Sommersemester 2006

Übersichtsplan

Vorlesung - Proseminar - Hauptseminar - Oberseminar - Übung

 

Zeit Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag
8.00

 

Quellen- und Handschriftenkunde für Musikwissenschaftler Joseph Haydn   Musikgeschichte im Überblick I: Von der griechischen Antike bis etwa 1400 Beethovens 8. Symphonie, oder: Grenzen musikalischer Analyse
9.00

 

10.00

 

E.T.A.
Hoffmann
Präsentation moderner afrikanischer Musik: Planung und Durchführung einer Ausstellung Proseminar zur Vorlesung: Joseph Haydn Musikästhetik im 20. Jahrhundert und das Musikdenken der Gegenwart 10.15-11.00
Formenlehre: Vokale Großformen
 
11.00

 

11.15-12.00
Formenlehre: Kontrapunktische Formen
12.00

 

Praxisfelder der Musikwissenschaft: Konzertdramaturgie Konzeptionelles Denken in der Popmusik Einführung in die Musikinformatik Musikinformatik J.S. Bachs "Clavir-Übung"
13.00

 

14.00

 

14.00.-14.45
Gehörbildung I Kurs A
Einführung in die Musikwissenschaft Oberseminar Digitale Klang-
synthese
Musik für Gitarre und Laute in der Frühen Neuzeit  
15.00 14.45-15.30
Harmonielehre II
16.00

 

15.30-16.15
Gehörbildung I Kurs B
Heinrich Schütz und die Musik seiner Zeit in musikwissenschaftlicher Sicht 16.00-19.00
Generalbass II und Partiturspiel II
   
17.00

 

16.45-17.30
Kontrapunkt I
18.00 17.30-18.15
Kontrapunkt III
 

 

Vorlesungen

Joseph Haydn, A. Beer
2-std., Di 8-10, Beginn: 25. April 2006

Im Mozartjahr ausgerechnet eine Haydn-Vorlesung anzubieten mag als eigensinnig eingestuft werden, doch hat man zu bedenken, dass im Grunde der eine ohne den anderen nicht umfassend verstanden werden kann. Abgesehen von den Lebensumständen, die das Schaffen des Komponisten entscheidend prägten, soll das Hauptgewicht der Vorlesung auf den von ihm geformten und gepflegten Gattungen liegen, die zum Teil die Grundlage für die weitere musikgeschichtliche Entwicklung bilden. Eine eintägige Exkursion zum Joseph Haydn-Institut in Köln ist geplant. [ECTS: 3]

Musikgeschichte im Überblick I: Von der griechischen Antike bis etwa 1400, R. Wiesend
2-std., Do 8-10, Beginn: 27. April 2006

Der erste Teil des auf vier Semester angelegten Vorlesungszyklus Musikgeschichte im Überblick reicht von den Anfängen der abendländischen Kulturgeschichte in der griechischen Antike bis in die Zeit um 1400, also weit in das so genannte Mittelalter hinein. Dabei wird uns die Erfahrung leiten, dass trotz allen Wandels eine ununterbrochene Traditionslinie seit der Antike bis heute vorliegt. Darzustellen sein wird der Weg der Selbstfindung von Musik, die am Ende des behandelten Ausschnitts sich bereits in hochdifferenzierten mehrstimmigen Gebilden äußert. [ECTS: 3]


Proseminare

Quellen- und Handschriftenkunde für Musikwissenschaftler, A. Beer
2-std., Mo 8-10, Beginn: 08. Mai 2006

Der Umgang mit handschriftlichen Quellen gehört ebenso wie Harmonielehre und Kontrapunkt zum musikwissenschaftlichen Handwerkszeug. Allerdings ist die Fähigkeit, alte Handschriften nicht nur lesen, sondern auch verstehen und interpretieren zu können, nicht weit verbreitet. Anhand ausgewählter Schriftstücke vorwiegend aus dem 18. und 19. Jahrhundert werden wir uns in die Materie einarbeiten und (erfahrungsgemäß) sehr rasch Fortschritte erzielen. Die Referate beziehungsweise Hausarbeiten sollen eine diplomatisch genaue Übertragung der Texte und eine ausführliche Interpretation bieten. Am Ende des Semesters findet eine eintägige Exkursion zum André-Archiv in Offenbach statt. [ECTS: 5]

