Lehrveranstaltungen im SS 01

Vorlesungen

Musikgeschichte im Überblick III: 1700 - 1830, A. Beer
2-std., Di 11-13

Die Vorlesung wird einen Überblick über die wesentlichsten musikgeschichtlichen Entwicklungen geben sowie die wichtigsten Namen, Zentren, Gattungen und Institutionen benennen. Vor allem aber soll sie eine Orientierungshilfe bei der Bewältigung und Einordnung der so überaus zahlreichen Daten und Fakten bieten, die die historische Forschung bisher erarbeitet hat. Insofern versteht sich die Vorlesung auch als Einführung in die methodischen Ansätze der Musikgeschichtsschreibung. Der präzise Anfang des Betrachtungszeitraums stand bei Redaktionsschluss noch nicht fest, da die Veranstaltung sich inhaltlich direkt an die Vorlesung des Wintersemesters anschließt, die aufgrund der Fülle des Stoffs möglicherweise schon mit der Betrachtung der Zeit um die Mitte des 17. Jahrhunderts enden wird.
Als begleitende Veranstaltung wird eventuell ein Tutorium angeboten; Ort und Zeit werden rechtzeitig bekannt gegeben. 

Chopins Stil und seine Wandlungen, M. Golab
n.V.


Proseminare

Quellen- und Handschriftenkunde, A. Beer
2-std., Di 9-11

Die Erfahrung lehrt, dass musikgeschichtlich relevante Quellen zunehmend über den Umweg der sogenannten Sekundärliteratur wahrgenommen werden. Die Fähigkeit des Lesens alter Handschriften und der Interpretation verschiedenartiger Dokumente geht immer mehr verloren. Wer sich wirklich einmal intensiv und selbstverantwortlich mit musikgeschichtlichen Fragestellungen auseinandersetzt (was spätestens bei den Abschlussarbeiten geschehen könnte), sieht sich oftmals vorher nicht wahrgenommenen Schwierigkeiten gegenüber. Das Proseminar versucht, Abhilfe zu schaffen: Wesentliche Quellen (etwa Musikerbriefe und Zeitschriften) werden vorgestellt und besprochen, und vor allem soll eine Vertrautheit mit alten Handschriften erzielt werden, was (wie die Erfahrung ebenfalls lehrt) in einem Semester recht gut zu bewerkstelligen ist. Voraussetzung für den Erwerb eines Scheins ist die selbständige Übertragung und Kommentierung eines Musikerbriefs aus dem 18. oder 19. Jahrhundert.
Im Laufe des Semesters wird eine eintägige Exkursion in das Archiv des Musikhauses André in Offenbach stattfinden. 

Praxisfelder der Musikwissenschaft: Konzertdramaturgie, U. Kramer
2-std., Di 14-16

Zwischen den Gesetzmäßigkeiten und Anforderungen einer wissenschaftlichen Hausarbeit und dem, was einen lesenswerten Programmheftbeitrag ausmacht, liegen oftmals beträchtliche Unterschiede. Deshalb soll in diesem Seminar ganz bewusst die "andere" Schreibart für den Konzertsaal im Mittelpunkt stehen: wer sind die Adressaten solcher Texte, wie viel Fachwissen kann man voraussetzen etc.
Die Seminarteilnehmer werden selbst Texte verfassen (als Grundlage dient das Programm der Mainzer Konzertdirektion für die Saison 2001/02), die wir dann im Seminar gemeinsam diskutieren wollen, so dass durchaus für jeden einzelnen die Möglichkeit besteht, seine Textproben im Rahmen der genannten Konzertreihe auch zu veröffentlichen und so erste Schritte in ein mögliches späteres Berufsfeld zu tun. 

