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Haupenthal

Grundlagen und Möglichkeiten der Würfelmusik, dargestellt an Gustav Gerlachs Spiel:
Kunst, Schottische Taenze zu componiren, ohne musicalisch zu sein

Vortrag von Dr. Gerhard Haupenthal
(Dudweiler)

 

Die ersten belegbaren Würfelspiele stammen aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Die Würfelmusik ist jedoch keine Erfindung dieser Zeit, sondern sie hat ihre Wurzeln in der „Ars combinatoria“ vorangegangener Jahrhunderte. Erst der Geist des ausgehenden Rokoko ermöglichte die spielerische Auseinandersetzung mit diesem Phänomen.

Daher werden in unserem Vortrag zuerst einige Traktate vorgestellt, in denen die Mathematik - insbesondere die Kombinatorik - eine große Rolle spielt. Die Gelehrten machten sich durchaus ernst gemeinte Gedanken darüber, wie man mit Hilfe von Tabellen und einfachen Abzählverfahren unter Einbeziehung des Zufalls komponieren lernen kann. Hätte man schon damals Computer gehabt, welche Möglichkeiten steckten dahinter?!

Um Würfelmusik konkret erfahrbar zu machen, wird dann Gustav Gerlachs „Kunst, Schottische Taenze zu componiren, ohne musicalisch zu sein“ vorgestellt. Ausgehend von einem nach den vorgegebenen Regeln verfaßten konkreten Beispiel wird das Spiel und darüber hinaus das Phänomen Würfelmusik allgemein beschrieben. Aufgrund umfangreicher Forschungen auf diesem Gebiet wird dann der Versuch unternommen, das Spiel in der Geschichte der Würfelmusik einzuordnen. Dabei können natürlich Berührungspunkte zur Aleatorik nicht umgangen werden.

Abschließend stellt sich noch die Frage nach der Bedeutung der Würfelmusik über den spielerischen Charakter hinaus. Wie kann sie zum Beispiel im heutigen Musikunterricht sinnvoll eingesetzt werden?