Proseminar zur Vorlesung: Joseph Haydn, A. Beer
2-std., Di 10-12, Beginn: 25. April 2006

Das Proseminar dient der Vertiefung der in der Vorlesung angesprochenen Fragestellungen und soll vor allem dazu beitragen, das Umfeld Haydns (Komponisten, Institutionen etc.) besser kennen zu lernen. Der Besuch der Vorlesung ist daher Voraussetzung für die Teilnahme. [ECTS: 5]

Konzeptionelles Denken in der Popmusik, T. Untucht
2-std., Di 12-14, Beginn: 25. April 2006

Die über die Massenmedien Rundfunk und Fernsehen verbreiteten Lieder der Popmusik zeichnen sich mit einer Länge zwischen 3:30 und 4:00 Minuten durch ihre so genannte "Radiotauglichkeit" aus. Text und Musik werden als in sich geschlossene Einheit vermittelt. Die in dem verwendeten Format erkennbaren kommerziellen Anforderungen der Musikindustrie scheinen groß angelegte Werke in der Popmusik unmöglich zu machen. Dennoch haben sich seit den Kindertagen der Popmusik vor allem in Großbritannien auch Werke entwickelt, die ihren zeitlich und inhaltlich zusammenhängenden Rahmen nicht auf das Single-Format eingrenzen lassen. Am Anfang dieser Entwicklung steht das Album Sgt. Pepper's Lonely Hearts Club Band von den Beatles, das als erstes so genanntes Konzeptalbum in die Geschichte der Popmusik eingegangen ist. Seit dem Erscheinen dieses Werks hat sich das konzeptionelle Denken in der Popmusik als "künstlerische" Alternative zur "kommerziellen" Single durchgesetzt. In der Idee des Konzeptalbums lässt sich der Gedanke eines Gesamtkunstwerks erkennen, der wiederum Parallelen zur klassisch-romantischen Bildungstradition aufweist.
Das Seminar setzt sich zum Ziel, ausgewählte Werke analytisch zu betrachten und einer Bewertung zu unterziehen, die den historischen Vergleich nach Möglichkeit mit einbezieht. [ECTS: 5]

Anforderungen: Üben analytischen Hörens sowie Erstellen von Transkriptionen. Beschreibung der Popmusik in wissenschaftlicher Sprache. Engagement und selbständiges Arbeiten sind unbedingt erforderlich. Die Ausarbeitung eines Referats, einer Hausarbeit und aktive Teilnahme werden vorausgesetzt.

Literatur:

Bernward Halbscheffel, Rockmusik und klassisch-romantische Bildungstradition, Diss. Berlin 2000.

 

Tibor Kneif, Rockmusik und Bildungsmusik, in: Rockmusik. Aspekte zur Geschichte, Ästhetik, Produktion, hrsg. v. Wolfgang Sandner, Mainz: Schott 1977, S 113-144.

 

Edward Macan, Rocking the classics: English progressive rock and the counterculture, Oxford, New York: Oxford University Press 1997.

Musikästhetik im 20. Jahrhundert und das Musikdenken der Gegenwart, P. Niedermüller
2-std., Mi 10-12, Beginn: 26. April 2006

Die Vielfalt und Verschiedenartigkeit des heutigen Musiklebens auf der einen Seite, das gerade für den Musikwissenschaftler überdeutliche Bewußtsein von der Geschichtlichkeit der Musik auf der anderen Seite scheinen jede Grundsatzdiskussion über Wesen, Sein und Funktion der Musik (also den Kardinalfragen der Musikästhetik) zu verbieten. Gleichzeitig verfügen aber auch heutigentags Musikwissenschaftler, Musiker und Laien, ob sie es nun wollen oder nicht, über unbewußte Antworten auf genau diese Fragen. Ideengeschichtlich lassen sich hier drei mögliche Hintergründe aufweisen: eine auch im 20. Jahrhundert präsente "Philosophenästhetik" (Theodor W. Adorno, aber auch Nelson Goodman oder Francois Lyotard), die "Werkstattästhetik" verschiedener Komponisten (etwa Karlheinz Stockhausen oder John Cage, aber auch Frank Zappa) und schließlich der Rückgriff auf Modelle des 19. Jahrhunderts (etwa der "Romantischen" Ästhetik E. T. A. Hoffmanns, oder dem Immanenzgedanken Eduard Hanslicks). Gegenstand des Seminars ist Hermeneutik solcher Positionen anhand ausgewählter Texte. Kenntnisse in neuerer Philosophiegeschichte sind erwünscht, aber nicht Teilnahmevoraussetzung. Für die üblichen Leistungen (regelmäßige Teilnahme und Mitarbeit, mündliches Referat und schriftliche Hausarbeit) wird bei ausreichender Bewertung ein Proseminarschein in Systematischer Musikwissenschaft vergeben. Für diese Veranstaltung ist die persönliche Voranmeldung zwecks Absprache eines Referatthemas bis Mittwoch den 19.4.2006 erforderlich. [ECTS: 5]

