Lehrveranstaltungen im SS 04

 

 

Zeit Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag
8.00

 

Französische Instrumentalmusik von Saint-Saens bis Debussy Quellen- und Handschriften-kunde   Konzeption – Redaktion – Herstellung eines Kongreßberichts (Hasse-Tagung Hamburg 1999) Einführung in die Musikwissen-schaft
9.00

 

10.00

 

  Musikgeschichte im Überblick I: Antike bis Mittelalter Luigi Nonos Kompositionen der 1970er und 80er Jahre Formenlehre: Vokale Großformen Mozarts Requiem: Entstehung – Überlieferung – Rezeption &ndash Traditionen
11.00

 

Formenlehre: Kontrapunktische Formen
12.00

 

  Einführung in die Tonstudiotechnik Einführung in die Musikinformatik Musikinformatik
13.00

 

14.00

 

14 s.t.-15.30 Gehörbildung II und III Geschichte der Fuge und ihrer Theorie Oberseminar Programmie-
rung von Multimedia-Software
Texte zur Rhythmus-
lehre des 13. und 14. Jahrhunderts
Musikstadt Venedig
15.00 15.30-16.15 Harmonielehre II
16.00

 

16.45-17.30 Kontrapunkt II Die Oper Lulu von Alban Berg 16 s.t.-16.45
Generalbass II
Die "Nationalen Schulen" des 19. Jahrhunderts - ein europäisches Phänomen.  
16.45-17.30
Partiturspiel II
17.00

 

17.30-18.15 bzw. 18.15-20.00 Instrumentation 17.30-18.15
Generalbass II
18.15-19.00
Partiturspiel II
18.00    
19.00  

 

Vorlesungen

Musikgeschichte im Überblick 1: Antike bis Mittelalter, A. Beer
2-std., Di 10-12

Die Vorlesung soll die wesentlichen musikalischen Strukturen und Formen, die Grundlage des musikalischen Denkens und die Einbettung der Musik in die jeweilige Gesellschaft vom Zeitpunkt der ältesten überlieferten Quellen bis hin zu den ersten Musik-Zentren Mitteleuropas – freilich aus Gründen der knapp bemessenen Zeit nur in groben Zügen – aufzeigen. Hierbei ist geplant, auch die, zum Teil bis heute fortdauernde, Musikanschauung anderer Kulturkreise zumindest anzusprechen.

Die "Nationalen Schulen" des 19. Jahrhunderts - ein europäisches Phänomen., D. Philippi
2-std., Do 16-18

Das Aufspüren nationaler Identität in der Musik folgte im 19. Jahrhundert den politischen und gesellschaftlichen Veränderungen vieler Länder Europas. Doch nicht nur kleinere und in ihrer Selbständigkeit bedrohte Nationen entwickelten eine identitätsstärkende Kulturpflege, auch in den mächtigen Ländern gewann die Betonung nationaler Elemente an Bedeutung. Ausgehend von ideellen Entwicklungen in Literatur und Philosophie wurde die Kunstmusik, die sich einer eindeutigen Zuordnung, wie sie etwas Sprache a priori hat, entzieht, zu einem viel beachteten Medium. In den verschiedenen Gattungen boten sich unterschiedliche Möglichkeiten, um nationales Kolorit zu erzeugen: So begegnen in Opern und anderen Vokalformen Sujets, die wichtige historische Ereignisse präsentieren oder das als nationalspezifisch gedeutete Leben des Volkes spiegeln. In der Instrumentalmusik werden Rhythmen und melodische Wendungen der Volksmusik zitiert und typische Klangeigenschaften des Volksmusik-Instrumentariums imitiert. In der Vorlesung sollen zunächst die angedeuteten europaweiten Strömungen aufgezeigt werden. Hiervon ausgehend stehen dann die Musikentwicklungen ausgewählter Länder Mittel- und Osteuropas sowie der nordischen Länder im Blick, die zu den so genannten Nationalen Schulen führten.

Mozarts Requiem: Entstehung – Überlieferung – Rezeption – Traditionen, R. Wiesend
2-std., Fr 10-12

In der Werbesprache würde es etwa so lauten: "Wo Requiem drauf steht, muß nicht immer Requiem drin sein." Kaum eine andere Gattung erweitert ihr Spektrum in ähnlichem Maße wie das Requiem: Von der genau umrissenen liturgischen Funktion der lateinischen Totenmesse mutiert es vor allem im 19. Jahrhundert zu einer immer freier werdenden Möglichkeit des Gedenkens. Ansätze hierzu lassen sich bereits in Mozarts letzter, unvollendeter Komposition nachweisen.


