Lehrveranstaltungen im SS 03

Vorlesungen

"Probierstein" und "Gespräch unter vier vernünftigen Menschen": Geschichte des Streichquartetts von den Anfängen bis zur Gegenwart, R. Wiesend
2-std., Mi 10-12

Schon bald nach seinem Aufkommen im mittleren 18. Jahrhundert etablierte sich das Streichquartett als anspruchsvollste Kammermusikgattung. In ihr wurden die meisten kompositorischen Neuerungen erprobt, die dann auf andere Gattungen ausstrahlen konnten. Anhand der wichtigsten Stationen zwischen Joseph Haydn und Luigi Nono bietet die Vorlesung einen Überblick über Erscheinungsweisen und Voraussetzungen der Streichquartettkomposition.

Musikgeschichte im Überblick III: 17. und 18. Jahrhundert , A. Beer
2-std., Di 10-12

Die Vorlesung schließt sich chronologisch an diejenige von Prof. Wiesend des WS 02/03 an. Es geht um die wesentlichen Stationen der mitteleuropäischen Musikgeschichte, um Zusammenhänge, Namen, Gattungen, Institutionen und auch um übergreifende kulturgeschichtliche Bezüge, von denen man wenigstens einmal etwas gehört haben muss.
Daneben soll die Vorlesung zu selbständiger Vertiefung anregen, zumal in den etwa 12 Sitzungen wirklich nur ein Überblick gegeben werden kann.

Der Ring des Nibelungen (siehe auch begleitende Übung), U. Kramer
2-std., Mo 10-12

Es war nicht nur Wagners persönliches Hauptwerk, sondern kommt einer Revolution in der Geschichte des musikalischen Theaters gleich: Wagners Ring-Tetralogie, mit der er die Zeit der "Oper" endgültig hinter sich ließ und (s)eine neue Konzeption des musikalischen Dramas realisierte. Neben den vielfältigen stoffgeschichtlichen Aspekten, der Frage nach den Einflüssen, die Wagner zu einem neuen Welt- und Menschenmythos verarbeitete, soll es dann vor allem um die ästhetische und musikalische Standortbestimmung des Werkes gehen; dabei werden Kategorien wie "unendliche Melodie", Leitmotivtechnik oder die "Kunst des Übergangs" zu erörtern sein.
Doch was wäre der Ring ohne seine Aufführungen? Selbstverständlich wird es auch um Bayreuth und die Festspielidee gehen, doch sollen dann vor allem für die jüngste Zeit auch Interpretationsansätze über Bayreuth hinaus diskutiert werden.


Proseminare

Bayreuth als Musikstadt, R. Wiesend
(mit mehrtägiger Exkursion)
2-std., Mo 12-14

Dass Richard Wagner Bayreuth zu seiner Festspielstadt machte, hat gewisse Voraussetzungen unter anderem in der blühenden Musikpflege im mittleren 18. Jahrhundert, zur Zeit der Markgräfin Wilhelmine. Die Beschäftigung mit der Musikgeschichte der oberfränkischen Kleinstadt eröffnet Einblicke in sozial-, institutions- und rezeptionsgeschichtliche Zusammenhänge, die cum grano salis auch auf andere Städte übertragbar sein dürften. Eine mehrtägige Exkursion während der Vorlesungszeit wird der unmittelbaren Anschauung dienen.

Quellen- und Handschriftenkunde, A. Beer
(mit eintägiger Exkursion nach Offenbach)
2-std., Di 8-10

Die Erfahrung lehrt, dass musikgeschichtlich relevante Quellen zunehmend über den Umweg der sogenannten Sekundärliteratur wahrgenommen werden. Die Fähigkeit des Lesens alter Handschriften und der Interpretation verschiedener Dokumente geht immer mehr verloren. Wer sich wirklich einmal intensiv und selbstverantwortlich mit musikgeschichtlichen Fragestellungen auseinandersetzt (was spätestens bei den Abschlussarbeiten geschehen könnte), stößt oftmals auf vorher nicht wahrgenommene Schwierigkeiten. Das Proseminar versucht, Abhilfe zu schaffen: wesentliche Quellen (etwa Musikerbriefe und Zeitschriften) werden vorgestellt und besprochen, und vor allem soll eine Vertrautheit mit alten Handschriften erzielt werden, was (wie die Erfahrung ebenfalls lehrt) in einem Semester recht gut zu bewerkstelligen ist. Voraussetzung für den Erwerb eines Scheins ist die selbständige Übertragung und Kommentierung eines Musikerbriefs aus dem 18. oder 19. Jahrhundert.
Im Laufe des Semesters wird eine eintägige Exkursion in das Archiv des Musikhauses André in Offenbach stattfinden.

