Lehrveranstaltungen im SS 02

Vorlesungen

Eine neue Pluralität: Musiktheater der 1910-er Jahre, R. Wiesend
2-std., Mi 11-13

Diese Veranstaltung entfällt!

Musikgeschichte im Überblick I: Antike bis Mittelalter, A. Beer
2-std., Di 11-13

Die Vorlesung soll die wesentlichsten musikalischen Strukturen und Formen, die Grundlagen des musikalischen Denkens und die Einbettung der Musik in die jeweilige Gesellschaft vom Zeitpunkt der ältesten überlieferten Quellen bis hin zu den ersten Musik-Zentren Mitteleuropas aufzeigen - aus Gründen der knapp bemessenen Zeit nur in groben Zügen. Hierbei ist geplant, auch die, zum Teil bis heute fortdauernde, Musikanschauung anderer Kulturkreise zumindest anzusprechen.

Typen und Stationen des Musiktheaters im 20. Jahrhundert, U. Kramer
2-std., Mo 11-13

Auch wenn Pierre Boulez 1967 die Opernhäuser in die Luft gesprengt wissen wollte, haben sich auch in der Zeit danach nicht nur die Gattung Oper, sondern ebenso die übrigen experimentellen und avantgardistischen Erscheinungsformen des Musiktheaters als erstaunlich lebensfähig erwiesen. Bereits im frühen 20. Jahrhundert bot das Musiktheater ein pluralistisches Erscheinungsbild, das vom illusionistischen Gesamtkunstwerk bis zum epischen Theater reichte. An dieser Vielfalt hat sich bis zur Wende des 21. Jahrhunderts nichts geändert. Gegenstand der Vorlesung werden also diese unterschiedlichen Strömungen und Tendenzen sein, die an einzelnen Werken aufgezeigt werden sollen.

Multimediale Präsentation, H. Kupper
2-std., Do 13-15

Multimedia-Präsentationen sind gang und gäbe im wirtschaftlichen Leben; sie begegnen uns überall dort, wo etwas verkauft werden soll, seien es konkrete Produkte oder abstrakte Ideen. CD-ROMs mit multimedialen Inhalten sind auch aus dem wissenschaftlichen Leben nicht mehr weg zu denken. Nicht immer aber sind die multimedialen Mittel dem zu vermittelnden Inhalt angemessen konzipiert und realisiert. Umgekehrt werden viele Veröffentlichungen, Lehr- und Lernvermittlungen, in denen doch auch etwas verkauft werden soll, immer noch ohne diese Möglichkeiten angegangen.
Wir wollen an Hand von Beispielen aus der Referatspraxis in unseren Seminaren zeigen, wie Multimedia eingesetzt werden kann, so dass die Qualität der Referate zumindest in der Form verbessert werden kann.
Achtung: Diese Vorlesung ist vorläufig die letzte, die sich mit dieser Thematik befasst.


Proseminare

Quellen- und Handschriftenkunde, A. Beer
2-std., Di 9-11

Die Erfahrung lehrt, dass musikgeschichtlich relevante Quellen zunehmend über den Umweg der so genannten Sekundärliteratur wahrgenommen werden. Die Fähigkeit des Lesens alter Handschriften und der Interpretation verschiedenartiger Dokumente geht immer mehr verloren. Wer sich wirklich einmal intensiv und selbstverantwortlich mit musikgeschichtlichen Fragestellungen auseinandersetzt (was spätestens bei den Abschlussarbeiten geschehen könnte), stößt oftmals auf vorher nicht wahrgenommene Schwierigkeiten. Das Proseminar versucht Abhilfe zu schaffen: Wesentliche Quellen (etwa Musikerbriefe und Zeitschriften) werden vorgestellt und besprochen, und vor allem soll eine Vertrautheit mit alten Handschriften erzielt werden, was (wie die Erfahrung ebenfalls lehrt) in einem Semester recht gut zu bewerkstelligen ist. Voraussetzung für den Erwerb eines Scheins ist die selbständige Übertragung und Kommentierung eines Musikerbriefs aus dem 18. oder 19. Jahrhundert.
Im Laufe des Semesters wird eine eintägige Exkursion in das Archiv des Musikhauses André in Offenbach stattfinden.

