Master-Aktuell

Gegenstand


Das Studium der Musikwissenschaft an der JGU vermittelt traditionell einen breiten, die Teildisziplinen des Fachs konsequent integrierenden Zugang zum Fach, der die wissenschaftliche Ausbildung mit praxisorientierten Anteilen verbindet und im Rahmen des Masterstudiengangs Musikwissenschaft durch eine dezidiert kulturhistorische Ausrichtung ergänzt und verstärkt wird. Die zentrale Leitidee des Masterstudiengangs Musikwissenschaft besteht dabei in einer wissenschaftlichen wie anwendungsorientierten deutlichen Vertiefung wesentlicher Kernkompetenzen musikwissenschaftlichen Denkens und Arbeitens sowie deren breiter Verortung im kulturhistorischen Fächer- und Methodendiskurs.
Fachwissenschaftliches Kernstück des Masterstudiengangs sind die beiden Module „Musik-Verstehen im historischen Kontext“ und „Musikhistoriographie“. Das Modul „Musik-Verstehen im historischen Kontext“ ist auf die eigenständige, kritisch reflektierende wissenschaftliche Herangehensweise an Musik sowie die Differenzierung bzw. Kontextualisierung jeweils adäquater methodischer Ansätze ausgerichtet. Inhaltlich widmen sich die Lehrveranstaltungen des Moduls „Musik-Verstehen im historischen Kontext“ der vertiefenden und differenzierten Aufarbeitung zentraler musikgeschichtlicher Kategorien unter Einbezug der aktuellen Forschungssituation, wobei das Modul sowohl spezifisch werkanalytisch als auch kontextualisierend geistes-, ideen-, sozial- und rezeptionsgeschichtlich ausgelegt ist. Neben einem musikhistoriographischen Problembewusstsein vermittelt das Modul „Musikhistoriographie“ den kritisch reflektierenden Umgang mit musikhistorischen Quellen und Phänomenen. Anhand ausgewählter Themenfelder wird die Anwendung geschichtstheoretischer Modelle und musikanalytischer Methoden für die spezifischen Anforderungen einer im kulturwissenschaftlichen Fächerdiskurs angesiedelten Musikhistoriographie thematisiert.

Beiden Modulen gleichsam vorgeschaltet ist ein „Aufbaumodul Master Musikwissenschaft“, in dem es gilt, dreierlei miteinander zu verknüpfen: erstens die Absicherung, Neubelichtung und Vertiefung von musikwissenschaftlichem Wissen der Bachelorphase; zweitens die den Fokus des Bachelor überschreitende Reflexion von Methoden der Musikwissenschaft im Dialog mit benachbarten Disziplinen; drittens die Aneignung eines methodischen Fundus für das forschungsbasierte Masterstudium.

Mit Blick auf die Fähigkeit zur Vernetzung musikwissenschaftlicher Themengebiete und Fragestellungen mit kulturhistorischen Nachbardisziplinen ergänzt ein umfangreiches Modul „Studium Generale“ die ersten beiden Semester des Masterstudiengangs Musikwissenschaft und begleitet die Studierenden insbesondere auch vor dem Hintergrund der Schwerpunktbildung im inhaltlich breit aufgestellten „Wahlpflichtmodul“, das sich nach derzeitigem Stand auf insgesamt acht unterschiedliche Schwerpunkte verteilt, deren sieben transdisziplinäre Module (Theaterwissenschaft, Buchwissenschaft, Musiktheorie, Musikinformatik, Kunstgeschichte, Medienmanagement und Ethnologie) samt und sonders genuin musikwissenschaftlich höchst aktuelle Fachdiskurse aufgreifen, während in einem „institutsinternen“ Modul „Musikwissenschaft als historische Kulturwissenschaft“ das kulturwissenschaftliche Problembewusstsein im selbstständigen Umgang mit musikhistorischen Fragestellungen erweitert und mit kulturhistorischen und musikwissenschaftlichen Methodologien eigenverantwortlich und fallbezogen zusammengeführt wird.

Innerhalb des Moduls „Musikwissenschaft in der Praxis“ dient der Bezug zur Forschungspraxis in Diskussion und schriftlicher Darlegung der Vertiefung kultur- und speziell musikwissenschaftlicher Schlüsselkompetenzen. Im Vordergrund stehen dabei die Anwendung der an der Universität erworbenen Fachkompetenzen sowie die Vernetzung und Kontaktknüpfung in Hinblick auf spätere Bewerbungen und weiterführende Schritte ins musikwissenschaftliche Berufsleben; die hieraus gegebene Notwendigkeit zur wissenschaftlichen Kooperation intensiviert dabei die Aneignung sozialer Kompetenzen.

Im Rahmen des integrierten Examensmoduls können die Studierenden nach Anfertigung der Masterarbeit selbstständig musikwissenschaftliche Konzepte und Methoden gegenstandsbezogen anwenden, eigenständig Forschungsfragen aus sämtlichen Gegenstandsbereichen des Studiums entwickeln und diese in der vorgegebenen Zeit wissenschaftlich bearbeiten. Sie sind ferner in der Lage, musikwissenschaftliche Positionen und Problemlösungen zu rezipieren, zu formulieren und argumentativ zu verteidigen sowie weitgehend eigenverantwortlich musikwissenschaftliche Forschungsprojekte durchzuführen.

