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Kluge

Images beyond Imagination

Vortrag von Prof. F. Kluge
(FH Trier)

 

Da der Mensch nun mal ein Augentier ist, ist die "Bildfähigkeit" des Computers, an dessen Sefähigkeit man ebenso nachhaltig arbeitet, eine außerordentlich bedeutsame Voraussetzung für die weitere Popularitäts- und Akzeptanzsteigerung von rechnergestützten Informations- und Kommunikationssystemen. Neben den unbestrittenen Möglichkeiten der elektronischen Datenverarbeitung zum sinnvollen Einsatz ist offensichtlich: Die Ästhetik der elktronischen Synthesebilder und die Faszination, die von ihnen ausgeht, unterstützen das erfolgreiche Marketing neuer Informationstechnologien mit sinnvollen Mitteln; denn im Anschauungsraum der digitalen Bilderwelt verliert sich am ehesten die Unfaßbarkeit des binären Codes, der schließlich allen Hervorbringungen des Rechners zugrundeliegt.

In endloser Permutation von Ja-Nein-Entscheidungen kreiert der Computer "Neue Bilder", "Liberated Images" oder gar "Images beyond Imagination" und transzendiert so seine eigentlich banale Fähigkeit zu übermenschlich schneller Addition und Subtraktion wiederum in die Sphäre des Unfaßbaren. "Befreite Bilder" und "Bilder jenseits der Vorstellungskraft" sind Slogans und Versprechungen, die den Mythos, der Computer sei eine bildermächtige Maschine, bereitwillig Nähren und mit suggestiven Mitteln Vorschub leisten. "Images beyond Imagination" war auch das Motto der diesjährigen Imagina in Mote Carlo, ein Forum der synthetischen Bilder, auf dem alljährlich der aktuelle Stand der Entwicklung dokumentiert wird.

Anhand einer Reihe von Computeranimationen, die auf diesem Kongreß gezeit wurden und die ein breites Spektrum der technologischen und gestalterischen Möglichkeiten repräsentieren, wird dieser Vortrag das Wesentliche dieser "Neuen Bilder" erörtern und schließlich die Frage aufwerfen, ob man die errechneten "visuellen Niederschläge" aus dem digitalen Datenraum noch als Bilder bezeichnen sollte?