Prof. Dr. Christoph-Hellmut Mahling †

Nachruf

† Professor Dr. Christoph-Hellmut Mahling

Prof. Dr. Christoph-Hellmut Mahling Das Musikwissenschaftliche Institut trauert um seinen langjährigen Leiter, Professor Dr. Christoph-Hellmut Mahling. Seine Ägide, die von 1981 bis 2000 währte, war von einer außerordentlichen Dynamik geprägt, die das Institut zum Schauplatz einer Reihe wichtiger Tagungen (darunter die Jahrestagung der Gesellschaft für Musikforschung 1997) und zum Standort mehrerer Forschungsprojekte (so etwa zur Fortführung des RIPM oder der Herausgabe der Briefe Spontinis) machte. Die enge Zusammenarbeit mit den Medienanstalten der Region, namentlich dem ZDF, sowie auch vielen weiteren kulturellen Einrichtungen sorgte für eine breite Vernetzung des Instituts, von der zahlreiche Absolventinnen und Absolventen zehren durften und bis heute zehren. Seine vielfältigen internationalen Verbindungen, die in der Präsidentschaft der Internationalen Gesellschaft für Musikwissenschaft (1987–1992) ihren deutlichsten Ausdruck fanden, machten das Mainzer Institut weit über den deutschen Sprachraum hinaus bekannt. Als Dekan des Fachbereichs Geschichtswissenschaft und als Mitglied des Senats zählte er auch zu den prägenden Persönlichkeiten innerhalb der Johannes Gutenberg-Universität. Allen gesundheitlichen Widrigkeiten zum Trotz setzte er sich als Präsident des Landesmusikrats Rheinland-Pfalz bis zuletzt mit Leidenschaft für die Belange der Musik, der musikalischen Berufe und der Musikwissenschaft ein und blieb auch dem Musikwissenschaftlichen Institut als Betreuer von Abschlussarbeiten, Ratgeber und teilnahmsvoller Emeritus eng verbunden. Wir werden ihn in dankbarer und anerkennender Erinnerung behalten.


Lebenslauf

Christoph-Hellmut Mahling wurde am 25. Mai 1932 in Berlin geboren. Er studierte nach Ablegung der Privatmusiklehrerprüfung 1957-1962 an den Universitäten Tübingen und Saarbrücken Musikwissenschaft bei W. Gerstenberg, G. Reichert, J. Müller-Blattau und W. Salmen. 1962 promovierte er zum Dr. phil. (Dissertation: Studien zur Geschichte des Opernchors) und wurde 1963 Assistent am Musikwissenschaftlichen Institut der Universität des Saarlandes Saarbrücken. 1972 habilitierte er sich dort bei W. Wiora für das Fach Musikwissenschaft. (Habil.-Schrift: Orchester und Orchester-Musiker in Deutschland von 1700 bis 1850). Im selben Jahr wurde er zum Wissenschaftlichen Rat und Professor ernannt. Seit 1981 hat er eine Professur an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz; bis März 2000 war er mit der Leitung des Musikwissenschaftlichen Instituts betraut. Von 1969 bis 1981 war er Schriftleiter der Zeitschrift Die Musikforschung (z.T. gem. mit L. Finscher und W. Dömling). Seit 1970 ist er Mitglied des Schriftleitergremiums der International Review of the Aesthetics and Sociology of Music. Im Jahre 1984 wurde er zum Mitglied des Zentralinstituts für Mozartforschung in Salzburg gewählt. Zahlreiche Publikationen vor allem zur Musikgeschichte des 18. und 19. Jahrhunderts, insbesondere zur historischen Aufführungspraxis, zur Geschichte der Oper und der Instrumentalmusik sowie zur musikalischen Sozialgeschichte. Mitarbeiter an der Neuen Mozart-Ausgabe (u.a. Mozart-Violinkonzerte) etc. Von 1987 bis 1992 Präsident der Internationalen Gesellschaft für Musikwissenschaft und von 1997 bis 2001 Präsident der Gesellschaft für Musikforschung. Er verstarb am 13. Februar 2012.

Tätigkeiten im Rahmen der akademischen Selbstverwaltung:

Tätigkeiten außerhalb der Universität:

Forschungsschwerpunkte

Schriftenverzeichnis (Auswahl)