Sommersemester 2005

Übersichtsplan

Vorlesung - Proseminar - Hauptseminar - Oberseminar - Übung

 

 

Zeit Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag
8.00

 

Orlando di Lasso Quellen- und Handschriftenkunde für Musikwissenschaftler   Barock, Klassik, Romantik und andere bequeme Schubladen: Zur Problematik musikgeschichtlicher Epochen  
9.00

 

10.00

 

George Bernard Shaw als Musikkritiker. Lektüre fremdsprachlicher Texte Musikgeschichte im Überblick III: Von 1700 bis 1827 Die Musik im Hollywoodfilm 10.15-11.00
Formenlehre: Vokale Großformen
 
11.00

 

11.15-12.00
Formenlehre: Kontrapunktische Formen
12.00

 

  Robert Schumann Einführung in die Musikinformatik Musikinformatik Einführung in die Musikwissenschaft
13.00

 

14.00

 

14 s.t.-14.45 Gehörbildung II Gustav Mahlers Sinfonien II bis VII Oberseminar Psychoakustik Einführung in die Musiksoziologie  
15.00 14.45-16.15 Harmonielehre
II + III
16.00

 

Notationskunde II 16 s.t.-16.45
Generalbass II
   
16.45-17.30
Partiturspiel II
17.00

 

16.45-17.30 Kontrapunkt I 17.30-18.15
Generalbass II
18.00 17.30-18.15 Kontrapunkt II   18.15-19.00
Partiturspiel II
19.00

 

Vorlesungen

Musikgeschichte im Überblick III: Von 1700 bis 1827, A. Beer
2-std., Di 10-12, Beginn: 26. April 2005

Die Vorlesung wird die wesentlichen musikalischen Formen und Strukturen von der Zeit um 1700 bis etwa zu Beethovens Tod zur Sprache bringen. Hierbei soll die Einbettung des musikalischen Denkens und seiner Entwicklung innerhalb der jeweiligen kulturgeschichtlichen Rahmen ebenso thematisiert werden wie auch die Problematik der Repertoire- und Kanonbildung sowie der Musikgeschichtsschreibung. [ECTS: 3]


Proseminare

Quellen- und Handschriftenkunde für Musikwissenschaftler, A. Beer
2-std., Di 8-10, Beginn: 26. April 2005

Der Umgang mit handschriftlichen Quellen gehört ebenso wie Harmonielehre und Kontrapunkt zum musikwissenschaftlichen Handwerkszeug. Allerdings ist die Fähigkeit, alte Handschriften nicht nur lesen, sondern auch verstehen und interpretieren zu können, nicht weit verbreitet. Anhand ausgewählter Schriftstücke vorwiegend aus dem 18. und 19. Jahrhundert werden wir uns in die Materie einarbeiten und (erfahrungsgemäß) sehr rasch Fortschritte erzielen. Die Referate beziehungsweise Hausarbeiten sollen eine diplomatisch genaue Übertragung der Texte und eine ausführliche Interpretation bieten. Am Ende des Semesters findet eine eintägige Exkursion zum André-Archiv in Offenbach statt. [ECTS: 5]

Robert Schumann, T. Untucht
2-std., Di 12-14, Beginn: 26. April 2005

Obwohl Robert Schumann die für seine Zeit typische Karriere als Klaviervirtuose versagt blieb, war er doch eine äußerst vielseitige Künstlerpersönlichkeit. Nach anfänglichen juristischen Studien entschied sich der Sohn eines Buchhändlers dafür, sein Leben ganz der Musik zu widmen. Als von seinen schriftstellernden Zeitgenossen beeinflusster Komponist bemühte er sich stets, das "Poetische" in der Musik zum Ausdruck zu bringen. Seine literarischen Fähigkeiten stellte er aber auch als Musikkritiker und schließlich als Mitbegründer und Herausgeber der Neuen Zeitschrift für Musik unter Beweis.
Das Seminar möchte nicht nur das Leben und die Kompositionen Robert Schumanns zum Gegenstand der Betrachtung machen, sondern auch einen Blick auf seine schriftstellerischen Aktivitäten und sein künstlerisches Umfeld werfen. Bedingungen für den Erwerb eines Leistungs­nachweises: regelmäßige Teilnahme, Referat, Hausarbeit. [ECTS: 5]

Literatur:

John Daverio, Robert Schumann, in: NGroveD (2001), Bd. 22, S. 760-816.