Arnold Schönberg, U. Kramer
2-std., Di 15-17

Er ist zweifellos die einflussreichste Musikerpersönlichkeit im Hinblick auf die kompositionsgeschichtliche Entwicklung des gesamten 20. Jahrhunderts gewesen. Grund genug, ihn und sein Schaffen - als Lehrer, als Komponist - ins Zentrum eines Seminars zu stellen und uns mit exemplarisch ausgewählten Werken bzw. Werkausschnitten und Texten einmal näher zu befassen.

Johannes Keplers Harmonices mundi libri V und Paul Hindemiths Oper Die Harmonie der Welt, Chr. Hust
2-std., Di 13-15

Die Vorstellung einer Harmonie der Sphären gehörte seit der Antike lange zu den gängigen Metaphern der Geistesgeschichte. Nach einem Überblick über die Ursprünge dieses Topos und des Harmonie-Begriffs wird das Seminar sich auf zwei Rezeptionszeugnisse konzentrieren: einerseits Johannes Keplers exakte Neufassung der zuvor allgemein gehaltenen Überlegungen zur kosmischen Harmonie aus dem Jahre 1619, die er auch für die Musiktheorie nutzbar zu machen versuchte, andererseits Paul Hindemiths Kepler-Oper von 1957, ebenfalls im Zusammenhang seiner Gedanken zur Theorie der Musik. Zusätzlich wird es um die Tradierung von Keplers Text, aber auch um einige heute weithin unbekannte Neufassungen des Sphärenharmonie-Konzeptes im frühen 20. Jahrhundert gehen. Ein gewisses Interesse an musiktheoretischen Fragestellungen sollten mögliche Teilnehmerinnen und Teilnehmer daher aufbringen können.

Als für die Musikwissenschaft nach wie vor grundlegende Einführungen in Keplers Gedanken empfehlen sich:

Franz Schuberts Sinfonien, P. Niedermüller
2-std., Do 17-19

Die 'Unkenntnis' des Publikums (und auch einiger Musikwissenschaftler) gegenüber einigen Sinfonien und sinfonischen Versuchen Franz Schuberts, resultiert wohl aus der Nobilitierung der "großen" C-Dur-Sinfonie und der Unvollendeten, in deren Schatten die "frühen" Sinfonien stehen. So wird verdrängt, dass Schubert immerhin mindestens 13 Mal eine Sinfonie in Angriff nahm (von denen er allerdings nur sieben vollständig ausführte), sich die Auseinandersetzung mit dieser Gattung über fast seine ganze Schaffensperiode erstreckt. Das Seminar zielt darauf, Schuberts gesamtes sinfonisches Komponieren wissenschaftlich zu würdigen, ohne von vornherein die beiden vermeintlich 'gereiften' Werke zu Ziel und Mittelpunkt zu erklären. Neben analytischen Untersuchungen sollen vor allem die folgenden Aspekte diskutiert werden: Welchen Status haben die Sinfonie-Entwürfe? Welche Vorbilder und Modelle können für Schuberts Sinfonie gefunden werden? Wie war es um die Rezeption von Schuberts Sinfonien bestellt?
Zur Einführung sei empfohlen: Wolfram Steinbeck, "'Über das ganze eine Romantik ausgegossen'. Die Sinfonien", in: Schuberthandbuch, hrsg. von Walther Dürr und Andreas Krause, Kassel -S -Weimar 1997