Zur Geschichte der Musik für Tasteninstrumente vom 14. bis ins 17. Jahrhundert, Chr. Hust
2-std., Mi 9-11

In diesem einführenden Proseminar soll ein Überblick über die frühe Geschichte der Musik für Tasteninstrumente (Orgel und besaitete Instrumente) gegeben werden. Zu diesem Zweck werden ausgewählte Beispiele betrachtet, beginnend mit Quellen des 14. Jahrhunderts über Sammlungen wie u. a. das Buxheimer Orgelbuch, Conrad Paumanns Fundamentum organisandi, Stücke aus dem deutschsprachigen Raum des 15. bis 17. Jahrhunderts (z. B. von Arnolt Schlick, Jacob Paix oder Christian Erbach), aus den französischen (z. B. Pierre Attaignant) und italienischen Traditionen (z. B. Claudio Merulo, Giovanni Maria Trabaci, Ascanio Mayone), aber auch mit Blicken nach Spanien (Antonio de Cabezón) und England (Mulliner Book und Fitzwilliam Virginal Book) sowie einem Ausblick in die Musik für Tasteninstrumente des beginnenden 17. Jahrhunderts (mit Girolamo Frescobaldi und Jan Pieterszoon Sweelinck).
Neben der Musik und ihrer satztechnischen Faktur sowie Fragen nach ihren Voraussetzungen etwa bezüglich des Instrumentariums, ihrem einstigen Stellenwert und Rahmenbedingungen ihrer Distribution und Rezeption sollen dabei mit den diversen Systemen der Tabulaturschrift auch notationstechnische Probleme zur Sprache kommen. Insofern ist in dieser Veranstaltung außer einem Proseminarschein alternativ auch ein Schein Notationskunde II zu erwerben.
Als einführende Literatur sei genannt: Willi Apel, The History of Keyboard Music to 1700, Bloomington, Indianapolis: Indiana University Press 1972; ders., Die Notation der polyphonen Musik 900 - 1600, Leipzig: VEB Breitkopf & Härtel 1962; Heinrich Besseler und Peter Gülke, Schriftbild der mehrstimmigen Musik (= Musikgeschichte in Bildern III, 5), Leipzig: VEB Deutscher Verlag für Musik 1973; Michael Kugler, Die Musik für Tasteninstrumente im 15. und 16. Jahrhundert (= Taschenbücher zur Musikwissenschaft 41), Wilhelmshaven: Heinrichshofen 1975. 

Bernd Alois Zimmermann: Die Soldaten, P. Niedermüller
2-std., Mi 11-13

Bezeichnenderweise wurde eines der radikalsten und engagiertesten Werke des modernen Musiktheaters, Bernd Alois Zimmermanns heute unbestritten anerkannte Oper Die Soldaten (komponiert 1960-1965), von einigen Zeitgenossen aus durchaus unterschiedlichen Motiven kritisiert: Konservativere Geister wie der Mainzer Verleger Ludwig Strecker unterstellten, die Vorlage, Jakob Maria Reinhold Lenz' "Komödie" über eine von der Soldateska zunächst verführte, dann fallengelassene, schließlich vergewaltigte und in die Gosse getriebene Bürgerstochter, sei zeitgebunden, tauge nicht, wie von Zimmermann beabsichtigt, zu einer universellen Metapher für das Unrecht unter der Sonne. Der Schriftsteller Hans G. Helms unterstellte dagegen umgekehrt, der Inhalt stünde zunächst gar nicht zur Diskussion, das unkritische Anknüpfen an die Gattung Oper zeuge per se von einem politisch fragwürdigen "Behaviorismus". Und auch die "offizielle" musikalische Avantgarde lieferte implizite Spitzen, Zimmermanns - wohlgemerkt tatsächlich nur scheinbar - ungebrochenes Verhältnis zur Tradition zeige, trotz der seriellen Organisation der Partitur, einen Reaktionär am Werk. So sollen im Seminar zwar die immanenten Strukturen des Werkes thematisiert werden: Zimmermanns Zugang zu Lenz' Text, seine Auseinandersetzung mit der seriellen Kompositionsweise, seine eigene zeitphilosophische und musiktheoretische Rechtfertigung der "pluralistischen" Konzeption der Oper, sein Umgehen mit der Vergangenheit in deutlichen Zitaten aber auch in Modellen (u. a. Alban Bergs Wozzeck). Daneben soll aber auch der musikalische ‚Zeitgeist' der 60er Jahre erhellt werden.
Eine exzellente Einführung zu Zimmermanns Oper gibt Dörte Schmidt, Lenz im zeitgenössischen Musiktheater. Literaturoper als kompositorisches Projekt [...], Stuttgart/Weimar 1993, S. 31-99. Daneben sind alle Interessenten angehalten, sich mit dem Textbuch (erschienen bei Schott) zu versehen. Der Klavierauszug (ebenfalls Schott) ist leider etwas kostspielig, die Anschaffung ist aber ebenfalls zu empfehlen. 