 

Edward A. Lippman, Robert Schumann, in: MGG (1965), Bd. 12, Sp. 272-325.

 

Arnfried Edler, Robert Schumann und seine Zeit, Laaber: Laaber 1982.

Gustav Mahlers Sinfonien II bis VII, C. Hust
2-std., Di 14-16, Beginn: 26. April 2005

"Die Symphonie", so Gustav Mahler 1907 zu Jean Sibelius, "muß sein wie die Welt. Sie muß alles umfassen." Diese Maxime, sinngemäß schon 1895 zur Zeit der III. Sinfonie geäußert, schlägt sich in den Kompositionen überall nieder. Auch wenn "alles" sich als alleiniges Arbeitsprogramm nicht eignet, wollen wir doch verschiedene methodische Ansätze erproben und Mahlers Musik exemplarisch mit unterschiedlichen Kontexten (wenn auch nicht mit der ganzen Welt) verbinden: An den Sinfonien mit Vokalstimmen II bis IV einerseits und den nur instrumentalen Sinfonien V bis VII andererseits werden Zugänge zu den Stücken, zu Deutungs- und Rezeptionswegen sowie zur Gattungsgeschichte der Sinfonik um 1900 gesucht.
Mögliche Themen könnten sein: die Nietzsche-Rezeption der III. Sinfonie, Gattungsprobleme um Sinfonie und Sinfonische Dichtung sowie Sinfonie und Orchesterlied, die Symbolik der Herdenglocken und Hochgebirgs-Szenerie, die Nachtmusik-Sätze der VII. Sinfonie, die Rezeption von Anton Webern bis Luchino Viscontis Morte a Venezia, Aufführungsanalysen und so weiter. Lehramtsstudierende seien auch auf die ergänzende Didaktik-Veranstaltung aufmerksam gemacht! [ECTS: 5]
 
Zum ersten Kontakt eignet sich – wenngleich mehr populär als wissenschaftlich – Michael Steinberg, The Symphony. A Listener’s Guide, New York und Oxford: Oxford University Press 1995, S. 285–331. Bis zum Beginn des Semesters sollten Sie sich mindestens anhand des MGG(2P)- oder NGroveD-Artikels grundsätzlich über Mahler informiert haben.

Die Musik im Hollywoodfilm, P. Niedermüller
2-std., Mi 10-12, Beginn: 27. April 2005

Kaum eine Institution war für die Vorstellung dessen, was Film eigentlich sei, und für seine "Sprache " derart prägend wie die "Traumfabrik" Hollywood. Dies gilt in erheblichem Maße auch für die Filmmusik. Im Seminar sollen anhand ausgewählter Beispiele die grundsätzlichen Inhalte, Funktionen und Codes von Filmmusik erläutert werden. Die historische Streuung der Beispiele (die sich wohl auf zehn Filme wird beschränken müssen) soll aber auch dazu dienen, zu ergründen, ob die Musik des Hollywoodfilms starren Konventionen unterworfen ist (der Komponist Jerry Goldsmith sprach einmal zynisch von der "Hollywood gloriosity [sic!]" seiner eigenen Arbeiten), oder in welchen Bereichen Entwicklungen und Innovationen auszumachen sind. Eine endgültige Auswahl der zu behandelnden Filme ist noch nicht getroffen. Diese soll neben der historischen Dimension auch eine möglichst große Anzahl von Genres umfassen (Musikfilm, Thriller, Western et cetera).
Da die Analyse von Filmmusik naturgemäß mit hohem Zeitaufwand verbunden ist, sind alle Interessenten dringend (!) angehalten, ab der zweiten Hälfte der Semesterferien in meiner Sprechstunde ein Referatsthema zu vereinbaren. Da alle Filme anhand des Originaltons (soweit greifbar) diskutiert werden sollen, sind exzellente Englischkenntnisse eine unabdingbare (!) Voraussetzung zum Besuch des Seminars. [ECTS: 5]

Einführung in die Musikinformatik, A. Gräf
2-std., Mi 12-14, Beginn: 27. April 2005

Die Musikinformatik beschäftigt sich mit Anwendungen des Computers in Musik und Musikwissenschaft. Das Themenspektrum reicht von der digitalen Signalverarbeitung über die Klangverarbeitung und -synthese mit dem Computer bis hin zur algorithmischen Komposition und musikalischen Analyse. Ziel des Proseminars ist eine Einführung in die wichtigsten Gebiete der Musikinformatik anhand einschlägiger Literatur und Materialien aus dem Internet. [ECTS: 5]