Musik in Deutschland 1933-1945, A. Mungen
2-std., Mi 13-15

Zunehmend rückt auch in der Musikwissenschaft die Zeit des Nationalsozialismus in das historische Bewusstsein. Während die Weimarer Republik kulturell als innovativ und liberal zu gelten hat, veränderte sich auch die Musikszene im Jahr 1933 abrupt. Das Arbeitsverbot für jüdische Komponisten, Interpreten und Musikwissenschaftler bedeutete einen tiefen Einschnitt für die Musikszene in Deutschland.
Bis in unsere Tage bleibt dieser Bruch spürbar. In der Politik der Nationalsozialisten lassen sich über die Zurückweisung von jüdischen Künstlern hinaus Bestrebungen beobachten, mit denen Kriterien für eine eigene Kultur zu etablieren waren und eine nationalsozialistische Musik in diesem Sinne zu schaffen war. In der historischen Analyse wird sich zeigen, dass zwar der Antisemitismus und seine Folgen mit der ihm eigenen faktischen Konsequenz nachvollzogen werden kann, dass aber zugleich Kriterien einer explizit nationalsozialistischen Musik (zumindest auf dem heutigen Stand der Forschung) kaum rekonstruierbar sind.
Es soll dennoch erreicht werden, einen ersten Einblick zu geben, wie das Musikleben 1933-1945 in Deutschland aussah. Das Seminar wird an systematisch und biographisch ausgerichteten Einzelthemen beiden Phänomenen auf die Spur gehen, etwa "Entartete" Musik - Emigration - Filmmusik - Musik im Rundfunk - neue Spielpläne (Oper, Konzert) - Musik in den Konzentrationslagern - der jüdische Kulturbund - Lebensläufe (z.B. Richard Strauss, Josef Schmidt u.a.).
Abschließend soll in einer Diskussion der Frage nachgegangen werden, was die Ereignisse der Zeit 1933-1945 für das Musikleben der Nachkriegsjahre in der Bundesrepublik bedeutet haben.

Elektronische Klangsynthese, A. Gräf
2-std., Mi 15-17 (in den Räumen der Musikinformatik)

Zu diesem Seminar liegen leider keine Erläuterungen vor.

Akustik für Musikwissenschaftler, T. Untucht

Obwohl das Schallereignis Musik täglicher Bestandteil unseres Daseins als Musikwissenschaftler ist, stellen wir uns nur selten die Frage, mit welchen akustischen Phänomenen wir es - physikalisch betrachtet - eigentlich zu tun haben. Um dem Abhilfe zu schaffen, sollen in diesem systematischen Proseminar Grundlagen der Lehre vom Schall vermittelt werden. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.
Nach Klärung von Begriffen wie Schalldruck, Frequenz oder Wellenlänge wird es um Fragen der Schallerzeugung, -übertragung und -wahrnehmung gehen. Im Anschluss daran sollen Anwendungsbereiche der Akustik vorgestellt werden. Mögliche Themen sind Raumakustik, Bau und Funktionsweisen von Mikrofonen, Schallaufzeichnung, Synthetische Klangerzeugung sowie Akustik von Instrumenten.
Voraussetzungen für Scheinerwerb: Regelmäßige Seminarteilnahme, Referat, Hausarbeit, Klausur.

Einführende Literatur:


Hauptseminare

Der "Saggio sopra l'opera" (1755/1763) von Francesco Algarotti als Traktat der sogenannten Opernreform, R. Wiesend
2-std., Do 9-11

Algarottis geistreicher Traktat ist das wichtigste Dokument von Bestrebungen einer Opernreform um die Mitte des 18. Jahrhunderts. Sein Einfluss erstreckt sich nachweisbar z.B. auch auf Gluck. Für die kritische Lektüre, die vor dem Panorama der zeitgenössischen Opernproduktion erfolgt, sollten ausreichende Italienischkenntnisse vorhanden sein, es wird aber auch eine deutsche Übersetzung herangezogen.

Musik und Natur, A. Beer
2-std., Mo 9-11

Abgesehen von den bekannten programmatischen Werken wie etwa Beethovens Pastorale sollen in Form von Referaten und sich anschließenden Diskussionen auch weniger geläufige Kompositionen zur Sprache kommen, wobei sich der Bogen spannt von den Personenschilderungen der französischen Clavecinisten über die Alpenbegeisterung der Zeit um 1800 (Cherubinis Elise, Weigls Schweizerfamilie, Steibelts Voyage sur le Mont Bernard) bis hin zu Messiaens "Vogelmusik" (dies evtl. mit ornithologischer Fachberatung!).
Wichtig wird in jedem Fall die Berücksichtigung des geistesgeschichtlichen Hintergrunds sein. Die Referatsthemen werden rechtzeitig aushängen.