Proseminar

Quellen- und Handschriftenkunde, A. Beer
2-std., Di 8-10

Die Erfahrung lehrt, dass musikgeschichtlich relevante Quellen zunehmend über den Umweg der so genannten Sekundärliteratur wahrgenommen werden. Die Fähigkeit des Lesens alter Handschriften und der Interpretation verschiedener Dokumente geht immer mehr verloren. Wer sich wirklich einmal intensiv und selbstverantwortlich mit musikgeschichtlichen Fragestellungen auseinandersetzt (was spätestens bei den Abschlussarbeiten geschehen könnte), stößt oftmals auf vorher nicht wahrgenommene Schwierigkeiten. Das Proseminar versucht, Abhilfe zu schaffen: wesentliche Quellen (etwa Musikerbriefe und Zeitschriften) werden vorgestellt und besprochen, und vor allem soll eine Vertrautheit mit alten Handschriften erzielt werden, was (wie die Erfahrung ebenfalls lehrt) in einem Semester recht gut zu bewerkstelligen ist. Voraussetzung für den Erwerb eines Scheines ist die selbständige Übertragung und Kommentierung eines Musikerbriefs auf dem 18. oder 19. Jahrhundert. Im Laufe des Semesters wird eine eintägige Exkursion in das Archiv des Musikhauses André in Offenbach stattfinden.

Geschichte der Fuge und ihrer Theorie, Chr. Hust
2-std., Di 14-16

Das Kompositionsprinzip Fuge gehörte über Generationen zum Kern des musikalischen Handwerkzeugs. In diesem Seminar wol­len wir uns diesem Phänomen auf verschiedenen Wegen nähern: Im Zentrum steht die Fuge als Kompositionstyp, ergänzt von der Fuge als Mittel der musikalischen Erziehung und als Objekt musiktheoretischer Studien. Insbesondere soll es um Beispiele aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts gehen, und es ist beinahe selbst­verständlich, dass Stücke von Johann Sebastian Bach im Zentrum stehen (darunter das "Wohltemperierte Clavier" und die "Kunst der Fuge"), die in der Kompositionsgeschichte künftig als modellhafte Bezugspunkte verstanden wurden. Aber auch Fragen nach Fuge und Kontrapunkt in der Sinfonie um 1800 (z.B. bei Mozart, Fischer, Romberg oder Abbé Volger), Fugen als apotheotische Überhöhung (in Bruckners 5. Sinfonie), als Inbegriff abstrakter Ordnung (in Hindemiths "Ludus tonalis") oder handgreiflicher Unordnung (in der "Battaglia" aus Verdis "Macbeth" oder der "Prügelfuge" aus Wagners "Meistersingern"), als Ausdruck gediegenen Handwerks, Fugen im Oratorium des 19. Jahrhunderts, Fugen als Symbol für musikalische Vergangenheit usw. könnten am Beispiel von Stücken aus dem 19. und 20. Jahrhundert zur Sprache kommen. Theoretische Texte, vor allem die "Abhandlung von der Fuge" des Bach-Schülers Friedrich Wilhelm Marpurg, und Dokumente zur Ausbildung von Komponisten und zur Lehrpraxis ergänzen die musikalischen Quellen. Für einen Schein müssen Sie wie üblich ein Referat halten und eine Hausarbeit schreiben. Wer sich vorab informieren möchte, sei auf den Artikel "Fuge" in der neuen MGG verwiesen (von Emil Platen, Bd. 3, Sp. 930-957). Eine nützliche Einführung ist auch Peter Schleuning, "Johann Sebastian Bachs 'Kunst der Fuge'. Ideologien - Entstehung - Analyse", München/Kassel etc. 1993.