Charles Burney und die englische Musikgeschichtsschreibung im 18. Jahrhundert, A. Mungen
2-std., Do 17-19

Auf dem Hintergrund des englischen Musiklebens der vierziger und fünfziger Jahre des 18. Jahrhunderts, als Charles Burney (1726 - 1814) seine musikalische Ausbildung in London bei Thomas Arne erhielt, sollen die Hauptwerke des reisenden Musikhistoriographen, Komponisten und Organisten Burney betrachtet werden. sowohl seine Musikgeschichte (A General History of Music, London 1776 ff) als auch die veröffentlichten Tagebuchaufzeichnungen seiner beiden Reisen nach Kontinentaleuropa (nach Frankreich und Italien sowie in die Niederlande, nach Deutschland und Österreich) stehen hierbei im Mittelgrund. Burney, als universal gebildeter Repräsentant seiner Zeit, gilt neben John Hawkins, Johann Nikolaus Forkel und Martin Gerber als einer der "ersten" Musikhistoriker modernen Zuschnitts. Das Leben Burneys deckt zugleich selbst einen langen Zeitraum mit großer musikgeschichtlicher Bedeutung ab. So rückt eigenes Erleben von "Geschichte" sowie die Reflexion auf diese in den Mittelpunkt der Arbeiten des Engländers: Inwieweit hier Begriffe wie Historismus oder "Wiederentdeckung" der Alten Musik zu Beginn des 19. Jahrhunderts im Kontext englischer Musiktradition sinnvoll sind, wird am Beispiel insbesondere der englischen Händelrezeption des 18. Jahrhunderts zu überlegen sein.
(In diesem Seminar kann auch der Schein Theoretikerlektüre erworben werden)

Grundlagen der digitalen Klangverarbeitung, A. Gräf
2-std., Mi 13-15

Ziel des Proseminars ist die Erarbeitung der theoretischen Grundlagen der digitalen Klangverarbeitung mit heutigen Computer-Systemen. Dabei werden anhand ausgewählter Texte und einschlägiger Publikationen aus dem Internet die Themen digitale Signalverarbeitung, Klang-Erzeugung, -Bearbeitung und -Analyse, sowie Verarbeitung digitaler Klanginformationen nach dem MIDI- ("Musical Instruments Digital Interface"-) Standard behandelt.
Voraussetzungen: Elementare Mathematik-Kenntnisse. Weitere notwendige mathematische/computerwissenschaftliche Grundlagen werden im Seminar erarbeitet.

Einführung in die Musikpsychologie, H. Kupper
2-std., Do 15-17

Das Proseminar greift einen Teilbereich der Systematischen Musikwissenschaft auf, die Musikpsychologie.
Folgenden Referatsthemen werden angeboten:

Die Termine werden rechtzeitig vor Beginn des Semesters bekannt gegeben. 

Einstiegsliteratur:

Standardwerke

Methoden

Motivation

Musik im Hintergrund

Musiktherapie

Einführung in die indische Musik, G. Schwörer-Kohl
Blockseminar, Beginn: Freitag 27. April, 14 Uhr

Leider keine genauen Inhalte bekannt.


Hauptseminare

Musik im Burgund, A. Beer
2-std., Mo 11-13

Obwohl das Herzogtum Burgund schon im Jahre 1477 mit dem Tod Karls des Kühnen nach etwas mehr als einhundert Jahren zusammenbrach, hat es die Kulturgeschichte Europas nachhaltig beeinflusst. Aus musikhistorischem Blickwinkel ist insbesondere die Tatsache interessant, dass die Blütezeit des kurzlebigen burgundischen Staates mit der Entstehung der sogenannten niederländischen Polyphonie zusammenfällt. Im Mittelpunkt des Seminars wird selbstverständlich das musikalische Schaffen der an den Residenzen tätigen Komponisten stehen (u.a. Gilles Binchois und Antoine Busnois), doch wird auch die Einbindung des musikalischen Geschehens in die historischen und kulturellen Rahmenbedingungen nicht vernachlässigt werden.
Lektürevorschlag: Johan Huizinga, Herbst des Mittelalters 