Einführung in die Musiksoziologie, P. Niedermüller
2-std., Do 14-16, Beginn: 28. April 2005

Musiksoziologie beschränkt sich immer weniger bloß auf die Erforschung des Musiklebens der modernen Industrienationen. Sie ist zu einem Feld herangewachsen, auf dem den sozialen Voraussetzungen, den sozialen Funktionen, sowie den Inhalten und Bedeutungen grundsätzlich aller Musik nachgegangen wird. (Christian Kaden pointierte den Sachverhalt folgendermaßen: "Musiksoziologie als methodisch hoch qualifizierte Teildisziplin ohne spezifischen Gegenstand? – Warum eigentlich nicht?") In Anbetracht dieser Ausweitung des Gegenstandes sollen im Seminar zum einen natürlich die methodischen "Gründerschriften" der Musiksoziologie (Max Weber, Anatolij V. Lunacarskij, Theodor W. Adorno) betrachtet, aber auch exemplarische Einzeluntersuchungen diskutiert werden (unter anderem zu funktional eingebundener Musik, zu musikalischen Geschlechterrollen und zur musikalischen Semiotik). [ECTS: 5]
 
Alle Teilnehmer sind aufgefordert, sich vor (!) der ersten Sitzung mit Hilfe der einschlägigen Lexika über den Gegenstand Musiksoziologie zu informieren.


Hauptseminare

Orlando di Lasso, A. Beer und T. Hindrichs
2-std., Mo 8-10, Beginn: 2. Mai 2005

Orlando di Lasso gehörte wohl zu den schillerndsten Komponisten des 16. Jahrhunderts. Selbstverständlich soll in diesem Seminar zunächst Lassos umfangreiches musikalisches Schaffen, angefangen bei Madrigalen, Villanellen und Motetten über Messen und Magnificat-Vertonungen bis hin zu Chansons und "teutschen" Liedern, näher untersucht werden. Darüber hinaus müssen Lassos vergleichsweise abenteuerlicher Lebensweg, seine zahlreichen Kontakte und seine ausgedehnte Reisetätigkeit unstrittig als Anlass dazu dienen, den Komponisten und sein Werk in einem übergeordneten soziokulturellen Kontext zu betrachten, der weit über Lassos Anstellung als Kapellmeister am Münchner Hof hinausreicht. Ob Lasso dabei nun eher als Modell oder als Negativfolie für Musikkultur im 16. Jahrhundert dienen kann, wird von Fall zu Fall sicher unterschiedlich zu bewerten sein; doch ohne jeden Seitenblick auf diejenigen Phänomene, die Musikmachen und -erleben in der Renaissance ausmachten, dürfte sich die musikhistorische Erscheinung Orlando di Lasso nur schwerlich und höchst unzureichend begreifen lassen. [ECTS: 5]
 
Als Vorbereitung für die erste Sitzung müssen Sie auf jeden Fall die Artikel zu Lasso in MGG(2P) und im NGroveD gelesen haben.
 
Im Rahmen des Seminars wird Mitte Juli eine mehrtägige Exkursion nach München stattfinden (nicht obligatorisch für den Erwerb eines Leistungsnachweises im Seminar), an der vorrangig Studierende aus dem Seminar teilnehmen können.

Barock, Klassik, Romantik und andere bequeme Schubladen: Zur Problematik musikgeschichtlicher Epochen, R. Wiesend
2-std., Do 8-10, Beginn: 28. April 2005

Keiner scheint sich zu wundern, wenn beispielsweise im "Klassik"-Radio am wenigsten Musik der "Klassiker" erklingt, sondern vor allem "Barockmusik" und Werke von "Romantikern". Der Wunsch nach griffigen Epochenbezeichnungen ist verständlich und verbreitet, es zeigt sich aber immer mehr, dass der historischen Wirklichkeit mit einfachen Einteilungen nicht beizukommen ist, zumal wenn diese aus der Literaturgeschichte oder aus der Kunstgeschichte entlehnt sind. Das Seminar setzt sich zum Ziel, Einführung, Gebrauch und Relevanz der überkommenen Epochenbezeichnungen der Musikgeschichte aufzuzeigen und Alternativen zu diskutieren. [ECTS: 5]

Psychoakustik, A. Gräf
2-std., Do 14-16, Beginn: 28. April 2005, in den Räumen der Musikinformatik