"Lulu, Teufelsschönheit, Schlange, süßes Tier, Engelskind, Eva, Mignon, Schätzchen, Mörderin..."
Die Oper Lulu von Alban Berg, A. do Paço
2-std., Di 16-18

Das Weiblichkeitsbild der Femme fatale besaß in der Kunst des Fin die siécle Hochkonjunktur. In ihm manifestieren sich männliche Identitätskrisen der Moderne ebenso wie die Ängste vor weiblichen Emanzipationsbestrebungen und die Bedrohung durch eine Zerstörung bürgerlicher Werte. Mit Frank Wedekinds Lulu betrat eine Kunstfigur die Bühne, die sich mit ihrer unzivilisierten Weiblichkeit gegen eben die Bilder durchsetzt, die sie gleichzeitig reprä­sentiert. Seine beiden Lulu-Tragödien Erdgeist und Die Büchse der Pandora waren Vorlage für Alban Bergs Oper Lulu, die im Zentrum des Seminars stehen soll. Basierend auf der Analyse der Partitur und des Textbuches sollen nicht nur die we­sentlichen Merkmale von Bergs Komponieren herausgearbeitet, sondern auch sein Frauenbild und männliche Rollenmuster unter­sucht und in den Kontext der Wiener Moderne gestellt werden.

Luigi Nonos Kompositionen der 1970er und 80er Jahre, P. Niedermüller
2-std., Mi 10-12

Nach seiner 'szenischen Aktion' Al gran sole carico d'amore von 1975 hat sich ein offensichtlicher Wandel in Luigi Nonos (1924-1990) Werk vollzogen. Waren die Stücke bis hierhin in aller Regel Träger einer offensichtlichen politischen Botschaft gewesen, dominierten von nun an im mehrfachen Sinne 'leise' Töne das Werk. Als Folge kam von den intellektuellen Linken der Vorwurf, der einstige Aktivist habe sich ins Private zurückgezogen, umgekehrt sind es aber gera­de Nonos späte Werke (namentlich das Streichquartett Fragmente – Stille, an Diotima von 1980), die ihm eine breitere Popularität verschafften. Unter diesem doppelten Blickwinkel, den Absichten des Komponisten auf der einen Seite, der Wirkung auf der anderen Seite, sollen ausgewählte Komponisten (eine genaue Liste hängt bis Semesterbeginn aus) im Seminar untersucht werden. Ein Proseminarschein aus dem Bereich der historischen Musikwissenschaft kann erworben werden. Zur Einführung sei folgender Nachruf auf Luigi Nono empfohlen: Jürg Stenzl, "Luigi Nono – nach dem 8. Mai 1990", in: Die Musik Luigi Nonos, hrsg. von Otto Kolleritsch (= Studien zur Weltforschung 24), Wien und Graz 1991, S. 11-34.

Einführung in die Musikinformatik, A. Gräf
2-std., Mi 12-14, in den Räumen der Musikinformatik

Die Musikinformatik beschäftigt sich mit Anwendung des Computers in Musik und Musikwissenschaft. Das Themenspektrum reicht von der digitalen Signalverarbeitung über die Klangverarbeitung und -synthese mit dem Computer bis hin zur algorithmischen Komposition und musikalischen Analyse. Ziel des Proseminars ist eine Einführung in die wichtigsten Gebiete der Musikinformatik an Hand einschlägiger Texte und Materialien aus dem Internet.

Musikstadt Venedig (mit Exkursion), R. Wiesend
2-std., Fr 14-16, Sitzungen finden zwischen dem 30. April und dem 28. Mai 2004 statt.
Zusätzliche Termine: Samstag, 5. Juni 2004 von 9 bis 17.30h und Sonntag, 6. Juni 2004 von 9 bis 12.45h

Der Reichtum der Seefahrerrepublik Venedig garantierte über Jahrhunderte ein blühendes Musikleben, das oft genug die wichtigsten Impulse für die Entwicklung in Italien gab und das andererseits als Drehscheibe für die Vermittlung jenseits der Alpen fungierte. Gegenstand des Seminars werden die wichtigsten Persönlichkeiten mit ihren Werken sowie die einschlägigen Institutionen und Gebäude sein.


Hauptseminare

Französische Instrumentalmusik von Saint-Saens bis Debussy, A. Beer
2-std., Mo 8-10,