Athanasius Kircher und die Musikanschauung im 17. Jahrhundert, Chr. Hust
(gilt gleichzeitig als Theoretikerlektüre)
2-std., Di 14-16

Athanasius Kirchers "Musurgia universalis" von 1650 zeigt die Dimensionen des Musikbegriffs im 17. Jahrhundert auf. Die Interessen des Polyhistors und Jesuitenpaters waren denkbar weit gestreut - neben Überlegungen zu ägyptischen Hieroglyphen oder der Vulkanologie stehen Gedanken über Affekte in der Musik, kosmologische und metaphysische Spekulationen sowie Baupläne einer automatischen Komponiermaschine und diverser geheimnisvoller Apparaturen zur Schallübertragung. Kirchers "Musurgia universalis" ist ein Kristallisationspunkt der barocken Musikanschauung und einer der vielseitigsten Texte zur Musik und ihrer Theorie.
Studierende im Grundstudium können die Veranstaltung als historisches Proseminar besuchen, Studierende im Hauptstudium können alternativ einen Übungsschein Theoretikerlektüre erwerben.
Einen Überblick (wenngleich nicht mehr auf dem neuesten Stand) gibt Rolf Dammann, Der Musikbegriff im deutschen Barock, Laaber 3/1995.

Musik und Semiotik, P. Niedermüller
2-std., Do 16-18

Die Frage, ob Musik denn nun eine Sprache sei, hat über die Jahrhunderte keine befriedigende Antwort erfahren. Dieses Patt resultiert aus dem einfachen Grunde, dass die Einschätzung, was Sprache eigentlich sei, ebenso einem kulturgeschichtlichen Wandel unterliegt, wie die vom Wesen der Musik. Die jüngere Sprachwissenschaft zielt nun darauf Modelle zu finden, mittels derer möglichst viele heterogene sprachliche Phänomene beschrieben und analysiert werden können. Deren Anwendung auf die Musik stellt zwar eine Spezialdisziplin dar. Als Musikwissenschaftler zumindest deren Grundlagen zu kennen, erscheint aber unumgänglich, um unterschiedliche Phänomene musikalischer Produktion und Rezeption deutlicher differenzieren und besser verstehen zu können.
Im ersten Abschnitt des Seminars sollen einige wichtige Schriften zur allgemeinen und musikalischen Semiotik (Algirdes Julien Greimas, Jan Mukarovsky, Jean Molino, Jean-Jacques Nattiez und Eero Tarasti) gemeinsam erarbeitet werden. Für die Zeit ab Juni stehen als Referatthemen Werkbetrachtungen etwa mittels semiotischer Schriftanalyse (cantus planus und frühe Mehrstimmigkeit), narrativer Analyse (Instrumentalmusik der Wiener Klassik) oder Mythen-Analyse (Richard Wagner) zur Wahl.
Zum Erwerb eines Scheins in systematischer Musikwissenschaft (!) sind die regelmäßige Teilnahme, ein Referat und das Anfertigen einer schriftlichen Hausarbeit erforderlich. Da nur ein geringer Teil der Literatur in Übersetzung vorliegt sind neben den allfälligen Englischkenntnissen insbesondere Grundkenntnisse in französischer Sprache erwünscht. Das Kapitel zur semiotischen Analyse in Richard Middletons Studying Popular Music (Buckingham, Open University Press, 1990) bezieht sich zwar dezidiert nur auf Popmusik, gibt aber einen Einblick in die verschiedenen Felder der musikalischen Semiotik. Die vorbereitende Lektüre wird nachdrücklich empfohlen.