Faune, Nymphen und Feen als Inspirationsquelle für Kompositionen des 19. und frühen 20. Jahrhunderts, D. Philippi
2-std., Mi 9-11

Die ursprünglich heidnische Mythenwelt guter und böser Geisterwesen wurde besonders in Kompositionen des 19. und frühen 20. Jahrhunderts vielfach thematisiert. Dabei begegnen die aus Volksdichtung und Literatur stammenden Sujets ebenso als programmatische Vorlagen für Instrumentalwerke wie auch als Texte und Libretti für Lieder, Opern und Ballette.
Ausgehend von einer stoffgeschichtlichen Betrachtungsweise soll zusammengetragen werden, welche Sagen und Motive vorkommen, ob einige bevorzugt werden und, ob Korrelationen zwischen gewählter Gattung und Thematik festzustellen sind. Ein weiteres Ziel besteht darin, die kompositorische Umsetzung der jeweils vermittelten Atmosphäre analytisch zu erfassen. Als beispielhafte Kompositionen seien an dieser Stelle lediglich folgende genannt: Felix Mendelssohns Ein Sommernachtstraum, Claude Debussys Prélude à l'après-midi d'un faune, Carl Loewes Der Nöck op.123, Franz Schuberts Der Fischer D 225, Albert Lortzings Undine, Antonín Dvoráks Rusalka und Ballette wie Giselle von Adolphe Adam, Jean Coralli und Jules Perrot und Schwanensee von Peter Tschaikowsky, Marius Petipa und Lew Iwanow.

Grundfragen der Musiksoziologie, H. Kupper
2-std., Do 15-17

Die Musiksoziologie versucht, Zusammenhänge zwischen gesellschaftlichen und musikalischen Erscheinungen zu ermitteln und zu erklären. Diese soziale Bedingtheit der Musik zieht eine Reihe von Untersuchungsfeldern nach sich, wie z.B. die soziale Rolle des Musikers, die Rolle von Mittlern und deren Institutionen, die Rolle des Publikums, die sozialen Funktionen der Musik in unterschiedlichen sozialen Gruppen.
Rechtzeitig vor Beginn des Semesters werden die Referatsthemen und Termine veröffentlicht, so dass sich die TeilnehmerInnen entsprechend entscheiden und vorbereiten können.


Oberseminar

Doktorandenkolloquium. Besprechung von Magister- und Promotionsarbeiten, R. Wiesend, A. Beer, J. Blume, U. Kramer, Chr.-H. Mahling, L. Striegel
2-std., Mi 15-17

Hier werden Arbeiten und Forschungsergebnisse vorgestellt und diskutiert, die zum Abschluss als Magister oder Promotion führen sollen. Außerdem wird über die Forschungsergebnisse abgeschlossener Arbeiten berichtet.


Übungen

Einführung in die Musikwissenschaft, Th. Hindrichs
2-std., Fr 9-11

Die Übung wendet sich besonders an Studienanfänger und wird sich u.a. mit folgenden Themen beschäftigen:

  • Überblick zum Fach Musikwissenschaft:
  • Entwicklung, Gegenstandsbereiche, Arbeitsfelder und -methoden
  • Kennenlernen wichtiger Hilfsmittel: darunter Nachschlagewerke, Bibliografien, Handbücher, thematische Kataloge, Gesamt- und Denkmalausgaben.
  • Umgang mit Bibliothekskatalogen
  • Technik des wissenschaftlichen Arbeitens: Recherche, Zitieren, Anlage einer schriftlichen musikwissenschaftlichen Hausarbeit.

Anforderungen für einen qualifizierten Schein: Klausur, Erledigung regelmäßiger Übungsaufgaben.