Camille Saint-Saens, Vincent d'Indy, Gabriel Fauré, Emanuel Chabrier, César Franck, Edouard Lalo, Paul Dukas, Guillaume Lekeu - französische und belgische Komponisten vor und um Debussy und Ravel, von denen man in Deutschland bisweilen nur (bestenfalls) ein Stück kennt. Dabei ist die dortige Instrumentalmusik der Jahrhundertwende überaus breit gefächert und oft überraschend anders als erwartet. Einige Kompositionen und ihre Hintergründe wollen wir in diesem Seminar exemplarisch kennen lernen. Ansatzpunkte gibt es in Hülle und Fülle: etwa den "thème cyclique", den "Wagnérisme" in Paris, die Frage, was eigentlich "französische Harmonik" ausmacht und wie so etwas tradiert wird, Violinkomponisten um Henri Vieuxtemps oder Eugène Ysaye, die Frage nach "impressionnisme" und dem Schlagwort von der "clarté" auch mit Blick auf die theoretischen Texte sowohl von Komponisten als auch von Malern, Claude Debussys Kompositionen und ihre musikalische Faktur bis zu "La mer" und "Jeux", französische Spanien-Rezeption, die Begeisterung für "Keltisches", Orgelsinfonik und so weiter. Für einen in aller Regel historischen Hauptseminarschein müssen Sie wie üblich ein Referat halten und eine Hausarbeit schreiben. Zur Einführung sollten Sie in der ersten Sitzung die relevanten Abschnitte aus dem "Frankreich"-Artikel der neuen MGG bereits gelesen haben. Rudimentäre Französischkenntnisse sind wahrscheinlich nicht von Nachteil.

Hauptseminar zur wissenschaftlichen Berufspraxis: Konzeption – Redaktion – Herstellung eines Kongreßberichts (Hasse-Tagung Hamburg 1999), R. Wiesend
2-std., Do 8-10

Anhand eines konkreten Falles sollen Kriterien wie Konzeption, inhaltliche Anlage und Niveau eines Tagungsberichts nicht nur theoretisch erarbeitet und diskutiert werden; mit engem Praxisbezug sollen auch Methoden des Redigierens von Beiträgen eingeübt werden. Es kann ein systematischer Hauptseminarschein erworben werden.


Oberseminar

Besprechung von Examensarbeiten, A. Beer, J. Blume (FB 25), U. Kramer, Chr.-H. Mahling, L. Striegel
, R. Wiesend 2-std., Mi 14-16, Beginn: siehe Aushang

Einzelne Themen und Termine bitte dem Aushang im Institut entnehmen.

Graduiertenkolleg:
Raum und Ritual, J. Gertz, St. Weyer-Menkhoff, H. Wißmann, W. Zwickel u.a.
2-std., Zeit und Ort nach Vereinbarung

Die Interdependenz von Raum und Ritual wird von Byzantinistik, Christlicher Archäologie, Geographie, Klassischer Archäologie, Kunstgeschichte, Musikwissenschaft, Theaterwissenschaft zum Zentrum gemeinsamer Studien gemacht. Voraussetzungen: Anmeldung.

Graduiertenkolleg:
Hymnologie interdisziplinär, H. Kurzke, u. a.
2-std., Zeit und Ort nach Vereinbarung


Übungen

Gehörbildung II und III, St. Münch
2-std., Mo 14 s.t.-15.30, Beginn: 26.04.2004

Durchführung: 26.04. - 07.06.: GB II (Abschlussklausur am 7.6.)
14.06. - 26.07.: GB III (Abschlussklausur am 26.7.)

Die jeweils halbsemestrige Anordnung der Kurs-Inhalte ermöglicht den Abschluss beider Gehörbildungs-Übungen innerhalb eines Semesters.
Voraussetzungen: Die Teilnahme setzt zwingend den erfolgreich abgeschlossenen Besuch der Übung "Gehörbildung I" voraus; Ausnahmen nur nach persönlicher Absprache mit dem Dozenten.
Inhalt: II: Fortsetzung der Übungen aus GB I in den Bereichen Rhythmus, Intervalle simultan/sukzessiv im nicht-tonalen Kontext, Akkordhören (Funktionenhören, Akkordaufbaus, Akkordverbindungen), tonales (Stufen-)Hören mit chromatischen Zwischenstufen.
III: Erkennen und Beschreiben großformaler Abläufe; Erfassen harmonischer, metrischer und motivischer Formprinzipien und deren Wechselwirkung in der Themen-Bildung ("Satz", "Periode" usw.); Verfolgen satzübergreifender harmonischer und thematischer Verläufe; Erkennen häufig wiederkehrender Harmoniemodelle und Sequenzen; Zweistimmigkeit; Besonderheiten in Moll; Klangschärfungen (verminderter Dominantseptakkord, Non-Akkorde, etc.); chromatisch-enharmonische Stimmverläufe in fortgeschrittener Tonalität und Modulationen.