Die italienische Oper zwischen Risorgimento und Fascismo, Th. Hindrichs
2-std., Mi 8-10

Irgendwann nach Verdis Tod und mit Puccini als letztem Fels in der Brandung scheint die italienische Oper in den Jahrzehnten um 1900 diffus im Niemandsland der Musikgeschichte zu verschwinden. Sofern sie dann und wann dennoch vereinzelt wahrgenommen wird, ist sie mit (mehr oder weniger) indifferenten Schlagworten wie verismo, decadentismo oder fin de siècle etikettiert, wohl auch, oder vielleicht gerade weil italienische Oper um 1900 ohne ein Mindestmaß an Vertrautheit mit der zeitgenössischen Literatur kaum zu begreifen ist. In diesem Proseminar sollen anhand ausgewählter Werke die Wechselbeziehungen zwischen italienischer Oper und italienischer Literatur erhellt und vor dem gesellschaftspolitischen Hintergrund zwischen risorgimento und fascismo diskutiert werden. Grundkenntnisse der italienischen Sprache sind ausgesprochen vorteilhaft.
Empfohlene Literatur:
Jürgen Maehder: Die italienische Oper des Fin de siècle, in: Der schöne Abglanz - Stationen der Operngeschichte, hrsg. v. Udo Bermbach und Wulf Konold, Berlin, Hamburg 1992, S. 181-210.

Einführung in die Musikinformatik, A. Gräf
2-std., Do 12-14

Die Musikinformatik beschäftigt sich mit Anwendungen des Computers in Musik und Musikwissenschaft. Das Themenspektrum reicht von der digitalen Signalverarbeitung über die Klangverarbeitung und -synthese mit dem Computer bis hin zur algorithmischen Komposition und musikalischen Analyse. Ziel des Proseminars ist eine Einführung in die wichtigsten Gebiete der Musikinformatik an Hand einschlägiger Texte und Materialien aus dem Internet.

Musik im Wandel der Zeit - Analyse von Formen und Arbeitstechniken anhand ausgewählter Beispiele, T. Untucht
2-std., Di 12-14

Das Proseminar befasst sich mit der systematischen und schlaglicht-artigen Untersuchung von ausgesuchten Werken zentraler Gattungen aus unterschiedlichen Epochen. Im Mittelpunkt der analytischen Werkbetrachtungen wird der Wandel des Zusammenspiels von Form, Inhalt und den verwendeten Arbeitstechniken stehen, wie er sich von der Franko-flämischen Vokalpolyphonie bis hin zur Romantik darstellt. Der groß gewählte zeitliche Rahmen soll den Studierenden die Gelegenheit bieten, sich in diesem Seminar durch analytische Herangehensweise an Musik einen groben musikgeschichtlichen Überblick zu erarbeiten und sich eine grundlegende Repertoirekenntnis anzueignen. Damit wendet sich das Seminar in erster Linie an Studienanfänger, aber auch an diejenigen, die ihre Repertoirekenntnis überprüfen wollen. Besonders eignet es sich als Ergänzung für die Besucher der Formenlehrekurse von Herrn Münch.
Scheinvoraussetzungen: Regelmäßige Teilnahme und aktive Mitarbeit, Hausaufgaben, Hausarbeit oder Klausur.


Hauptseminare

Streichquartette in der Nachbarschaft der sog. Wiener Klassik, R. Wiesend
2-std., Do 8-10

Im allgemeinen Bewusstsein wird die Vorstellung vom Streichquartett des 18. Jahrhunderts mit den Gattungsbeiträgen von J. Haydn und W.A. Mozart gleichgesetzt. Erst die Musikwissenschaft und -praxis der letzten Jahrzehnte konnten durch Verbreiterung der Repertoirekenntnis deutlich machen, wie einseitig und zugleich verständlich ein solcher Blickwinkel ist.

Béla Bartók, A. Beer
2-std., Mo 8-10

Das Hauptseminar befasst sich vor allem mit wesentlichen Aspekten des kompositorischen Schaffens Bartóks. Dies hat allerdings nicht allein auf dem Wege der musikalischen Analyse zu geschehen; gerade im Falle Bartóks ist das Verstehen der jeweiligen Lebenswelten als Rahmen für seine schöpferische Arbeit unumgänglich, und entsprechend werden gerade diese Punkte durch die Auswahl der Referatthemen besonders betont werden.
Voraussetzung für die Teilnahme ist der Abschluss des Grundstudiums; Gäste sind willkommen.