Gegenstand des Seminars ist die Psychoakustik als ein interdisziplinäres Forschungsgebiet, das sich mit der Wahrnehmung von Schall beschäftigt. Ein zentrales Thema ist dabei insbesondere auch die Verarbeitung musikalischer Klänge. Dabei spielen physikalische Prozesse genauso eine Rolle wie physiologische, neurologische, kognitive und psychologische Aspekte der menschlichen Schallwahrnehmung. Mögliche Fragestellungen sind zum Beispiel die Wahrnehmung von Klangfarben, Tonhöhen, Harmonien und Rhythmus.
Viele Aspekte der Schallwahrnehmung (insbesondere die höheren Verarbeitungsfunktionen im Gehirn) sind noch keineswegs abschließend geklärt und Gegenstand aktueller Forschung. Die Anwendungen der Psychoakustik reichen von Codierungs-Verfahren wie beispielsweise MPEG über den Bau natürlicher und elektronischer Instrumente bis hin zu anspruchsvollen Methoden der digitalen Klangverarbeitung wie zum Beispiel der automatischen Transkription von Musik. [ECTS: 5]


Oberseminar

Besprechung von Examensarbeiten, A. Beer, J. Blume (FB 25), U. Kramer, L. Striegel (FB 25), R. Wiesend
2-std., Mi 14-16

Einzelne Themen und Termine bitte dem Aushang im Institut entnehmen.

Graduiertenkolleg:
Hymnologie interdisziplinär, A. Beer, H. Kurzke, R. Wiesend, u. a.
2-std., Zeit und Ort nach Vereinbarung


Übungen

George Bernard Shaw als Musikkritiker. Lektüre fremdsprachlicher Texte, U. Kramer
2-std., Montag 02.05.2005 und 09.05.2005, 10-12h (Einführungsphase, Rest als Blockveranstaltung: Freitag 01.07.2005 ab 15.00 Uhr, Samstag 02.07.2005, Freitag 08.07.2005 ab 15.00 Uhr und Samstag 09.07.2005), Beginn: 2. Mai 2005

Der irische Dramatiker George Bernard Shaw ist uns heute bestenfalls noch aufgrund seiner so radikalen wie für die Inszenierungsgeschichte des Werkes visionären Deutung von Wagners Ring des Nibelungen (The Perfect Wagnerite) im Gedächtnis. Dabei hat Shaw mehrere Jahre lang für verschiedene englische Zeitungen hemmungslos scharfe und durchaus subjektive Kritiken verfasst, die sich auf das gesamte damalige Musikleben beziehen und Mozart, Gluck, Verdi und Puccini ebenso thematisieren wie Schumann, Brahms und Richard Strauss oder schließlich seine eigenen Landsleute Sullivan und Elgar.
Gegenstand der Übung sind ausgewählte Rezensionen Shaws zu den unterschiedlichsten musikalischen Aspekten und Komponisten, die bislang gar nicht beziehungsweise nur sehr rudimentär in deutscher Sprache vorliegen und im Rahmen dieser Veranstaltung übersetzt werden sollen. (Wunsch-)Ziel wäre es, daraus eine gemeinsame Publikation im Sinn einer Anthologie entstehen zu lassen, die Shaws Bedeutung für die Geschichte der Musikkritik auch im deutschsprachigen Raum würdigt. [ECTS: 2]
 
Hinweis: Diese Veranstaltung wird (nach der Einführungsphase) als Blockveranstaltung durchgeführt.
Um einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten und einen Überblick über die Teilnehmerzahl zu erhalten, findet eine Vorbesprechung noch im laufenden WS 2004/05, am Dienstag, 15. Februar 2005 um 11 Uhr im Hörsaal statt.
Wer an diesem Termin verhindert ist, aber im Sommersemester an der Veranstaltung teilnehmen möchte, melde sich bitte bis zum 15.2. bei mir per E-Mail (kramer@uni-mainz.de).