Literatur:

Musikästhetik, hrsg. von Helga de la Motte-Haber in Verbindung mit Eckhard Tramsen (= Handbuch der Systematischen Musikwissenschaft 1), Laaber 2004.

Einführung in die Musikinformatik, A. Gräf
2-std., Mi 12-14, Beginn: 26. April 2006

Die Musikinformatik beschäftigt sich mit Anwendungen des Computers in Musik und Musikwissenschaft. Das Themenspektrum reicht von der digitalen Signalverarbeitung über die Klangverarbeitung und -synthese mit dem Computer bis hin zur algorithmischen Komposition und musikalischen Analyse. Ziel des Proseminars ist eine Einführung in die wichtigsten Gebiete der Musikinformatik anhand einschlägiger Literatur und Materialien aus dem Internet. [ECTS: 5]

Musik für Gitarre und Laute in der Frühen Neuzeit, T. Hindrichs
2-std., Do 14-16, Beginn: 27. April 2006

Die Entstehung spezieller Notationsformen für Gitarre und Laute war ursprünglich dazu gedacht, das Lese- und Schreibverständnis der so notierten Musik zu vereinfachen. Allerdings – man mag dies wohl eine Ironie der Musikgeschichte nennen – setzten sich diese Notationsformen ausschließlich bei Gitarristen und Lautenisten durch, wohingegen sich bei allen anderen Instrumenten der mitteleuropäischen Musikkultur die heute noch übliche Notation etablierte. So mag es nicht zuletzt an diesen spezialisierten Aufschreibsystemen liegen, dass Musik für Gitarre und Laute, insbesondere jene zwischen ~1500 und 1800 komponierte, in der historischen Musikforschung bislang eher marginal wahrgenommen worden ist und Komponisten wie Luis Milán, Guillaume Morlaye, Gaspar Sanz, Francesco Corbetta, Robert de Visée, Ernst Gottlieb Baron oder Sylvius Leopold Weiss nur Wenigen bekannt sind. Vor diesem Hintergrund soll im Seminar einerseits eine Einführung in Notationsformen wie Tabulaturen und Alfabeto-Notation gegeben werden (in diesem Zusammenhang ist nach Absprache der Erwerb eines Leistungsnachweises Notationskunde II möglich), andererseits soll jedoch vor allem ein historischer Überblick über Musik für Laute und Gitarre in der Frühen Neuzeit vermittelt werden. [ECTS: 5]

Literatur:

Willi Apel, Die Notation der polyphonen Musik 900-1600, Leipzig: Breitkopf & Härtel 1962 [hierin Kapitel IV, S. 60-92]

 

Per Kjetil Farstad, German Galant Lute Music in the 18th Century (= Skrifter från Institutionen för Musikvetenskap, Göteborgs Universitet; 58) Göteborg: Göteborg University (Department of Musicology) 2000.

 

James Tyler und Paul Sparks, The Guitar and its Music from the Renaissance to the Classical Era (= Oxford Early Music Series), Oxford: OxfordUP 2002.

J.S. Bachs "Clavir-Ubung" , R. Wiesend
2-std., Fr 12-14, Beginn: 28. April 2006

Suiten, Concerto, Präludium und Fuge, Choralvorspiel, Variationen; italienischer und französischer Geschmack, deutsche Traditionen: Anhand der vierteiligen Sammlung von Musik für Tasteninstrumente wird in das breite Spektrum an Gattungen und Stilbereichen einzuführen sein, über die Bach souverän verfügte. [ECTS: 5]

Literatur:

Andreas Jacob, Studien zu Kompositionsart und Kompositionsbegriff in Bachs Klavierübungen (= Beihefte zum Archiv für Musikwissenschaft XL), Stuttgart 1997.