Poetisch-musikalische Korrespondenzen um 1800, D. Philippi gem. mit Ch. Schärf
2-std., Do 18-20

Das Seminar beschäftigt sich mit Konstellationen von Literatur und Musik in den Jahren vor und nach 1800. Zunächst sollen die musikästhetischen und musikrezeptiven Perspektiven der Jenaer Romantik und der Weimarer Klassik dem kompositorischen Phänomen der Wiener Klassik gegenüber gestellt werden. Zu berücksichtigen sind hierbei nicht zuletzt die unterschiedlichen Ausrichtungen des kulturellen Lebens in Jena/Weimar und in Wien, denn sie begründen die Schwerpunkte Literatur auf der einen und Musik auf der anderen Seite in entscheidender Weise mit. Die Zusammenführung beider Kunstrichtungen im Sinne einer wechselseitigen Ergänzung des gerade erreichten ideellen und artifiziellen Niveaus vollzieht sich nach der Jahrhundertwende auf ganz verschiedenen Ebenen. Exemplarisch aufzeigbar ist die Entwicklung anhand der poetischen und musikalischen Produktivität E.T.A. Hoffmanns sowie seines Einflusses auf Komponisten der jüngeren Generation. Während Humanitätsideal und die Verbindung von Wort und Ton in der Vokalmusik vorherrschen, führt die romantische Transzendenz der Musikerfahrung zur Idealisierung der Instrumentalmusik. Die erst im zweiten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts beginnende musikalische Romantik nimmt vor allem mit dem Kunstlied Franz Schuberts ihren Ausgang und erhält im Charakterstück Robert Schumannscher Prägung ein Pendant in der wort-ungebundenen Musik. Diese Umsetzung des literarischen Gedankenguts soll im Rahmen des Seminars veranschaulicht werden.

Clarence Barlows "Musiquantik", A. Gräf
2-std., Mi 12-14, in den Räumen der Musikinformatik

Clarence Barlow ist einer der herausragenden zeitgenössischen Komponisten und ein Pionier der Computer-Musik. Sein Werk zeichnet sich durch eine konsequente Anwendung komplexer mathematischer Modelle und algorithmischer Kompositionstechniken aus. Im Hauptseminar studieren wir die zu Grunde liegenden Konzepte und Methoden an Hand des (noch unveröffentlichten) Textes "Musiquantik" des Komponisten. Es besteht auch Gelegenheit, Clarence Barlow im Rahmen einer Veranstaltung des Interdisziplinären Arbeitskreises Musik- und Kunstinformatik kennen zu lernen und mehr über seine neuesten Arbeiten zu erfahren.


Oberseminar

Besprechung von Examensarbeiten, R. Wiesend, A. Beer, J. Blume, U. Kramer, Chr.-H. Mahling, L. Striegel
2-std., Mi 14-16

Vorstellung von im Entstehen befindlicher Staatsexamens-, Magister- und Doktorarbeiten; Diskussion ausgewählter wissenschaftlicher Fragestellungen; evtl. Gastvorträge.

Graduiertenkolleg:
Hymnologie interdisziplinär, R. Wiesend, A. Beer, H. Kurzke u.a.
Zeit und Ort nach Vereinbarung

Graduiertenkolleg:
Raum und Ritual, A. Beer, St. Weyer-Menkhoff u.a.
Zeit und Ort nach Vereinbarung

Die Interdependenz von Raum und Ritual wird von Byzantinistik, Christlicher Archäologie, Geographie, Klassischer Archäologie, Kunstgeschichte, Musikwissenschaft, Theaterwissenschaft zum Zentrum gemeinsamer Studien gemacht.