Literaturhinweise: Wolfgang Breuer, Gehörbildung. Arbeitsheft mit Hörkassetten [in der Institutsbibliothek vorhanden]
Clemens Kühn, Gehörbildung im Selbststudium, Kassel/ München 1983 u. ö.
Roland Mackamul, Lehrbuch der Gehörbildung, Band 1: Elementare Gehörbildung, Kassel 1969
Ulrich Kaiser, Gehörbildung. Satzlehre – Improvisation – Höranalyse, 2 Bde., Kassel 1998

Harmonielehre II, St. Münch
1-std., Mo 15.30-16.15, Beginn: 26.04.2004

Voraussetzungen/ Abschluss: Die Teilnahme setzt zwingend den erfolgreich abgeschlossenen Besuch der Übung "Harmonielehre I" voraus; Ausnahmen nur nach persönlicher Absprache mit dem Dozenten. Erwerb des qualifizierten Scheines durch regelmäßige Hausaufgaben und bestandene Abschlussklausur in der letzten Semesterwoche.
Inhalt: Erweiterung der Kadenz : Non-, Undezim-, Tredezim-Akkord, verminderter Septakkord, "Neapolitaner", Gegendreiklänge und Medianten; Zwischendominanten, Ausweichungen; diatonische/funktionale Modulation; harmonische Analysen an ausgewählten Beispielen.

Literaturhinweise: Thomas Krämer, Harmonielehre im Selbststudium, Wiesbaden 1991
Thomas Krämer, Lehrbuch der harmonischen Analyse, Wiesbaden 1997
Walter Salmen und Norbert J. Schneider (Hrsg.), Der musikalische Satz. Ein Handbuch zum Lehren und Lernen, Innsbruck 1987, S. 19-39 u. 143-185.
Dieter de la Motte, Harmonielehre, München u. Kassel 1976 u. ö.

Kontrapunkt II, St. Münch
1-std., Mo 16.45-17.30, Beginn: 26.04.2004

Voraussetzungen/ Abschluss: Die Teilnahme (nur für Hauptfachstudenten) setzt zwingend den erfolgreich abgeschlossenen Besuch der Übung "Kontrapunkt I" voraus; Ausnahmen nur nach persönlicher Absprache mit dem Dozenten. Erwerb des qualifizierten Scheines durch regelmäßige Hausaufgaben und bestandene Abschlussklausur in der letzten Semesterwoche.
Inhalt: Die in Kontrapunkt I (Zweistimmigkeit) erworbenen Fähigkeiten im strengen Satz (sog. "Palestrinastil") werden auf dreistimmige Sätze ausgeweitet und vertieft.

Literaturhinweise: Dietrich Manicke, Der polyphone Satz, Bd. 2: Drei- und Mehrstimmigkeit , Köln 1979
Thomas Daniel, Kontrapunkt. Eine Satzlehre zur Vokalpolyphonie des 16. Jahrhunderts, Köln 1997
Dieter de la Motte, Kontrapunkt, Kassel/ München 1981 u. ö.
Walter Salmen und Norbert J. Schneider (Hrsg.), Der Musikalische Satz. Ein Handbuch zum Lehren und Lernen, Innsbruck 1987, S. 41 ff.
Knud Jeppesen, Kontrapunkt, Wiesbaden 1963 u. ö.

Instrumentation, St. Münch
1-std., Mo 17.30-18.15 bzw. 18.15-20, Beginn: 26.04.2004

Durchführung:Die Lehrveranstaltung versucht die Verbindung von theoretischer Unterweisung (Instrumentenkunde, Orchestersatz und Instrumentationslehre), praktischer Umsetzung (eigene Übungen im orchestralen bzw. kammermusikalischen Satz) und "Klingend-Machung" der Arbeitsergebnisse in einem öffentlichen Konzert am Semesterende durch ein eigens hierfür zusammengestelltes Ensemble aus Studierenden unseres Instituts. Der Schwerpunkt der Arbeit liegt dabei eindeutig an der Einstudierung und Aufführung des erarbeiteten Konzertprogramms. Die "Kernzeit" 17.30 bis 18.15h ist den Teilnehmern vorbehalten, für die es auch um den Erwerb des qualifizierten Scheines geht, der anschließende Zeitraum bis 20h versteht sich als Zeit für Ensemble-Proben und ist ein offenes Angebot für alle Studierenden des Instituts. Näheres zu Terminen, Programmgestaltung des Konzertes usw. siehe gesonderte Ankündigung im kommentierten Vorlesungsverzeichnis auf S.8.
"Scheinrelevante" Inhalte/ Abschluss: Praktische Übungen zum orchestralen und kammermusikalischen Satz, zu Orchestertypen und deren Besetzungen, sowie zur Instrumentationslehre im 18.-20. Jahrhundert. - Für Hauptfachstudenten. Erwerb des qualifizierten Scheines durch Erstellen einer Instrumentation für das o. g. Aufführungsprojekt, instrumentale Mitwirkung bei der Einstudierung und Aufführung.