Hauptseminare

E.T.A. Hoffmann, A. Beer
2-std., Mo 10-12, Beginn: 8. Mai 2006

Die Vielfalt des Schaffens und der Aktivitäten E.T.A. Hoffmanns hat im kulturellen Gedächtnis der Gegenwart kaum Spuren hinterlassen. Spontan erinnert man sich vielleicht an seine Erfindung des (vermeintlich) verrückten Kapellmeisters Johannes Kreisler, doch hinterließ der erstaunlich reich begabte Jurist und Theatermann Hoffmann als Komponist, Schriftsteller und bildender Künstler ein überaus spannendes Gesamtwerk, das ihn als einen der interessantesten Zeugen und Mitgestalter des kulturellen Lebens in den ersten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts ausweist. Die Referate werden sich allen Bereichen seines Schaffens zuwenden und setzen somit auch fundierte Kenntnisse in literatur-, theater- und kunstwissenschaftlichen Belangen voraus. [ECTS: 5]

Präsentation moderner afrikanischer Musik: Planung und Durchführung einer Ausstellung, W. Bender
2-std., Mo 10-12, Raum 00 618 (Kleiner Übungsraum) im Bereich der Ethnologie, Forum 6, EG

Im Juli 2006 wird die Tagung der Vereinigung der Afrikanisten Deutschlands in Frankfurt stattfinden. Im Ausstellungsbereich der Frankfurter Universitäsbibliothek wird eine Ausstellung die Afrikaforschung im Rhein-Main-Gebiet vorstellen. Das Archiv für die Musik Afrikas wird mit 5 Vitrinen und Monitoren seine hauptsälichen Forschungsschwerpunkte vorstellen:
1.) Die frühe Schellackplattenproduktion in Belgisch Kongo
2.) Der Highlife in Nigeria der 1950er und 1960er Jahre
3.) Der erste Musiker Äthiopiens Anfang des 20. Jahrhunderts in Berlin
4.) Die Kachamba Kwela Band und Gehrhard Kubik
5.) Aktuelle Musik in Kenia
Es geht um die Umsetzung dieser Themen für eine jeweils kleine Präsentation. Dazu werden in dieser Veranstaltung Arbeitsgruppen gebildet, die sich dem jeweiligen Thema annehmen. Zum einen werden sich die Teilnehmer und Teilnehmerinnen in das jeweilige thematische Gebiet einarbeiten müssen und dann die Ausstellungsgestaltung planen und weitgehend selbstständig - aber mit Hilfe der UB-Frankfurt - übernehmen. Das Seminar ist für alle gedacht, die sich für Öffentlichkeitsarbeit/Museumsarbeit/Archive interessieren. Es geht auch um den Umgang mit den unterschiedlichsten Medien, von der Schellackplatte bis zur DVD. [ECTS: 5]

Heinrich Schütz und die Musik seiner Zeit in musikwissenschaftlicher Sicht, D. Philippi
2-std., Di 16-18, Beginn: 25. April 2006

Heinrich Schütz und sein Schaffen stellen in der Reflexion des Faches Musikwissenschaft eine besondere Größe dar. Aus diesem Grund sollen in dem Seminar nicht nur Werk und zeitgenössisches Umfeld des Komponisten, sondern auch seine Rezeption und Darstellung in musikwissenschaftlichem Schrifttum und in Notenausgaben thematisiert werden. Ziel des Seminars ist es, die Notwendigkeit einer kritischen Auseinandersetzung mit der musikwissenschaftlichen Rezeptionsgeschichte bewusst zu machen und den Umgang mit dem Material zugunsten der erstrebten Annäherung an das Werk des Komponisten zu erproben. [ECTS: 5]

Digitale Klangsynthese, A. Gräf
2-std., Do 14-16, Beginn: 27. April 2006, in den Räumen der Musikinformatik

Gegenstand des Seminars sind die Verfahren der digitalen Klangerzeugung, die heute in den meisten Hardware- und Software-Synthesizern zum Einsatz kommen. Diese wurden seit den grundlegenden Arbeiten von Max Mathews in den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts kontinuierlich weiterentwickelt. Die heute zur Verfügung stehende Rechnerleistung erlaubt es, Klänge per Software mit dem PC in Echtzeit zu erzeugen. Im Seminar lernen wir sowohl die grundlegenden theoretischen Konzepte der digitalen Klangerzeugung als auch in praktischen Arbeiten am PC einige Software-Werkzeuge zur Klangsynthese kennen. [ECTS: 5]