Die Orchesterwerke von Antonin Dvorák, D. Philippi
2-std., Di 16-18

Bei der Betrachtung von Antonín Dvoráks Oeuvre für Orchester drängt sich die Diskrepanz zwischen der großen Bekanntheit einzelner weniger Werke und der tatsächlichen Zahl vorhandener Kompositionen in den Vordergrund. Diese insbesondere für die deutsche Rezeption typische Reduzierung des Repertoires soll im Rahmen des Seminar kritisch hinterfragt werden, wobei sowohl außermusikalische Kontexte als auch durch Analyse ermittelbare Daten zu berücksichtigen sind. Zudem ist es Ziel des Seminars, einen Einblick in Dvoráks Gesamtschaffen für Orchester zu erarbeiten. Ausgehend von verschiedenen Kriterien, wie etwa jenem der musikalischen Form oder der Frage nach Dvoráks kompositorischer Entwicklung, werden Beispiele aus allen Schaffensphasen des Komponisten behandelt. 

Laufende Projekte der Musikinformatik, A. Gräf, H. Kupper
2-std., Do 13-15

Im Seminar werden aktuelle Forschungsgegenstände aus der Projektarbeit der Musikinformatik (z.B. zu Themen der digitalen Klangerkennung und der computergestützten musikalischen Analyse) behandelt. Dabei werden auch die relevanten theoretischen Grundlagen erarbeitet und kleinere Software-Projekte durchgeführt.
Voraussetzungen: PC- und Programmiersprachen-Kenntnisse (Pascal, C oder Lisp). 


Oberseminar

Doktorandenkolloquium. Besprechung von Magister- und Promotionsarbeiten, R. Wiesend, A. Beer, J. Blume, U. Kramer, Chr.-H. Mahling, L. Striegel
2-std., Mi 15-17

Hier werden Arbeiten und Forschungsergebnisse vorgestellt und diskutiert, die zum Abschluss als Magister oder Promotion führen sollen. Außerdem wird über die Forschungsergebnisse abgeschlossener Arbeiten berichtet.


Übungen

Einführung in die Musikwissenschaft, M. Rathey
2-std., Fr 9-11

Wissenschaftlich zu arbeiten, das heißt vor allem einmal, Fragen zu stellen. Je präziser die Frage, desto interessanter die Antwort. Eine Einführung in die Musikwissenschaft hat somit die Aufgabe, möglichst intelligente Fragen an die Musik stellen zu lernen. Darüber hinaus werden Techniken vermittelt, die bei der Suche nach Antworten hilfreich sind: wissenschaftliches Bibliographieren, der Umgang mit Nachschlagewerken, Handbüchern, Zeitschriften etc. Da alle Theorie bekanntlich grau ist, sollen diese Arbeitsschritte am Beispiel von Joseph Haydns Oratorium Die Schöpfung nachvollzogen und dabei die Methoden des Fragenstellens und der Präsentation der Antworten (als Vorbereitung auf Referate und Hausarbeiten) erarbeitet werden.
Voraussetzungen für einen qualifizierten Schein sind regelmäßige, aktive Teilnahme, die Bearbeitung von Übungsaufgaben und eine erfolgreiche Abschlussklausur.
Einführende Literatur:

  • Schwindt-Gross, Nicole, Musikwissenschaftliches Arbeiten. Hilfsmittel - Techniken - Aufgaben (= Bärenreiter Studienbücher Musik 1), 4., völlig neu bearbeitete und erweiterte Auflage Kassel usw. 1999
  • Feder, Georg: Joseph Haydn, Die Schöpfung (= Bärenreiter Werkeinführungen), Kassel 1999

Carl Dahlhaus. Interpretation ausgewählter Texte, P. Niedermüller
2-std., Fr 11-13