Übungen

Einführung in die Musikwissenschaft, P. Niedermüller
2-std., Fr 10-12

Die Übung dient dazu einen allgemeinen Einblick in Gegenstände und Methoden der Musikwissenschaft zu geben, soll konkreter aber auch als Handleitung zur Anfertigung von Referaten und Hausarbeiten in Seminaren fungieren. Dementsprechend ist ihr Besuch für Studierende der Musikwissenschaft und der Schulmusik obligatorisch und die erfolgreiche Teilnahme bildet die Voraussetzung zum Besuch eines Proseminars.
Zum einen werden allgemeine Arbeitstechniken, also das Benutzen von Katalogen, Bibliographien, Nachschlagewerken, das Recherchieren von Quellen und Literatur und Techniken der angemessenen mündlichen und schriftlichen Vermittlung musikwissenschaftlicher Inhalte zur Sprache kommen. Zum anderen soll aber auch ein erster Einblick in die erhebliche Themenfülle der Musikwissenschaft und die unterschiedlichen Stoffe und Quellen, mit denen es der Musikwissenschaftler zu tun hat, gegeben werden. Schließlich sollen zumindest Strategien vorgeschlagen werden, wie leerer Informationsballast, Hörensagen und Vorurteile von interessanten und untersuchungswürdigen Inhalten getrennt werden könnten.
Zum Erwerb eines Scheins sind die regelmäßige Teilnahme, das Anfertigen von Übungsaufgaben, sowie eine erfolgreiche Abschlussklausur erforderlich.
Lektüreempfehlungen:
- Schwindt-Gross, Nicole, Musikwissenschaftliches Arbeiten. Hilfsmittel - Techniken - Aufgaben, 4. völlig neubearbeitete und erweiterte Auflage, Kassel u. a., Bärenreiter, 1999 (= Bärenreiter-Studienbücher Musik, 1).
- Kerman, Joseph. Musicology. London, FontanaPress 1985

Musikinformatik, A. Gräf
2-std., Do 14-16

Die Übung dient der Vertiefung des theoretischen Wissensstoffes des Proseminars "Einführung in die Musikinformatik" mittels praktischer Arbeiten am PC. Dabei werden einige gängige Software-Werkzeuge zur Arbeit mit digitalen Klängen (WAV, MP3) und musikalischen Daten (MIDI) vorgestellt.

Begleitveranstaltung zur Vorlesung "Der Ring des Nibelungen", U. Kramer
2-std., Di 18-20

Diese Übung versteht sich als ergänzende Vertiefung wesentlicher Bereiche, die in der Vorlesung angesprochen werden. Hierzu gehört die eingehendere analytische Untersuchung ausgewählter Szenen ebenso wie die gemeinsame Lektüre relevanter Passagen aus den theoretischen Schriften Wagners oder die (eventuell vergleichende) Betrachtung wichtiger Inszenierungen der neueren Zeit.
Grundsätzlich soll diese Übung offen angelegt sein, so dass auf die Interessenslage der Teilnehmer eingegangen werden kann.

Konzertdramaturgie, U. Kramer
2-std., Termine nach Absprache
ACHTUNG: Beginn schon in der vorlesungsfreien Zeit,
Vorbesprechungstermin: Montag, 17.02.2003!

Dass es ein gehöriger Unterschied ist, eine wissenschaftliche Hausarbeit im Rahmen eines Seminars oder einen Gebrauchstext für Laien zu verfassen, hat vielleicht mancher von Ihnen bereits selbst erfahren. Wir wollen uns deshalb mit der Gattung "Programmheft-Texte" näher beschäftigen und versuchen, Antworten darauf zu finden, was solche Texte lesenswert macht, wie viel exakte analytische Informationen sinnvoll sind etc.
Die Teilnehmer sollen im nächsten Schritt selbst eigene Texte schreiben; als Basis dienen uns dafür Konzertprogramme des Rheingau-Musikfestivals (Sommer 03) und der Mainzer Meister-Konzerte (Spielzeit 03/04). Gelungene Texte aus dem Kreis dieser Übung sollen dann als Programmhefttexte veröffentlicht werden.
Da die Konzerte des Rheingau-Musikfestivals organisatorisch einen Vorlauf brauchen, müssten wir - bei entsprechendem Interesse aus Ihrem Kreis - zumindest einen Teil der Übung bereits in der vorlesungsfreien Zeit zwischen Winter- und Sommersemester ansetzen.