Literaturhinweise: Erpf, Hermann: Lehrbuch der Instrumentation und Instrumentationskunde, Mainz 1959 u. ö.
Pape, Winfried: Instrumentenhandbuch Streich-, Zupf-, Blas- und Schlaginstrumente in Tabellenform, Köln 1971 u. ö.

Einführung in die Tonstudiotechnik, T. Untucht
2-std., Di 12-14

In der Übung werden für die Tonstudiotechnik relevante Themen grundlegend vermittelt. Die Studierenden sollen sich Kenntnisse über Akustik, Pegelrechnung, Mikrophonie, analoge und digitale Aufnahmeverfahren, Mischpultkonzepte und Signalfluss, Regelverstärker und Effektgeräte aneignen. In der anschließenden vorlesungsfreien Zeit sollen die theoretisch erworbenen Kenntnisse praktisch umgesetzt werden. Dazu ist eine im Rahmen der gegebenen technischen Möglichkeiten kleine Produktion vorgesehen, die von den Studierenden geplant und durchgeführt werden soll. Der Termin für die Produktion erfolgt nach Absprache. Wer einen qualifizierten Schein erwerben möchte, muss regelmäßig an der Veranstaltung teilnehmen und sich einer Klausur unterziehen.

Literaturhinweise: DICKREITER, MICHAEL: Handbuch der Tonstudiotechnik, 2 Bde., 6. verb. Aufl., München 1997.

Generalbass II, B. Zosel
1-std.
Kurs A: Mi 16 s.t.-16.45, Beginn: 29.10.2003
Kurs B: Mi 17.30-18.15, Beginn: 29.10.2003

In dieser Übung sollen die Grundkenntnisse aus dem ersten Kurs vertieft und ein freieres, über das bloße Harmonisieren hinausgehende Spiel geübt werden (rhythmisch gestalten, figurisieren, 'austerzen', unterschiedliche Stimmenzahl wählen usw.). Darüber hinaus werden verschiedene Aspekte des Generalbasses zur Sprache kommen: die historische Entwicklung, Unterschiede zwischen einzelnen Ländern, Besonderheiten bei der Ausführung bestimmter musikalischer Formen (z.B. Rezitativ). Die wichtigsten Generalbassinstrumente Orgel, Cembalo und Laute sollen instrumentenbautechnisch kennen gelernt, ihre klanglichen Unterschiede bewusst gemacht und ihre Verwendbarkeit für den Generalbass diskutiert werden.
Empfohlene Literatur: Kolneder, Walter: Schule des Generalbassspiels, 2 Bände, Wilhelmshaven 1986
Keller, Hermann: Schule des Generalbass-Spiels, Kassel 1931

Partiturspiel II, B. Zosel
1-std.
Kurs A: Mi 16.45-17.30, Beginn: 29.10.2003
Kurs B: Mi 18.15-19.00, Beginn: 29.10.2003

Zunächst wird das Lesen vierstimmiger Musik in der Schreibweise für Streichquartett geübt, da der vier- (später fünf)stimmige Streichersatz Grundlage weiter Teile klassisch-romantischer Orchestermusik ist. Mit Partituren frühklassischer Sinfonien (Streichersatz plus Bläserstimmen) verschärft sich erstens das Problem des Überschauens mehrerer Systeme, zweitens wird, da meist nicht alles gespielt werden kann, eine Entscheidung über Wesentliches und Unwesentliches erzwungen. Der so geförderte Einblick in die musikalische Struktur der jeweils vorgelegten Werke ist das eigentliche Ziel des Kurses. Kenntnisse alter Schlüssel, transponierender Instrumente sowie das Wissen um die elementaren Lese- und Übtechniken werden vorausgesetzt.