Studienaufbau


Das Studium des Master Musikwissenschaft besteht aus dem erfolgreichen Besuch von insgesamt 7 Modulen:
Modul 12 – Aufbaumodul Master Musikwissenschaft
Modul 13.1 – Studium Generale: Wissenschaftliche Grundlagen und Grundkompetenzen I
Modul 13.2 – Studium Generale: Wissenschaftliche Grundlagen und Grundkompetenzen II
Modul 14 – Musik-Verstehen im historischen Kontext (= Historische Musikwissenschaft I)
Modul 15 – Musikhistoriographie (= Historische Musikwissenschaft II)
Wahlpflichtmodul 16: Schwerpunktbildung
WPf-Modul 16.1 – Musikwissenschaft als historische Kulturwissenschaft (= Historische Musikwissenschaft III)
WPf-Modul 16.2 – Theaterwissenschaft und Musikwissenschaft
WPf-Modul 16.3 – Buchwissenschaft und Musikwissenschaft
WPf-Modul 16.4 – Musiktheorie
WPf-Modul 16.5 – Musikinformatik
WPf-Modul 16.6 – Kunstgeschichte und Musikwissenschaft
WPf-Modul 16.8 – Ethnologie und Musikwissenschaft
Modul 17 – Musikwissenschaft in der Praxis
Modul 18 – Examen

Zugangsvoraussetzungen


Erster Hochschulabschluss:
a) Bachelorabschluss mit einer Regelstudienzeit von mindestens sechs Semestern an einer Hochschule in Deutschland oder im Ausland mit einem musikwissenschaftlichen Anteil von mindestens 60 Leistungspunkten (LP).
Hierbei müssen mindestens 36 LP auf den Bereich der Historischen Musikwissenschaft entfallen. Sofern das Bachelor-Abschlusszeugnis noch nicht vorliegt, müssen bis Bewerbungsschluss mindestens 40 Leistungspunkte im Bereich Musikwissenschaft, davon mindestens 24 im Bereich Historische Musikwissenschaft nachgewiesen werden.
Die Zulassung erfolgt unter dem Vorbehalt, dass innerhalb des ersten Semesters des Masterstudiengangs ein Bachelorabschlusszeugnis vorgelegt wird, das die geforderten 60 Leistungspunkte im Bereich Musikwissenschaft, davon mindestens 36 Leistungspunkte im Bereich der Historischen Musikwissenschaft vollständig nachweist.
oder
b) ein gleichwertiger Abschluss mit gleichwertigem Umfang der fachbezogenen Studien- und Prüfungsleistungen.
Sofern im Rahmen des ersten Hochschulabschlusses mehr als 36 LP, aber weniger als 49 LP im Bereich der Historischen Musikwissenschaft erbracht wurden, müssen die entsprechend fehlenden LP im Rahmen des Masterstudiengangs durch erfolgreichen Abschluss der Kurse 07.114.120 oder 07.114.150 (je 2 LP) und 07.114.130 und/oder 07.114.160 (je 5 LP) gemäß der Ordnung für die Prüfung im Zwei-Fächer-Bachelorstudiengang der Fachbereiche 02, 05 und 07 in der jeweils gültigen Fassung im Kernfach Musikwissenschaft nachgeholt werden und ersetzen in diesem Fall die Module 13.1. und/oder 13.2. des Masterstudiengangs.
Über das Vorliegen der Voraussetzungen nach diesem Absatz entscheidet in Zweifelsfällen der Prüfungsausschuss.
Es wird vorausgesetzt, dass die Studierenden über ausreichende aktive und passive Kenntnisse der englischen und einer weiteren modernen Fremdsprache sowie über Lateinkenntnisse verfügen. Nachweise sind nicht erforderlich.
Werden im Verlauf des Studiums die Wahlpflichtmodule 16.1 oder 16.2 gewählt, ist der Nachweis von Lateinkenntnissen erforderlich.
Das Studium der Musikwissenschaft setzt Fähigkeiten im Instrumentalspiel voraus. Ebenso sind fundierte musiktheoretische Kenntnisse vorausgesetzt (Nachweise sind nicht erforderlich).
Vor Aufnahme des Masterstudiums wird eine Studienfachberatung im Fach Musikwissenschaft dringend angeraten.
Bei Studienbewerberinnen oder Studienbewerbern, die weder ihre Hochschulzugangsberechtigung an einer deutschsprachigen Einrichtung noch einen Abschluss in einem deutschsprachigen Studiengang erworben haben, ist der Nachweis von "Deutschkenntnissen auf dem Niveau der Deutschen Sprachprüfung für den Hochschulzugang ausländischer Studienbewerber (DSH)" erforderlich.

Modulhandbuch und Studienverlaufsplan