Carl Dahlhaus' (1928-1989) Bedeutung für die Musikwissenschaft kann nicht nur daran abgelesen werden, dass kürzlich eine Ausgabe sämtlicher Schriften in Angriff genommen wurde (welcher Vertreter des Fachs das von sich behaupten?). Sie wird vor allem dann offenbar, wenn man versucht, sich einen Überblick über die von ihm behandelten Epochen und Gegenstände zu verschaffen. Das Themengebiet seiner Schriften reicht vom hohen Mittelalter bis zur Avantgarde, bezieht sich auf Theorie und Ästhetik gleichermaßen wie auf Analyse und Historiographie. Mittlerweile wird er aber gern kritisiert: er habe ungenau zitiert, das Faktengerüst, auf das seine Ausführungen gründen, sei auffallend gering und brüchig. Einer solch vordergründigen Kritik kann man aber getrost entgegenhalten, dass nichts weniger Dahlhaus' Sache ist als totaler und dabei blinder Positivismus, stets zeigt er am Beispiel Paradigmatisches auf, verbindet Historiographie mit der Reflexion auf die Methode, auf ein Geschichtsbild. Um diese Gedankengänge kritisch hinterfragen zu können, müssen sie überhaupt erst einmal offengelegt werden. Hierauf zielt die gemeinsame Lektüre in der Übung. Aus pragmatischen Gründen (aber auch als Ergänzung zum Proseminar über Zimmermann) sollen einige ausgewählte Texte zur neuen Musik im Mittelpunkt stehen. In der ersten Sitzung wird "Fortschritt und Avantgarde" gelesen werden. (Ursprünglich in: Bericht über den internationalen Musikwissenschaftlichen Kongreß Leipzig 1966, hrsg. von Carl Dahlhaus et al., Kassel etc. 1970, S. 33-41, Wiederabdruck in: C. D., Schönberg und andere. Gesammelte Aufsätze zur Musikgeschichte, mit einer Einleitung von Hans Oesch, Mainz etc. 1978, S. 40-48).

Generalbass II, B. Zosel, 1-std.
Kurs A: Mo 8s.t.-8.45
Kurs B: Mo 9.30-10.15

Vertiefung der in Generalbass I erworbenen Fähigkeiten. In diesem Kurs sollen verschiedene historische Stilistiken des Generalbassspiels, vor allem verschiedene Arten der Verzierung, erarbeitet werden. Voraussetzung ist die erfolgreiche Teilnahme des Kurses 'Generalbass I'!

Partiturspiel II, B. Zosel, 1-std.
Kurs A: Mo 8.45-9.30
Kurs B: Mo 10.15-11.00

In diesem Kurs soll das Spiel von transponierten Instrumenten erlernt werden. Im weiteren Verlauf werden diese Fähigkeiten auf Partituren des Barock (J. S. Bach) bis in die Wiener Klassik (Haydn, Mozart) angewendet werden. Voraussetzung ist die erfolgreiche Teilnahme des Kurses 'Partiturspiel I'! 

Gehörbildung I, St. Münch
1-std., Mo 13 s.t.-13.45

Training des erkennenden Hörens musikalisch relevanter Ordnungszusammenhänge folgender musikalischer Parameter:
Rhythmus; Intervalle simultan/sukzessiv im nicht-tonalen Kontext; Akkorde (Akkordaufbau, Akkordverbindungen: Funktionshören); Tonalität in der Einstimmigkeit (Stufen-Hören).

Literatur:

  • Wolfgang Breuer, Gehörbildung. Arbeitsheft, Literaturbeispiele, Cassetten
  • Clemens Kühn, Gehörbildung im Selbststudium, Kassel/München 1983
  • Roland Mackamul, Lehrbuch der Gehörbildung, Band 1: Elementare Gehörbildung, Kassel 1969
  • Ulrich Kaiser, Gehörbildung. Satzlehre - Improvisation - Höranalyse, 2 Bde., Kassel 1998

Gehörbildung III, St. Münch
1-std., Mo 15.45-16.30

Erkennen und Beschreiben großformaler Abläufe; Erfassen harmonischer, metrischer und motivischer Formprinzipien und deren Wechselwirkung in der Themen-Bildung ("Satz", "Periode" usw.); Verfolgen satzübergreifender harmonischer und thematischer Verläufe; Erkennen häufig wiederkehrender Harmoniemodelle und Sequenzen; Zweistimmigkeit; Besonderheiten in Moll; Klangschärfungen (Dv, Non-Akkorde etc.); chromatisch-enharmonische Stimmverläufe in fortgeschrittener Tonalität und Modulationen.

Kontrapunkt II, St. Münch
1-std., Mo 13.45-14.30

Die in Kontrapunkt I (Zweistimmigkeit) erworbenen Fertigkeiten im strengen Satz (sog. "Palestrinastil") werden auf dreistimmige Sätze ausgeweitet und vertieft.