Literatur:

  • Herbert Bruhn, Helmut Rösing (Hrsg.), Musikwissenschaft. Ein Grundkurs, Hamburg 1998.
  • Konrad Küster, Studium: Musikwissenschaft, (= UTB für Wissenschaft; Uni-Taschenbücher 1905), München 1996.
  • Heinz Lanzke, Wo finde ich Informationen über Musik, Noten, Tonträger, Musikliteratur. 2 Bde., Berlin 1990-1996.
  • Kurt Oehl und Kristina Pfarr, Musikliteratur im Überblick. Eine Anleitung zum Nachschlagen, Darmstadt 1988.
  • Nicole Schwindt-Gross, Musikwissenschaftliches Arbeiten (= Bärenreiter Studienbücher Musik 1), Kassel usw. 1999.

Mainzer Spielplan. Werkeinführungen zu aktuellen Aufführungen, R. Wiesend
2-std., Mo, 17-19

Diese Veranstaltung entfällt!

Musikalische Grafik (zugleich Notationskunde II), P. Niedermüller
2-std., Fr 11-13

Die  "punktuelle"Musik der 50-er Jahre zielte neben anderem darauf, das akustische Ergebnis in erheblichem Maß zu fixieren (dass der Unsicherheitsfaktor "Intepret" in der elektronischen Musik dann gänzlich eliminiert wurde, nimmt nicht wunder). Die grafischen Kompositionen dieser Zeit scheinen umgekehrt die Freiheit des Interpreten nicht nur zu rehabilitieren, sondern zum Mittelpunkt des Musizierens zu machen. Allerdings kann graphische Notation nicht einfach als völliger Gegenentwurf zur "punktuellen" Musik gedeutet werden, gerade die oft akribische Fixierung der zeitlichen Dimension stellt ein Verbindungsglied dar. In der Übung sollen die verschiedenen Facetten der graphischen Notation, ihre Verbindungslinien zur punktuellen Musik, Literatur und bildender Kunst aufgewiesen werden.
Zur Einführung: Erhard Karkoschka, Das Schriftbild der neuen Musik, Celle 1966 (= Edition Moeck 4010), S. 79 ff

Linux für Musikwissenschaftlerinnen und Musikwissenschaftler, A. Gräf
2-std., Do 13-15 (in den Räumen der Musikinformatik)

Zu dieser Übung liegen leider keine Erläuterungen vor.

Generalbass II, B. Zosel
1-std.
Kurs A: Mi 17 s.t.-17.45
Kurs B: Mi 18.30-19.15

Vertiefung der in Generalbass I erworbenen Fähigkeiten. In diesem Kurs sollen verschiedene historische Stilistiken des Generalbassspiels, vor allem verschiedene Arten der Verzierung, erarbeitet werden.
Voraussetzung ist die erfolgreiche Teilnahme am Kurs 'Generalbass I'!

Partiturspiel II, B. Zosel
1-std.
Kurs A: Mi 17.45-18.30
Kurs B: 19.15-20.00

In diesem Kurs soll das Spiel von transponierten Instrumenten erlernt werden. Im weiteren Verlauf werden diese Fähigkeiten auf Partituren des Barock (J. S. Bach) bis in die Wiener Klassik (Haydn, Mozart) angewendet werden.
Voraussetzung ist die erfolgreiche Teilnahme am Kurs 'Partiturspiel I'!

Gehörbildung I, St. Münch
1-std., Mo 13 st.-13.45

Training des erkennenden Hörens wahrnehmungsrelevanter Ordnungszusammenhänge in den Bereichen: Metrum / Takt / Rhythmus; Intervalle (simultan und sukzessiv; nicht-tonales Klangumfeld); Akkorde (Akkordaufbau; Akkordverbindungen nach dem Verständnis der Funktionstheorie); Tonalität in der Einstimmigkeit (Stufen-Hören).
Die Teilnahme setzt zwingend die in der Studienordnung geforderten Grundkenntnisse in Harmonielehre, das sichere Lesen und Schreiben in den gängigen Schlüsseln, das Erkennen der Intervalle sowie das Spielen eines akkordfähigen Instrumentes voraus. Abschluss der Veranstaltung mit Klausur am Semesterende.