Gehörbildung II, St. Münch
1-std., Mo 14 s.t.-14.45, Beginn: 25. April 2005

Die Teilnahme setzt zwingend den erfolgreich abgeschlossenen Besuch der Übung "Gehörbildung I" (Ausnahmen nur nach persönlicher Absprache mit dem Dozenten) sowie die in der Studienordnung geforderten Grundkenntnisse in Harmonielehre, das sichere Lesen und Schreiben in den gängigen Schlüsseln, das Erkennen der Intervalle sowie das Spielen eines akkordfähigen Instrumentes voraus. Abschluss der Veranstaltung mit Klausur am Semesterende.
In der Übung werden folgende in Gehörbildung I bereits kennen gelernten Bereiche weiter vertieft: Rhythmus, Intervalle simultan/sukzessiv im nicht-tonalen Kontext, Akkordhören (funktionales Hören, Akkordaufbau, Akkordverbindungen), tonales (Stufen-)Hören mit chromatischen Zwischenstufen. [ECTS: 1]

Literatur:

Clemens Kühn, Gehörbildung im Selbststudium, Kassel, München: dtv 1983 u.ö.

 

Wolfram Breuer, Gehörbildung: für Unterricht und Selbststudium; Arbeitsheft – Literaturbeispiele – Cassetten (in der Instituts-Bibliothek verfügbar), Stuttgart: Metzler 1990.

 

Roland Mackamul, Lehrbuch der Gehörbildung, Band 1: Elementare Gehörbildung, Kassel: Bärenreiter 1969.

 

Ulrich Kaiser, Gehörbildung. Satzlehre – Improvisation – Höranalyse, (=Bärenreiter Studienbücher Musik, 10/11) 2 Bde. (jeweils mit CD), Kassel u.a.: Bärenreiter 1998.

Harmonielehre II + III, St. Münch
2-std., Mo 14.45-16.15, Beginn: 25. April 2005

Die Teilnahme setzt zwingend den erfolgreich abgeschlossenen Besuch der Übung "Harmonielehre I" (Ausnahmen nur nach persönlicher Absprache mit dem Dozenten) und die in der Studienordnung geforderten Grundkenntnisse in Harmonielehre, das sichere Lesen und Schreiben in den gängigen Schlüsseln, das Erkennen der Intervalle sowie das Spielen eines akkordfähigen Instrumentes voraus. Zum Erwerb des Leistungsnachweises sind während des Semesters mehrere kleinere Hausarbeiten und jeweilige Abschlussklausuren (in der Semestermitte beziehungsweise am Semesterende) zu bewältigen.
Die jeweils halbsemestrige Anordnung der Kurs-Inhalte ermöglicht den Abschluss beider Lehrveranstaltungen innerhalb eines Semesters. In der ersten Semesterhälfte werden folgende Themen behandelt: Erweiterung der Kadenz: Non-, Undezim-, Tredezim-Akkorde, verminderter Sept­akkord, "Neapolitaner", Gegenklänge und Medianten; Zwischen­dominanten, Ausweichungen; diatonische/funktionale Modulation; harmonische Analysen an ausgewählten Beispielen. Harmonielehre II wird mit einer Abschlussklausur zur Semestermitte beendet.
Die zweite Hälfte des Semesters befasst sich mit folgenden Gegenständen: diatonische, chromatisch-enharmonische und andere Möglichkeiten der Modulation; alterierte Akkorde; Steigerung der Dur-Moll-Harmonik bis zu deren Auflösung; Satz übergreifende harmonische Abläufe (Form bildende Funktion der Harmonik); Analyse ausgewählter Beispiele. Dieser Kurs wird mit einer Klausur am Semesterende abgeschlossen. [ECTS: 3]

Literatur:

Thomas Krämer, Harmonielehre im Selbststudium, Wiesbaden: Breitkopf und Härtel 1991.

 

Der musikalische Satz. Ein Handbuch zum Lehren und Lernen, hrsg. v. Walter Salmen und Norbert J. Schneider, Innsbruck: Helbling 1987, S. 87, S. 19-39 u. 143-185.

 

Thomas Krämer, Lehrbuch der harmonischen Analyse, Wiesbaden: Breitkopf und Härtel 1997.

 

Dieter de la Motte, Harmonielehre, München u. Kassel: dtv 1976 u.ö.

