termine zu klären, bitte ich alle Interessierten zu der genannten Vorbesprechung am 15.2. zu kommen. [ECTS: 2]

    Die Notation der mehrstimmigen Musik von 1250 bis 1400, P. Niedermüller
    2-std., Do 14-16, Beginn: 19. April 2007,

    Die Entstehung und Entwicklung der europäischen artifiziellen Mehrstimmigkeit ist in auffälliger Weise an die Entwicklung rhythmisch exakt fixierter Notation geknüpft. Die Übung verfolgt somit ein doppeltes Ziel: Zum einen soll natürlich erläutert werden, ob und wie die Notationsformen ab dem ‚Ereignis Nôtre Dame’ bis zum Aufkommen der weißen Mensuralnotation entziffert werden können. Vor allem soll dabei aber gezeigt werden, dass es sich einfach nicht um Vorstufen der heutigen Notation handelt, sondern dass jede Veränderung der Notationsform auch einen eigenen Raum kompositorischer Möglichkeiten erschließt.

    Die Veranstaltung wendet sich ausdrücklich an Studierende im Hauptstudium. Gute Kenntnis der lateinischen Sprache ist unabdingbare Teilnahmevoraussetzung. Grundkenntnisse in Französisch und Italienisch sind überdies erwünscht. Für den Erwerb des Scheins "Notationskunde I" sind erforderlich: regelmäßige Teilnahme und Mitarbeit, mündliches Referat und Lösen einer gestellten schriftlichen Aufgabe. [ECTS: 3]

    Literatur:

    Willi Apel, Die Notation der polyphonen Musik 900-1600, Leipzig 1962.

     

    Anna Maria Busse Berger, Mensuration and proportion signs. Origins and evolution, Oxford 1993.

     

    Dorit Tanay, Noting music, marking culture. The intelectuell context of rhythmic notation, 1250-1400 (=Musicological studies documents 46), Holzgerlingen 1999.

    Exkursionen

    Frankfurt: Freies Deutsches Hochstift / Frankfurter Goethe-Museum, eintägig (Freitag, 22. Juni 2007, 10 bis 16 Uhr), Ch. Hust

    Vorbesprechung: Freitag, 27. April 2007, 14 bis 16 Uhr am Musikwissenschaftlichen Institut

    An Autografen und Drucken von Arnim, Brentano, Körner, Mendelssohn Bartholdy, Johann Friedrich und Luise Reichardt, Schubert, Schulz, Zelter und Zumsteeg werden wir uns einen Überblick über das Lied im Umkreis Goethes erarbeiten. Da dies zum Teil auf der Grundlage unveröffentlichter Quellen geschieht, ist neben Interesse am Thema und am Arbeiten mit Handschriften eine genaue Vorbereitung nötig. Alle (maximal acht) Teilnehmer sollen bei der Exkursion jeweils eine Quelle so vorstellen, dass auch über sie hinaus Voraussetzungen der darin vertretenen Liedästhetik angesprochen werden. Es ist möglich, die Handschriften und Drucke vor der Exkursion schon einmal einzusehen. – Anmelden können Sie sich in meiner Sprechstunde. Wer sich vorab informieren möchte, kann das in den Bänden über Musikalische Lyrik des Handbuchs der musikalischen Gattungen (2 Bde., hrsg. von Hermann Danuser, Laaber: Laaber 2004 (Handbuch der musikalischen Gattungen 8, 1–2)) oder in der Geschichte des deutschen Liedes von Siegfried Kross tun (Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft 1989). Zu Goethe können die Bücher von Claus Canisius (Goethe und die Musik, München, Zürich: Piper 1998) und Hermann Jung (Eine Art Symbolik fürs Ohr. Johann Wolfgang von Goethe. Lyrik und Musik, hrsg. von Hermann Jung, Frankfurt am Main: Lang 2002 (Heidelberger Beiträge zur deutschen Literatur 12)) nützlich sein.

    Karlsruhe: Max-Reger-Institut, eintägig, D. Philippi

    Genaue Angaben zu dieser Exkursion entnehmen Sie bitte zu gegebener Zeit dem Aushang am Schwarzen Brett des Institutes.

    Offenbach: André-Archiv, eintägig, A. Beer

    Die Exkursion wird im Rahmen des Proseminars "Quellen- und Handschriftenkunde" durchgeführt. Einzelne Interessierte, die nicht am Seminar teilnehmen, jedoch die Exkursion gerne begleiten möchten, wenden sich bitte an den Dozenten.

    Prag, mehrtägig, Th. Hindrichs

    Im Anschluss an die Vorlesungszeit des SS 2007 ist eine mehrtägige Exkursion nach Prag geplant. Einzelheiten werden später an dieser Stelle und per Aushang im Institut bekannt gegeben.