Generalbass II, B. Zosel
1-std.
Kurs A: Mi 16 s.t.-16.45
Kurs B: Mi 17.30-18.15

Vertiefung der in "Generalbass I" erworbenen Fähigkeiten. In diesem Kurs sollen verschiedene historische Stilistiken des Generalbassspiels, vor allem verschiedene Arten der Verzierung, erarbeitet werden.
Voraussetzung ist die erfolgreiche Teilnahme am Kurs "Generalbass I".

Partiturspiel II, B. Zosel
1-std.
Kurs A: Mi 16.45-17.30
Kurs B: 18.15-19.00

In diesem Kurs soll das Spiel von transponierenden Instrumenten erlernt werden. Im weiteren Verlauf werden diese Fähigkeiten auf Partituren des Barock (J.S. Bach) bis in die Wiener Klassik (Haydn, Mozart) angewandt werden.

Gehörbildung III St. Münch
1-std., Mo 16.45-17.30

Fortführung und Anwendung der in den vorangegangenen Kurses erworbenen Fähigkeiten in den Bereichen: Höranalyse großformaler Abläufe, Erfassen harmonischer, metrischer und motivischer Formprinzipien und deren Wechselwirkung in der Themen-Bildung ("Satz", "Periode" usw.), Verfolgen satzübergreifender harmonischer und thematischer Verläufe (Modulationen), Erkennen häufig wiederkehrender Harmonie-, Satz- und Sequenzmodelle und Hörübungen zur Harmonik (Klangschärfungen, chromatisch-enharmonische Stimmverläufe in fortgeschrittener Tonalität usw.)
Erfolgreicher Besuch der Übungen "Gehörbildung I + II" bzw. adäquate Fähigkeiten sind Voraussetzung zur Teilnahme.
Abschluss der Veranstaltung mit Klausur am Semesterende.

Harmonielehre I und II St. Münch
je 1-std., Blockveranstaltungen Mo 14.00-15.30
Kurs I: 28.04. bis 02.06.2003
Kurs II: 16.06. bis 28.07.2003

Harmonielehre I: Praxis und Theorie des vierstimmigen Satzes (Harmonisierung von Melodien im Kernbereich der Haupt- und wichtigsten Nebenfunktionen)
Harmonielehre II: Erweiterung der Kadenz: Non-, Undezim-, Tredezim-Akkorde, verminderter Septakkord, "Neapolitaner", Gegenklänge und Medianten; Zwischendominanten, Ausweichungen; diatonische/ funktionale Modulation; harmonische Analysen an ausgewählten Beispielen.
Durchführung: Die Veranstaltung kann wahlweise vollständig (I+II) oder teilweise (I oder II) besucht werden.
Abschluss: Die Teilnahme setzt zwingend die in der Studienordnung geforderten Grundkenntnisse in Harmonielehre, Lesen und Schreiben in gängigen Schlüsseln, sicheres Wissen und Erkennen der Intervalle, Spielen eines akkordfähigen Instruments voraus.

Zum Erwerb des qualifizierten Scheines in Harmonielehre I/II sind über das laufende Semester verteilte Hausaufgaben sowie Teilklausuren am 2.6.2003 (Harmonielehre I) und am 28.7.2003 (Harmonielehre II) zu leisten.
Literatur:
- Thomas Krämer, Harmonielehre im Selbststudium, Wiesbaden 1991 (gutes Arbeitsbuch mit Aufgaben- und Lösungsteil)
- Thomas Krämer, Lehrbuch der harmonischen Analyse, Wiesbaden 1997
- Dieter de la Motte, Harmonielehre (eine historisch angelegte Harmonielehre)
- Walter Salmen und Norbert J. Schneider (Hrsg.), Der musikalische Satz. Ein Handbuch zum Lehren und Lernen. Innsbruck 1987, S. 19-39 und 143-185.