Literatur:

  • Dietrich Manicke, Der polyphone Satz. Teil 2: Drei- und Mehrstimmigkeit, Köln 1979
  • Thomas Daniel, Kontrapunkt. Eine Satzlehre zur Vokalpolyphonie des 16. Jahrhunderts, Köln 1997
  • Dieter de la Motte, Kontrapunkt
  • Walter Salmen und Norbert J. Schneider (Hrsg.), Der musikalische Satz. Ein Handbuch zum Lehren und Lernen, Innsbruck 1987, S. 41ff.
  • Knud Jeppesen, Kontrapunkt, Wiesbaden 1963 u.ö. 

Harmonielehre III, St. Münch
1-std., Mo 14.30-15.15

Diatonische, chromatisch-enharmonische u.a. Möglichkeiten der Modulationen; Alterierte Akkorde; Steigerung der Dur-Moll-Harmonik bis zu deren Auflösung; satzübergreifende harmonische Abläufe (formbildende Funktion der Harmonik); Analyse ausgewählter Beispiele.

Literatur:

  • Thomas Krämer, Harmonielehre im Selbststudium, Wiesbaden 1991 (gutes Arbeitsbuch mit Aufgaben- und Lösungsteil)
  • Thomas Krämer, Lehrbuch der harmonischen Analyse, Wiesbaden 1997
  • Diether de la Motte, Harmonielehre (eine historisch angelegte Harmonielehre)
  • Walter Salmen und Norbert J. Schneider (Hrsg.), Der musikalische Satz. Ein Handbuch zum Lehren und Lernen, Innsbruck 1987, S. 143-185.
  • Wilhelm Maler, Einführung in die dur-moll-tonale Harmonielehre (eine systematisch angelegte Harmonielehre)
  • Clemens Kühn, Kompositionsgeschichte in kommentierten Beispielen, Kassel 1998

Instrumentation, St. Münch
1-std., Mo 16.30-17.15

Praktische Übungen zum orchestralen und kammermusikalischen Satz. Begleitend hierzu musikgeschichtliche Übungen zu Orchestertypen und deren Besetzungen sowie zur Instrumentationslehre im 18.-20. Jahrhundert.

Literatur:

  • Erpf, Hermann: Lehrbuch der Instrumentation und Instrumentenkunde, Mainz 1959 u.ö.
  • Pape, Winfried: Instrumentenhandbuch Streich-, Zupf-, Blas- und Schlaginstrumente in Tabellenform, Köln 1971 u.ö.

Formenlehre: Vokale Großformen, St. Münch
1-std., Do 9 s.t.-9.45, Beginn: 19. April 2001 

Formmodelle und -verläufe in Oper, Motette und Oratorium an ausgewählten Beispielen.
Literatur wird im einzelnen noch bekannt gegeben; zur Vorbereitung:

  • Clemens Kühn, Formenlehre, dtv/Bärenreiter: München und Kassel 1987
  • Clemens Kühn, Kompositionsgeschichte in kommentierten Beispielen, Kassel 1998
  • Herwig Knaus / Gottfried Scholz, Formen in der Musik, 2 Bde., Wien 1988 bzw. 1989

Formenlehre: Kontrapunktische Formen, St. Münch
1-std., Do 10 s.t.-10.45, Beginn: 19. April 2001

Kanon, Fuge, Passacaglia und deren Verwendung in verschiedenen musikalischen Gattungen. Kontrapunktische Formen und Techniken im 19. Jahrhundert ("romantischer Kontrapunkt" bei Schumann, Wagner u.a.). Formkonstitutive Bedeutung kontrapunktischer Verfahren in der Musik des 20. Jahrhunderts. 
Literatur siehe Formenlehre "Vokale Großformen" (s.o.)

Notationskunde II

Anstelle des Proseminarscheines kann in dem Proseminar "Zur Geschichte der Musik für Tasteninstrumente vom 14. bis ins 17. Jahrhundert" auch der Schein Notationskunde II erworben werden. 

Theoretikerlektüre

Anstelle des Proseminarscheines kann in dem Proseminar "Charles Burney und die englische Musikgeschichtsschreibung" im 18. Jahrhundert auch der Schein Theoretikerlektüre erworben werden. 

Zur Geschichte der musikalischen Moderne in Polen, M. Golab
n.V.