Formenlehre: Vokale Großformen, St. Münch
1-std., Do 10 s.t.-10.45, Beginn: 20.04.2004

Voraussetzungen/ Abschluss: Vorherige Teilnahme an der Formenlehre "Elementare und Lied-Formen" (jeweils im Wintersemester) wäre wünschenswert, aber nicht zwingend. Abschluss mit Klausur in der letzten Semesterwoche.
Inhalt: "Motette" als exemplarische Gattung, "motettischer Stil" als zentrales formbildendes Verfahren der Vokalmusik vor 1600; "Arie" und "Szene" als Formbegriffe der Vokalmusik nach 1600 in Oper und Oratorium (jeweils an ausgewählten Beispielen).
Literaturhinweise: Clemens Kühn, Artikel Form, in: MGG², Sachteil, Bd. 3, Sp. 607-643
Clemens Kühn, Formenlehre, dtv/Bärenreiter: München und Kassel 1987
Clemens Kühn, Kompositionsgeschichte in kommentierten Beispielen, Kassel 1998 (= Bärenreiter Studienbücher Musik, 9)
Herwig Knaus und Gottfried Scholz, Formen in der Musik, 2 Bde., Wien 1988 bzw. 1989

Formenlehre: Kontrapunktische Formen, St. Münch
1-std., Do 11 s.t.-11.45, Beginn: 29.04.2004

Voraussetzungen/ Abschluss: Vorherige Teilnahme an der Formenlehre "Elementare und Lied-Formen" (jeweils im Wintersemester) wäre wünschenswert, aber nicht zwingend. Abschluss mit Klausur in der letzten Semesterwoche.
Inhalt: Kanon, Invention, Fuge, Passacaglia und deren Vorkommen in unterschiedlichen musikalischen Gattungen und Formen. Kontrapunktische Formen und Techniken im 19. Jahrhundert ("romantischer Kontrapunkt" bei Schumann, Wagner u.a.). Formkonstitutive Bedeutung kontrapunktischer Verfahren in der Musik des 20 Jahrhunderts.
Literaturhinweise: siehe Vokale Großformen

Musikinformatik, A. Gräf
2-std., Do 12-14, Ort: MIDI Labor in der Musikinformatik (Pfeifferweg 12)

Die Übung dient der Vertiefung des theoretischen Wissensstoffs des Proseminars "Einführung in die Musikinformatik" mittels praktischer Arbeiten am PC. Dabei werden einige gängige Software-Werkzeuge zur Arbeit mit digitalen Klängen (WAV, MP3) und musikalischen Daten (MIDI) vorgestellt.

Programmierung von Multimedia-Software, A. Gräf
2-std., Do 14-16, Ort: MIDI Labor in der Musikinformatik (Pfeifferweg 12)

Inhalt: Thema der Übung ist die Entwicklung fortgeschrittener Anwendungen für den Musik-Bereich in der funktionalen Programmiersprache Q. Wir beschäftigen uns dazu mit der Programm-gesteuerten Verarbeitung von Multimedia-Daten, die neben MIDI und digitalem Audio auch Graphiken und Videos umfassen. Ein weiteres mögliches Thema ist die Erstellung Web-basierter Anwendungen (CGI-Skripte usw.).
Voraussetzungen: Teilnahme an der Übung "MIDI-Programmierung" bzw. gleichwertige Grundkenntnisse (s. Skript, Musikinformatik & Medientechnik Nr. 46).

Texte zur Rhythmuslehre des 13. und 14. Jahrhunderts, P. Niedermüller
2-std., Do 14-16

Mit der Modalnotation und ihrem Gefolge den ersten Formen der Mensuralnotation wird das erste Mal musikalischer Rhythmus eindeutig schriftlich fixiert. Die Theorie dieser Notation beschränkt sich jedoch keineswegs darauf, eine Anleitung zu geben, wie der Rhythmus zu notieren und zu entziffern sei, sondern ist Bestandteil einer wesentlich umfassenden Wissenskultur. Diesen Verästelungen von musikalischer Praxis und allgemeiner Geistesgeschichte soll in der Übung an Textbeispielen vom Anonymus IV bis zur Ars Nova des Philippe de Vitry nachgegangen werden. Die Übung wendet sich insbesondere an Studierende im Hauptstudium, grundsätzlich ist aber jeder Interessent willkommen. Der Schein "Theoretikerlektüre" kann gegen Referat und eine Hausarbeit in Form von Übersetzung und Kommentar einer lateinischen Textstelle erworben werden.
Literaturhinweis: Andreas Traub, Art. "Notation" § V, sowie Laurenz Lütteken, dass. § VI, in: Die Musik in Geschichte und Gegenwart. Allgemeine Enzyklopädie der Musik, zweite, neubearbeitete Ausgabe, hrsg. von Ludwig Finscher, Sachteil, Bd. 7, Kassel, Stuttgart et al. 1997, Sp. 317-399.