Harmonielehre III St. Münch
1-std., Mo 17.30-18.15

Diatonische, chromatisch-enharmonische u. a. Möglichkeiten der Modulationen, Alterierte Akkorde; Steigerung der Dur-Moll-Harmonik bis zu deren Auflösung; satzübergreifende harmonische Abläufe (formbildende Funktion der Harmonik); Analyse ausgewählter Beispiele.
Erfolgreicher Besuch der Übungen "Harmonielehre I + II" bzw. adäquate Fähigkeiten sind Voraussetzung zur Teilnahme.
Literatur:
- Thomas Krämer, Lehrbuch der harmonischen Analyse, Wiesbaden 1997
- Dieter de la Motte, Harmonielehre, Kassel/München 1976 u.ö.
- Walter Salmen & Norbert J. Schneider (Hrsg.), Der musikalische Satz. Ein Handbuch zum Lehren und Lernen, Innsbruck 1987, S. 143-185
- Clemens Kühn, Kompositionsgeschichte in kommentierten Beispielen, Kassel 1998 (=Bärenreiter Studienbücher Musik 9)

Kontrapunkt II St. Münch
1-std., Mo 15.30-16.15

Die in Kontrapunkt I (Zweistimmigkeit) erworbenen Fertigkeiten im strengen Satz (sog. "Palestrinastil") werden auf dreistimmige Sätze ausgeweitet und vertieft. Teilnahme nur für Hauptfachstudenten und nach erfolgreichem Besuch der Übung "Kontrapunkt I".
Abschluss der Veranstaltung mit Klausur am Semesterende.
Literatur:
- Dietrich Manicke, Der polyphone Satz Bd. 2, Köln 1979
- Thomas Daniel, Kontrapunkt. Eine Satzlehre zur Vokalpolyphonie des 16.
Jahrhunderts
, Köln 1997
- Dieter de la Motte, Kontrapunkt, Kassel/München 1981 u.ö.
- Walter Salmen und Norbert J. Schneider (Hrsg.), Der musikalische Satz. Ein
Handbuch zum Lehren und Lernen
, Innsbruck 1987, S. 41 ff.

Formenlehre: Vokale Großformen, St. Münch
1-std., Do 10 s.t.-10.45

"Motette" als exemplarische Gattung, "motettischer Stil" als zentrales formbildendes Verfahren der Vokalmusik vor 1600; "Arie" und "Szene" als Formbegriffe der Vokalmusik nach 1600 in Oper und Oratorium (jeweils an ausgewählten Beispielen". Klausur am Semesterende.
Literatur wird in den Veranstaltungen jeweils im einzelnen genannt; zur vorbereitenden und begleitenden Lektüre im Allgemeinen empfehlenswert sind:
Literatur:
- Clemens Kühn, Formenlehre, dtv/Bärenreiter: München/Kassel 1987
- Clemens Kühn, Kompositionsgeschichte in kommentierten Beispielen, Kassel 1998 (= Bärenreiter Studienbücher Musik 9)
- Herwig Knaus und Gottfried Scholz, Formen in der Musik, 2 Bde, Wien 1988/89

Formenlehre: Kontrapunktische Formen, St. Münch
1-std., Do 11 s.t.-11.45

Kanon, Invention, Fuge, Passacaglia und deren Vorkommen in unterschiedlichen musikalischen Gattungen. Kontrapunktische Formen und Techniken im 19. Jahrhundert ("romantischer Kontrapunkt" bei Schumann, Wagner u.a.). Formkonstruktive Bedeutung kontrapunktischer Verfahren in der Musik des 20. Jahrhunderts.
Abschluss der Veranstaltung mit Klausur am Semesterende
Literatur: wie "Formenlehre: vokale Großformen" (s.o.)

Exkursionen

Offenbach, Archiv des Verlagshauses André, A. Beer
Termin steht noch nicht fest

Diese Exkursion ist in erster Linie den Teilnehmern des Proseminars "Quellen- und Handschriftenkunde" vorbehalten.

Köln, Kunsthochschule für Medien, A. Gräf
Mehrtägig
Termin steht noch nicht fest. Bitte Aushänge am Schwarzen Brett beachten.

Kassel, Besuch der Murhardtschen Sammlung, eintägig, Th. Hindrichs / P. Niedermüller
Dienstag, den 27.05.2003

Verbindliche Vorbesprechung ist am Dienstag, den 13.05.2003 von 16-18 Uhr im Hörsaal.

Bayreuth als Musikstadt (siehe Proseminare), R. Wiesend, U. Kramer
03.-05.06.2003