Literatur und Arbeitsmaterialien:

  • Clemens Kühn, Gehörbildung im Selbststudium, Kassel/München 1983
  • Wolfgang Breuer, Gehörbildung (Arbeitsheft mit Übungs-Cassetten; Institutsbibl.)
  • Roland Mackamul, Lehrbuch der Gehörbildung, Band 1: Elementare Gehörbildung, Kassel 1969
  • Ulrich Kaiser, Gehörbildung. Satzlehre – Improvisation – Höranalyse, 2 Bde. (jeweils mit CD), Kassel 1998 (= Bärenreiter Studienbücher Musik, 10/11)

Harmonielehre I, St. Münch
1-std., Mo 13.45-14.30

Übungen zur Praxis des vierstimmigen (Vokal-)Satzes: Harmonisierung einfacher Lied- und Choral-Melodien im Kernbereich der Haupt- und wichtigsten Nebenfunktionen unter Einbeziehung von Umkehrungs-formen, charakteristischen Dissonanzen und Nebennoten.
Die Teilnahme setzt zwingend die in der Studienordnung geforderten Grundkenntnisse in Harmonielehre, das sichere Lesen und Schreiben in den gängigen Schlüsseln, das Erkennen der Intervalle sowie das Spielen eines akkordfähigen Instrumentes voraus. Zum Erwerb des qualifizierten Scheines sind während des Semesters mehrere kleinere Hausarbeiten und eine größere schriftliche Aufgabe am Semesterende zu bewältigen.

Literatur:

  • Thomas Krämer, Harmonielehre im Selbststudium, Wiesbaden 1991
  • Walter Salmen und Norbert J. Schneider (Hrsg.), Der musikalische Satz. Ein Handbuch zum Lehren und Lernen, Innsbruck 1987, S. 19-39 u. 143-185

Kontrapunkt II, St. Münch
1-std., Mo 14.30-15.15

Die in Kontrapunkt I (Zweistimmigkeit) erworbenen Fertigkeiten im strengen Satz (sog. "Palestrinastil") werden auf dreistimmige Sätze ausgeweitet und vertieft. Teilnahme nur für Hautfachstudenten und nach erfolgreichem Besuch der Übung "Kontrapunkt I".
Abschluss der Veranstaltung mit Klausur am Semesterende.

Literatur:

  • Dietrich Manicke, Der polyphone Satz, Bd. 2, Köln 1979
  • Thomas Daniel, Kontrapunkt. Eine Satzlehre zur Vokalpolyphonie des 16. Jahrhunderts, Köln 1997
  • Dieter de la Motte, Kontrapunkt, Kassel/München 1981 u.ö.
  • Walter Salmen und Norbert J. Schneider (Hrsg.), Der musikalische Satz. Ein Handbuch zum Lehren und Lernen, Innsbruck 1987, S. 41ff.
  • Knud Jeppesen, Kontrapunkt, Wiesbaden 1963 u.ö.

Gehörbildung III, St. Münch
1-std., Mo 15.45-16.30

Fortführung und Anwendung der in den vorangegangenen Kursen erworbenen Fähigkeiten in den Bereichen: Höranalyse großformaler Abläufe, Erfassen harmonischer, metrischer und motivischer Formprinzipien und deren Wechselwirkung in der Themen-Bildung ("Satz", "Periode" usw.), Verfolgen satzübergreifender harmonischer und thematischer Verläufe (Modulationen), Erkennen häufig wiederkehrender Harmonie-, Satz- und Sequenzmodelle und Hörübungen zur Harmonik (Klangschärfungen, chromatisch-enharmonische Stimmverläufe in fortgeschrittener Tonalität usw.)
Erfolgreicher Besuch der Übungen "Gehörbildung I + II" bzw. adäquate Fähigkeiten sind Voraussetzung zur Teilnahme.
Abschluss der Veranstaltung mit Klausur am Semesterende.