Kontrapunkt I, St. Münch
1-std., Mo 16.45-17.30, Beginn: 25. April 2005

Die Teilnahme setzt zwingend die in der Studienordnung geforderten Grundkenntnisse in Harmonielehre, Lesen und Schreiben in den gängigen Schlüsseln, sicheres Wissen und Erkennen der Intervalle sowie Spielen eines akkordfähigen Instrumentes voraus. Erwerb des Leistungsnachweises durch mehrere kleinere Hausarbeiten und Abschlussklausur.
Die Übung vermittelt und trainiert die klanglichen und rhythmischen Grundgegebenheiten von Melodiebau und zweistimmiger vokaler Konstruktion nach dem Stilvorbild des 16. Jahrhunderts ("Klassische Vokalpolyphonie", "Palestrina-Stil"). – Laut Studienordnung richtet sich die Übung an Studierende im Hauptfach. [ECTS: 2]

Literatur:

Dietrich Manicke, Der polyphone Satz. Teil 1: Grundlagen und Zweistimmigkeit, Köln: Gerig 1965 u.ö.

Kontrapunkt II, St. Münch
1-std., Mo 17.30-18.15, Beginn: 25. April 2005

Die Teilnahme (nur für Studierende im Hauptfach) setzt zwingend den erfolgreich abgeschlossenen Besuch der Übung "Kontrapunkt I" voraus; Ausnahmen nur nach persönlicher Absprache mit dem Dozenten. Erwerb des Leistungsnachweises durch regelmäßige Hausaufgaben und bestandene Abschlussklausur in der letzten Semesterwoche.
Die in Kontrapunkt I (Zweistimmigkeit) erworbenen Fertigkeiten im strengen Satz (so genannter "Palestrinastil") werden auf dreistimmige äätze ausgeweitet und vertieft. [ECTS: 2]

Literatur:

Dietrich Manicke, Der polyphone Satz, Bd. 2: Drei- und Mehrstimmigkeit, Köln: Gerig 1979.

 

Thomas Daniel, Kontrapunkt. Eine Satzlehre zur Vokalpolyphonie des 16. Jahrhunderts, Köln: Dohr 1997.

 

Dieter de la Motte, Kontrapunkt, Kassel, München: dtv 1981 u.ö.

 

Der musikalische Satz. Ein Handbuch zum Lehren und Lernen, hrsg. v. Walter Salmen und Norbert J. Schneider, Innsbruck: Helbig 1987, S. 41ff.

 

Knud Jeppesen, Kontrapunkt, Wiesbaden: Breitkopf und Härtel 1963 u.ö.

Notationskunde II, D. Philippi
2-std., Di 16-18, Beginn: 26. April 2005

Die Dominanz des heutzutage gültigen Notationssystems der europäisch geprägten Musik und Musikpflege verdrängt weithin die Kenntnis über die Vielfalt älterer und jüngerer Notationsformen. Im Rahmen des Studiums der Musikwissenschaft im Hauptfach sind daher zwei Lehrveranstaltungen zur Notationskunde verpflichtend. Die in diesem Semester angebotene "Notationskunde II" behandelt die Bereiche Tabulaturen (14. bis 18. Jahrhundert) und Notationsformen des 20. Jahrhunderts.
Tabulaturen sind Aufzeichnungssysteme für Instrumentalmusik, die circa vom 14. bis ins 18. Jahrhundert verwendet wurden. Neben unterschiedlichen Methoden der Notierung (Noten, Buchstaben, Ziffern, jeweils in verschiedenen Kombinationen) begegnen dem Rezipienten abhängig vom Instrument (Tasten- oder Zupfinstrumente) diverse Darstellungsvarianten. In der Übung sollen ausgewählte Beispiele in Abhängigkeit von ihrem musikhistorischen Kontext aufgezeigt und transkribiert werden.
Die Neuerungen der Musik des 20. Jahrhunderts forderten mehrfach ein Überdenken des gültigen Notationssystems heraus. Insbesondere die experimentellen Richtungen lösten sich hierbei von jeglichen Regeln, so dass Grafiken, Zufallsentwürfe und auf Zeitachsen exakt fixierte Verläufe und Ähnliches nebeneinander existieren. Die Wechselwirkung zwischen Schriftlichkeit und musikalischem Denken ist anhand solcher Beispiele gut nachvollziehbar. Im Rahmen der Übung soll ein Überblick über die wichtigsten Arten der schriftlichen Fixierung von neuer Musik gegeben werden, um hiernach die Probleme des Konventionsverlustes mit bedenken zu können.
Zum Erwerb eines Leistungsnachweises sind die regelmäßige Teilnahme sowie die erfolgreiche Absolvierung einer Abschlussklausur vonnöten. [ECTS: 2]

Literatur:

Willi Apel, Die Notation der polyphonen Musik 900-1600, Leipzig: Breitkopf und Härtel 1962.

 

Erhard Karkoschka, Das Schriftbild der neuen Musik, Celle: Moeck 1966.