Einführung in die Musikwissenschaft, Th. Hindrichs
2-std., Fr 8-10

Die Teilnahme an dieser Übung ist für Studienanfänger verpflichtend. Den Studierenden sollen zunächst Techniken des wissenschaftlichen Arbeitens - in erster Linie für das Anfertigen von Referaten und Hausarbeiten - vermittelt werden. Dazu gehören vor allem Fragen des Sammelns von Informationen (Recherche), des Aufbereitens von Informationen (Konzeption, Gliederung, Quellenkritik) und des Vermittelns von Informationen (sprachliche und formale Präsentation von Referat und Hausarbeit). Weiterhin soll der Umgang mit Nachschlagewerken, Bibliographien, Handbüchern, thematischen Katalogen, Gesamt- und Denkmalausgaben, deren Kenntnis für ein erfolgreiches Studium unentbehrlich ist, geübt werden. Schließlich soll das gewählte Studienfach Musikwissenschaft hinsichtlich seiner historischen Entwicklung, seiner einzelnen Gegenstandsbereiche und Arbeitsfelder sowie seiner Einordnung in einen übergeordneten Zusammenhang von Geistes- bzw. Kulturwissenschaften betrachtet werden.
Anforderungen für einen qualifizierten Schein: Erledigung regelmäßiger Übungsaufgaben, Klausur.
Literaturhinweise: Nicole Schwindt-Gross, Musikwissenschaftliches Arbeiten. Hilfsmittel - Techniken - Aufgaben (=Bärenreiter Studienbücher Musik 1), Kassel usw.: Bärenreiter [4] 1999.
Alastair Williams, Constructing Musicology, Burlington/VT: Ashgate 2001.
Im Übrigen werden die Übungsaufgaben auch ( ! ) über das ReaderPlus-System der Universitätsbibliothek unter https://www.zdv.uni-mainz.de/readerplus abrufbar sein. Nähere Informationen erhalten Sie in der ersten Sitzung.

Exkursionen (vorläufig!)

Köln, Luigi Nono – Prometeo, P. Niedermüller

Im Zusammenhang mit meinem Proseminar zu Luigi Nono biete ich am 30. April 2004 eine Exkursion nach Köln an. Geplant sind der Besuch einer Ausstellung zu Luigi Nonos Prometeo und am Abend der Besuch einer Aufführung dieses Werkes durch das Ensemble Modern unter Ingo Metzmacher. Eine Vorbesprechung hierzu fand bereits am 5. Februar 2004 statt. Weitere Interessenten könnten sich aber gegebenenfalls auch nach diesem Termin noch anschließen (E-Mail an: niederm@muwiinfa.geschichte.uni-mainz.de).

Offenbach, Archiv des Verlagshauses André, A. Beer

Diese eintägige Exkursion ist in erster Linie den Teilnehmern des Proseminars "Quellen- und Handschriftenkunde" von Prof. Dr. Beer vorbehalten. Der genaue Termin steht noch nicht fest.

Venedig, R. Wiesend

In der Pfingstwoche findet im Rahmen des Proseminars "Musikstadt Venedig" unter Leitung von Prof. Dr. Wiesend eine mehrtägige Exkursion nach Venedig statt.

Exkursion ins Deutsche Rock-n-Pop Museum, T. Hindrichs

Die eintägige Exkursion ins Deutsche Rock-n-Pop Museum nach Gronau am Niederrhein findet am Samstag, den 31. Juli 2004 statt.
Abfahrt des Reisebusses der Firma Kuhnert Reisen ist um 7.30 Uhr hinter dem Taxistand (hinter = in Richtung Neustadt) am Hauptbahnhof.
Als Literatur zur Vorbereitung empfehle ich die beiden Aufsätze:
Griffiths, Dai, The high analysis of low music, in: Music Analysis 18 (1999), S. 389-435.
und McClary, Susan und Robert Walser, Start making sense! Musicology wrestles with rock, in: On record – Rock, pop and the written word, hrsg. v. Simon Frith und Andrew Goodwin, London, New York: Routledge 1990, S. 277-292.