Beethovens 8. Symphonie, oder: Grenzen musikalischer Analyse, R. Wiesend
2-std., Fr 8-10, Beginn: 28. April 2006

Ein ganzes Semester nur eine einzige, zudem kurze Beethoven-Symphonie? Die im Seminar vorgenommenen und aus der Literatur referierten Analyseversuche sollen nicht nur dazu dienen, die Besonderheit des Werks zu erfassen (die auch als "Musik über Musik" beschrieben worden ist), sondern es werden Möglichkeiten und Grenzen einer begrifflichen Annäherung an ein musikalisches Kunstwerk diskutiert werden. (Jeder Teilnehmer soll im Besitz einer Taschenpartitur des Werks sein!) [ECTS: 5]


Oberseminar

Besprechung von Examensarbeiten, A. Beer, J. Blume (FB 25), U. Kramer, L. Striegel (FB 25), R. Wiesend
2-std., Mi 14-16

Einzelne Themen und Termine bitte dem Aushang im Institut entnehmen.


Übungen

Praxisfelder der Musikwissenschaft: Konzertdramaturgie, U. Kramer
2-std., Mo 12-14
Nähere Angaben zum Ablauf der Übung entnehmen Sie bitte den Aushängen im Institut. Der Besuch der Vorbesprechung (23.2.2006, 12:15 - 13:00) ist zur weiteren Übungsteilnahme zwingend notwendig.

Dass es ein erheblicher Unterschied ist, eine wissenschaftliche Hausarbeit im Rahmen eines Seminars oder einen Gebrauchstext für Laien zu verfassen, hat vielleicht mancher von Ihnen bereits selbst erfahren. Wir wollen uns deshalb mit der Gattung "Programmheft-Texte" näher beschäftigen und zunächst anhand der Lektüre von exemplarischen Beispielen herausfinden, was solche Texte lesenswert macht, wie viel exakte analytische Information sinnvoll ist etc. Die Teilnehmer sollen im nächsten Schritt selbst Texte schreiben; als Basis dienen uns dafür Konzertprogramme des Rheingau-Musikfestivals (Sommer 06) und der Wiesbadener Mozart-Gemeinde (Saison 06/07). Gelungene Texte aus dem Kreis dieses Seminars sollen dann im Rahmen der genannten Konzertveranstaltungen als Programmhefttexte veröffentlicht werden.
Da die Konzerte des Rheingau-Musikfestivals organisatorisch einen Vorlauf brauchen, für den die normalen Termine des Sommersemesters zeitlich nicht mehr ausreichen, müssen wir zumindest einen Teil der Veranstaltung bereits in der vorlesungsfreien Zeit zwischen Winter- und Sommersemester abhalten. Um die diesbezüglichen Termine zu klären, bitte ich alle Interessierten zu der genannten Vorbesprechung am 23.2. zu kommen. [ECTS: 2]

Gehörbildung I, St. Münch
1-std., Kurs A: Mo 14 s.t.-14.45, Kurs B: Mo 15.30.-16.15 Beginn: 24. April 2006

Teilnahme nur nach vorheriger Anmeldung (siehe Aushang)!

Hör-Training zum Zwecke des Erkennens wichtiger Strukturelemente in der Musik aus folgenden Bereichen:

  • Metrum / Takt / Rhythmus (Regelmäßiges und Unregelmäßiges)
  • Intervalle (simultan und sukzessiv im nicht-tonalen Umfeld)
  • Akkorde (Akkordaufbau; Akkordverbindungen nach dem Verständnis der Funktionstheorie, Kadenz)
  • Tonalität in der Einstimmigkeit (Diatonik; Stufen-Hören)
  • Die Teilnahme setzt zwingend die in der Studienordnung geforderten Grundkenntnisse in Harmonielehre, das sichere Lesen und Schreiben in den gängigen Schlüsseln, das Erkennen der Intervalle sowie das Spielen eines akkordfähigen Instrumentes voraus. Abschluss der Veranstaltung mit Klausur am Semesterende. [ECTS: 1]

    Literatur:

    Clemens Kühn, Gehörbildung im Selbststudium, Kassel, München: dtv 1983 u.ö.