Harmonielehre III, St. Münch
1-std., Mo 16.30-17.15

Diatonische, chromatisch-enharmonische u.a. Möglichkeiten der Modulationen; Alterierte Akkorde; Steigerung der Dur-Moll-Harmonik bis zu deren Auflösung; satzübergreifende harmonische Abläufe (formbildende Funktion der Harmonik); Analyse ausgewählter Beispiele.
Erfolgreicher Besuch der Übungen "Harmonielehre I + II" bzw. adäquate Fähigkeiten sind Voraussetzung zur Teilnahme.
Abschluss der Veranstaltung mit Klausur am Semesterende.

Literatur:

  • Thomas Krämer, Lehrbuch der harmonischen Analyse, Wiesbaden 1997
  • Diether de la Motte, Harmonielehre, Kassel/München 1976 u.ö.
  • Walter Salmen und Norbert J. Schneider (Hrsg.), Der musikalische Satz. Ein Handbuch zum Lehren und Lernen, Innsbruck 1987, S. 143-185
  • Clemens Kühn, Kompositionsgeschichte in kommentierten Beispielen, Kassel 1998 (= Bärenreiter Studienbücher Musik, 9)

Formenlehre: Vokale Großformen, St. Münch
1-std., Do 11 s.t.-11.45

"Motette" als exemplarische Gattung, "motettischer Stil" als zentrales formbildendes Verfahren der Vokalmusik vor 1600; "Arie"und "Szene" als Formbegriffe der Vokalmusik nach 1600 in Oper und Oratorium (jeweils an ausgewählten Beispielen). Klausur am Semesterende.
Literatur wird in den Veranstaltungen jeweils im Einzelnen genannt; zur vorbereitenden und begleitenden Lektüre im Allgemeinen empfehlenswert sind:

  • Clemens Kühn, Kompositionsgeschichte in kommentierten Beispielen, Kassel 1998
  • Clemens Kühn, Formenlehre der Musik, Kassel 1987
  • Herwig Knaus / Gottfried Scholz, Formen in der Musik, 2 Bde., Wien 1988 bzw. 1989

Formenlehre: Kontrapunktische Formen, St. Münch
1-std., Do 12 s.t.-12.45

Kanon, Invention, Fuge, Passacaglia und deren Vorkommen in unterschiedlichen musikalischen Gattungen. Kontrapunktische Formen und Techniken im 19. Jahrhundert ("romantischer Kontrapunkt"bei Schumann, Wagner u.a.). Formkonstitutive Bedeutung kontrapunktischer Verfahren in der Musik des 20. Jahrhunderts.
Abschluss der Veranstaltung mit Klausur am Semesterende.

Literatur: wie "Formenlehre: Vokale Grossformen"(s.o.)

Praxisfelder der Musikwissenschaft: Konzertdramaturgie, U. Kramer
2-std., Di 19-21

Dass es ein gehöriger Unterschied ist, eine wissenschaftliche Hausarbeit im Rahmen eines Seminars oder einen Gebrauchstext für Laien zu verfassen, hat vielleicht mancher bereits selbst erfahren. Wir wollen uns deshalb mit der Gattung "Programmheft-Texte" näher beschäftigen und versuchen, Antworten darauf zu finden, was solche Texte lesenswert macht, wie viele exakte analytische Informationen sinnvoll sind etc.
Die Teilnehmer sollen im nächsten Schritt selbst eigene Texte schreiben. Als Basis dienen dafür Konzertprogramme des Rheingau-Musikfestivals (Sommer 02) und der Mainzer Meister-Konzerte (Spielzeit 02/03).
Gelungene Texte aus dem Kreis dieser Übung sollen dann im Rahmen der genannten Konzertveranstaltungen als Programmhefttexte veröffentlicht werden. Da die Konzerte des Rheingau-Musikfestivals organisatorisch einen Vorlauf brauchen, für den die normalen Termine des Sommersemesters zeitlich nicht mehr ausreichen, müsste - bei entsprechendem Interesse aus Ihrem Kreis - zumindest einen Teil der Übung bereits in der vorlesungsfreien Zeit zwischen Winter- und Sommersemester angesetzt werden.
Ich bitte deshalb alle Interessierten zu der genannten Vorbesprechung am 20.02. zu kommen, damit wir dies genau abklären können.