 

Karl Schnürl, 2000 Jahre europäische Musikschriften. Eine Einführung in die Notationskunde, Wien: Holzhausen 2000.

Generalbass II, J. Banholzer
1-std.
Kurs A: Mi 16 s.t.-16.45, Beginn: 27. April 2005
Kurs B: Mi 17.30-18.15, Beginn: 27. April 2005

Aufbauend auf den in "Generalbass I" erworbenen Fähigkeiten werden in diesem Kurs die Kenntnis des Akkordvorrats sowie die Beherrschung der grundlegenden Akkordverbindungen im deutschen Generalbass der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts erweitert. Neben der satztechnischen Beherrschung eines korrekten vierstimmigen Generalbasssatzes, die unter anderem durch schriftliche Aussetzungen erarbeitet wird, wird immer stärker auch das praktische Vermögen geübt, den Generalbass spontan am Klavier zu realisieren. Eine Vielzahl zu bearbeitender Literaturbeispiele gibt Gelegenheit, verschiedene satztechnische sowie auch aufführungspraktische Gesichtspunkte zu thematisieren. [ECTS: 1]

Literatur:

Jesper Boje Christensen, Die Grundlagen des Generalbaßspiels im 18. Jahrhundert, Kassel: Bärenreiter 1992 [BA 8186].

 

Hermann Keller, Schule des Generalbaßspiels, Kassel: Bärenreiter 1931/55 [BA 490].

Partiturspiel II, J. Banholzer
1-std.
Kurs A: Mi 16.45-17.30, Beginn: 27. April 2005
Kurs B: Mi 18.15-19.00, Beginn: 27. April 2005

Das in Partiturspiel I erworbene Lesevermögen der C-Schlüssel wird weiter trainiert und auf vierstimmige Beispiele ausgedehnt. Im Vordergrund der Arbeit steht die kreative Auseinandersetzung mit immer komplexeren Partiturbildern anhand von schriftlichen wie praktischen Übertragungen auf das Klavier. Beginnend mit Kammermusik des späten 18. Jahrhunderts und hinführend zu komplizierteren Partiturbeispielen Wagners wird das Lesen von transponierenden Instrumenten sowie das Erfassen musikalischer Strukturen und ihrer instrumentalen Einkleidung geübt. Je umfangreicher die Kenntnisse in Generalbass und Harmonielehre, die Sie als Voraussetzung für diese Übung mitbringen, um so gewinnbringender wird die Arbeit in diesem Kurs für Sie seinm können. [ECTS: 1]

Literatur:

Heinrich Creuzburg, Partiturspiel, Band 1 + 2 (= Edition Schott 4640 bzw. 4641), Mainz: Schott 1956.

Formenlehre: Vokale Großformen, St. Münch
1-std., Do 10-11, Beginn: 28. April 2005

Die vorherige Teilnahme an der Formenlehre-Übung "Elementare und Lied-Formen" (jeweils im Wintersemester) wäre wünschenswert, ist aber nicht zwingend. Die Veranstaltung wird mit einer Klausur in der letzten Semesterwoche abgeschlossenen.
Inhalt der Veranstaltung: "Motette" als exemplarische Gattung, "motettischer Stil" als zentrales Form bildendes Verfahren der Vokalmusik vor 1600; "Arie" und "Szene" als Formbegriffe der Vokalmusik nach 1600 in Oper und Oratorium (jeweils an ausgewählten Beispielen). [ECTS: 2]

Literatur:

Clemens Kühn, Form, in: MGG-Sachteil, Bd. 3, Sp. 607-643.

 

Clemens Kühn, Formenlehre der Musik, Kassel, München: dtv 1987.

 

Clemens KühnKompositionsgeschichte in kommentierten Beispielen (= Bärenreiter Studienbücher Musik 9), Kassel: Bärenreiter 1998.

 

Herwig Knaus und Gottfried Scholz, Formen in der Musik, 2 Bde., Wien: Österreichischer Bundesverlag 1988/89.