     

    Wolfram Breuer, Gehörbildung: für Unterricht und Selbststudium; Arbeitsheft – Literaturbeispiele – Cassetten (in der Instituts-Bibliothek verfügbar), Stuttgart: Metzler 1990.

     

    Roland Mackamul, Lehrbuch der Gehörbildung, Band 1: Elementare Gehörbildung, Kassel: Bärenreiter 1969.

     

    Ulrich Kaiser, Gehörbildung. Satzlehre – Improvisation – Höranalyse, (=Bärenreiter Studienbücher Musik, 10/11) 2 Bde. (jeweils mit CD), Kassel u.a.: Bärenreiter 1998.

    Harmonielehre II, St. Münch
    2-std., Mo 14.45-15.30, Beginn: 24. April 2006

    Die Teilnahme setzt zwingend den erfolgreich abgeschlossenen Besuch der Übung "Harmonielehre I" (Ausnahmen nur nach persönlicher Absprache mit dem Dozenten) und die in der Studienordnung geforderten Grundkenntnisse in Harmonielehre, das sichere Lesen und Schreiben in den gängigen Schlüsseln, das Erkennen der Intervalle sowie das Spielen eines akkordfähigen Instrumentes voraus. Zum Erwerb des Leistungsnachweises sind während des Semesters mehrere kleinere Hausarbeiten und eine Abschlussklausur am Semesterende zu bewältigen.
    Es werden folgende Themen behandelt: Erweiterung der Kadenz: Non-, Undezim-, Tredezim-Akkorde, verminderter Sept­akkord, "Neapolitaner", Gegenklänge und Medianten; Zwischen­dominanten, Ausweichungen; diatonische/funktionale Modulation; harmonische Analysen an ausgewählten Beispielen. [ECTS: 2]

    Literatur:

    Thomas Krämer, Harmonielehre im Selbststudium, Wiesbaden: Breitkopf und Härtel 1991.

     

    Der musikalische Satz. Ein Handbuch zum Lehren und Lernen, hrsg. v. Walter Salmen und Norbert J. Schneider, Innsbruck: Helbling 1987, S. 87, S. 19-39 u. 143-185.

     

    Thomas Krämer, Lehrbuch der harmonischen Analyse, Wiesbaden: Breitkopf und Härtel 1997.

     

    Dieter de la Motte, Harmonielehre, München u. Kassel: dtv 1976 u.ö.

    Kontrapunkt I, St. Münch
    1-std., Mo 16.45-17.30, Beginn: 24. April 2006

    Die Teilnahme setzt zwingend die in der Studienordnung geforderten Grundkenntnisse in Harmonielehre, Lesen und Schreiben in den gängigen Schlüsseln, sicheres Wissen und Erkennen der Intervalle sowie Spielen eines akkordfähigen Instrumentes voraus. Erwerb des Leistungsnachweises durch mehrere kleinere Hausarbeiten und Abschlussklausur.
    Die Übung vermittelt und trainiert die klanglichen und rhythmischen Grundgegebenheiten von Melodiebau und zweistimmiger vokaler Konstruktion nach dem Stilvorbild des 16. Jahrhunderts ("Klassische Vokalpolyphonie", "Palestrina-Stil"). – Laut Studienordnung richtet sich die Übung an Studierende im Hauptfach. [ECTS: 2]

    Literatur:

    Dietrich Manicke, Der polyphone Satz. Teil 1: Grundlagen und Zweistimmigkeit, Köln: Gerig 1965 u.ö.

    Kontrapunkt III, St. Münch
    1-std., Mo 17.30-18.15, Beginn: 24. April 2006

    Die Teilnahme (nur für Studierende im Hauptfach) setzt zwingend den erfolgreich abgeschlossenen Besuch der Übung "Kontrapunkt II" voraus; Ausnahmen nur nach persönlicher Absprache mit dem Dozenten. Erwerb des qualifizierten Scheines durch regelmäßige Hausaufgaben und bestandene Abschlussklausur in der letzten Semesterwoche.
    [ECTS: 1]

    Literatur:

    Dietrich Manicke, Der polyphone Satz, Bd. 2: Drei- und Mehrstimmigkeit, Köln: Gerig 1979.

     

    Thomas Daniel, Kontrapunkt. Eine Satzlehre zur Vokalpolyphonie des 16. Jahrhunderts, Köln: Dohr 1997.

     

    Dieter de la Motte, Kontrapunkt, Kassel, München: dtv 1981 u.ö.

     

    Der musikalische Satz. Ein Handbuch zum Lehren und Lernen, hrsg. v. Walter Salmen und Norbert J. Schneider, Innsbruck: Helbig 1987, S. 41ff.

     

    Knud Jeppesen, Kontrapunkt, Wiesbaden: Breitkopf und Härtel 1963 u.ö.

    Einführung in die Musikwissenschaft, C. Hust
    2-std., Di 14-16, Beginn: 25. April 2006

    Die Teilnahme an dieser Übung ist für Studienanfänger verpflichtend, ihr erfolgreicher Abschluss ist Voraussetzung für den Besuch von Proseminaren. An Beispielen werden Techniken des wissenschaftlichen Arbeitens und wichtige Hilfsmittel der Musikwissenschaft vorgestellt. Das betrifft sowohl die Suche nach Quellen und Literatur als auch Methoden des deutenden und kritischen Umgangs damit. Schließlich wird geübt, die gewonnenen Erkenntnisse mündlich und schriftlich in Referat und Hausarbeit vorzustellen. So ergibt sich ein Einblick in Gliederung, Gegenstände und Geschichte des Fachs (und seiner Besonderheiten) im Kontext der Kultur- und Geschichtswissenschaften.
    Voraussetzungen für den Erwerb eines Leistungsnachweises: regelmäßige und aktive Teilnahme, Anfertigung von Übungsaufgaben, Bestehen der Abschlussklausur. [ECTS: 5]

    Literatur:

    Joseph Kerman, Musicology, London: Fontana Press 1985.

     

    Musikwissenschaft. Ein Grundkurs, hrsg. von Herbert Bruhn und Helmut Rösing, Reinbek: Rowohlt 1998.

     

    Nicole Schwindt-Gross, Musikwissenschaftliches Arbeiten. Hilfsmittel – Techniken – Aufgaben (= Bärenreiter Studienbücher Musik 1), Kassel usw.: Bärenreiter 41999.

     

    Alastair Williams, Constructing Musicology, Aldershot u.a.: Ashgate 2001.

     

    The Cultural Study of Music. A Critical Introduction, hrsg. v. Martin Clayton, Trevor Herbert und Richard Middleton, New York und London: Routledge 2003.

    Generalbass II, J. Banholzer
    1-std., Beginn: 26. April 2006

    Aufbauend auf den in "Generalbass I" erworbenen Fähigkeiten werden in diesem Kurs die Kenntnis des Akkordvorrats sowie die Beherrschung der grundlegenden Akkordverbindungen im deutschen Generalbass der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts erweitert. Neben der satztechnischen Beherrschung eines korrekten vierstimmigen Generalbasssatzes, die unter anderem durch schriftliche Aussetzungen erarbeitet wird, wird immer stärker auch das praktische Vermögen geübt, den Generalbass spontan am Klavier zu realisieren. Eine Vielzahl zu bearbeitender Literaturbeispiele gibt Gelegenheit, verschiedene satztechnische sowie auch aufführungspraktische Gesichtspunkte zu thematisieren. [ECTS: 1]

    Literatur:

    Jesper Boje Christensen, Die Grundlagen des Generalbaßspiels im 18. Jahrhundert, Kassel: Bärenreiter 1992 [BA 8186].

     

    Hermann Keller, Schule des Generalbaßspiels, Kassel: Bärenreiter 1931/55 [BA 490].

    Partiturspiel II, J. Banholzer
    1-std., Beginn: 26. April 2006

    Das in Partiturspiel I erworbene Lesevermögen der C-Schlüssel wird weiter trainiert und auf vierstimmige Beispiele ausgedehnt. Im Vordergrund der Arbeit steht die kreative Auseinandersetzung mit immer komplexeren Partiturbildern anhand von schriftlichen wie praktischen Übertragungen auf das Klavier. Beginnend mit Kammermusik des späten 18. Jahrhunderts und hinführend zu komplizierteren Partiturbeispielen Wagners wird das Lesen von transponierenden Instrumenten sowie das Erfassen musikalischer Strukturen und ihrer instrumentalen Einkleidung geübt. Je umfangreicher die Kenntnisse in Generalbass und Harmonielehre, die Sie als Voraussetzung für diese Übung mitbringen, um so gewinnbringender wird die Arbeit in diesem Kurs für Sie sein können. [ECTS: 1]

    Literatur:

    Heinrich Creuzburg, Partiturspiel, Band 1 + 2 (= Edition Schott 4640 bzw. 4641), Mainz: Schott 1956.