Formenlehre: Kontrapunktische Formen, St. Münch
1-std., Do 11-12, Beginn: 28. April 2005

Die vorherige Teilnahme an der Formenlehre-Übung "Elementare und Lied-Formen" (jeweils im Wintersemester) wäre wünschenswert, ist aber nicht zwingend. Die Veranstaltung wird mit einer Klausur in der letzten Semesterwoche abgeschlossenen.
Inhalt der Veranstaltung: Kanon, Invention, Fuge, Passacaglia und deren Vorkommen in unterschiedlichen musikalischen Gattungen und Formen. Kontrapunktische Formen und Techniken im 19. Jahrhundert ("romantischer Kontrapunkt" bei Schumann, Wagner und anderen). Formkonstitutive Bedeutung kontrapunktischer Verfahren in der Musik des 20. Jahrhunderts. [ECTS: 2]

Literatur:

Clemens Kühn, Form, in: MGG-Sachteil, Bd. 3, Sp. 607-643.

 

Clemens Kühn, Formenlehre der Musik, Kassel, München: dtv 1987.

 

Clemens Kühn, Kompositionsgeschichte in kommentierten Beispielen (= Bärenreiter Studienbücher Musik 9), Kassel: Bärenreiter 1998.

 

Herwig Knaus und Gottfried Scholz, Formen in der Musik, 2 Bde., Wien: Österreichischer Bundesverlag 1988/89.

Musikinformatik, A. Gräf
2-std., Do 12-14, Beginn: 28. April 2005, in den Räumen der Musikinformatik

Die Übung dient der Vertiefung des theoretischen Wissensstoffs des Proseminars "Einführung in die Musikinformatik" mittels praktischer Arbeiten am PC. Dabei werden einige gängige Software-Werkzeuge zur Arbeit mit digitalen Klängen (WAV, MP3 und so weiter) und musikalischen Daten (MIDI) vorgestellt. Daneben gibt es eine Einführung in die Installation und den Einsatz des frei verfügbaren Betriebssystems "Linux" für Musik-Anwendungen. [ECTS: 3]

Einführung in die Musikwissenschaft, C. Hust
2-std., Fr 12-14, Beginn: 29. April 2005

Die Teilnahme an dieser Übung ist für Studienanfänger verpflichtend, ihr erfolgreicher Abschluss ist Voraussetzung für den Besuch von Proseminaren. An Beispielen werden Techniken des wissenschaftlichen Arbeitens und wichtige Hilfsmittel der Musikwissenschaft vorgestellt. Das betrifft sowohl die Suche nach Quellen und Literatur als auch Methoden des deutenden und kritischen Umgangs damit. Schließlich wird geübt, die gewonnenen Erkenntnisse mündlich und schriftlich in Referat und Hausarbeit vorzustellen. So ergibt sich ein Einblick in Gliederung, Gegenstände und Geschichte des Fachs (und seiner Besonderheiten) im Kontext der Kultur- und Geschichtswissenschaften.
Voraussetzungen für den Erwerb eines Leistungsnachweises: regelmäßige und aktive Teilnahme, Anfertigung von Übungsaufgaben, Bestehen der Abschlussklausur. [ECTS: 5]

Literatur:

Joseph Kerman, Musicology, London: Fontana Press 1985.

 

Musikwissenschaft. Ein Grundkurs, hrsg. von Herbert Bruhn und Helmut Rösing, Reinbek: Rowohlt 1998.

 

Nicole Schwindt-Gross, Musikwissenschaftliches Arbeiten. Hilfsmittel – Techniken – Aufgaben (= Bärenreiter Studienbücher Musik 1), Kassel usw.: Bärenreiter 41999.

 

Alastair Williams, Constructing Musicology, Aldershot u.a.: Ashgate 2001.

 

The Cultural Study of Music. A Critical Introduction, hrsg. v. Martin Clayton, Trevor Herbert und Richard Middleton, New York und London: Routledge 2003.

Exkursionen

München, mehrtägig, A. Beer und T. Hindrichs

Prof. Dr. Axel Beer und Thorsten Hindrichs M.A. veranstalten voraussichtlich Mitte Juli mit den Teilnehmern des Hauptseminars "Orlando di Lasso" eine mehrtägige Exkursion nach München. Obwohl die Teilnehmer des Seminars Vorrang bei der Vergabe der Plätze haben, darf prinzipiell jeder Student teilnehmen.

Offenbach: André-Archiv, eintägig, A. Beer

Prof. Dr. Axel Beer fährt in diesem Semester mit seinem Proseminar "Quellen- und Handschriftenkunde für Musikwissenschaftler" nach Offenbach in das dortige André-Archiv. Diese eintägige Exkursion ist ausschließlich den Teilnehmern des Seminars vorbehalten und findet gegen Ende des Semesters statt.