    Formenlehre: Vokale Großformen, St. Münch
    1-std., Do 10-11, Beginn: 27. April 2006

    Die vorherige Teilnahme an der Formenlehre-Übung "Elementare und Lied-Formen" (jeweils im Wintersemester) wäre wünschenswert, ist aber nicht zwingend. Die Veranstaltung wird mit einer Klausur in der letzten Semesterwoche abgeschlossenen.
    Inhalt der Veranstaltung: "Motette" als exemplarische Gattung, "motettischer Stil" als zentrales Form bildendes Verfahren der Vokalmusik vor 1600; "Arie" und "Szene" als Formbegriffe der Vokalmusik nach 1600 in Oper und Oratorium (jeweils an ausgewählten Beispielen). [ECTS: 2]

    Literatur:

    Clemens Kühn, Form, in: MGG-Sachteil, Bd. 3, Sp. 607-643.

     

    Clemens Kühn, Formenlehre der Musik, Kassel, München: dtv 1987.

     

    Clemens Kühn, Kompositionsgeschichte in kommentierten Beispielen (= Bärenreiter Studienbücher Musik 9), Kassel: Bärenreiter 1998.

     

    Herwig Knaus und Gottfried Scholz, Formen in der Musik, 2 Bde., Wien: Österreichischer Bundesverlag 1988/89.

    Formenlehre: Kontrapunktische Formen, St. Münch
    1-std., Do 11-12, Beginn: 27. April 2006

    Die vorherige Teilnahme an der Formenlehre-Übung "Elementare und Lied-Formen" (jeweils im Wintersemester) wäre wünschenswert, ist aber nicht zwingend. Die Veranstaltung wird mit einer Klausur in der letzten Semesterwoche abgeschlossenen.
    Inhalt der Veranstaltung: Kanon, Invention, Fuge, Passacaglia und deren Vorkommen in unterschiedlichen musikalischen Gattungen und Formen. Kontrapunktische Formen und Techniken im 19. Jahrhundert ("romantischer Kontrapunkt" bei Schumann, Wagner und anderen). Formkonstitutive Bedeutung kontrapunktischer Verfahren in der Musik des 20. Jahrhunderts. [ECTS: 2]

    Literatur:

    Clemens Kühn, Form, in: MGG-Sachteil, Bd. 3, Sp. 607-643.

     

    Clemens Kühn, Formenlehre der Musik, Kassel, München: dtv 1987.

     

    Clemens Kühn, Kompositionsgeschichte in kommentierten Beispielen (= Bärenreiter Studienbücher Musik 9), Kassel: Bärenreiter 1998.

     

    Herwig Knaus und Gottfried Scholz, Formen in der Musik, 2 Bde., Wien: Österreichischer Bundesverlag 1988/89.

    Musikinformatik, A. Gräf
    2-std., Do 12-14, Beginn: 27. April 2006, in den Räumen der Musikinformatik

    Die Übung dient der Vertiefung des theoretischen Wissensstoffs des Proseminars "Einführung in die Musikinformatik" mittels praktischer Arbeiten am PC. Dabei werden einige gängige Software-Werkzeuge zur Arbeit mit digitalen Klängen (WAV, MP3 und so weiter) und musikalischen Daten (MIDI) vorgestellt. Daneben gibt es eine Einführung in die Installation und den Einsatz des frei verfügbaren Betriebssystems "Linux" für Musik-Anwendungen. [ECTS: 3]

    Exkursionen

    Offenbach: André-Archiv, eintägig, A. Beer

    Prof. Dr. Axel Beer fährt in diesem Semester mit seinem Proseminar "Quellen- und Handschriftenkunde für Musikwissenschaftler" nach Offenbach in das dortige André-Archiv. Diese eintägige Exkursion ist ausschließlich den Teilnehmern des Seminars vorbehalten und findet gegen Ende des Semesters statt.